Das dritte Mal in Folge und alleine war ich über die Jahreswechsel in meinem geliebten Marokko unterwegs.
Langeweile kam jedoch nie auf. Leider sind die 3 Wochen immer sehr schnell vorüber.
Den schönen und wärmeren Süden, hier die Wüstenregionen, konnte ich mir aus Zeitgründen bei dieser Tour leider nicht anschauen.
Wie immer war es eine ungeplante Reise. Diesmal jedoch verbunden mit einigen Besuchen und Treffen.
Einige Feunde und Bekannte hatten den gleichen Gedanken um diese Jahreszeit durch das orientalische Land zu schleichen. Ein Treffen war somit nicht ausgeschlossen.
Meinem Zebra hatte ich 1 Woche vor meiner Abfahrt leise ins Ohr geflüstert, wo wir beide die nächsten Wochen verbringen. Ja ich hatte es ihm auch versprochen, da ich im August 2016 mit dem Bussle in Marokko unterwegs war.
http://www.der-steppenwolf.com/neuigkei ... gust-2016/
Buchstäblich bis unters Dach, mit viel Kleidung und anderen nützlichen Dingen für die marokkanischen Familien, wurde das Zebra beladen. Vielen Dank an alle Spender. Ihr habt viele Familien und Kinder sehr glücklich gemacht.
2 Hosen, 2 Paar Schuhe und Socken, Unterwäsche, einige Shirts, ein Pulli und eine warme Jacke mussten für mich reichen.
Lebensmittel kann man in Marokko kaufen. Jedoch keine Landjäger und schwäbische Schinkenwurst. Dafür und für ein paar Dosen Bier und Flaschen Wein, die ich unterwegs in Frankreich und Spanien bunkerte, wurde Platz geschaffen. Dominosteine und Lebkuchen durften auch nicht fehlen.
Route der Anreise:
Tuttlingen, Freiburg, Lyon, St. Etienne, Mende, Beziers, Barcelona, Valencia, Hafen Almeria.
Mautfrei auf der französischen A 75, Mende-Beziers, weitgehend mautfrei durch Spanien. Hier A 2, N 340, A 7.
Am 18.12.2016 gegen 16 Uhr, es war nebelig und kalt, startete ich in Tuttlingen. Das Wetter kann ja nun nur noch besser werden.
Mein erster Stopp war in Kirchzarten. Hier hatte ich mich mit Hilke aus Hamburg getroffen, die in Freiburg ein paar Tage verweilte. Nach einer großen Portion Käsespätzle und netten Gesprächen trennten sich unsere Wege.
Gegen 20 Uhr machte ich mich gut gestärkt und mit gefülltem Kaffeeoimerle in der Türablage und noch leerem Aschenbecher auf dem Getriebetunnel, auf den Weg Richtung Südwesten.
Im Arbeitszimmer herrschte Wohlfühltemperatur. Ich blieb auf der Autobahn und zog gegen 23 Uhr nördlich von La Bresse auf dem Rasthof Jura die Handbremse.
Es war immer noch kalt und nebelig. Im 1 OG konnte ich noch nicht schlafen. Das war überfüllt mit Kleidung.
Im EG zu schlafen hat jedoch auch seine Vorteile. Es ist wärmer und leiser.
Zuerst musste ich jedoch auch hier Platz zum Schlafen schaffen. Nach einer schnellen Zahnpflege im Freien, im Badezimmer war kein Platz, schlüpfte ich in meinen Vliesschlafsack, mit diesem dann in den Daunenschlafsack. Mein Kuschelkissen beschleunigte das Wegsegeln. Ob ich laut war?. Klagen wurden mir nicht zugetragen.
Gegen 6 Uhr drehte ich mich auf den Bauch, schob den Vorhang zur Seite, streckte den rechten Arm weit nach vorne und aktivierte den Schalter der Standheizung und döste noch 10 Minuten. Die Wohnung war nun gut geheizt, die Toiletten nicht weit entfernt.
In der Küche bereitete ich mein spärliches Guten Morgen Frühstück zu. Löslicher heißer Kaffee, dazu Madeleines und einen Lebkuchen. Was braucht mann mehr. Und wie jeden Morgen füllte ich gleich die Thermoskanne mit dem schwarzen, noch heißen koffeinhaltigem Getränk. Gegen Abend wandelt sich dies um, in ein lauwarmes bitteres Getränk. Hauptsache Kaffee.
Es wurde langsam hell. Die Menschen konnten mich sehen. Also noch eine Katzen- und Haarwäsche. Der neue Tag konnte beginnen.
Vom aktivieren der Standheizung bis zur Abfahrt brauchte es 1,5 Stunden. Wo nur die Zeit bleibt, zumal keine weibliche Begleitung an Bord war.
Das Zebra wollte weiter in sein geliebtes Land. Ich auch.
Es war wieder nebelig, dann ein Sonne – Nebel mix.


