Flüchtlingswelle nach Europa

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Guido3

Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Lothar hat geschrieben:Wie ist es mit der Sicherheit ?
Wo ist die Sicherheit denn durch die Flüchtlinge nicht mehr gewährleistet?

Schau, es ist möglich, dass ich das in Zukunft mit anderen Informationen alles mal ganz anders beurteile - auch rückwirkend. Keiner kann die weitere Entwicklung zuverlässig vorher sagen und ich kann nicht völlig ausschließen, dass ich meine heutigen Ansichten in 10 Jahren naiv finde. Einstweilen kann ich nur 2 Dinge tun, um mir ein Urteil zu bilden:

1. Mir die Informationen aus Medien aller Art ziehen, die belastbar scheinen.
Natürlich gibt es hier und da Probleme und Brennpunkte - insbesondere rund um die chaotischen, temporären Erstauffanglager. Aber die Polizeibehörden, die Staatsanwaltschaften usw. bestätigen, dass es keine Anstiege bei den Straftatbeständen gibt, die den Flüchtlingen von bestimmten Kreisen regelmäßig zugeschrieben werden: Vergewaltigung, Diebstahl, Raub, .. Und ich sehe bislang keine belastbaren Indizien, dass die Behörden da lügen oder Teil einer großen Verschwörung sind. Umgekehrt gibt es regelmäßig Beweise, dass das, was gegen Flüchtlinge vorgebracht wird, erstunken und erlogen ist.

2. Kann ich nur gucken, was ich in meinem Umfeld selbst wahrnehme.
Kleines Örtchen hier mit rund 1.000 Einwohnern. Wir haben bislang 10 Flüchtlinge bekommen. Wahrscheinlich kommen noch mal 10-20 dazu, so dass wir wohl rund doppelt bis dreimal so viele Flüchtlinge haben, wie im statistischen Durchschnitt zu erwarten wären. Von den 10 gehören 4 zu einer mazedonischen Familie. Sehr unauffällig - müssen vermutlich wieder zurück. Letzte Woche kamen 6 Flüchtlinge aus Syrien. Alles Männer zwischen 20 und 49 aus Homs und Damaskus. Alle sehr freundlich. Wir treffen uns zum Deutsch lernen. Ist eine voreilige und vorläufige Momentaufnahme, aber ich glaube 5 werden sich ohne größere Probleme integrieren. Bei dem 49jährigen wird es schwierig. Neue Schrift, neue Sprache fällt ihm sehr, sehr schwer.

Alles in allem sehe ich nicht, was mich da aktuell ängstigen sollte oder was das unlösbare Problem sein soll?

Beste Grüße

Guido
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

Hallo,

erst einmal vorab - ich bin davon überzeugt, dass andere Völker oder Ethnien anders sind/sein können, aber dadurch nicht „besser“ oder „schlechter“ sind - das ist jetzt nicht nur meine persönliche Theorie, sondern entspricht meinen bisherigen Erfahrungen - aber sie reagieren in vergleichbaren Situationen unterschiedlich.
Guido3 hat geschrieben:Wo ist die Sicherheit denn durch die Flüchtlinge nicht mehr gewährleistet?


Ich gehe davon aus, dass durch die besondere Situation der Migranten es zu statistisch überdurchschnittlichen Straftaten kommen wird. ( Bedingt durch z.B. existentielle Nöte, Konkurrenzdruck, glaubens- und kulturbedingte Konflikte, Erschliessung neuer Nischendelikte und Einnahmequellen und nicht zuletzt die Enttäuschung von Erwartungen)

Ich würde mich freuen - aber auch genauso wundern, wenn es nicht so wäre, denn wenn man sich etwas in die Lebenssituation der meisten Migranten hineindenkt, kann man das durchaus nachvollziehen.
Dass die Kriminalitätsrate unter den genannten Umständen geringer sein soll als die in Gesamtdeutschland, kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen, dass wäre ja schon fast „unmenschlich“. :shock:


Aber diese „allgemeine Kriminalität“ ist es nicht, was mich zum Thema „Sicherheit und Migranten“ umtreibt.

Ich frage mich, welche Bedrohung von einsickernden IS-Kämpfern ausgeht, denn damit muss doch gerechnet werden - oder ?

Des weiteren möchte ich gar nicht darüber spekulieren, wie viele Migranten von den Islamisten/Salafisten abgefischt werden, indem sie diesen erst einmal eine Existenzgrundlage anbieten.

