Weihrauch ist am Dreikönigstag kaum wegzudenken. Seit Jahrhunderten wird das beliebte Gummiharz aus Bäumen in Somalia und den umliegenden Ländern gewonnen, doch das Überzapfen ist für die Bäume verheerend ...
„Es gibt eine unersättliche Nachfrage“, sagt Frans Bongers von der Universität von Wageningen (Niederlande), der zu Boswellia-Bäumen forscht. Dies betrifft zunehmend vor allem Somalia, speziell die semiautonome Region Somaliland. Die dort zu findende Art Boswellia sacra, auch Boswellia carteri genannt, sei derzeit eine heiße Ware auf dem Markt, sagt Expertin Anjanette DeCarlo, die sich mit ihrer Organisation
Save Frankincense für den Schutz der Bäume einsetzt. Man könnte meinen, dass die steigende Nachfrage ein Segen sei, die Realität sieht aber anders aus. Zuvor nomadische Völker, die die Bäume anzapfen, ließen sich zunehmend nieder, erklärt DeCarlo. Gekoppelt mit dem Bevölkerungswachstum steige der Druck auf die Bäume, auch in immer abgelegeneren Gebieten. „Wir sehen, dass nun immer mehr Menschen die Bäume anzapfen, denn der Preis (von Weihrauch) ist gestiegen.“ [...] Als ätherisches Öl destilliert kostet demnach ein Kilo rund 14 bis 22 Dollar – und in kleine Fläschchen verpackt kommt das Kilo auf wuchtige 104 bis 430 Dollar.
Tradition in Gefahr: Warum die hohe Nachfrage nach Weihrauch kein Segen ist
06.01.2021 - Berliner Zeitung
Wer sich für die Arbeit von Anjanette DeCarlo und ihre Organisation zum Schutz der Weihrauchbäume interessiert, der schaut auf die Website:
Save Frankincense
Gruß
Birgitt