Möglicherweise lag das Rhonetal auch im Nebel. In den höheren Lagen müsste sich doch eher die Sonne zeigen. Das dachte ich mir während der Autobahnfahrt.
Ich beschloss, rüber in die Auvergne zu schleichen. Von Lyon bin ich nach St. Etienne, dann nach Le Puy und weiter nach Mende gefahren.
Und ich hatte recht. Es war herrlicher Sonnenschein und eine landschaftlich wunderschöne Strecke.

In Mende wurde wieder die mautfreie Autobahn bis Beziers unter die Räder genommen. Unterwegs habe ich noch einem Supermarche ein Besüchle abgestattet.
Unterbrochen von einem Mittagsschläfle ging es unspektakulär weiter bis Perpignon. Hier fuhr ich auf der mautpflichtigen Autobahn bis Barcelona. Von hier aus mautfrei bis nach Almeria.
Burkhard, hier im Forum bekannt als “Landkind“ mit seiner Frau Kerstin und Theo, sowie 3 weiteren Fahrzeugen, waren auch unterwegs in Richtung Almeria und einige Stunden hinter mir unterwegs.
Nach ca. 1.000 km entspannter und staufreier Fahrt stoppte ich gegen 23 Uhr in der Nähe von Orpesa del Mar und zeigte dem Zebra das Meer. Ich genoss dies auch noch bei einem gute Nacht Zigarettle und einem leckeren Dominosteinchen. Schön, das leise Rauschen des sanften Meeres zu hören und damit einzuschlafen.
Geschlafen hatte ich tief und fest. Um 7 Uhr aktivierte ich den Dieselbrenner. Draußen war es bewölkt. In der Nacht hatte es wohl auch leicht geregnet.

In der warmen Stube begann wieder die gleich Prozedur wie am Vortag. Nur diesmal freute sich mein Magen über ein, über der Gasflamme, leicht angeröstetes Baguette mit Biobutter.
Heute war ich schnell abfahrbereit. Nur eine Stunde hatte ich herumgedüddelt. Am späten Nachmittag wollte ich am Hafen von Almeria eintreffen. Das waren noch ca. 600 km Fahrt.
Ich freute mich, die Millionen vielen Apfelsinen- Orangen und Zitronenbäume rechts und links der Autobahn und Nationalstraße zu sehen. Zwischen Valencia und Murcia ließen die dunklen Wolken ihre Last fallen. Es war schon unwetterartig.

Viele Straßen, Wege und Felder waren überflutet. Teilweise auch gesperrt. Je näher ich Almeria kam, desto blauer wurde der Himmel.

Um 17 Uhr erreichte ich den Hafen. Mit etwas gemischten Gefühlen ging ich zum Schalter um nach einem Platz auf der Fähre nach Marokko nachzufragen.
Ich hatte Glück. Auf der Nachtfähre nach Melilla war noch Platz. Kosten 135 Euro, ohne Kabine. Ich fragte auch gleich, ob es für 4 weitere Fahrzeuge auch noch Platz hätte, was mit einem Nicken bestätigt wurde.
Kaum am Zebra angekommen, traf Burkhard mit seinen Freunden ein. Das waren Ralf und Ariane mit ihren beiden Hunden, Maurice und Stefanie sowie Maik und Lydia aus Tschechien.

Die Freude war groß. Alle kauften sich ein Ticket.

Nach einigen Schwätzchen gingen wir mit rebellierenden Mägen in das weihnachtlich geschmückte Almeria.
Wir waren zu früh dran. Die Restaurants öffneten erst um 20 Uhr. Auf dem Weihnachtsmarkt wurde nichts Deftiges angeboten.

