Tunesien nach der Revolution

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Wolfgang K
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Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von Wolfgang K »

Die Sprache wird klarer:
Tunis - Die islamische Bewegung in Tunesien hat vor Betrug bei der Wahl einer Verfassunggebenden Versammlung am kommenden Sonntag gewarnt. Seine lange verbotene Partei Ennahda werde das nicht hinnehmen, sagte Parteichef Rachid Ghannouchi am Mittwoch. Ennahda verbinde "große Hoffnungen mit der Wahl und wird Betrug nicht akzeptieren", erklärte er.
http://net-tribune.de/nt/node/66423/new ... n-Tunesien

und dann noch diese Meldung
Die islamistische Ennahda-Partei, die in Tunesien als Favoritin in die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung am Sonntag geht, hat eine Regierung der nationalen Einheit angeboten. "Wenn uns das tunesische Volk das Vertrauen ausspricht, sind wir bereit, eine Regierung der nationalen Einheit zu leiten",
http://news.search.ch/ausland/2011-10-1 ... -angeboten


Für mich liest sich das ganz klar so:
"Wenn wir nicht über die Wahlen an die Macht kommen, dann werden wir es anders tun."
Jürgen
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Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von Jürgen »

Islamisten zwischen Verfassung und Koran

Neun Monate nach dem Sturz ihres Präsidenten Ben Ali sind die Tunesier am kommenden Sonntag aufgefordert, über die Verfassungsgebende Versammlung abzustimmen. Mehr als 100 Parteien sind zugelassen, darunter auch die Islamisten. Unter Ben Ali verboten erfährt die Islamisten-Partei Ennahda vor allem von der Landbevölkerung viel Rückhalt. Von "Gottesstaat" oder "Scharia" ist keine Rede, stattdessen von Demokratie und Meinungsfreiheit. ...mehr

Quelle:Tagessschau.de

bin mal gespannt wie dies am 23.10. ausgeht und vorallem was sich dann ändern wird. (bin ab 30.10. in Tunesien)

Grüsse
Jürgen
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!

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Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider :!:
Jürgen
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Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von Jürgen »

al arabiya`s Einschätzung zu der am Sonntag stattfindenden tunesischen Wahl:

Nachzulesen hier
die Google-Übersetzung

Quelle:al arabiya.net

Jürgen
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Birgitt
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Tunesier in Kasserine sind enttäuscht über Stillstand

Beitrag von Birgitt »

"Die Revolution ist nur ein leerer Begriff"
22.10.2011 - tagesschau

Im strukturschwachen Süden Tunesiens zeigte der "arabische Frühling" erstmals zarte Knospen. Dort lehnte sich die verzweifelte, arbeitslose Jugend gegen das autoritäre Regime in Tunis auf. Präsident Ben Ali wurde verjagt, doch die Verzweiflung ist geblieben. Kurz vor der Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung ist die Ernüchterung in Kasserine groß ... mehr mit Video

Gruß
Birgitt
Turi
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Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von Turi »

Mohamed Nasri sein Leben riskiert. Heute repariert der 30-Jährige Computer und hält mit viel Mühe seine Familie über Wasser. Ernüchtert sagt er: "Im Januar, in den Tagen der Jasmin-Revolution, da war alles glasklar
Immerhin hat er Arbeit und kann sich über Wasser halten .
Was war klasklar, dass die Arbeitsplätze auf den Palmen wachsen?

Noch immer liegt die Arbeitslosigkeit bei 50 Prozent.
Woher sollen in so kurzer Zeit die Arbeitsplätze kommen.
Eine "Revolution"schafft noch keine Arbeitsplätze, höchtens beim Militär oder dem Polizeiapparat.
Wie viele andere will auch Mourad nicht wählen gehen
Hier sieht man wieder wie niedrig die Schmerzgrenze liegt.

