Tunesien nach der Revolution
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derJohannes
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Re: Tunesien nach der Revolution
Nun auch ein paar aktuelle Info´s von uns, sind ja heute Morgen um 5 wieder gut zu Hause angekommen.
Waren jetzt 2 Woche unterwegs auf Rallyevortour, gefahren insgesamt 3500km in und durch Tunesien.
Haben geographisch komplett das ganze Land abgedeckt.
Unsere Eindrücke:
Tunesien braucht den Tourismus und das merkt man überall.
Alle winken, hochgereckte Daumen, alles lächeln und freuen sich, das wieder jemand kommt.
Haben diverse Camping und Hotelanlagen besichtigt und getestet.
Service ist in meinen Augen so gut wie nie, nur ist man halt in der Regel elleine dort, vielleicht höchtens noch 1 weitere Gruppe, aber lang nicht mehr so viel wie früher.
Die Preise blieben stabil, keine überzogene Inflation oder ähnliches.
An vielen Punkten ist Polizei und Militär vertreten und zeigt Präsenz, obwohl dies in meinen Augen nie nötig war.
Auch im Straßenverkehr gibt es keine Veränderung zum Negativen.
Wir sind am Freitag durch Tunis, dort gab es gar keine Probleme, weder wegen der Sicherheitskonferenz noch wegen Studentenprotesten.
Im Hafen viele viele Gesprächte mit Tunesiern geführt, alles sind der Meinung, das der arabische Frühling nötig war, der wirtschaftliche Aufschwung aber ausbleibt durch den fehlenden Tourismus, wobei das nicht ins negative umschlägt.
Das einzige sind im Hafen beim Zoll Schleuser, die sich ein paar Euro/Dinar dazu verdienen möchten, in dem Sie einem helfen die Formalitäten zu erledigen, akzeptieren aber auch ohne Widerworte ein "Nein".
Das Beste war wir machen können ist wieder hin zu fahren und schöne Urlaube dort zu geniesen.
Wir hatten immer das Gefühl, das wir sicher aufgehoben sind ung auch gut umsorgt wurden.
Waren jetzt 2 Woche unterwegs auf Rallyevortour, gefahren insgesamt 3500km in und durch Tunesien.
Haben geographisch komplett das ganze Land abgedeckt.
Unsere Eindrücke:
Tunesien braucht den Tourismus und das merkt man überall.
Alle winken, hochgereckte Daumen, alles lächeln und freuen sich, das wieder jemand kommt.
Haben diverse Camping und Hotelanlagen besichtigt und getestet.
Service ist in meinen Augen so gut wie nie, nur ist man halt in der Regel elleine dort, vielleicht höchtens noch 1 weitere Gruppe, aber lang nicht mehr so viel wie früher.
Die Preise blieben stabil, keine überzogene Inflation oder ähnliches.
An vielen Punkten ist Polizei und Militär vertreten und zeigt Präsenz, obwohl dies in meinen Augen nie nötig war.
Auch im Straßenverkehr gibt es keine Veränderung zum Negativen.
Wir sind am Freitag durch Tunis, dort gab es gar keine Probleme, weder wegen der Sicherheitskonferenz noch wegen Studentenprotesten.
Im Hafen viele viele Gesprächte mit Tunesiern geführt, alles sind der Meinung, das der arabische Frühling nötig war, der wirtschaftliche Aufschwung aber ausbleibt durch den fehlenden Tourismus, wobei das nicht ins negative umschlägt.
Das einzige sind im Hafen beim Zoll Schleuser, die sich ein paar Euro/Dinar dazu verdienen möchten, in dem Sie einem helfen die Formalitäten zu erledigen, akzeptieren aber auch ohne Widerworte ein "Nein".
Das Beste war wir machen können ist wieder hin zu fahren und schöne Urlaube dort zu geniesen.
Wir hatten immer das Gefühl, das wir sicher aufgehoben sind ung auch gut umsorgt wurden.
Reise vor dem Sterben, sonst reisen deine Erben
Re: Tunesien nach der Revolution
Naja. Ganz so nett wie Johannes schildert waren meine Eindrücke nicht.
Leider war in unserem Fall eine Polizeistreife zu wenig vorhanden, sonst hätte mein von Kindern mit Steinen zertrümmerter Rückspiegel dieses Schicksal vielleicht nicht erleiden müssen.