Auch wenn ich dabei im Promille-Bereich rechnet, ergeben sich Zahlen, die mir zu denken geben.

Oder bin ich mit den Überlegungen auf dem Holzwege - denn in den Medien mit ihren Politikern :mrgreen: taucht das Thema gar nicht auf. Hmmm seltsam ......

Gruss

Lothar
landcruiser.
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von landcruiser. »

Lothar hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass durch die besondere Situation der Migranten es zu statistisch überdurchschnittlichen Straftaten kommen wird. ( Bedingt durch z.B. existentielle Nöte, Konkurrenzdruck, glaubens- und kulturbedingte Konflikte, Erschliessung neuer Nischendelikte und Einnahmequellen und nicht zuletzt die Enttäuschung von Erwartungen)
Das deine Annahmen falsch sind, weisst du selbst sicher am besten.

http://www.neuepresse.de/Nachrichten/Ni ... uechtlinge
Aber diese „allgemeine Kriminalität“ ist es nicht, was mich zum Thema „Sicherheit und Migranten“ umtreibt.
Warum erwähnst du es dann?
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

landcruiser hat geschrieben:Das deine Annahmen falsch sind, weisst du selbst sicher am besten.
Lies genau, was ich geschrieben habe, dann wirst du feststellen, dass deine Aussage falsch ist und nicht meine Annahme.
Ich spreche von der zukünftigen Entwicklung und du setzt hier einen aktuellen Link über die derzeitige Statistik.
landcruiser hat geschrieben:Warum erwähnst du es dann?
... als Antwort auf Guido3´s Beitrag, in dem er seine Gedanken über die zukünftige Entwicklung äussert.
landcruiser.
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von landcruiser. »

Sollte es dir entgangen sein, dass wir schon öfter Flüchtlingen in beträchtlicher Anzahl aufgenommen haben?

Und sollte es dir auch entgangen sein, dass auch diese keine signifikante Steigerung der Kriminalität nach sich zogen?

Worauf soll sich dann deine "Befürchtung" gründen?

Darauf, dass es jetzt von der Anzahl mehr sind?

Ich denke, ich habe deinen Text schon sorgfältig gelesen und auch verstanden.

Er passt eben nur zu schön in derzeit üblichen "Ich will ja nichts gesagt haben, aber ...." mit den üblichen unterschwelligen Andeutungen.

Wenn es nicht so gemeint war - um so besser!
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

landcruiser hat geschrieben:Worauf soll sich dann deine "Befürchtung" gründen?
......
Er passt eben nur zu schön in derzeit üblichen "Ich will ja nichts gesagt haben, aber ...." mit den üblichen unterschwelligen Andeutungen.
Ich denke, ich habe deinen Text schon sorgfältig gelesen und auch verstanden.
Ob du ihn sorgfältig gelesen hast, kann ich nicht beurteilen, wohl aber "ob du ihn auch verstanden hast".

Wenn du mir eines NICHT vorhalten kannst, dann sind es mangelnde Begründungen für meine Befürchtungen - und wo du die "üblichen unterschwelligen Andeutungen" siehst, erschliesst sich mir nicht.
Im Rahmen eines 15-zeiligen Textbeitrags habe ich wohl meine Sichtweise deutlich genug gemacht, wohlwissend, dass es einfacher wäre, sich wie viele Andere auch, lautstark als "Gutmensch zu outen" und den "Dauerempörten" zu geben.

Von Politikern - und auch den Medien - muss man vorausschauendes Denken und Handel erwarten können, und dass mögliche anstehende Probleme offen und transparent kommuniziert werden. Nur so kann man die Bevölkerung mit ins Boot bekommen.

Den Bürger für unmündig (oder doof) zu erklären und zu täuschen, funktioniert spätestens dann nicht mehr, wenn ein verdrängtes Problem akut wird, dann kann eben die Situation entstehen, dass die falschen Leute meinen, sie müssten die Sache jetzt selbst mal in die Hand nehmen.

... aber denke gerne weiter über über mich, was du möchtest.

