Buchtipp: ''Sex und die Zitadelle'' Sexualität als Minenfeld
von Shereen El Feki
Die Tabuisierung der Sexualität im öffentlichen Diskurs in der arabischen Welt stellt für die Journalistin Shereen El Feki nicht nur ein ideologisches Manko dar, sondern zeigt aufgrund einer in ihren Augen erschreckend weit verbreiteten Unwissenheit handfeste und oftmals hanebüchene Resultate. mehr...
aus dem Englischen von Thorsten Schmidt
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Hanser Berlin (25. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446241523
ISBN-13: 978-3446241527
Originaltitel: Sex and the Citadel. Intimate ife in a Changing Arab World
Grüsse
Alexander
Buchtipp: ''Sex und die Zitadelle'' Sexualität als Minenfeld
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Alexander
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Re: Buchtipp: ''Sex und die Zitadelle'' Sexualität als Minen
Lust und Islam: Die Sexualnot der Massen
Fünf Jahre lang erforschte die Tochter eines Ägypters und einer Waliserin das Liebesleben in den Ländern des Arabischen Frühlings, speziell Ägypten. Um herauszufinden, was die Menschen denken, was sie tun und nicht tun, sprach sie mit unzähligen jungen Frauen und Männern, mit Sextherapeuten und Heiratsvermittlern, Medizinern und Prostituierten.
Die Bilanz ist in ihrem dieser Tage erscheinenden Buch „Sex und die Zitadelle“ (Hanser Verlag) nachzulesen. Gut sieht sie nicht aus. Da erschüttern einen die sexuellen und religiösen Nöte der jungen Männer, die sich keine Ehe leisten können, obwohl das die einzige Art von sexueller Beziehung ist, die die Scharia ihnen erlaubt („Geh, Mubarak – ich will heiraten!“, stand auf einem Transparent am Tahrir-Platz). Man liest, wie die Angst vor dem Verlust der Jungfräulichkeit die Frauen zu verhasstem Analverkehr zwingt und wie Männer zu Prostituierten flüchten, weil „ausgefallene“ Praktiken wie Oralverkehr in ihrer Ehe nicht denkbar sind.
Man staunt über die Kreativität bei Pseudoehen, die gerade noch „halal“ sind, obwohl sie oft nur ein moralisches Mäntelchen für Prostitution sind. Man leidet mit sexuell unwissenden und frustrierten Eheleuten, denen nicht zu helfen ist, weil das Reden über Sex miteinander tabu ist; oder mit Frauen, die nach ungeschütztem Sex schwanger wurden, weil sie sich nicht trauten, Verhütungsmittel zu kaufen. Man liest von der Lüge, dass Aids im arabischen Raum keine Chance habe (es wird nur totgeschwiegen), und vom immer häufigeren Konflikt zwischen Frauen, die mehr Unabhängigkeit wollen, und Männern, die Angst haben, die Kontrolle zu verlieren. mehr...
Grüsse
Alexander
Fünf Jahre lang erforschte die Tochter eines Ägypters und einer Waliserin das Liebesleben in den Ländern des Arabischen Frühlings, speziell Ägypten. Um herauszufinden, was die Menschen denken, was sie tun und nicht tun, sprach sie mit unzähligen jungen Frauen und Männern, mit Sextherapeuten und Heiratsvermittlern, Medizinern und Prostituierten.
Die Bilanz ist in ihrem dieser Tage erscheinenden Buch „Sex und die Zitadelle“ (Hanser Verlag) nachzulesen. Gut sieht sie nicht aus. Da erschüttern einen die sexuellen und religiösen Nöte der jungen Männer, die sich keine Ehe leisten können, obwohl das die einzige Art von sexueller Beziehung ist, die die Scharia ihnen erlaubt („Geh, Mubarak – ich will heiraten!“, stand auf einem Transparent am Tahrir-Platz). Man liest, wie die Angst vor dem Verlust der Jungfräulichkeit die Frauen zu verhasstem Analverkehr zwingt und wie Männer zu Prostituierten flüchten, weil „ausgefallene“ Praktiken wie Oralverkehr in ihrer Ehe nicht denkbar sind.
Man staunt über die Kreativität bei Pseudoehen, die gerade noch „halal“ sind, obwohl sie oft nur ein moralisches Mäntelchen für Prostitution sind. Man leidet mit sexuell unwissenden und frustrierten Eheleuten, denen nicht zu helfen ist, weil das Reden über Sex miteinander tabu ist; oder mit Frauen, die nach ungeschütztem Sex schwanger wurden, weil sie sich nicht trauten, Verhütungsmittel zu kaufen. Man liest von der Lüge, dass Aids im arabischen Raum keine Chance habe (es wird nur totgeschwiegen), und vom immer häufigeren Konflikt zwischen Frauen, die mehr Unabhängigkeit wollen, und Männern, die Angst haben, die Kontrolle zu verlieren. mehr...
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