Literaturnobelpreis für einen Franzosen:
Afrika als Bezugspunkt seiner Fluchten
10.10.2008 - netzeitung
Le Clézio steht für eine Literatur, die ihre Kraft aus der leidenschaftlichen Beschwörung einer außereuropäischen Ferne schöpft, schreibt Sabine Vogel über den «Autor neuer Aufbrüche», den «publicity-scheuen Sonderling» [...] In seinem Erinnerungsbuch «Der Afrikaner» (Hanser, 2007) über seinen Vater, einen aus Madagaskar stammenden Franzosen in britischen Diensten, beschreibt Le Clézio seine ersten Berührungen mit Afrika als «eine außerordentliche, berauschende Freiheit, die ich so intensiv genoss, dass sie fast schmerzhaft in mir brannte». [...] 1948 reiste Le Clézio als Achtjähriger mit Mutter und Bruder nach Nigeria, um seinen dort als Arzt arbeitenden Vater zu treffen. Es ist das erste bewusste Aufeinandertreffen zwischen Vater und Sohn und gleichzeitig das Eintauchen in eine fremdartige Welt, die umso intensiver auf den Jungen wirkt, als sie auf lange, trostlose, in Enge und Angst vor der Gestapo verbrachte Kriegsjahre in Nizza folgt. Aber «all das verblasste, verschwand, wurde unwirklich» in dem Moment, in dem er afrikanischen Boden betrat: «Von da an gab es für mich die Zeit vor und die Zeit nach Afrika.» [...] in seinem Roman «Desert» von 1980 («Wüste», 1989 auf Deutsch erschienen) stellt er die karge «Sonnenlandschaft» der Wüste und die Mystik der Tuareg-Nomaden der Sinnentleertheit und der kalten Rationalität des Westens gegenüber [...]
Clézios Romane sind schwärmerische Plädoyers für einen Ausbruch aus der «Hölle der Intelligenz», der entseelten Welt der Großstädte, in der das «Abenteuer des Am-Leben-Seins» nicht mehr erfahrbar sei [...] Sein Ziel ist nicht politische Agitation - er will nur «den Leser mit Worten an einem gemeinsamen Traum beteiligen». Entdecken wir diesen Traum! ... mehr
Gruß
Birgitt
Literaturnobelpreis 2008 für J.-M. Gustave Le Clézio
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Roger-Tecumseh
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Re: Literaturnobelpreis 2008 für J.-M. Gustave Le Clézio
Schön, daß Du den Bezug erkannt hast, indem Du den Artikel hier reinstellst!

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Birgitt
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Re: Literaturnobelpreis 2008 für J.-M. Gustave Le Clézio
Le Clézio? Lesen!
Der neue Literaturnobelpreis gilt bereits als bizarre Gefälligkeit an einen weit überschätzten Schriftsteller
03.12.2008 - Weltwoche
J-M. G. Le Clézio hat den Nobelpreis für Literatur empfangen. Der Tenor in den Medien, angeführt von Marcel Reich-Ranicki und Sigrid Löffler, ist: «Le Clézio, nie gehört! Absurd, so einem Nobody den Preis zu vergeben.» Hört man dann, dass er über Nigeria, Marokko und Mauritius geschrieben hat, ist schnell von weltfernem Ethnokitsch die Rede. Die Kritik am Nobelpreiskomitee fällt auf die Kritiker zurück. Sie verwechseln ihre enge Feuilletonstube mit der Welt. Dass ein Journalist hierzulande noch nie von Le Clézio gehört hat, ist kein Indiz für die Bedeutungslosigkeit des Letzteren. Le Clézio ist einer der bedeutendsten und bekanntesten Autoren der Frankophonie und keinesfalls der verschrobene Nischenautor, als der er nun gelegentlich dargestellt wird, sondern von einer Welthaltigkeit, die man in der deutschsprachigen Literatur höchst selten findet ... mehr
Gruß
Birgitt
Der neue Literaturnobelpreis gilt bereits als bizarre Gefälligkeit an einen weit überschätzten Schriftsteller
03.12.2008 - Weltwoche
J-M. G. Le Clézio hat den Nobelpreis für Literatur empfangen. Der Tenor in den Medien, angeführt von Marcel Reich-Ranicki und Sigrid Löffler, ist: «Le Clézio, nie gehört! Absurd, so einem Nobody den Preis zu vergeben.» Hört man dann, dass er über Nigeria, Marokko und Mauritius geschrieben hat, ist schnell von weltfernem Ethnokitsch die Rede. Die Kritik am Nobelpreiskomitee fällt auf die Kritiker zurück. Sie verwechseln ihre enge Feuilletonstube mit der Welt. Dass ein Journalist hierzulande noch nie von Le Clézio gehört hat, ist kein Indiz für die Bedeutungslosigkeit des Letzteren. Le Clézio ist einer der bedeutendsten und bekanntesten Autoren der Frankophonie und keinesfalls der verschrobene Nischenautor, als der er nun gelegentlich dargestellt wird, sondern von einer Welthaltigkeit, die man in der deutschsprachigen Literatur höchst selten findet ... mehr
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Birgitt
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Birgitt
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Re: Literaturnobelpreis 2008 für J.-M. Gustave Le Clézio
Weltenbummler: Le Clézio zum Siebzigsten
13.04.2010 - Welt
Er ist in zweifacher Hinsicht die große Ausnahme unter den französischen Schriftstellern von Weltruf. Jean-Marie Gustave Le Clézio, der heute seinen siebzigsten Geburtstag feiert und den letzten Literaturnobelpreisträger darstellt, den Frankreich hervorgebracht hat, Le Clézio, wie wir ihn der Einfachheit halber nennen wollen, er hielt sich immer abseits. Kein Adabei, keine Größe des Pariser Lebens ist er, vielmehr ein Eigenbrötler, man könnte sogar sagen Sonderling, der seine Kreise fern der Kapitale zog. Und diese Kreise, damit haben wir die zweite Ausnahme, waren weit ... mehr
Gruß
Birgitt
13.04.2010 - Welt
Er ist in zweifacher Hinsicht die große Ausnahme unter den französischen Schriftstellern von Weltruf. Jean-Marie Gustave Le Clézio, der heute seinen siebzigsten Geburtstag feiert und den letzten Literaturnobelpreisträger darstellt, den Frankreich hervorgebracht hat, Le Clézio, wie wir ihn der Einfachheit halber nennen wollen, er hielt sich immer abseits. Kein Adabei, keine Größe des Pariser Lebens ist er, vielmehr ein Eigenbrötler, man könnte sogar sagen Sonderling, der seine Kreise fern der Kapitale zog. Und diese Kreise, damit haben wir die zweite Ausnahme, waren weit ... mehr
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Birgitt