Gruss
Lothar
landcruiser.
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von landcruiser. »

Du hast rein gar nix begründet, du stellt nur Vermutungen an, die, wie dargelegt, keine Basis haben. Du gehst nicht einmal auf Argumente ein.
Und du schürst damit unterschwellig Ängste.
Das ist genau die Methode, die ich meinte.
Guido3

Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Guido3 »

Lothar hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass durch die besondere Situation der Migranten es zu statistisch überdurchschnittlichen Straftaten kommen wird. ( Bedingt durch z.B. existentielle Nöte, Konkurrenzdruck, glaubens- und kulturbedingte Konflikte, Erschliessung neuer Nischendelikte und Einnahmequellen und nicht zuletzt die Enttäuschung von Erwartungen)
Es gibt glaube ich keine Fakten, die das belegen und das ist pure Spekulation. Man kann auch in die andere Richtung spekulieren. In islamischen Ländern, aus denen jetzt viele Flüchtlinge kommen, sind Delikte wie Einbrüche, Raub, Fahrzeugdiebstähle meistens viel weniger verbreitet als in Europa. Ob das an der Sozialisierung und jahrhundertelang drakonischer Bestrafung durch Scharia-Recht liegt oder andere Ursachen hat, sei mal dahingestellt. Was Einbrüche, Autodiebstähle u.ä. Delikte anbetrifft, so kommen diese in Deutschland statistisch bis zu 10 mal häufiger vor als in Syrien*. Wenn nun viele Syrier zu uns kommen, die im Schnitt offenbar weniger kriminell sind, als der gemeine Deutsche, dann wäre es plausibel, dass Kriminalitätsraten hier sinken. Aber letztlich wie bei Dir: viele unbekannte Variablen, viel Spekulation. Bringt uns nicht wirklich weiter.
Lothar hat geschrieben:Ich frage mich, welche Bedrohung von einsickernden IS-Kämpfern ausgeht, denn damit muss doch gerechnet werden - oder ?
Soweit ich das mitbekommen habe, gibt es aktuell weder Fakten die das bestätigen, noch Fakten, die das eindeutig widerlegen. Ich weiß nicht, wie wir das diskutieren wollen?
Lothar hat geschrieben:Des weiteren möchte ich gar nicht darüber spekulieren, wie viele Migranten von den Islamisten/Salafisten abgefischt werden, indem sie diesen erst einmal eine Existenzgrundlage anbieten.
Das wiederum wird wohl maßgeblich davon abhängen, ob Integration gelingt. Dazu gehören 2 Seiten. Ein integrationswilliger Flüchtling aber auch eine Bevölkerung die Integration zulässt. Bei ausgegrenzten, perspektlosen Migranten punkten Salafisten vermutlich etwas einfacher. In dem Sinne wäre es vielleicht hilfreich, wenn der eine oder andere nicht nur beständig über Flüchtlinge sondern auch mal mit Flüchtlingen reden würde. Nicht vergessen sollte man auch, das ein Teil der Flüchtlinge aus Irak, Syrien, Afghanistan genau vor IS und Taliban geflohen ist. Es drängt sich von der Logik her nicht unbedingt auf, dass die sich hier nach der Flucht in großer Zahl den Salafisten und IS-Unterstützern anschließen.

Beste Grüße

Guido

*Quelle: European Institute or Crime Prevention and Control (Die erstellen weltweite Kriminalitätsstatistiken für die UN)
Canadier
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Canadier »

Lothar hat geschrieben:
Ich frage mich, welche Bedrohung von einsickernden IS-Kämpfern ausgeht, denn damit muss doch gerechnet werden - oder ?


Das sind immer wieder gern genutzte "Weisheiten", um hier Angst zu schüren und ein Bedrohungsszenario zu etablieren, die Überwachung braucht schließlich Angst im Volk, um gerechtfertigt zu sein.
1. Wieviel Terroranschläge durch den IS mit wieviel Toten gab es hier schon in Deutschland?
2. WARUM sollten IS Kämpfer hier überhaupt einsickern?
3. Werden sich IS Kämpfer unter die mischen, die sie bekämpfen?
rainer.hiss
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von rainer.hiss »

Wenn wir hier schon über Kriminalität und Befürchtungen sprechen ist vielleicht ein Meldung von vor 4 Wochen ganz interessant.
490 Angriffe auf Asylunterkünfte (Tagesschau vom 9.10.2015)
https://www.tagesschau.de/inland/gewalt ... e-101.html

Ich arbeite mit rund 60 engagierten Bürgern in einem Helferkreis der für eine Flüchtlingsunterkunft, mit aktuell 350 Bewohnern und einer Kapazität von bis zu 750 Plätzen, in den verschiedensten Bereichen Unterstützung und Hilfe bietet.
Und eines kann mit Gewissheit gesagt werden, wenn unsere Gesellschaft in der Lage ist diese Menschen menschlich und vorbehaltlos mit Würde zu behandeln, werden davon viel weniger für die Rattenfänger der Fundamentalisten anfällig sein.