Einem Freund der mit Leihwagen unterwegs war sind Kinder beabsichtigt fast ins Auto gelaufen, obwohl er natürlich mit tunesischen Kennzeichen unterwegs war.
Beides geschehen zu verschiedenen Zeitpunkten in Bir Ali Bin Halifah.
Generell sollte man bei Ansammlungen von Kindern und Jugendlichen wohl vorsichtig sein.
Die Schlepper kann ich bestätigen.
Ansonsten kann ich auch nur positives berichten. Wir haben wieder sehr viele ganz nette Leute kennen gelerent. Wir werden wahrscheinlich auch nächstes Jahr wieder nach Tunesien fahren und gehabte und neu gemachte Bekanntschaften vertiefen.
Leider war in unserem Fall eine Polizeistreife zu wenig vorhanden, sonst hätte mein von Kindern mit Steinen zertrümmerter Rückspiegel dieses Schicksal vielleicht nicht erleiden müssen.
Einem Freund der mit Leihwagen unterwegs war sind Kinder beabsichtigt fast ins Auto gelaufen, obwohl er natürlich mit tunesischen Kennzeichen unterwegs war.
Beides geschehen zu verschiedenen Zeitpunkten in Bir Ali Bin Halifah.
Generell sollte man bei Ansammlungen von Kindern und Jugendlichen wohl vorsichtig sein.
Die Schlepper kann ich bestätigen.
Ansonsten kann ich auch nur positives berichten. Wir haben wieder sehr viele ganz nette Leute kennen gelerent. Wir werden wahrscheinlich auch nächstes Jahr wieder nach Tunesien fahren und gehabte und neu gemachte Bekanntschaften vertiefen.
Re: Tunesien nach der Revolution
...passt auch in den Syrien-Thread, habe mich aber hierfuer entschieden:
Tunesien bietet Assad und Familie Asyl an
Ist sicherlich gut gemeint, doch ob es wirklich so eine gute Idee ist, wage ich zu bezweifeln!
Tunisia says ready to give asylum to Syria’s Assad
http://english.alarabiya.net/articles/2 ... 97572.html
Tunesien bietet Assad und Familie Asyl an
Ist sicherlich gut gemeint, doch ob es wirklich so eine gute Idee ist, wage ich zu bezweifeln!
Tunisia says ready to give asylum to Syria’s Assad
http://english.alarabiya.net/articles/2 ... 97572.html
Gruesse aus Baharia
Stefanie
Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Stefanie
Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
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Steppenwolf
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Re: Tunesien nach der Revolution
wir hatten haben hier im forum unseren reisebericht reingestellt.
viewtopic.php?f=43&t=47473
es war für uns ein wunderschöner und erlebnisreicher urlaub in tunesien und wir werden auch wieder dort hin fahren.
unser gefühl war, dass nicht alles im guten ist.
die wirtschaft liegt am boden, die arbeitslosigkeit und die kriminalitätsrate deutlich höher als vor der revolution.
der tourismus ist nicht das allerheilmittel für die tunesier.
die lebensmittelpreise sind gestiegen, die unzufriedenheit in der bevölkerung auch.
unternehmen und unternehmer nützen die derzeitige lage auch aus. umweltauflagen werden teilweise nicht mehr eingehalten, die menschen, die froh um einen arbeitsplatz sind, gesundheitlichen gefahren ausgesetzt.
tagelöhner wie erntehelfer werden ausgebeutet. für teilweise 14 stunden arbeit in den plantagen erhalten frauen tageslöhne von ca. 8 dinar, männer ca. 10 dinar. wenn sich jemand beklagt, braucht er nicht mehr zu kommen. es warten ja viele vor den toren der plantagen.
die kleinkriminalität hat nach aussagen von polizeibeamten drastisch zugenommen. der respekt vor der polizei ist teilweise nicht mehr vorhanden.
demonstrationen, die meist von jugendlichen organisiert werden, finden in vielen städten statt. dies kann man deutlich sehen, wenn in städten die polizeifahrzeuge total vergittert und beschädigt sind.
die regierung muss die grundlagen und anreize für investitionen im land schaffen um die arbeitslosigkeit zu reduzieren.
wir hoffen, dass dies bald erfolg haben wird. die stimmung könnte sehr schnell kippen und den weg für radikale gruppen frei machen.
