Christenverfolgung in Algerien und anderswo

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

Moderator: Moderatoren

Kuno
Beiträge: 9586
Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
Kontaktdaten:

Re: Christenverfolgung in Algerien und anderswo

Beitrag von Kuno »

"Distanzieren" ist immer gut :wink:
Wolfgang K
Beiträge: 2201
Registriert: Fr 25. Nov 2005, 13:50
Wohnort: bei Mainz

Re: Christenverfolgung in Algerien und anderswo

Beitrag von Wolfgang K »

Aber, hier über die Verfolgten Christen lamentieren und gleichzeitig total vergessend, daß die ganze Völker ausradiert haben. Irgendwie nicht okay für mich.
Ich komme Deiner Logik näher.

Wenn im Irak jemand abgemurkst wird weil er Christ ist, ist das zu akzeptieren weil er der gleichen Religion angehört wie ein spanischer Eroberer in Südamerika des 16. Jhd.

Panreligiöse Sippenhaft sozusagen. Damit sitzt du mit einer Menge finsterer Leute im Boot.

Ist Dir eigentlich klar was Du hier so von Dir gibst?
JoachimS
Beiträge: 110
Registriert: Fr 30. Apr 2010, 10:39
Wohnort: Karlsruhe

Re: Christenverfolgung in Algerien und anderswo

Beitrag von JoachimS »

JoachimS hat geschrieben:Mal so grundsätzlich. Wegen seines Glaubens verfolgt geht gar nicht.

Joachim
Ist das so schwierig zu verstehen? Muß mal an meiner Sprache arbeiten und nicht gleichzeitig über den Kopfhörer Musik hören. :mrgreen:

Joachim
Der Versuch der Natur sich ein denkendes Wesen zu leisten, muß als gescheitert angesehen werden.
Jürgen Kempe
Beiträge: 632
Registriert: Di 18. Jul 2006, 17:26
Wohnort: S-H

Re: Christenverfolgung in Algerien und anderswo

Beitrag von Jürgen Kempe »

Na, Kuno,

hast Du wirklich aus meinem Beitrag herausgelesen, ich könnte Mord und Totschlag akzeptieren? Hast Du den Eindruck gewonnen, da sei gegen Gläubige lamentiert worden? (20 Jahre hab' ich mich aktiv mit dem Heiligen Geist abgemüht; es hat meine Bewunderung für Menschen, die einen tiefen Glauben haben, nur verstärkt. Auch mit meinen muslimischen Freunden bin ich immer gern am Hammelfest unterwegs und aktive Hilfe beim Schlachten...) Gegenüber (friedlichen) Gläubigen jedweder Religion ist meine Toleranz grenzenlos! Sollte ich mich tatsächlich auf eine Seite schlagen, um der (von Dir unterstellten) Mehrheit anzugehören?

Klar, ich profitiere von aktuellen Gleichgültigkeit gegenüber allen Religionen hier in Deutschland, man trachtet mir (bisher) nicht nach dem Leben. Wenn's denn aber so wäre: ich könnte ja etwas Glauben vortäuschen; wäre das akzeptabler für Dich?

Jürgen Kempe
Hazi
Beiträge: 250
Registriert: Di 29. Apr 2014, 20:04

Re: Christenverfolgung in Algerien und anderswo

Beitrag von Hazi »