Obige Meldung zeigt uns aber auch, dass es eine gefährliche Anzahl von Rattenfängern in unserer Gesellschaft gibt die meiner Meinung nach die grössere Bedrohung für unsere sogenannten "abendländischen Werte" darstellen.

Deswegen würde ich auch jedem hier empfehlen der hier über die verschiedensten Themen spekuliert, geht in die Unterkünfte sprecht mit den Menschen lasst euch ihre Geschichten erzählen und ersetzt eure Spekulationen durch reale Erfahrungen. Und Gelegenheiten dazu gibt es aktuell wahrscheinlich bei jedem ganz in der Nähe.
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben"
Alexander von Humboldt
rainer.hiss
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von rainer.hiss »

Und noch was, wenn ich so einige Beiträge hier lese dann erinnert mich das unglaublich an die "Warner" die mich seit Jahrzehnten davon überzeugen wollen wie gefährliche Wüstenreisen sind.
Und das obwohl diese "Warner" meistens noch nie ein Fuss in die Wüste oder in die vermeintlich so gefährlichen Länder gesetzt haben.

ich dachte eigentlich immer, dass in diesem Reiseforum sich Menschen austauschen die "Spekulationen" und "diffuse Ängste* lieber durch eigene Erfahrungen ersetzen.
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben"
Alexander von Humboldt
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

@ landcruiser

Sage konkret, was du an Begründungen vermisst, dann könnten wir weiterreden.
Wenn du mit "Begründung" „Fakten“ meinst - dann folgendes:

Was heute oder nächste Woche in dem Schlagzeilen auftaucht oder was in nächster Zeit während dieser chaotischen Situation auch immer passiert - es kann keine Faktenbasis für eine Interpolation in die Zukunft sein.

@ Guido3
Guido hat geschrieben:Es gibt glaube ich keine Fakten, die das belegen und das ist pure Spekulation. Man kann auch in die andere Richtung spekulieren.
Stimmt, es gibt dazu keine Fakten. Natürlich kann man auch in die andere Richtung denken, dass die Kriminalität in den betreffenden Ländern geringer ist als in Deutschland, ob man die Anzahl der Autodiebstähle dazu heranziehen kann - na ja.
Mein Ansatz ist eben eine vergleichbare Kriminalitätsrate und das halte ich nicht für vollkommen unrealistisch.
Ich bin aber trotzdem davon überzeugt, dass die schwierigen Umstände der Migranten in Zukunft eine Erhöhung der Kriminalität zur Folge haben wird. Nicht weil es Syrer oder Iraker etc. sind, sondern weil es Menschen unter besonderen Umständen sind.

Der Begriff „Spekulieren“ gefällt mir dabei eigentlich nicht, sondern die Betrachtung nach Wahrscheinlichkeit finde ich eher angebracht.
Guido hat geschrieben:Soweit ich das mitbekommen habe, gibt es aktuell weder Fakten die das bestätigen, noch Fakten, die das eindeutig widerlegen. Ich weiß nicht, wie wir das diskutieren wollen?
Planst und handelst du nur auf Faktenbasis und nicht auch auf Basis von Wahrscheinlichkeiten ? Das glaube ich nicht.
Ich halte es nun einmal für denkbar, dass die Situation von den IS-Leuten ausgenutzt wird. Die Situation auf „Kann sein, kann nicht sein“ zu reduzieren, wäre leichtfertig und ich glaube, das wird der Verfassungsschutz ähnlich sehen
Guido hat geschrieben:Nicht vergessen sollte man auch, das ein Teil der Flüchtlinge aus Irak, Syrien, Afghanistan genau vor IS und Taliban geflohen ist. Es drängt sich von der Logik her nicht unbedingt auf, dass die sich hier nach der Flucht in großer Zahl den Salafisten und IS-Unterstützern anschließen.
... darum sprach ich auch von Promille-Zahlen.
Guido hat geschrieben:Das wiederum wird wohl maßgeblich davon abhängen, ob Integration gelingt. Dazu gehören 2 Seiten. Ein integrationswilliger Flüchtling aber auch eine Bevölkerung die Integration zulässt. Bei ausgegrenzten, perspektlosen Migranten punkten Salafisten vermutlich etwas einfacher. ....
Genau, und wie fördert man die Bereitschaft der Deutschen wohl eher:

