Hazi hat geschrieben:Hi Mia,
du stellst dir das ziemlich einfach vor.

Bevor so ein SOS-Dorf entstehen könnte, müssen erhebliche Hürden überwunden werden.
Das wäre dann ein Freier Träger der Jugendhilfe -muss ja von irgendjemand geführt werden, der die Verantwortung dafür übernimmt- und benötigt die Betriebserlaubnis des jeweiligen Landes-Jugendamtes.
Dazu bedarf es fachlich ausgebildeter Leute was Erziehung, Psyche usw. betrifft. Da kann man nicht mal einfach ein paar Leute, die aus demselben Land sind, einstellen.
Alleine die Überprüfung nur von Pflegeeltern ist umfangreich. Wie will man diese -nicht deutschsprachigen- Menschen überprüfen? Wie gehen sie mit den Kindern um? Sie würden erhebliche Schulungen benötigen, um den Vorgaben als Mitarbeiter eines Freien Trägers durch das Landes-JA zu genügen. Vor allem ist da die Vorgabe des Vorweises eines erzieherischen oder pädagogischen Berufes notwendig, sonst dürfen diese Leute nicht eingestellt werden.
Dazu kommen die erheblichen baulichen Auflagen, die für die Führung eines Heimes -was dieses Dorf ja dann wäre- verlangt werden.
Ich bin in dieser Sparte tätig und kann dir sagen, dass das nicht einfach mal erstellt ist.
Dazu kommt die Arbeitserlaubnis, die diese Leute benötigen und als Geduldete nicht erhalten.
Google mal nach Richtlinien für den Betrieb von Einrichtungen der Freien Jugendhilfe.
Aber gegen das Aber spricht auch einiges.
Es werden Unterkünfte gebraucht. Es wird wirklich schnelle Hilfe speziell für unbegleitete Minderjährige gebraucht.
Flüchtlingsunterkünfte werden über die Sozialbehörden organisiert und verwaltet. Die müssen auch ganz schnell Hilfe schaffen.
Ich sage ja auch nicht, dass es ohne hiesige erfahrene Pädagogen usw. geht. Soll es ja auch nicht. Eine organisierte deutsche Verwaltung unter Aufsicht der entsprechenden Sozialamtes sollte es schon geben.
Aber in der arabischen Familie werden öfter mal andere Kinder mitversorgt. Eine Ersatzfamilie ist besser als gar keine Familie und bietet erst einmal eine Form von Geborgenheit.
Außerdem glaube ich nicht, dass es gegen Kindeswohl spricht, wenn bereitwillige syrische Kleinfamilien und alleinstehende Frauen, mit alleingelassenen syrischen Kindern sprechen und sie den ganzen Tag für die Kinder erreichbar sind.
Asylanten dürfen auch unter bestimmten Voraussetzungen arbeiten. Was spricht dagegen syrische Lehrer/innen, Ärzte/innen, Krankenschwestern, Apotheker, Handwerker, Sekretäre/innen, Übers etzer/innen usw. für die Bewältigung der Probleme ein zu setzen.
Um die vielen Probleme mit den Flüchtlingen schneller zu lösen, werden sie noch auf viele unkonventionelle Methoden zugreifen müssen.
Davon abgesehen wäre es nicht die erste Einrichtung, die geschaffen würde, und es gibt auch Möglichkeiten Behördenwege zu verkürzen, wenn eine entsprechende Notlage existiert.
Die Kosten sind mit Sicherheit auf den ersten Blick nicht geringfügig.
Aber mal ehrlich bei den geschätzten 5-6 Milliarden für dieses Jahr wird es sowieso nicht bleiben.
Berlin hat für die Gerhard-Hauptmann-Schule und ein paar Flüchtlinge in einem Jahr Angeblich 1,8 Millionen verzockt.
Gruß Mia
Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle. (Karl Popper)