Im Grunde wird die Religion wie eine Fahne vor sich her getragen.
Gäbe es keine Religion, dann wären es vllt. die Klöße, die das eine Volk vermehrt isst, während das andere auf Nudeln steht.
Es geht einfach darum, die eigene Einstellung zwangsweise anderen einzuimpfen. Einen Grund wieso man das macht findet man immer, wenn man will, um Macht zu erlangen. Zur Not macht man sich selbst zu einem Gott oder dessen Vertreter. Gott ist mystisch u. geheimnisvoll, weil nicht sicht- und greifbar. Ich kann mich noch erinnern, dass man mir als Kind mit dem "schwarzen Mann" Angst gemacht hat, wobei das "schwarz" nicht die Farbe, sondern der angstmachende Effekt war. Dunkel, böse. Angst erzeugen, um die Macht über andere zu erringen. Manche sind sehr gut darin u. es gibt immer genügend Dumme, die sich wie einem Rattenfänger von Hameln anschließen. Und nutzt die Macht des Mystischen nichts, dann kommt die Gewalt.
Warum ist der Mensch überhaupt so machtbesessen? Er nimmt nichts davon mit, wenn er nach einem Wimpernschlag an Zeit mal von dieser Erde geht. Was treibt den Menschen dazu? Das werde ich nie verstehen.
Wenn schon die Bibel herhalten muss: Warum handelt man nicht nach dem Gebot "seid fruchtbar und mehret euch, macht euch die Erde untertan". Von "schlagt euch in meinem Namen gegenseitig tot" steht nichts in der Bibel. Diese Regel stellte der Mensch selbst auf. Wer schrieb die Bibel? Der Mensch. Wer behauptet Vertreter Gottes auf Erden zu sein? Der Mensch. Wer sagt, im Namen Gottes einen Krieg zu führen? Der Mensch. Selbst Jesus behauptete, der Sohn Gottes zu sein. Was war er? Ein Mensch. Götter wurden schon vor ihm angebetet. Gesehen hat sie keiner. Ebenso behauptete Mohammed, der Prophet Allahs zu sein. Auch ein Mensch.
Wie eine Jungfrau zum Kind kommt wissen wir heute auch.
Aber der Mensch braucht etwas, um sein böses Tun an anderen Menschen zu rechtfertigen. Egal ob Christen, Moslems oder Andere. Zu feige zu sagen: Ich tue es, weil ICH es will u. Macht haben möchte.
Da fällt mir gerade auf, dass mir Buddisthen noch nicht als Kriegstreiber im Namen Buddhas aufgefallen sind. Sind sie vllt. die wahren Vertreter "Gottes" auf Erden? (Wenn man denn an so etwas wie Gott glauben möchte)
Ich bin übrigens kath. getauft u. habe alles durchlaufen, wie eine Impfung. Allerdings habe ich mit den Jahren Denken gelernt und so einiges ist nicht mehr schlüssig (eigentlich nichts mehr). Da nutzt auch verzweifeltes glauben nichts.
Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass die Feigheit Eigenverantwortung für sein Tun zu übernehmen, Gewalt von Mensch an anderen Menschen mit der Religion begründet wird, um einen Grund zu haben andere tot zu schlagen.
Ich tue es für meinen Glauben, klingt anders, als: Ich möchte Macht u. es macht mir Spaß zu töten.
Kuno
Beiträge: 9586
Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
Kontaktdaten:

Re: Christenverfolgung in Algerien und anderswo

Beitrag von Kuno »

Hazi hat geschrieben:Es geht einfach darum, die eigene Einstellung zwangsweise anderen einzuimpfen. Einen Grund wieso man das macht findet man immer, wenn man will, um Macht zu erlangen.
Hazi; ich glaube, dass das eine ganz wichtige Feststellung ist. Die sollte man sich auch immer vor Augen halten, wenn jemand als Vertreter einer politischen Bewegung im Namen einer Religion Rechte einfordert...

Jürgen Kempe hat geschrieben:Klar, ich profitiere von aktuellen Gleichgültigkeit gegenüber allen Religionen hier in Deutschland, man trachtet mir (bisher) nicht nach dem Leben. Wenn's denn aber so wäre: ich könnte ja etwas Glauben vortäuschen; wäre das akzeptabler für Dich?
Jürgen – du musst mir gegenüber bestimmt keinen Glauben vortäuschen, um akzeptiert zu werden. Ich habe geschrieben, dass es Leute gibt, die dich nicht akzeptieren, weil du keiner Religion angehörst; vielleicht habe ich mich da etwas unglücklich ausgedrückt. Offensichtlich siehst du es auch so, dass du „von aktuellen Gleichgültigkeit gegenüber allen Religionen hier in Deutschland“ profitierst. Ich würde hier anstelle von „Gleichgültigkeit“ eher den Begriff „Toleranz“ verwenden.
Alexander
Administrator
Beiträge: 24253
Registriert: Sa 30. Jul 2005, 19:12
Wohnort: Dubai/Vereinigte Arabische Emirate
Kontaktdaten:

Re: Christenverfolgung in Algerien und anderswo

Beitrag von Alexander »

In Tanzania steigt die Gewalt gegen Christen. Drei Kirchen wurden in Tanzania von Islamisten abgefackelt und das innerhalb von zwei Stunden. Obwohl die Tat von den Islamisten vorher angekündigt wurde, konnten die Sicherheitsbehörden den Anschlag nicht verhindern.

Tanzania: Muslims torch three churches
Three church buildings were set ablaze on Tuesday (Sept. 22) in an area of northwestern Tanzania where Muslim extremists have issued threats, pastors said.

A pastor of one of the three churches whose buildings were gutted, Vedasto Athanas of Living Water International church, said area Christians are worried and frightened as such attacks have increased each of the past few years. mehr...

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

· · · Wüstenschiff-Veranstaltungsübersicht 2026 —> Alle Reise-Events auf einen Blick - Check it out !!!
· · · · · Werde Wüstenschiff-Werbepartner —> Firmen, die Wüstenschiff-Aktionen in Afrika unterstützen
· · · · · · · Geschlossene Gruppen —> Die neue Wüstenschiff-Funktion
Alexander
Administrator
Beiträge: 24253
Registriert: Sa 30. Jul 2005, 19:12
Wohnort: Dubai/Vereinigte Arabische Emirate
Kontaktdaten:

Aramäische Christen in der Türkei in Gefahr

Beitrag von Alexander »