Wir drehten noch eine Runde im beschaulichen Stadtzentrum und suchten anschließend ein Restaurant auf.
Unsere Geschmacksnerven freuten sich, die Verdauungskanäle hatten Arbeit und wir ein gustiöses Essen mit Bier, Wein und Wasser. Auch der Besitzer des Restaurants freute sich. Eine gute Kopie eines fehlenden Dokumentes wurde auch noch organisiert.

Gut gesättigt sind wir zufrieden zum Hafen zurück gegangen. Nun freuten sich die 3 Hunde.
Gegen 23 Uhr fuhren wir in den Bauch der Nachtfähre, deren dicken Befestigungstaus gegen 24 Uhr gelöst wurden.


Ich hatte sehr gut geschlafen. Gegen 7 Uhr öffneten sich im Hafen von Melilla die schweren Tore der Fähre. Es regnete leicht. Das erste Mal bei meiner Ankunft in Marokko, dass ich dies erlebte.
Mrhaba in Maroc

In den letzten Wochen hatte es in Marokko sehr viel geregnet und im Norden auch geschneit.
Die Ausreise von Spanien nach Marokko war problemlos. Dennoch längere Wartezeiten an der Grenze.
Schlimm war diesmal die Einreise nach Nador, Marokko. Hier sind wir ewig gestanden. 2 Spuren am Zoll waren geöffnet. Die Schlepper freuten sich über die lange Wartezeit.
Wir mussten mit 5 Fahrzeugen einreisen. Nach den Kontrollen, Einreiseformalitäten Personen und Fahrzeuge, parkten wir nacheinander noch innerhalb des marokkanischen Zolls.
Es wurden alle Fahrzeuge, teilweise mehrfach, jedoch recht oberflächlich kontrolliert. Auffallend war, dass wir alle unsere Landkarten den Zöllnern, teilweise in Zivil, zeigen mussten. Hier wurde geschaut, ob auch die Westsahara, als separates Land zu sehen ist. Ich habe immer 2 Landkarten dabei. Bei einer Landkarte musste ich vor 1,5 Jahren bereits den Westsaharateil am Zoll mit einer Schere ausscheiden und diesem dem Zöllner geben.
Bei der Einreise mit mehreren Fahrzeugen ist es vorteilhafter, sich außerhalb des Zolls zu treffen.
Auch mit einer Kopie des Fahrzeugscheins war die Einreise möglich.
Die Sonne schien. Wir sind dann gleich aus dem Stadtzentrum gefahren, haben noch Geld auf einer Bank getauscht und an der bereits bekannten Tankstelle die Fässer gefüllt, ca. 0,87 Euro / Liter Gasoil 10, und im Restaurant nebenan gegessen.


Unser Ziel war die Association NIBRAS im Dorf El Orjane. Redouane hatte ich über unser Kommen informiert.
Wir genossen die Fahrt und die wunderschöne Landschaft, die schneebedeckten Gipfel des Mittleren Atlas, das schöne Abendlicht und machten noch Zwei- und Vierbeiner Pausen unterwegs.

Danke Kerstin. Die Teile waren echt lecker.




Leider haben wir es nicht mehr geschafft, den schönen landestypischen Souk in der Provinzstadt Outat El Haj zu besuchen. Dafür schlürften wir bei Mohamed in seinem Cafe frisch gepressten Orangensaft und freuten uns über das Wifi. Yassine, von meiner Familie aus Tassa, hatte ich hier auch wieder getroffen.
Bei Einbruch der Dunkelheit trafen wir bei Redouane und Suzanne ein. Die Häuser sind nicht beheizt.

Entsprechend kühl ist es darin. Redouane hatte noch einen mobilen Gasheizofen besorgt, der jedoch immer wieder Aussetzer hatte. Der heiße Tee tat uns allen gut. Bahmed, ein Verwandter von Redouane ist auch zu Besuch gekommen.
Außer Burkhard, Kerstin und mir waren die anderen Begleiter zum ersten Mal in Marokko unterwegs und bekamen schon einen tieferen Einblick in die Kultur und Kontakt zu den Menschen.
Später wurde am runden Tisch Tajine gegessen, geredet, noch ein Vin Rouge genossen und ein Wässerle geschlürft. Das Essen mit der rechten Hand wurde auch fleißig geübt.


Gegen 23 Uhr haben wir alle in unsere mobilen Appartements vor dem Haus aufgesucht. Draußen war kalt. Der Himmel sternenklar.
Zusammen mit der Morgensonne bin ich aufgestanden. Welch ein herrliches weiches Licht. Danke liebe Sonne.
Der Mittlere Atlas mit Schnee bedeckt.