Indem man alles, was den Bürger beunruhigen oder ANGST machen könnte, unter den Tisch kehrt und ihm weißmachen will, dass

- nur Akademiker und dringend benötigte Facharbeiter zu uns kommen,
- in dem man in den Talkshows nur Paradebeispiele einer gelungenen Integrationen präsentiert.
- Zahlen/Kosten schön gerechnet und geredet werden.
und, und, und

so eben nicht, das merken die Bürger und werden erst recht misstrauisch. Das ist keine Basis für eine funktionierende Integration.

Ist es nicht richtiger und zielführender, die Schwierigkeiten und Probleme offen anzusprechen, das schafft Vertrauen und ermöglicht einen gesellschaftlichen Konsens. Ich glaube es ist schon sehr viel Vertrauen durch die bisherige unehrliche und euphemistische Berichterstattung der Medien und Politiker verlorengegangen. Ich hoffe, da ändert sich etwas, denn so ist das der Sache nicht dienlich.

Gruss

Lothar
Guido3

Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Lothar hat geschrieben:Planst und handelst du nur auf Faktenbasis und nicht auch auf Basis von Wahrscheinlichkeiten ? Das glaube ich nicht.
Bevorzugt handle und entscheide ich schon auf Basis von Fakten. Natürlich auch auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, aber die gibt es hier ja nicht. Es gibt nur wilde Vorbehalte und Vermutungen und eben keine Wahrscheinlichkeiten. Oder wie hoch in Prozent ist die Wahrscheinlichkeit, dass unter den Flüchtlingen IS-Kämpfer sind? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass darunter keine IS-Kämpfer sind? Aufgrund welcher Wahrscheinlichkeiten ist es denn angebracht, alle Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen?
Lothar hat geschrieben:Ich halte es nun einmal für denkbar, dass die Situation von den IS-Leuten ausgenutzt wird. Die Situation auf „Kann sein, kann nicht sein“ zu reduzieren, wäre leichtfertig und ich glaube, das wird der Verfassungsschutz ähnlich sehen
Die Flüchtlinge kommen seit Monaten. Zu Hunderttausenden. Wenn da seit Monaten IS-Leute einsickern, warum haben wir nicht seit Monaten Anschläge noch und nöcher? Warum gab es auch im Rest Europas noch keine Anschläge? Und vor allem: Steht und fällt die IS-Anschlagsgefahr überhaupt mit dem Flüchtlingsstrom? Ach, und der Verfassungsschutz, der sieht vor allem die Gefahr der rechten Hasskampagnen und sagt, dass der IS eigentlich jeden Kämpfer in Syrien braucht.
Lothar hat geschrieben:Ist es nicht richtiger und zielführender, die Schwierigkeiten und Probleme offen anzusprechen
Ja, gern. Aber wo sind denn die konkreten Probleme? Also belegbare Probleme, nicht Stimmungslagen, wilde Vermutungen, nackte Ausländerfeindlichkeit? Wenn Leute steigende Kriminalität u.ä. befürchten, was kann man dann machen, als denen Fakten zu präsentieren? Fakten wie Kriminalitätsstatistiken, die das widerlegen? Und wenn die Leute dann gegen alle Fakten immer noch weiter an schlimme Kriminalität glauben wollen, was ist dann unter den Tisch gekehrt? Was wurde dann nicht offen angesprochen? Wie machen wir dann weiter? Das Problem ist aus meiner Sicht, dass Asylkritiker die aktuellen Fakten einfach nicht akzeptieren wollen. Damit konfrontiert, kommt entweder gar nichts mehr oder Polizei, Staatsanwaltschaften, Politik, Supermärkte und sonstwas sind dann Teil einer ganz großen Verschwörung oder als "Gegenbeweis" werden 3 Einzelfälle aufgeführt.

Die konkreten, belegbaren Probleme sind aktuell teils chaotische Zustände in den Erstauffanglagern, ein Mangel an Wohnraum und rechtsextreme Kriminalität von Deutschen. Was davon möchtest Du besprechen?