Auch hier in unserem Europa muss man sich in der Regel hocharbeiten, wenn man nicht von Beruf Sohn oder Tochter ist.
Und wenn man gesehen hat wie undere Eltern nach dem Krieg aus dem Nichts wieder aufgebaut haben, nicht in ein paar Monaten.
Das hat auch Jahre benötigt, nur dranbleiben muss man und das ist das grösste Problem im arabischen Raum.
Man geht mit überschwänglichem Idealismus an etwas heran und wenn's dann nicht sofort funktioniert wirft man die Flinte ins Korn.
Da muss es noch einen Gesinnungswandel geben.
Man kann nicht erwarten, dass einem von aussen geholfen wird, sie müssen das selbst in die Hand nehmen, vielleicht mit einer kleinen Aufbauhilfe.
Nur die, befürchte ich, wird in schischa und Tee von 9-12 investiert.
Das fängt damit an, dass man nicht einfach seinen Abfall hinters Haus kippt.
Es gäbe viel zu tun,ich hoffe sie packen's ....an.
Die Voraussetzungen ständen gut.

sandige Grüsse
Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Birgitt
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Wahl-Reportage aus Tunis

Beitrag von Birgitt »

Tunisia voters go to polls in historic free election
23.10.2011 - BBC

Voting has begun in Tunisia in the first free election of the Arab Spring, nine months after the fall of former President Zinedine el Abidine Ben Ali. Voters will elect a 217-seat assembly that will draft a new constitution and appoint an interim government. Islamist party Ennahda is expected to win the most votes, though it is not clear if it will gain a majority ... mehr
____________________

"Das hier ist ein großer Tag"
23.10.2011 - tagesschau

Für Tunesien ist es ein historischer Tag: Zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit des Landes finden demokratische Wahlen statt. Neun Monate nach dem Sturz von Diktator Ben Ali sind die Tunesier aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Und sie sind voller Enthusiasmus dabei - so auch im Wahllokal an der Grundschule in der Rue de Marseille von Tunis ... mehr

Gruß
Birgitt
Walter
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angeblich über 90% Wahlbeteiligung

Beitrag von Walter »

aus: http://www.orf.at/#/stories/2085869/
Zur ersten freien Wahl in der Geschichte Tunesiens ist die Bevölkerung des nordafrikanischen Landes massiv an die Urnen geströmt. Von den 4,1 Millionen registrierten Bürgern hätten mehr als 90 Prozent ihre Stimme abgegeben, sagte ein Vertreter der Wahlaufsicht gestern Abend. Schon am frühen Morgen hatten sich mehrere Hundert Meter lange Schlangen vor den Wahllokalen in verschieden Teilen des Landes gebildet.
schu achbar ?

Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von schu achbar ? »

""Offizielle Resultate soll es erst am Dienstag geben, doch schon jetzt scheint festzustehen: Bei der ersten freien Parlamentswahl in Tunesien hat die islamistische Nahda-Partei mit ihrem Anführer Ghannouchi noch viel höher gewonnen als ohnehin erwartet. Säkulare Parteien sind frustriert.""

Tunesien ist ja soo fortschrittlich,ganz anders als L. oder Ä.... wer hätte das gedacht :lol:

""Wer am Abend nach der Wahl die Hauptquartiere einiger Parteien in Tunis besuchte, brauchte keine vorliegenden Zahlen, um die Resultate zu deuten: Bei den linksliberalen, säkularen Parteien schwankte die Stimmung zwischen Ernüchterung und Verzweiflung, am Hauptsitz der islamistischen Nahda dagegen platzten die Verantwortlichen fast vor Selbstvertrauen.""