Nach und nach öffneten sich die Fahrzeugtüren. Jede Besatzung kruschdelte herum, hatte irgendetwas zu tun. Die Hunde hatten Freigang.


Leider war der zweite Ski nicht aufzufinden :biggrin:

Wir frühstückten in der Sonne und informierten uns über die baulichen Aktivitäten der Association NIBRAS.

Der Stellplatz mit sanitären Anlagen und Restaurant soll in den nächsten Monaten fertiggestellt sein. Inshallah.

Anschließend soll die Kasbah fertig gestellt werden. Hier kann man dann Zimmer mieten.

Auch eine Vorschule für die Kinder soll errichtet werden. Das alles braucht jedoch seine Zeit und es fehlt meist das Geld.

Kleidung und andere Dinge wurden Redouane und Suzanne überreicht. Diese wird an bedürftige Familien, Personen etc. weitergegeben.
Die ersten kleinen Olivenbäume trugen bereits Früchte. Redouane stellte das eigene Olivenöl her. Einige kauften etwas Bio Olivenöl.
Gemeinsam besuchten wir noch im Dorf 2 Olivenmühlen, die in wenigen Gehminuten erreichbar waren. Die Olivenernte in Marokko ist in vollem Gange.




Nach diesen vielen neuen Eindrücken verabschiedete ich mich von meinen Begleitern.

Von den Tagen bei den Familien ist hier auf meiner Homepage etwas mehr zu lesen und zu sehen.
http://www.der-steppenwolf.com/ubersich ... -khenifra/
Wenn man, wie ich, Kontakte zu den Marokkanern hat, sieht man das Land während der Reisen mit anderen Augen.
Es ist Dienstagnachmittag, der 20.12.2016. Die Temperatur ist angenehm, die Sonne scheint. Burkhard und seine Begleiter sind nun auf dem Weg in Richtung Süden.
Ich fuhr ca. 10 km weiter in das Dorf Tassa, wo ich die Familien von Rahou und Alimohamed besuchte.

Beim Abbiegen von der Straße zum Dorf fielen plötzlich alle Blinker an der Taxe aus. Sicherung war ok. Beim aktivieren der Warnblinkanlage ging die Sicherung kaputt. In der Stadt Outat El Haj wird sich bestimmt ein Fachmann finden.
Die Wiedersehensfreude war groß. Im August 2016 verbrachte ich bereits mehrere Tage bei den mir lieb gewordenen Familien. Hier bin ich kein Gast mehr, sondern ein Familienmitglied.
Es waren auch wieder Verwandte aus Casablanca, Salé und Fes zu Besuch, die bei der Olivenernte mithalfen.
Zuerst gab es einen Begrüßungstee. Anschließend überreichte ich den Familien jeweils ein Fotobuch. Die Pupillen der Menschen wurden immer größer.
Meine kleine Freundin, Jihan, war noch in der Schule. Natürlich wurde auch gleich nach Frank hier im Forum als “Cruisero“ bekannt, gefragt. Er wird hier sehr vermisst.
Nun wurde das Zebra teilweise entladen. Ich war froh wieder Platz im 1. OG zu haben.
Alle freuten sich über die gute und teilweise neue Kleidung und Schuhe. Auch eine gut gefüllte Tasche mit Babykleidung, die gleich gerecht aufgeteilt wurde und dankbare Abnehmer in der Verwandtschaft fand.
Burkhard und Kerstin hatten ein Kinderfahrrad aus Deutschland mitgebracht, das ich dem kleinen Simon übergab. Natürlich zeigte ich ihm auch ein Foto vom den Spendern.
Sofort wurden die ersten Runden durch das Dorf gedreht und seinen Kumpels das Geschenk gezeigt.

Danke Burkhard und Kerstin. Ihr habt Simon eine große Freude gemacht. Er möchte euch auch einmal kennenlernen.
Nach dieser, für alle aufregenden und freudigen Stunde fuhr ich zurück zu Redouane und dann mit Bahmed und Suzanne in die Stadt. Suzanne kaufte ein, mit Bahmed fuhr ich zum Autoelektriker.


