Wo Bäume mehr schaden als nützenEs ist nicht das erste Mal, dass Kritik an ökologisch fragwürdigen Aufforstungen laut wird. Die aktuelle Studie quantifiziert aber erstmals die Dimension des Problems. Die Wissenschaftlerinnen analysierten dazu eines der prominentesten Programme zur Wiederaufforstung und Renaturierung für Afrika: die Initiative African Forest Landscape Restoration (AFR100) [...] AFR100 zielt darauf ab, 100 Millionen Hektar ökologisch geschädigtes Land durch Anpflanzungen, natürliche Verjüngung und andere Formen der Renaturierung »wiederherzustellen«. Die Resonanz auf das Programm ist enorm. Weit über 30 Länder haben ihre Teilnahme zugesagt, inzwischen liegt die angestrebte Fläche sogar bei gut 130 Millionen Hektar. Das eigentliche Ziel einer ökologischen Sanierung aber verfehlt die Initiative nach dem Urteil der Wissenschaftlerinnen dramatisch. Um in den Genuss der Finanzmittel zu kommen, meldeten der Untersuchung zufolge über die Hälfte der Teilnehmerländer mehr Fläche zur »Wieder«-Aufforstung an, als es bei ihnen überhaupt Wald gibt. Die Folge: Bäume würden in großem Stil in Lebensräume gepflanzt, in die sie nicht gehören. Mehr als jede zweite Baumpflanzaktion des Programms findet demnach in dafür ungeeigneten Savannen und Grassteppen statt, mit der Gefahr, dass wertvolle Lebensräume für Afrikas ikonischen Wildtierbestand zerstört werden.
15.02.2024 - spektrum
https://afr100.org/
Gruß
Birgitt