Beste Grüße

Guido
Canadier
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Canadier »

Guido, guter Beitrag. Vielen Dank.
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

Hallo,
Bevorzugt handle und entscheide ich schon auf Basis von Fakten. Natürlich auch auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, aber die gibt es hier ja nicht. Es gibt nur wilde Vorbehalte und Vermutungen und eben keine Wahrscheinlichkeiten. Oder wie hoch in Prozent ist die Wahrscheinlichkeit, dass unter den Flüchtlingen IS-Kämpfer sind? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass darunter keine IS-Kämpfer sind? Aufgrund welcher Wahrscheinlichkeiten ist es denn angebracht, alle Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen?
Ich halte die Wahrscheinlichkeit für so hoch, dass es sich darüber nachzudenken lohnt, ob man bei der Registrierueng oder wo auch immer - solche Fälle herausfiltern kann. Und ich würde diese Massnahme seitens der Politik als vertrauensbildende Massnahme auch erwähnen. Man darf neben den Flüchtlingen den Bürger nicht vergessen.

Guido3 hat geschrieben:
Lothar hat geschrieben: hat geschrieben:
Ist es nicht richtiger und zielführender, die Schwierigkeiten und Probleme offen anzusprechen

Ja, gern. Aber wo sind denn die konkreten Probleme? Also belegbare Probleme, nicht Stimmungslagen, wilde Vermutungen, nackte Ausländerfeindlichkeit? Wenn Leute steigende Kriminalität u.ä. befürchten, was kann man dann machen, als denen Fakten zu präsentieren? Fakten wie Kriminalitätsstatistiken, die das widerlegen? Und wenn die Leute dann gegen alle Fakten immer noch weiter an schlimme Kriminalität glauben wollen, was ist dann unter den Tisch gekehrt? Was wurde dann nicht offen angesprochen? Wie machen wir dann weiter? Das Problem ist aus meiner Sicht, dass Asylkritiker die aktuellen Fakten einfach nicht akzeptieren wollen. Damit konfrontiert, kommt entweder gar nichts mehr oder Polizei, Staatsanwaltschaften, Politik, Supermärkte und sonstwas sind dann Teil einer ganz großen Verschwörung oder als "Gegenbeweis" werden 3 Einzelfälle aufgeführt.

Die konkreten, belegbaren Probleme sind aktuell teils chaotische Zustände in den Erstauffanglagern, ein Mangel an Wohnraum und rechtsextreme Kriminalität von Deutschen. Was davon möchtest Du besprechen?
Ich sage es noch einmal, die derzeitige Situation ist chaotisch und um die aktuellen Probleme geht es mir nicht.

Ich denke, der Bürger will wissen, welche langfristigen Auswirkungen zu erwarten sind, darum geht es.

Was bedeutet es, was verändert sich durch die Zuwanderung, und da möchte er kein X für ein U vorgesetzt gekommen, sondern ehrliche transparente Überlegungen und Konzepte.

Auswirkungen auf

den Wohnungsmarkt
die Krankenversicherung
die Renten/Pensionen
die Sicherheit
den Arbeitsmarkt
die Löhne
etc.


"Wir zahlen das aus der Portokasse"
"der Euro bringt Wohlstand für alle"
"Wir schaffen das"

reicht da nicht mehr.

Zu den Themen muss ein Konsens gefunden werden, damit sie wieder ins Boot einsteigen.
Ist das so schwer zu verstehen ?

Nachtrag: 19:00

Guido, du hast doch die Fragestellung selbst mit formuliert, das ist im Prinzip genau das, was ich - erweitert in das Thema „Sicherheit“ (weil es m.M. n. dazu gehört) - erwarte:
Guido3 hat geschrieben: Verkraften könnten wir zur Not weitaus mehr, als aktuell kommen. Die eigentlich gemeinte Fragestellung, die in der Regel nur nicht so formuliert wird, ist: Wie viele können wir verkraften, ohne dass es zu nennenswerten Einschränkungen unseres gewohnten Lebensstandards kommt?
Im übrigen - ich habe weniger Angst vor Ausländern als Du, im ungünstigsten Falle genauso wenig wie du, nämlich überhaupt keine !

Gruss
Lothar
Zuletzt geändert von Lothar am Sa 7. Nov 2015, 19:10, insgesamt 1-mal geändert.
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