Algerien: Ex-Anführer militanter Islamisten kapituliert
08.10.2007
Algier. SDA/baz. Der Gründer der grössten Rebellenorganisation Algeriens hat sich nach Regierungsangaben den Behörden ergeben. Hassan Hattab, der ehemalige Anführer der "Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf" (GSPC), habe bereits Ende September kapituliert ... mehr hier und hier
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Birgitt
Algerien: Ex-Anführer militanter Islamisten kapituliert
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Roger-Tecumseh
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Re: Algerien: Ex-Anführer militanter Islamisten kapituliert
Diese etwas zu schnelle Nachricht über Hassan Hattab wirft Fragen auf, die bis heute unbeantwortet geblieben sind. Die in London angesiedelte saudische Zeitung "AL-Hayat" sprach zwar Ende September zuerst davon, daß Hattab sich den algerischen Behörden - nach zweijährigen, komplizierten Verhandlungen - ergeben hätte. Algerische Zeitungen behaupteten allerdings, er hätte dies nicht getan, sondern sei gefangen genommen worden. Wo und wie blieb unklar. Genauso, wie der weitere Verlauf.
Die "Charte de la réconciliation nationale", mit der Bouteflika ca. 3000 Djihadisten zur Aufgabe bewegen konnte (wovon nach Regierungsquellen rund hundert wieder zu den Waffen gegriffen haben sollen), schließt ausdrücklich Mittäter bei Bombenattentaten und Massakern aus. Hattab war aber in den 90er Jahren der Anführer der GIA, der damals blutigsten Attentäter-Gruppe. Er ist dafür - in Abwesenheit - mehrfach zum Tode verurteilt worden.
Deshalb ist es nahezu ausgeschlossen, das sich der Mann ohne absolut sichere Garantien des Präsidenten freiwillig gestellt hätte. Und damit ist man wahrscheinlich am Kern des Problems, denn: So wichtig sein "Überlaufen" für die algerische Regierung aus politischen Gründen gerade jetzt sein könnte, so problematisch wäre der juristische Teil - nicht nur für Juristen und Politiker, sondern besonders für das Empfinden der Öffentlichkeit!
Die "Charte de la réconciliation nationale", mit der Bouteflika ca. 3000 Djihadisten zur Aufgabe bewegen konnte (wovon nach Regierungsquellen rund hundert wieder zu den Waffen gegriffen haben sollen), schließt ausdrücklich Mittäter bei Bombenattentaten und Massakern aus. Hattab war aber in den 90er Jahren der Anführer der GIA, der damals blutigsten Attentäter-Gruppe. Er ist dafür - in Abwesenheit - mehrfach zum Tode verurteilt worden.
Deshalb ist es nahezu ausgeschlossen, das sich der Mann ohne absolut sichere Garantien des Präsidenten freiwillig gestellt hätte. Und damit ist man wahrscheinlich am Kern des Problems, denn: So wichtig sein "Überlaufen" für die algerische Regierung aus politischen Gründen gerade jetzt sein könnte, so problematisch wäre der juristische Teil - nicht nur für Juristen und Politiker, sondern besonders für das Empfinden der Öffentlichkeit!




