Franz (UNI)Murr hat geschrieben:
Die Unterschicht lebt noch arabische Tugenden, die wir schätzen. Das hat aber nichts mit Freundlichkeit zu tun. Der Ägypter ist genauso fremdenfeindlich, wie der Europäer, wenn man genau hinschaut.
Es gäbe noch zahlreiche Beispiele, wie sich 1001 Nacht entzaubert, wenn man dort lebt.
Ich kann keine wirkliche Andersartigkeit entdecken.
Grüße
Franz
Hallo Franz
das würde ich soweit unterschreiben
Genau wie die Tatsache, daß man in einem Land gelebt haben sollte, bevor man sich zu einem Urteil entschließt.
Du lebst in Ägypten, also im Maschreq, ich lebte in Marokko, also Maghreb, und erlebe dort Schicksale teilweise seit 30 Jahren. Und ich habe den Vorteil, zu den reinen Frauenfesten geladen zu werden - über die ich aber stets schweige

So nach 10 Jahren Freundschaft tauen die Frauen so richtig auf,wir parken unsere Männer vor dem Fernseher und führen in der Küche unsere konspirativen Gespräche.
Der Maschreq ist anders als der Maghreb, insgesamt scheint der Islam nach Osten immer finsterer und strenger zu werden, bis hin zur absoluten Unerträglichkeit, spätestens ab Iran und weiter östlich. Wobei es Hinweise gibt, daß diese strenge Interpretation mehr auf alten Stammessitten als auf dem Islam beruht. Las ich zumindest in einem von Ludwig geposteten Link.
Auch bei der Beschneidung hatte der Islam ja eine hemmende Wirkung. Sinngemäß sagte der Prophet, als er zufällig auf eine Beschneidung stieß: Wenn ihr schon meint das machen zu müssen dann nicht mehr als die Kllitorisspitze. Aus meiner Sicht hat er die sog. Pharaonische Beschneidung - der Name könnte uns einen Hinweis auf den Ursprung geben

- verboten und lediglich der minimalsten Form dieser alten Sitte zugestimmt - ich vermute aus Gründen der sozialen Akzeptanz. Wäre er ein Verfechter der Beschneidung gewesen - warum hörte man noch nie derartiges über seine Frauen oder Töchter?
Warum sollte ich in einen Religionsclub eintreten? Bin nicht so der Vereinsmensch und brauche keine Dolmetscher für meine Kommunikation mit dem, was allgemein Gott genannt wird.
Warum Allahu akbar, Ludwig? Das ist der Ruf in der Schlacht und bei Beerdigungen.
60 Jahre Freiheit in D? Für wen? Der Straftatbestand der Vergewaltigung in der Ehe wurde vor weniger als 20 Jahren geschaffen, vorher war der Trauschein ein Freibrief. §218, §175 - alles schon verdrängt? Als in den 60ern noch langhaarigen Männern mit Gewalt ein Kurzhaarschnitt verpasst wurde - schon vergessen? Unser Ist-Zustand kann sich jedenfalls nicht auf 60 Jahre Tradition berufen - vor 60 Jahren ein weiblicher Bundeskanzler und ein schwuler Außenminister? Oder vor 40 Jahren? Undenkbar - Homosexualität war strafbar.
@Gerhard: glaub mir, es gibt Momente und Geschlechtsgenossinnen, bei denen mich auch Fremdschämen überkommt. Ihr Männer seid zwar schlimm, aber zum Glück in unterschiedlicher Ausprägung.

Weißt Du eigentlich, warum viele im Cafe sitzen?
Allein unter Männern kenne ich aus dem Berufsleben, so daß mir das im Cafe nicht sonderlich auffällt. Allerdings macht es mir diebisch Spaß, beim Gehen der versammelten Männerschaft mal ein Tschau Mädels zuzurufen. Herrlich, diese süßsaueren Gesichter

Natürlich nur in meinem Stammcafe, wo ich von fast jedem Anwesenden Mutter, Frau und/oder Schwester kenne
Micha hat mich verstanden :D Es geht um die Bücher der Religionen, die ja letztlich die Basis bilden. Den modernen Fundamentalismus sehe ich als logische Gegenbewegung zu der Amerikanisierung der Gesellschaft. Sollte er zu mächtig werden wird sich auch dazu wieder eine Gegenbewegung entwickeln. Christliche Fundis laufen auch bei uns herum und träumen von für mich gar schrecklichen Gottesreichen. Nur ist der Nährboden bei uns derzeit für solche Ideen (noch) ungünstig.
Viele Grüße
Barbara