Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Alexander
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Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Beitrag von Alexander »

Nicht nur skrupellose Mörder. Sie sind auch feige. Wie kann man sich an Kindern für etwas rächen.


Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Der Angriff der Taliban auf eine Schule in Pakistan ist nach stundenlangen Gefechten mit dem Sicherheitskräften beendet. Mehr als 130 Menschen starben, die meisten Opfer sind Kinder und Jugendliche. Die Angreifer hatten sich mit Geiseln in einem Gebäude verschanzt. mehr...

Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Beitrag von Alexander »

Eine unerwartete Reaktion zu den Morden an den 143 zumeist Kindern kommt von den Taliban aus Afghanistan. Die Afghanen verurteilen die Tat aufs Schärfste und fügen hinzu, dass diese Tat nichts mit dem Islam zu tun habe.

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Beitrag von Kuno »

Den Satz: "Das hat mit dem Islam nichts zu tun" kennt man langsam zur Genüge. Normalerweise kommt er immer dann, wenn jemand "im Namen des Islams" ein Verbrechen begeht. Aber hier wirkt es grad noch mehr deplaziert - haben die Mörder bzw. ihre Organisation eigentlich behauptet, dass sie die schändliche Tat im Namen des Islam begangen haben? Soviel ich lesen konnte, hiess es, sie hätten gemordet um sich an der Armee zu rächen...
markus-1969
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Re: Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Beitrag von markus-1969 »

Kuno hat geschrieben:Den Satz: "Das hat mit dem Islam nichts zu tun" kennt man langsam zur Genüge. Normalerweise kommt er immer dann, wenn jemand "im Namen des Islams" ein Verbrechen begeht. Aber hier wirkt es grad noch mehr deplaziert - haben die Mörder bzw. ihre Organisation eigentlich behauptet, dass sie die schändliche Tat im Namen des Islam begangen haben? Soviel ich lesen konnte, hiess es, sie hätten gemordet um sich an der Armee zu rächen...
Ich war dieses Jahr in Pakistan - zwar nur am Karakorum Highway ... aber Taliban waren doch ein Thema. Es klang irgendwie nach einer Floskel wenn es hieß: "Oh sie mißverstehen den Islam."

Oder als ich im Iran in Ghom war .... wurde mitgenommen in Bereiche, in die Nicht - Muslime gar nicht rein dürfen. Als ich dann mit Geistlchen ins Gespräch kam und als ich vermittelte, daß manche Leute in Deutschland den Islam im Hinblick auf die Attentate als gefährlich ansehen, verstand man nicht.

Ich denke hier leider doch etwas pauschaler: Moslim ist Moslim genauso wie Christ ist Christ. Jedoch ist das Problem der muslemischen Welt, daß sie die Phase der Regligionskriege nicht hinter sich gelassen haben - hier ist das Christentum weiter.
Kuno
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Re: Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Beitrag von Kuno »

markus-1969 hat geschrieben:Ich denke hier leider doch etwas pauschaler: Moslim ist Moslim genauso wie Christ ist Christ. Jedoch ist das Problem der muslemischen Welt, daß sie die Phase der Regligionskriege nicht hinter sich gelassen haben - hier ist das Christentum weiter.
Diese Aussagen würde ich auf keinen Fall mitunterschreiben.

Bleiben wir nur mal beim "Muslim ist Muslim": Damit drückst du die überwältigende Masse der Muslime in dieselbe Schublade wie die Extremisten. Oder man kann es auch umgekehrt ausdrücken: Du sagst, die Verbrecher, die die Kinder in der Schule umgebracht haben sind eigentlich nichts anderes als normale Muslime.
Günther Schulz
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Re: Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Beitrag von Günther Schulz »

Oh Mann, Kuno, wenn ich das so von dir hier lese, deine Denkweise, bekomme ich Zweifel!
Turi
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Re: Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Beitrag von Turi »

hallo Wüschigemeinde

Denke, das Problem ist, dass alle Glaubenskriege, die früheren christlichen und die heutigen muslimischen nur unter dem religiösen Deckmantel geführt wurden und werden.
Schlussendlich geht es doch um Machtbedürfnisse und Gelüste die die jeweiligen "Krieger" haben.
Das hat mit Religion nichts, absolut nichts zu tun.
Gläubige, egal welcher Religon angehörig, töten keine Menschen, vergewaltigen keine Mädchen und Frauen usw.
Das sind Schwerkriminelle und gehören einfach ausradiert, egal welcher Religion angehörig.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
markus-1969
Beiträge: 609
Registriert: So 17. Apr 2011, 21:36

Re: Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Beitrag von markus-1969 »

Kuno hat geschrieben:
markus-1969 hat geschrieben:Ich denke hier leider doch etwas pauschaler: Moslim ist Moslim genauso wie Christ ist Christ. Jedoch ist das Problem der muslemischen Welt, daß sie die Phase der Regligionskriege nicht hinter sich gelassen haben - hier ist das Christentum weiter.
Diese Aussagen würde ich auf keinen Fall mitunterschreiben.

Bleiben wir nur mal beim "Muslim ist Muslim": Damit drückst du die überwältigende Masse der Muslime in dieselbe Schublade wie die Extremisten. Oder man kann es auch umgekehrt ausdrücken: Du sagst, die Verbrecher, die die Kinder in der Schule umgebracht haben sind eigentlich nichts anderes als normale Muslime.
die Terroristen schaffen es, das Ansehen des Islam insgesamt zu beschädigen. Wenn es nutzt - wie z. B. in Pakistan - sagt man gegenüber den Touristen "oh die Terroristen mißverstehen den Islam" aber ob man es am Ende genau so meint oder ob es nur Lippenbekenntnisse sind bleibt offen. Wie soll es denn der Tourist herausfinden der nicht tief genug in das örtliche Leben einsteigen kann und hierzu auch auf guides angewiesen ist alleine herausfinden ?

