Gerhard Göttler hat geschrieben: Diese Aktion von Kuno oder der Agentur Watani finde ich sehr gut! Hier wird mal jemand aktiv und mosert nicht nur rum! Und Kuno: Lässt sich dieser Text noch allgemeiner fassen, so dass er sich auch für Felsbilder vewenden lässt? Bei den Felsbildern im Wadi Kheil z.B. finden sich mehr und mehr arabische Schmierereien ... Man könnte gar noch weiter gehen und solche Dinge (vielleicht ein bisschen unauffällig) auch am Um el Ma aufhängen, wo insbesondere einheimische Gruppen Müll in mitunter abartigen Mengen verbuddeln. Gerhard Göttler
Werter G.G.,
ich kann nicht umhin, zu diesem Feuer der guten Intentionen ein nachdenkliches "Gegenfeuer" anzuzünden!

Aber, da wir ja hier von Meinungen leben, soll es geschehen:
Die Hinweise an den "modernen" Hinterlassenschaften, wie Kuno es hier zeigte, machen Sinn. Sie klären über einen Zusammenhang auf, der möglicherweise nicht jedem, der dort vorbeikommt - und einfach nur Schrott sieht - geläufig ist. (Man könnte sogar überlegen, dies in Form einer dezenten Blechtafel dort zu installieren, damit es nicht geht, wie "vom Winde verweht". Und schließlich haben wir mit den Ursachen, die zu diesen "Zeitzeugen" führten, sehr massiv und direkt zu tun. )
Der Gedanke, dergleichen auch bei den Felsbilder/Gravuren zu tun, erschreckt mich hingegen sehr! Ich will mich hier nicht wiederholen, deshalb schließe ich nur dort an, wo ich weiter vorn im Fred aufhörte. Es ist nicht an uns, den Besuchern des Landes, dort "beizubringen", wie sie sich zu verhalten haben. Wir sind weder besser informierte Lehrer gegenüber der Ignoranz von kulturellen Werten, die UNS teuer sind, noch globale Kulturgendarme - und in ehemaligen Kolonialgebieten nun schon gar nicht! Ich finde, es ist schon viel getan, wenn wir uns selbst dort verantwortungsvoll benehmen. Auf einen europäischen Finger-Zeig (auch in geschriebener Form), sollten wir verzichten können. Es gibt auch dort engagierte Leute (ich denke z.B. an den Direktor des kleinen Museums in Germa), die berufen und fähig sind, zu erziehen, wo es nötig ist.
Und mal praktisch: wenn ich mir die hunderte der Bilder/Gravuren (oft in majestätischer Einsamkeit gelegen) vorstellen sollte, die ich selbst besucht habe und auch gelegentlich entdecken durfte, nun mit unseren ermahnenden Hinweisen versehen, dann revoltiert Einiges in mir! Und wie wird erst der - des Lesens kundige ! - Einheimische empfinden, wenn er sich wieder mal vom erhabenen europäischen Stiefel in den Hintern getreten fühlen darf!
Nein, wir sollten auf auf dem Teppich bleiben und uns nicht in die Position von Berufenen versteigen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel!
Sans rancune!
Roger T.