Die Diagnose ergab, dass die rechte Seite, einen elektrischen Defekt hatte. Da es bereits dunkel wurde, vereinbarten wir einen Termin am nächsten Morgen.
Mit Bahmed, Suzanne und Redouane verbrachte ich einen schönen gemütlichen Abend bei guten Essen, Getränken und diversen Rauchwaren.
Geschlafen hatte ich im, nun fast leeren Schlafzimmer, im 1. OG.
Nach dem Frühstück bin ich mit Bahmed wieder in die Stadt gefahren.
No hurry in Afrika. Daran musste ich mich wieder gewöhnen.
9 Uhr war Termin bei Ahmed, dem einzigen Autoelektriker in der Stadt.
Ein Renault 19 mit defekter Dieselpumpe und ein Mercedes Bus mit defekter Heizung mussten zuerst repariert werden.
Es ist immer interessant zu sehen, mit welch einfachen Mitteln die Reparaturen durchgeführt werden. Das komplette Armaturenbrett im Mercedes Bus war in ca. 15 Minuten demontiert.
Burkards Tipp mal die Birnen zu wechseln brachte leider keinen Erfolg.
Bahmed und ich sind dann ersteinmal zu einem nahe gelegenen Café geschlappt und genossen die Morgensonne und das Wifi.
Alles wird praxisgerecht verwertet

Gegen 11 Uhr ging Ahmed auf Fehlersuche auf der rechten Seite. Um besser die Kabel sehen und kontrollieren zu können, wurde der Luftfilterkasten demontiert und die Batterie ausgebaut. Der Fehler wurde nicht gefunden.
Dass Zebra zog viele neugierige Blicke auf sich. Nebenan auf einen Platz zeigten mir die Kinder stolz akrobatische Kunststücke.
Ahmed schlug vor einen Bypass zu legen. Ich stimmte zu. Gleich um die Ecke war ein Magazin das die benötigten Kabel hatte. Der Test war erfolgreich. Redouane kam auch noch dazu um zu übersetzen. Das Kabel wurde gut geschützt verlegt und befestigt. Alles funktionierte wieder. Nur die Blinkkontrollleuchte, bei Blinken rechts, leuchtet nicht mehr auf. Für die ca. 4 Stunden Arbeit bezahlte ich 100 DH, ca. 10 Euro.

Ist schon ein schönes Gefühl, wieder ohne Sorgen und Ängste im Straßenverkehr teilnehmen zu können.
Nach einem nochmaligen Besuch des Cafés fuhr ich mit Bahmed nach Tassa. Hier konnte ich endlich meine, noch etwas schüchterne, Jihan in die Arme nehmen.

Wegen mir durfte sie nachmittags die Schule schwänzen. Zu Essen gab es Lubia, eine sehr gute schmackhafte Bohnensuppe. Dazu Brot und Oliven und kein Besteck.

Anschließend nahmen 8 Personen im Zebra Platz.

Wir fuhren zu Verwandten in einem anderen Dorf.


Diese Großfamilie hatte ich im August 2016 kennengelernt. Das große Haus, eine Art Riad, gefällt mir.


Wie versprochen hatte ich für alle Fotos von meinem letzen Besuch mitgebracht. Eine der Töchter lag im Wochenbett. Das Bett war im unbeheizten Wohnzimmer aufgestellt. Mehr als 15 Grad waren es nicht im Salon. Das wenige Tage junge Baby lag dick eingehüllt neben seiner Mutter.

Wir tanken Tee, aßen Pfannkuchen, dazu Olivenöl, Honig und eine leckere nussige Süßspeise.
Verstanden was da alles geredet wurde, hatte ich nichts. Ich alberte mit einem der kleinen Söhne herum. Wir beide verstanden uns.
Wieder in Tassa angekommen genossen wir, warm gekleidet und in Decken gehüllt, den kühlen Abend im ungeheizten Haus.
Redouane und Suzanne kamen auch noch zum Abendessen vorbei. Und wieder wurde gemeinsam mit 14 Personen am runden Tisch gegessen.
Im Zebra schlafen durfte ich nicht. Mir wurde im Salon ein Schlafplatz angeboten. Hier schliefen auch Mohamed und Rahou.
In dicke wärmende Decken gehüllt, darüber noch einen Teppich, segelte ich gegen 23 Uhr schnell weg.

Ich bin noch bis zum 24.12.2016 bei meiner Familie geblieben und genoss deren Tagesabläufe, saugte alles in mich auf und half auch bei der Olivenernte mit.