grüße
kirsten und martin
viewtopic.php?f=43&t=47473
es war für uns ein wunderschöner und erlebnisreicher urlaub in tunesien und wir werden auch wieder dort hin fahren.
unser gefühl war, dass nicht alles im guten ist.
die wirtschaft liegt am boden, die arbeitslosigkeit und die kriminalitätsrate deutlich höher als vor der revolution.
der tourismus ist nicht das allerheilmittel für die tunesier.
die lebensmittelpreise sind gestiegen, die unzufriedenheit in der bevölkerung auch.
unternehmen und unternehmer nützen die derzeitige lage auch aus. umweltauflagen werden teilweise nicht mehr eingehalten, die menschen, die froh um einen arbeitsplatz sind, gesundheitlichen gefahren ausgesetzt.
tagelöhner wie erntehelfer werden ausgebeutet. für teilweise 14 stunden arbeit in den plantagen erhalten frauen tageslöhne von ca. 8 dinar, männer ca. 10 dinar. wenn sich jemand beklagt, braucht er nicht mehr zu kommen. es warten ja viele vor den toren der plantagen.
die kleinkriminalität hat nach aussagen von polizeibeamten drastisch zugenommen. der respekt vor der polizei ist teilweise nicht mehr vorhanden.
demonstrationen, die meist von jugendlichen organisiert werden, finden in vielen städten statt. dies kann man deutlich sehen, wenn in städten die polizeifahrzeuge total vergittert und beschädigt sind.
die regierung muss die grundlagen und anreize für investitionen im land schaffen um die arbeitslosigkeit zu reduzieren.
wir hoffen, dass dies bald erfolg haben wird. die stimmung könnte sehr schnell kippen und den weg für radikale gruppen frei machen.
grüße
kirsten und martin
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Wolfgang K
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Re: Tunesien nach der Revolution
Hallo Kirsten, Hallo Martin,
hattet ihr den Eindruck, dass die Unzufriedenheit zu einer religiösen Radikalisierung führt? Ich war das letzte mal im November unten und da waren die Wahlen noch ein wenig frisch.
In der französischsprachigen Presse (insb. Jeuneafrique) und auch der Tunesischen liest es sich so, dass die Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation auf der einen und das aggressive Auftreten der Salafisten der anderen Seite eher zu einer Unzufriedenheit mit der islamistischen Regierung führen. Das würde zumindest darauf hindeuten, dass eher die liberalen Kräfte profitieren.
Habt ihr dazu Aussagen gehört?
Viele Grüße
Wolfgang
hattet ihr den Eindruck, dass die Unzufriedenheit zu einer religiösen Radikalisierung führt? Ich war das letzte mal im November unten und da waren die Wahlen noch ein wenig frisch.
In der französischsprachigen Presse (insb. Jeuneafrique) und auch der Tunesischen liest es sich so, dass die Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation auf der einen und das aggressive Auftreten der Salafisten der anderen Seite eher zu einer Unzufriedenheit mit der islamistischen Regierung führen. Das würde zumindest darauf hindeuten, dass eher die liberalen Kräfte profitieren.
Habt ihr dazu Aussagen gehört?
Viele Grüße
Wolfgang
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Wolfgang K
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Re: Tunesien nach der Revolution
Hier noch eine kleine Ergänzung:
http://www.jeuneafrique.com/Article/JA2 ... tages.html
Darin geht es im Wesentlichen um die inneren Problem die Ennahdha ins Haus stehen.
Dabei geht es um das Abgrenzungsproblem zu den Salfaisten. Ich hatte zu diesem unvermeidlichen Vorgang ja schon mal meine Befürchtungen beschrieben.
Der Artikel erwähnt auch, dass ein Parteikongress verschoben wurde, weil es wohl heftige Flügelkämpfe gibt und man wohl ein Auseinanderbrechen der Partei befürchtet.
In ein par anderen Artikel geht es um den Unmut über die Salafisten. Die haben jetzt angefangen die Gewerkschaften zu schikanieren (speziell die UGTT), was zu großen Demonstrationen führt. Das gleiche gilt für Künstler, Intellektuelle und Journalisten.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass der gemäßigte Kurs die Ennahdha-Partei zwar für viele wählbar gemacht hat, aber der härter werdende Ton und die mangelnden Erfolge im sozialen Bereich die Unterstützung schwinden lassen.
