Ennahda ist zunächst eine Partei die innerhalb des politischen Systems für die Unterstützung ihrer Ziele eintritt. Wenn sie eine Mehrheit bekommt ist sie damit legitimiert. Das bedeutet nicht den Weg in einen Islamischen Gottesstaat, denn das wäre eine Verfassungsfrage, welche den politischen Spielraum entsprechend festlegt, sprich wenn die Tunesier in der Mehrheit später was anderes wollen, würden sie es nicht mehr abwählen können.
Die Betätigung oder gar Übernahme einer Regierung durch eine islamistische Partei und die Schaffung eines Gottesstaates sind also noch zwei Paar Schuhe und werden es – wenn ich Ennahda richtig einschätze – auch bleiben. Zumal das politische Spektrum in Tunesien doch recht weit gestreut ist. Im östlichen Nachbarland wird das schwieriger werden.
Man kann ja auch bei uns beobachten wie politische Parteien (oder Bewegungen) versuchen ihre Ziele in die Verfassung aufzunehmen.




