Hinter diesem "Tor des Friedens" liegt mit rd. 1 Mio. Gräbern der größte Friedhof Amerikas und der drittgrößte der Welt!
Der Christoph-Kolumbus-Friedhof in Havanna ist mehr als nur ein Gräberfeld. Auf 6 Quadratkilometern ist er Totenstadt, Pilgerstätte und Touristen-Magnet gleichermaßen. 20 km misst das Straßennetz, das durch den Friedhof führt! Bis heute werden rund 80 % aller Toten Havannas hier beerdigt, 40-50 am Tag, pro Jahr rund 15.000.
Es gibt schmucklose Grabreihen
und sehr schmuckvolle Grabreihen
Es gibt kleine verträumte Ecken
und prächtige Familien-Mausoleen
teils pyramidenförmig im Pharaonenstil angelegt
Das höchste Gebäude des Friedhofs ist das "Mausoleo de los Bomberos", das an die 28 Männer erinnert, die am 17. Mai 1890 beim Kampf gegen ein Großfeuer in Havanna starben. Noch heute werden hier alle Feuerwehrleute beigesetzt, verweilen 3 Jahre im Mausoleum bevor sie im Gebeinhaus ihre letzte Ruhe finden.
Die Fledermaus verrät, wer das Mausoleum gebaut hat: die Familie Bacardi.

- Foto: Matthias V.
Gleich hinter dem Mausoleum der Feuerwehrmänner entdecken wir das Grab der Familie Ferrer-Díaz.
Wer erinnert sich nicht gerne an Ibrahim Ferrer, das Gesicht des Buena Vista Social Club?
Das Grab von Amelia Goyri de Adot - "La Milagrosa" - der neuen Heiligen Cubas. Amelia entstammte einer reichen Familie und starb 1901 im Alter von 23 Jahren an den Folgen einer Totgeburt. Im 8. Schwangerschaftsmonat hatte man ihr diagnostiziert, dass die ungeborene Tochter im Mutterleib verstorben war. Um Amelia zu retten, wurde das Kind während einer Operation entfernt. Doch Amelia überstand den Eingriff nicht und starb. Der Legende nach wurde sie mit ihrem Ungeborenen zu ihren Füßen bestattet. Die beiden Leichname wurden bei der Sargöffnung 1914 ohne jegliche Zeichen der Verwesung aufgefunden. Das Kind befand sich dabei nicht mehr zu ihren Füßen, sondern lag im linken Arm der Mutter.
Der Witwer José Vincente besuchte das Grab bis zu seinem Tode im Jahre 1941 täglich und kündigte sich durch Klopfen mit dem Messingring am Grabstein an. Er legte frische Blumen auf das Grab nieder und verließ es stets im Rückwärtsgehen, ohne seiner Frau den Rücken zuzukehren. Dieses Ritual wird von den Pilgern bis heute fortgeführt, die ans Grab der Milagrosa kommen und um Erfüllung ihrer Wünsche beten. Durch die Wallfahrt ist ihr Grab das meistbesuchte des Cementerio de Colón. (Quelle:
Wikipedia)
Amelias Grab schmücken tausende in Marmortäfelchen gemeißelte Danksagungen
Osario Galeria de Tobías
Das unterirdische Gebeinhaus ist römischen Katakomben nachempfunden. Die 100 Meter lange Galerie mit 562 Felsnischen beherbergt über zehntausend nummerierte Steinkästchen mit sterblichen Überresten.
Wer nicht gerade eine Familiengruft oder ein Familien-Mausoleum besitzt, ruht nur rund 3 Jahre in der Erde, bis der Verwesungsprozess abgeschlossen ist. Anschließend werden die Knochen gesäubert und in diese nummerierten und beschrifteten Steinkästchen "umgebettet".
Wer möchte, kann seinen liebsten noch eine Plastikrose unter den Deckel klemmen ...