Transport der Oliven zur Mühle. Mit bis zu 2 Tonnen wird der Hilux beladen.

Moderne Olivenmühle. Importiert aus Italien.

Probesitzen

Frisch in der Stube

Sardinen und Lubia

Vorbeitung Couscous

War wieder ein Gedicht.

Teewasser

Frühstückspfannkuchen

Im Haus bei Alimohamed. Vater von Jihan und Simon

Spaziergang von der Olivenmühle zurück in das Dorf

Vorbereitung der Oliven, die eingelegt werden.
Je nach Geschmacksrichtung werden diese eingeschnitten oder mit einem Stein oder Metallstück gequetscht.


Die Familien sind weitgehend Selbstversorger, bzw. verkaufen auch ihre Produkte in der Stadt. Gemüse, Früchte, Obst und Getriede werden selbst angebaut.
Gehalten werden 4 Rinder, viele Schafe, Puten, Hasen und Hühner. Rinder werden in der Stadt geschlachtet. Alle anderen Tiere auf dem Grundstück.

Frische Beilage für die Tajine am Mittag.

Die Esel sind reine Arbeitstiere. Katzen dürfen in die Häuser. Hunde nicht.
Sandtransport

Mit vielen Litern, frisch gepresstem Olivenöl und eigelegten Oliven beladen, ein Geschenk der Familien, verabschiedete ich mich. Und wieder flossen literweise Tränen.
Shukran an die lieben Familien. Es waren wieder wunderschöne und relaxte Tage.
Heute ist der 24.12.2016.
Nachdem ich im Arbeitszimmer keine Papiertaschentücher mehr fand, hörte ich auf zu weinen.
Die Herzlichkeit, die Wärme, die Geborgenheit und die Offenheit die ich bei den Familien spürte und erlebte hinterlässt immer seine Spuren. Auch die Zufriedenheit der Menschen, mit dem was man hat, und das einfache Leben begeisterten mich.
Die Jüngeren sehen dies mit anderen Augen. Viele schauen nach Europa.
Von Tassa aus bin ich bei strahlendem Sonnenschein über Missour, Midelt und Khenifra zu meiner Berberfamilie gefahren.

Kurz vor Missour wollte ich noch Hayat, eine Krankenschwester in einem kleinen Dorfhospital besuchen. Leider war dieses geschlossen. Hayat hatte ich vor einem Jahr im Zebra mitgenommen, als sie an der Straße in Outat El Haj zu ihrer Arbeitsstelle wollte.
Strecke Midelt - Khenifra


Auf ca. 2000 m Höhe


Hinter Midelt führt auch eine Straße, abwechselnd auch Piste durch wunderschöne Zedernwälder zu Berberfamilie. Mein Gefühl sagte, dass ich diese nicht fahren solle, was sich später als gute Entscheidung herausstellte. Teilweise war die Piste, die bis auf 2.000 Höhenmeter führt, wegen dem vielen Schnee im Mittleren Atlas, nicht befahrbar.
Kurz bevor sich die herrliche Sonne verabschiedete, bin ich bei meinen 5 Frauen angekommen. Zufall war, dass ich diese vor genau 2 Jahren kennenlernte.
Hier ein Auszug aus meinem damaligen Reisebericht:
“Als ich aus dem Wald fuhr, sah ich an einem Hang einzelne Gehöfte. Sehr einfache Häuser. Aus mitteleuropäischen Augen gesehen, eigentlich Bretterverschläge, nur mit Folien gegen die Nässe geschützt. Kein Wasseranschluss, kein Strom.
Wie können die Menschen hier leben, fragte ich mich, wie so oft auf der Tour.
Das Zebra brachte mich zurück zur Hauptstraße. Ich musste immer an die Menschen denken, die hier am Hang in den Hütten ihr karges Leben fristeten.
Vielleicht waren sie auch zufrieden. Zufriedener als ich oder Millionen anderer Menschen. Weniger ist mehr.
Im Gegensatz zu diesen Behausungen hatte ich ein mobiles Luxusappartement. Ja, eine Dusche fehlte. Eine 1,5 Liter PET Flasche, gefüllt mit handwarmem Wasser ist der Ersatz. Dies ist ausreichend für die Körperreinigung.
An der Hauptstraße angekommen wendete ich und fuhr wieder zurück in Richtung Wald. Der Steppenwolf in mir wollte weiter. Ich nicht.
Kleidung und Schuhe würden hier sicherlich gut gebraucht. Vieles davon war an Bord.
Heute ist Weihnachten und die Zeit Gutes zu tun.
Oben am Hang sah ich einen dunkel gekleideten Menschen stehen, der neugierig herunterblickte.
Ich stoppte und betätigte den manuellen Scheibenheber und winkte aus dem Fenster. Der neugierige Mensch war eine junge Berberfrau. Hassna war ihr Name.
Ich stieg aus, und zeigte ihr warme Kleidung und Schuhe. Ja, sie nahm die Taschen gerne und dankend an. Hassna freute sich und lud mich zu einem Tee ein.
Nach dem spärlichen Frühstück und der noch anhaltenden Kälte nahm ich ihre Einladung an. Schön, wenn “mann“ Zeit hat. Und neugierig war er natürlich auch.
Ich stellte das Zebra ab. Über einen steinigen schlammigen Hang gingen wir gemeinsam auf direktem Weg hinauf zum Haus. Was mich hier wohl erwartet, fragte ich mich.“
Heute erwarteten mich 5 Frauen. Die Mutter, Rachida, die geistig behinderte Tochter Najema, Hassna, Fatima und Aicha. Der Vater ist vor einigen Jahren gestorben.
Von einem Weg abgehend, führen Spuren hinauf zum einfachen Gehöft der Familie, das auf ca. 1.700 m Höhe liegt.

