Gesellschaftliche Ächtung in Nigeria: Schande den KinderlosenAls Saidu Muhammed seinen Laden im nordnigerianischen Gurara aufschließt, regnet es in Strömen [...] Das hier sei kein gewöhnlicher Laden, sondern die Al-Ehisan Tradomedical Clinic, sagt er stolz [...] Ein Fach ist besonders vollgestopft. Aus diesem zieht Muhammed eine kleine Plastiktüte mit schwarzen Krümeln heraus. Auf dem pinken Etikett sind zwei Skelette abgebildet. Die Tüte knistert in Muhammeds großen Händen. „Das ist mein bestes Medikament, das ich besonders häufig verkaufe.“ Mit ihm lassen sich, so erzählt Saidu Muhammed, die Geister Aashika und Aashik behandeln. „Wenn diese Frauen oder Männer heimsuchen, können sie keine Kinder bekommen. Damit die Medizin wirkt, muss ein kleines Feuer entfacht werden.“ Aus welchen Kräutern er das Mittel herstellt, sagt er nicht, sondern lächelt nur. „Das bleibt mein Geheimnis.“ Ein Tütchen kostet 1.000 Naira, umgerechnet 2,50 Euro, von denen er jede Woche mehrere verkauft.
14.10.2019 - taz
Gruß
Birgitt