Die aramäischen Christen in der Türkei sehen sich zunehmend Verfolgungen ausgesetzt. Unser "Musterdemokrat" scheint daran nicht ganz unbeteiligt zu sein.
"Tur Abdin" bedeutet "Berg der Knechte". Gemeint sind die "Knechte Gottes", die hier über viele Jahrhunderte lebten: aramäische Christen. Die Wurzeln ihrer Sprache reichen zurück bis in biblische Zeiten - Jesus selbst soll Aramäisch gesprochen haben. In der Türkei war die Sprache lange verboten. Heute gilt Aramäisch als vom Aussterben bedroht. Schlimmer noch: Das Christentum selbst droht im Tur Abdin einzugehen. Kritiker sagen, daran trage die Regierung Erdogan eine Mitschuld.
Tagesschau: Aramäische Christen in der Türkei: "Knechte Gottes" in Gefahr

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

· · · Wüstenschiff-Veranstaltungsübersicht 2026 —> Alle Reise-Events auf einen Blick - Check it out !!!
· · · · · Werde Wüstenschiff-Werbepartner —> Firmen, die Wüstenschiff-Aktionen in Afrika unterstützen
· · · · · · · Geschlossene Gruppen —> Die neue Wüstenschiff-Funktion
Birgitt
Moderator
Beiträge: 35336
Registriert: Di 2. Aug 2005, 22:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland
Kontaktdaten:

Christen im Nahen Osten

Beitrag von Birgitt »

Von Jahr zu Jahr verlassen mehr orientalische Christen ihre angestammte Heimat. Dies zeigt sich besonders stark im Irak und Syrien. Auch im Heiligen Land sind die Christen immer stärker marginalisiert. Bislang ist kein Ende des Prozesses in Sicht ...
Vor rund 100 Jahren lag der Anteil der Christen im Nahen Osten noch bei rund 20 Prozent. Heute, so sagen Experten, seien es vielleicht fünf Prozent oder sogar noch weniger. Von den weltweit 35 Millionen Christen, deren Muttersprache Arabisch ist, soll nicht einmal mehr die Hälfte im Orient leben. Zwar gibt es kaum exakte Zahlen, doch wer die einzelnen Länder unter die Lupe nimmt, bekommt diese Tendenz bestätigt.
Christen im Nahen Osten - Massenflucht aus der Heimat
24.12.2017 - tagesschau

Gruß
Birgitt
Alexander
Administrator
Beiträge: 24253
Registriert: Sa 30. Jul 2005, 19:12
Wohnort: Dubai/Vereinigte Arabische Emirate
Kontaktdaten:

Kirchenschließungen in Algerien

Beitrag von Alexander »

In Algerien wurden seit November 2017 sechs Kirchen geschlossen. Die Behörden begründen die Schließungen mit einem Gesetz, dass das Speichern und Verteilen von Dokumenten verbietet, die den Glauben eines Muslims „erschüttern“ könnten.
Die algerischen Christen stehen unter wachsendem Druck durch die Regierung. In der Kabylei, wo das Christentum am stärksten vertreten ist, hat die Polizei am vorletzten Wochenende zwei weitere Kirchen versiegelt.
POLIZEI.news: Algerien: Zwei neue Kirchenschliessungen

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

· · · Wüstenschiff-Veranstaltungsübersicht 2026 —> Alle Reise-Events auf einen Blick - Check it out !!!
· · · · · Werde Wüstenschiff-Werbepartner —> Firmen, die Wüstenschiff-Aktionen in Afrika unterstützen
· · · · · · · Geschlossene Gruppen —> Die neue Wüstenschiff-Funktion
Birgitt
Moderator
Beiträge: 35336
Registriert: Di 2. Aug 2005, 22:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland
Kontaktdaten:

Christen im Nahen Osten - Anhaltender Exodus

Beitrag von Birgitt »

Im Irak ist der Exodus am stärksten. Doch auch Syrien haben Hunderttausende Christen verlassen, ebenso Israel und Palästina. Seit Jahren flüchten Christen aus dem Nahen Osten. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht ...
Der Prozess gegen die pakistanische Christin Asia Bibi hat einmal mehr gezeigt, dass Christen in einigen Ländern schweren Repressionen ausgesetzt sind. Besonders deutlich ist dies im islamischen Kulturkreises, speziell im Nahen Osten. Eigentlich gilt die Region als christliches Heimat- und Kernland. Doch seit Jahren wird die Zahl der dortigen Christen immer kleiner: Immer mehr von ihnen wandern aus. "Man kann davon ausgehen, dass am Ende der Osmanischen Zeit etwa 20 Prozent Christen, wenn nicht mehr, in den Ländern des heutigen Nahen Ostens gelebt haben. Heute sind wir fast überall bei unter fünf Prozent," sagt Matthias Vogt, der Nahost-Experte des katholischen Hilfswerkes Missio. "In der Türkei selber ist es weit unter einem Prozent. Das einzige Land, in dem der Anteil mit knapp einem Drittel noch relativ hoch ist, ist der Libanon."
Christen im Nahen Osten - Anhaltender Exodus
24.12.2018 - tagesschau

Gruß
Birgitt
Antworten