Ich wage nicht zu sagen welche Folgen ein früher Misserfolg der Ennahdha haben würde. Vermutlich würden sie jetzt weniger Stimmen bekommen aber der dann kleinere Kern der Anhänger und Kandidaten wäre auch wesentlich konservativer.
Es bleibt spannend.
Grüße
Wolfgang
http://www.jeuneafrique.com/Article/JA2 ... tages.html
Darin geht es im Wesentlichen um die inneren Problem die Ennahdha ins Haus stehen.
Dabei geht es um das Abgrenzungsproblem zu den Salfaisten. Ich hatte zu diesem unvermeidlichen Vorgang ja schon mal meine Befürchtungen beschrieben.
Der Artikel erwähnt auch, dass ein Parteikongress verschoben wurde, weil es wohl heftige Flügelkämpfe gibt und man wohl ein Auseinanderbrechen der Partei befürchtet.
In ein par anderen Artikel geht es um den Unmut über die Salafisten. Die haben jetzt angefangen die Gewerkschaften zu schikanieren (speziell die UGTT), was zu großen Demonstrationen führt. Das gleiche gilt für Künstler, Intellektuelle und Journalisten.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass der gemäßigte Kurs die Ennahdha-Partei zwar für viele wählbar gemacht hat, aber der härter werdende Ton und die mangelnden Erfolge im sozialen Bereich die Unterstützung schwinden lassen.
Ich wage nicht zu sagen welche Folgen ein früher Misserfolg der Ennahdha haben würde. Vermutlich würden sie jetzt weniger Stimmen bekommen aber der dann kleinere Kern der Anhänger und Kandidaten wäre auch wesentlich konservativer.
Es bleibt spannend.
Grüße
Wolfgang
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Steppenwolf
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Re: Tunesien nach der Revolution
hallo wolfgang,
eines der probleme ist, dass nichts mehr richtig im land funktioniert.
in großstäden wie beispielsweise in tunis oder sfax mit einer internationalen ausrichtung und ansiedelung von größeren unternehmen, ist die stimmung pro Ennahdha.
möglichwerweise auch in den touristenzentren und in den südlichen gebieten, wo viele menschen vom tourismus leben, ja leben müssen und sich manchmal wegen den teilweise sehr fordernden und nicht gerade freundlichen reisenden, richtig verbiegen müssen. ( was kostet die welt....
)
eine eher negative stimmung hatten wir in ländlichen gebieten, insbesondere in den nördöstlichen regionen wahrgenommen, mehrheitlich bei älteren menschen. diese wünschen sich eine harte hand und disziplin zurück.
auch wurde öfters die aussage gemacht, dass es unter der herrschaft von ben ali dem land und den menschen besser gegangen ist.
nach der revolution wurden angeblich von den beschäftigten oder auch gewerkschaften gegenüber den unternehmern hohe und unrealistische lohnforderungen gestellt, was dazu führte, dass unternehmen geschlossen wurden und die produktion in andere länder verlagert wurde.
irgendwie fehlt eine strategie, tunesien für investoren interessannt zu machen.
solange die politik nicht agiert, dem wirrenden treíben teilnahmslos zuschaut und keine positiven perspektiven für die eigene bevölkerung aufzeigt, werden die konservativen kräfte täglich gestärkt.
urlauber die von der fähre direkt in den sand fahren, sich dort austoben oder erholen und schnellstens wieder zur fähre düsen, werden von der unerquicklichen situation in tunesien sicherlich nichts mitbekommen und ein schönes ruhiges tunesien in ihren erinnerungen mit nach hause nehmen.
grüße
kirsten und martin
eines der probleme ist, dass nichts mehr richtig im land funktioniert.
in großstäden wie beispielsweise in tunis oder sfax mit einer internationalen ausrichtung und ansiedelung von größeren unternehmen, ist die stimmung pro Ennahdha.
möglichwerweise auch in den touristenzentren und in den südlichen gebieten, wo viele menschen vom tourismus leben, ja leben müssen und sich manchmal wegen den teilweise sehr fordernden und nicht gerade freundlichen reisenden, richtig verbiegen müssen. ( was kostet die welt....
eine eher negative stimmung hatten wir in ländlichen gebieten, insbesondere in den nördöstlichen regionen wahrgenommen, mehrheitlich bei älteren menschen. diese wünschen sich eine harte hand und disziplin zurück.