Macht nichts. Wie mir ein Arte-Fuzzi im Tv erklärte wäre Sharia eh ganz ok. Die Frauen dürften dann noch Auto fahren.
Wobei das wohl eine Maßnahme wäre die ich wirklich unterstüt zen könnte. :lol:

Und jetzt Nadha in Deutschland, legt die Ohren an:

""Nahda-Verantwortliche gaben bereits die Wahlresultate der Auslandstunesier bekannt: Die Islamisten wurden demnach von mehr als der Hälfte gewählt. In Deutschland gewann die Bewegung laut ihrer Facebook-Seite 42 Prozent und damit den deutschen Sitz im Parlament.""

O ja , unsere lieben Mitbürger_innen !
Wie sie doch voller Freude unsere Werte teilen, unsere offene Gesellschaft schätzen u. sich überhaupt nicht nach ihrem strengen Buch zurücksehnen.

Ich finds gut. Ehrlich , ich finde es riiichtiiig gut.

Quelle
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 01,00.html
Birgitt
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Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von Birgitt »

Rachid Ghannouchi ist für seine Anhänger irgendetwas zwischen weisem Großvater und Popstar. Egal wo der 70-jährige Führer der islamistischen Partei "Ennahda" (Wiedergeburt) auftaucht, wird er umringt und bejubelt. Im Wahlkampf füllte er ganze Fußballstadien [...] "Warum soll es keine Islamisch-Demokratische Partei geben? Ihr habt doch auch Christdemokraten", sagte er dort 1999 der taz. Nach dem 11. September 2001 räumte er den USA ein "Recht auf Selbstverteidigung" ein und verurteilte "das konservative Islamverständnis al-Qaidas". In TV-Interviews im In- und Ausland lehnen Ennahda-Führer heute stets einen Gottesstaat ab.
Tunesiens einzige wirkliche Volkspartei
26.10.2011 - taz

"Wir müssen sehr schnell zur Stabilität zurückfinden und gute Bedingungen für die Investoren schaffen", sagte Ennahda-Wahlkampfleiter Jlassi und forderte alle Parteien auf, dabei mitzuhelfen. Die Islamisten streben eine Regierung der nationalen Einheit an. "Wir sind bereit, ein Bündnis mit der CPR von Moncef Marzouki und Ettakatol von Mustapha Ben Jaafar einzugehen", sagte das Ennahda- Vorstandsmitglied Ali Larayd.
Das Volk hat es so gewollt
26.10.2011 - taz

Gruß
Birgitt
Turi
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Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von Turi »

Warum soll es keine Islamisch-Demokratische Partei geben? Ihr habt doch auch Christdemokraten",


Wo er recht hat, hat er recht.
Wenn man bedenkt was im Namen von Jesus Christi schon alles für Verbrechen begangen worden sind.
Man hätte den Katholizismus schon im Mittelalter, wenn nicht vorher, verbieten müssen.
sandige Grüsse
Turi
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schu achbar ?

Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von schu achbar ? »

Sozialdemokraten und Islam zusammen ?
Pahh , nichts neues, haben wir hier schon , waren einen Tacken schneller !!


""Ihren Aufstieg rasant zu nennen wäre noch eine Untertreibung: Aydan Özoguz, die türkischstämmige Bundestagsabgeordnete aus Wandsbek, soll stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD werden und damit an die Spitze einer Partei aufsteigen, der sie erst seit 2004 überhaupt angehört. Der Landesvorstand der Hamburger SPD nominierte die 44-Jährige auf einer Sondersitzung für den prominenten Posten. ""

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... eigen.html
schu achbar ?

Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von schu achbar ? »

Ich bin richtig gerührt.
Die TAZ hat ein Herz für alte Menschen,jedenfalls wenn sie nicht gerade Hess oder so heissen.
Ghannouchi ist top und super Argumentationen hat er auch ständig.
Altersweisheit.
Vielleicht sollte man ihm eine Gastrolle in der Konrad-Adenauer-Stiftung anbieten.
So von Christdemokrat zu Islamdemokrat.