Ich drückte die grüne Taste. Der Allrad war eingeschaltet, die Freilaufnaben waren verriegelt, die Untersezung aktiviert. Auf dem total schlammigen Boden, große und kleine Steine sorgten für spärlichen Grip der AT`s, erreichte ich das Haus. Mein Parkplatz war frei.

Die Winterzeit ist sehr hart für die Bewohner in dieser, landschaftlich doch sehr schönen Region, inmitten weitläufiger Zedernwälder.
Es gab wieder viele herzliche und feste Umarmungen und viele Küsschen auf die Wangen. Schon Stunden vorher, freute ich mich auf die warme Stube, nachdem ich die letzten Tage in den ungeheizten Häusern verbracht hatte. Der kleine Holzofen ist ein Gedicht.

Auch hatte ich sehr viel Kleidung, Schuhe etc. für Familie und teilweise Nachbarn mitgebracht, die auch zu Besuch kamen.
Mein mobiles Appartement war nun wieder bewohnbar und die Stauräume frei für andere schöne Dinge.
Bei der Familie verbrachte ich 3 schöne Tage. Wie immer viel zu kurz.
Mama ritt in den Wald

Wie immer urgemütlich im Haus


Auf dem Weg zu den Cascades Zaouia d'Ifrane die mir Hassna, Fatima und Aicha zeigten.




Hoch zum Wasserfall mit festem Schuhwerk :biggrin:





Aus Zucker wird Puderzucker gemacht



Nach dem Essen

Einkaufen mit Fatima und Hassna auf dem Souk und in der Medina





Habe vergeblich versucht, Mohamed den Schäfer zu besuchen. Die Piste war nach einigen Kilometern wegen dem Schnee nicht mehr befahrbar.




3 wunderschöne Tage verbrachte ich bei der Familie. Papiertaschentücher beim Abschied hatte ich griffbereit.

Nun wollte ich auf schnellstem Weg in den Süden.
Ich weckte Frau Garmin. Zuflüstern wo ich denn nun hin möchte verstand sie nicht. Ich musste wieder viele Knöpfe und Tasten drücken, warten und warten, bis sie mir endlich die Ankunftszeit in der Safranstadt Taliouine anzeigte. 19.00 Uhr war ok. Nur bin ich auf Marokkos Straßen unterwegs und rechnete gleich mal 2 Stunden dazu. In Taliouine wollte ich auf den mir bekannten CP Toubkal und freute mich auf die erste warme Dusche seit meiner Abfahrt in Tuttlingen.
Im Süden waren Günter und Elke, Seffen und Lilli, Christian, sowie Burkhard mit seinen Freunden unterwegs. Auch Basti war mit Frau und den beiden kleinen Kindern dort seiem PZJ 75 unterwegs.
Über Khenifra fuhr ich bei schönstem Wetter und wenig Stopps auf der N 11 in Richtung Marrakech. In die Stadt, bzw. durch die Stadt fahren wollte ich nicht.