auch wurde öfters die aussage gemacht, dass es unter der herrschaft von ben ali dem land und den menschen besser gegangen ist.
nach der revolution wurden angeblich von den beschäftigten oder auch gewerkschaften gegenüber den unternehmern hohe und unrealistische lohnforderungen gestellt, was dazu führte, dass unternehmen geschlossen wurden und die produktion in andere länder verlagert wurde.
irgendwie fehlt eine strategie, tunesien für investoren interessannt zu machen.
solange die politik nicht agiert, dem wirrenden treíben teilnahmslos zuschaut und keine positiven perspektiven für die eigene bevölkerung aufzeigt, werden die konservativen kräfte täglich gestärkt.
urlauber die von der fähre direkt in den sand fahren, sich dort austoben oder erholen und schnellstens wieder zur fähre düsen, werden von der unerquicklichen situation in tunesien sicherlich nichts mitbekommen und ein schönes ruhiges tunesien in ihren erinnerungen mit nach hause nehmen.
grüße
kirsten und martin
Re: Tunesien nach der Revolution
Ich habe lange mit einem gut deutsch redenden Tunesier gesprochen.
Er sagte, dass das Problem in seinem Land ist, dass die Leute nicht begreifen was Freiheit bedeutet. Sie meinen teilweise, dass Freiheit bedeutet sich alles nehmen und alles tun zu können was sie wollen.
Er meinte, dass es wohl noch mindestens 10 Jahre dauern wird, bis sich alles wieder normalisiert. Diese Zeitspanne ist denke ich auch die, die heikel ist und Nährboden für Radikalismus beinhaltet. Auch Demokratie und Freiheit will gelernt sein.
Herzliche Grüße
Ricca
Er sagte, dass das Problem in seinem Land ist, dass die Leute nicht begreifen was Freiheit bedeutet. Sie meinen teilweise, dass Freiheit bedeutet sich alles nehmen und alles tun zu können was sie wollen.
Er meinte, dass es wohl noch mindestens 10 Jahre dauern wird, bis sich alles wieder normalisiert. Diese Zeitspanne ist denke ich auch die, die heikel ist und Nährboden für Radikalismus beinhaltet. Auch Demokratie und Freiheit will gelernt sein.
Herzliche Grüße
Ricca
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Steppenwolf
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Re: Tunesien nach der Revolution
hallo ricca,Ricca hat geschrieben:Ich habe lange mit einem gut deutsch redenden Tunesier gesprochen.
Er sagte, dass das Problem in seinem Land ist, dass die Leute nicht begreifen was Freiheit bedeutet. Sie meinen teilweise, dass Freiheit bedeutet sich alles nehmen und alles tun zu können was sie wollen.
Er meinte, dass es wohl noch mindestens 10 Jahre dauern wird, bis sich alles wieder normalisiert. Diese Zeitspanne ist denke ich auch die, die heikel ist und Nährboden für Radikalismus beinhaltet. Auch Demokratie und Freiheit will gelernt sein.
Herzliche Grüße
Ricca
dem können wir voll zustimmen.
grüße
kirsten und martin
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Wolfgang K
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Re: Tunesien nach der Revolution
irgendwie fehlt eine strategie, tunesien für investoren interessannt zu machen.
Das mit den Investitionen ist in der Tat eine Schlüsselfrage. Es waren unter Ben Ali meist große Firmen, die in Tunesien investiert haben. Ein Grund für das ausbleiben von kleineren Investoren war sicher die mangelnde Rechtssicherheit. Große Investoren haben ihren Deal mit der Familie gemacht und wurden – sofern sie „gespurt“ haben - wohl einigermaßen in Ruhe gelassen. Kleinere Investoren – zumindest kenne ich da Beispiele – wurden schlimmer schikaniert wenn sie mal Begehrlichkeiten geweckt hatten. Sie konnten sich mangels Verbindungen dann auch nicht wehren.
Ob das jetzt alles anders ist wage ich zu bezweifeln. Was ich mitbekomme ist es kurzfristig eher schlimmer geworden, aber das ist subjektiv.