Ich erinnere mich noch an seinen Ausspruch wie er meinte Scheich Jassin (Hamas) habe sich nur im Datum geirrt, man werde
( die Bazille, Gebilde oder wie er sich ausdrückte) Israel recht bald beseitigt haben. :lol:
Muss die TAZ wohl überlesen haben, schade , war wohl in der falschen Sprache erschienen.
Wirklich sehr kulturunsensibel diese TAZ.

Das befähigt den freundlichn älteren Herrn mindestens ja mal zu einem Stuhl in de Maizieres Islamkonferenz.
Ach , geht ja nicht, er ist ja Tunesier.
Macht nix, wenn Halbtunesier schon die CSU Hymne für Seehofer rappen sollen, dan ist f. Ghannouchi auch noch Platz. :lach:
Her mit dem Pass !!
Ich fordere ein Bundestagsmandat für ihn noch dazu !!
schu achbar ?

Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von schu achbar ? »

Warum können nicht alle Westler , die sich um ihr Jasmin- Revolutionsstrassenfest betrogen fühlen, einfach sagen:
"Ja, wir haben es anders eingeschätzt. Jetzt läuft es doch auf mehr Religion hinaus , so wie einige es vorher geahnt hatten."

Da ist doch nichts dabei. Und Niemand macht das was zB. in Tunesien läuft völlig runter.
Es ist doch die Sache der Tunesier_innen.
Mich stört das garnicht, ich erwähne es nur und was das für Konsequenzen haben könnte.
Aber man muss schon benennen dürfen was da jetzt passiert u. es gibt jetzt echt keinen Grund die Hisb Ennhada als so ne Art Christdemokraten zu beschönigen. Vergleichen könnte man sie maximal mit einigen Extremisten unter den Piusbrüdern.
Kann sein das das im google Forum faktenfrei anders gesehen wird , aber Fakt ist stattdessen :
Ghannouchi bezieht sich in seinen Schriften auf Hassan al Banna(MB) , Sayyed Qutib und den Pakistaner al Maududi.
Er ist ein guter Freund von Tourabi (Sudan).
PeterM
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Registriert: Di 4. Mär 2008, 11:53
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Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von PeterM »

..und wenn wir ein paar Namen gem. Google oder Wikipedia in den Raum werfen, ist's mit dem wohligen Schaudern doppelt so schön.

Stellen wir und ein paar sinvollere Fragen:
Welche Identität hat der von Kleptokraten enttäuschte nordafrikanische Araber? (Ägypten einmal ausgeklammert)
Welche ideologischen Modelle haben die letzten Jahrzehnte überlebt (Wer erinnert sich noch an den arabischen Sozialismus, den arabischen Nationalismus...)
Was argumentiert der "tunesische Islamist" politisch zu Alltagsthemen? (ok, unfaire Frage, ich kenne ein paar dieser Leute - welchen Smiley soll ich als Preis aussetzen?)
Haben die Herren von der AK Partei das Kalifat schon wiederrichtet?

Die Moslembrüder in einer Tradition des frühen religiös geprägten Naturrechts.. ok, da fehlen ihnen ein paar Jahrhunderte Rechtsfortentwicklung, aber das holt jede Gesellschaft auf wenn sie sich weiter entwickelt.
Der Herr Q'tub hat ein paar aktuelle politische Konzepte lokal angepasst, Mausoleum am Roten Platz hat er dennoch nicht bekommen, und es sieht auch in Kairo nicht danach aus.
Und ein Zeitgenössisches Konzept des Islam im multikonfessionellen Staat würde ich dem heutigen Pakistan wünschen, da dominieren mittlerweile die saudischen Wahabis..

Grüsse
Peter
derJohannes
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Registriert: Di 17. Aug 2010, 14:49

Re: Tunesien nach der Revolution

Beitrag von derJohannes »

"Ausschreitungen nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in Tunesien..."

mehr dazu bei der SZ:

http://www.saarbruecker-zeitung.de/nach ... 23,3992511
Reise vor dem Sterben, sonst reisen deine Erben
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