Sicher ist die Masse der Muslime dagegen - aber die Masse schafft es nicht, den Terrorismus auszurotten. Was ist mit Syrien ? Oder im Grenzland zu Afghanistan ? Oder in Nigeria ? Oder in Timbuktu ? Oder in Somalia ?

Die Gesamtheit der Muslime schafft es nicht, das Problem Terrorismus zu lösen. Wenn sich die Terroristen auf Bestimmungen des Korans berufen - warum entwickelt sich nicht islamisches Recht dahingehend weiter, daß die "Mißverständnisse" beseitigt werden ? Haben denn die wesentlichen Glaubenslehrer der Schiiten und Suniten hieran ein Interesse ? Ganze Länder stehen gegeneinander, und der erste Golfkrieg Iran - Irak war auch ein Glaubenskrieg.

Ich denke, Wegschauen löst die Probleme nicht - auch wenn dies viele gern tun - und Lippenbekenntnisse auch nicht. Und die Religion hat es auch nicht als Ganzes geschafft, die sinnlosen Religionskriege einzugrenzen - und nicht mal die Muslim gegen Muslim. Also gilt sehr wohl "Moslem ist Moslem" - und jeder hat einen gewissen, wenn auch kleinen, Anteil am Problem. Und sind nicht Angriffe auf Christen auch gerade vom Satz "Tötet die Ungläugiben" motiviert ? Greift das Christentum durch Gewalt andere Religionen an ? Der Islam tut es.

Die Probleme nehmen nicht ab sondern zu im Laufe der Jahre. Und das Problem liegt sehr auf Seiten der muslemischen Welt, weil es in der westlichen Welt egal ist, welchen Glauben man hat, solange man seinen Glauben friedlich ausübt und nicht gegen zentrale Grundsätze verstößt.
Wolfgang K
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Re: Taliban-Angriff auf Schule beendet - Über 130 Tote

Beitrag von Wolfgang K »

Alexander hat vor ein par Tagen einen Artikel zu Ägypten verlinkt:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014 ... freispruch

Zitat:

Egal, wie man es dreht oder wendet: Ein Volk, dessen Justiz, politische Führung und religiöse Spitze sich so ungeniert Hirngespinsten hingeben, muss den Kontakt zu seinen Realitäten verlieren. Stattdessen bevölkert sich der mentale Kosmos Ägyptens immer dichter mit hinterhältigen Verschwörern, ausländischen Agenten, westlichen Dunkelmännern, unsichtbaren Händen, apokalyptischen Intrigen und zionistischen Machenschaften.

Der Autor bezieht dieses Phänomen zwar auf die Militärherrschaft in Ägypten, aber es betrifft eigentlich die gesamte politische Kultur des Magreb inklusive der Presse.

Ich möchte nicht behaupten, dass diese Fixierung auf vermeintlich fremde (meist „westliche“ und „zionistische“) Urheber allen und jeden Übels der alleinige Grund für das Ausbleiben der Entstehung eigener politischer Konzepte ist, aber es ist sicher ein starkes Hindernis.

Ich denke, dass dieser Reflex mit dem Ende der Kolonialzeit entstanden ist, als sich die meisten Länder verständlicherweise von allem „Westlichen“ abwandten. Während den der Kolonialzeit folgenden sozialistischen Experimenten, welche sich naturgemäß alle in autoritäre Regime verwandelten, wurde die These „der Westen ist Schuld“ dankbar - weil ins Konzept passend - aufgenommen und hat sich insbesondere bei weniger Gebildeten über die Jahrzehnte zementiert. Wer also heutzutage – so wie das neue Regime in Ägypten – auf der Suche nach einem möglichst breiten Kitt in der Gesellschaft sucht wird folglich (auch) genau auf diesen Knopf drücken. Wer es im Inneren nicht hin bekommt, sucht sich Ablenkung außerhalb.

Wenn man jetzt noch mal hinschaut, wird man feststellen, dass auf diesem zementierten Sockel der Schuldbehauptung nach Außen noch ganz andere totalitäre Gedankengebäude aufbauen.

Das was wir heute als Islamismus – also den politischen Islam – wahrnehmen steht genau auf dem gleichen Fundament. Die Religion ist nur ein neues Band, welches benutzt wird um Bündnisse auf den gleichen Sockel zu stellen.
Funktionieren kann das aber nur weil man auf einen – teils paranoiden - Hass (und teilweise auch Neid) auf alles Westliche (oder ganz allgemein Andere) bauen kann.

Ich glaube, dass Horden, die solche Massaker anrichten mehr vom gemeinsamen (fiktiven) Hassgegner als vom Band einer gemeinsamen Religion zusammengehalten werden.

Ich glaube nicht, dass Religion allein Ursache für so etwas sein kann, vielmehr ist sie in diesem Fall allenfalls der Katalysator, der lange geschürten Hass auf alles was „anders“ ist so richt aufflammen lässt und gleichzeitig als Rechtfertigung dient. Dass sie eigentliche Ursache ist kann ich nicht glauben, dafür kenne ich zu viele religiöse Menschen, denen es an jeder Böswilligkeit fehlt.

Grüße
Wolfgang
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