Kleinere Investoren (Mittelständische Betriebe) in Deutschland zu finden ist recht schwer. Tunesien ist irgendwie nicht im Fokus. Allenfalls als Niedriglohnland für Exportgüter. Der Binnenmarkt steht hier überhaupt nicht im Fokus. Zumindest bei denen mit denen ich über so etwas gesprochen habe.
Ich würde selbst gerne etwas in diese Richtung machen. Dabei steht der ROI gar nicht mal im Fokus, eher die Neugier. Es würde mir schon reichen, dass es sich selbt trägt und drunten ein par Jobs entstehen würden. Ich habe mit solchen Auslandsinvestitionen auch außerhalb der EU ein wenig (gemischte
Hat jemand Erfahrungen damit gemacht? Arbeiten, Investitionen oder Existenzgründung in Tunesien? Mich würden da Erfahrungen interessieren. Einige gibt’s ja hier.
Grüße
Wolfgang
Re: Tunesien nach der Revolution
Es geht spannend weiter:
gibt’s hier.
Den ganzen Artikel der TAZ"Jetzt fällt die Maske"
Die Trennung von Staat und Religion ist für die Ennahda-Partei ein Angriff auf das „islamische Denken“. Der Streit um die neue von Verfassung eskaliert.
„Der Islam hat nie – weder in seinen Texten noch in seiner Geschichte – die Trennung von Religion und Politik oder dem Irdischen und dem Geistlichen gekannt“, heißt es in dem Dokument von Ennahda (Renaissance), die 89 der 217 Parlamentssitze innehat. Alle Aufrufe zur Trennung von Staat und Religion seien „ein Angriff auf das islamische Denken“.
Der fundamentalistische Flügel Ennahdas geht noch einen Schritt weiter und verlangt, dass in der Präambel der neuen Verfassung die Scharia, das islamische Recht, ausdrücklich als Grundlage der neuen tunesischen Ordnung erwähnt wird.
-
Birgitt
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Tunesische Verfassung - Vorbehalte gegen die Ennahda-Partei
Islamisten lenken ein: Scharia bleibt draußenDas weltlich orientierte Tunesien hat einen kleinen, aber wichtigen Sieg davongetragen. Zu Wochenbeginn rückte die islamistische Ennahda (Renaissance) von ihren Plänen ab, das islamische Recht, die Scharia, in der Verfassung zu verankern. Die mit 89 der 217 Parlamentssitze stärkste Partei in der Verfassungsgebenden Versammlung erklärte, auch im neuen Grundgesetz den Artikel 1 der Verfassung von 1956 beibehalten zu wollen: "Tunesien ist ein freier Staat, unabhängig und souverän, seine Religion ist der Islam, seine Sprache Arabisch und sein System die Republik."
27.03.2012 - Standard
Gruß
Birgitt
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Kuno
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- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
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Re: Tunesien nach der Revolution
AFP hat heute auch noch eine interessante Meldung aus TN:
"The leader of the Ennahda party, Rached Ghannouchi, on Monday vowed that “Tunisia guarantees the rights of all citizens. We defend all minorities including the Jewish minority”.
The representative of the Jewish community, Roger Bismuth, was received Tuesday by Speaker Mustapha Ben Jafar.
“I told him that what happened has consequences both inside Tunisia and abroad. We need tourism, the season is starting and what happened is not good for tourism,” Bismuth said on radio Mosaique. AFP"
"The leader of the Ennahda party, Rached Ghannouchi, on Monday vowed that “Tunisia guarantees the rights of all citizens. We defend all minorities including the Jewish minority”.
The representative of the Jewish community, Roger Bismuth, was received Tuesday by Speaker Mustapha Ben Jafar.
“I told him that what happened has consequences both inside Tunisia and abroad. We need tourism, the season is starting and what happened is not good for tourism,” Bismuth said on radio Mosaique. AFP"
Re: Tunesien nach der Revolution
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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Birgitt
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Tunesien - Kundgebung gewaltsam aufgelöst
Tunesiens Islamisten setzen auf Härte gegen OppositionMit Gewalt hat die tunesische Polizei eine Kundgebung in Tunis aufgelöst. Sie sollte an Unabhängigkeitskämpfer erinnern, die 1938 getötet wurden. Doch der Konflikt offenbart den tiefen Graben zwischen der neuen islamistischen Regierung und der Opposition, die teilweise eine zweite Revolution fordert.
10.04.2012 - tagesschau
Gruß
Birgitt