Mein Essen, wenn ich alleine unterwegs bin, besteht meist aus Mandarinen und leckerem Brot. Wie so oft, nehme ich auch immer mal wieder Anhalter mit.
Ca. 30 km vor der Stadt bog ich in Richtung Sidi Rahhal ab. In Ait Ourir erreichte ich die Straße, die über den Tizi n Tichka Pass führt.


Ohne Stopps fuhr ich über den Pass, der gut zu befahren war.
Geduld und Ruhe waren, wegen der vielen schwer beladenen LKW´s, angesagt, die sich oft mit Schrittgeschwindigkeit den schönen Pass hochquälten.
Oben angekommen, war es bereits dunkel. Der Blitz der Kamera oder des Smartphones war zu schwach um das Bergpanorama zu fotografieren
Frau Garmin zeigte mir immer spätere Ankunftszeiten an. Es ärgerte mich zunehmend, dass ich bei Dunkelheit durch wunderschöne Landschaften fahre und nichts davon sehe, außer die vielen Bremslichter der LKW´s. Zum Glück bin ich diese Strecke auch schon bei Tageslicht gefahren.
Ich bin im Urlaub, ich bin in Urlaub, ich habe keine fixen Termine, ich habe alle Zeit der Welt. Diese Gedanken wiederholten sich immer wieder.
In Tazenakht füllte gegen 21 Uhr in einem Zebrarestaurant ich dessen Magen mit Gasoil 10. Da war auch ein Restaurant für Menschen und ein Wifi Bäbber zu sehen.
Spontan fragte ich den netten Tankwart, ob ich hier übernachten könne. Er nickte und meinte, ich solle in die Fahrzeugwaschhalle fahren. Hier wäre es ruhiger in der Nacht. Wifi hätte ich da jedoch nicht.
Das Zebra freute sich über diese Erholung. Mein leerer Magen und ich auch. Der CP Besitzer in Taliouine nicht.
Vor dem Restaurant parkte ich. Nebenan stand ein LKW dessen beide Fahrer auch hier übernachteten. Einer im Führerhaus, der andere hatte sich Platz auf der Ladefläche geschaffen.
Im unbeheizten Restaurant war es recht kühl. Entsprechend schnell wurde gespeist.
Die Nacht war ruhig. Geschlafen hatte ich sehr gut. Die Standheizung tat das, wozu sie eingebaut wurde. Gefrühstückt habe ich im Restaurant.
In der Stadt war gegen 8 Uhr bereits reges Treiben. Es war Souk. Tazenakht ist bekannt für die Berberteppiche, die es hier in großer Auswahl zu kaufen gibt.

Nach dem Frühstück, Omelette, Brot und Tee, bin ich noch etwas herumgeschlappt und dann nach Taliouine gefahren. Auch eine landschaftlich schöne Stecke.

Kurz vor der Stadt habe ich noch den bestellten Safran gekauft, der in dieser Region angebaut wird. Die Preise für ein Gramm schwanken zwischen 40 – 80 DH. 200 Blüten ergeben ein Gramm. Welch eine Arbeit. Was der Schwabe für das Gramm bezahlte, brauche ich hier nicht zu schreiben.

Heutiges Ziel war Tafraoute. Hier kaufte ich noch Mandarinen und Brot.
Kurz nach Taliouine bin ich rechts auf die R 106 abgebogen, die durch den Antiatlas bis nach Tafraoute führt. Eine landschaftlich unbeschreiblich schöne Strecke, die ich immer und immer wieder fahren könnte. Auf der gesamten Strecke kamen mir vielleicht 20 Fahrzeuge entgegen.










Tafraoute erreichte ich am späten Nachmittag.
Burkhard und seine Freunde waren auch da und übernachteten bei den blauen Felsen. Ich dachte, dass sie einen Tag später in Tafraoute sein werden. Schade, dass wir uns nicht getroffen hatten.
Günter, Elke, Steffen und Lilli waren gerade in Tiznit auf dem gemeindeeigenen Campingplatz. Dank Maroc Telecom hatte ich Kontakt zu den Urlaubern.
Ich beschloss bei beginnendem Sonnenuntergang noch nach Tiznit zu fahren. Auch eine landschaftlich wunderschöne Strecke.


Es geht weiter mit Teil 2
Viele Grüße
Martin

















































































































































































