und die suchen wir am frühen Abend, als die Hitze des Tages endlich etwas nachlässt, es aber noch einigermaßen hell ist, auf.
Im vergangenen Jahrhundert war Gambella für einige Zeit britisches Protektorat und Binnenhafen für Schiffe auf dem Weg zwischen Baro River und Weißem Nil. Geht man am Strand entlang unter der Brücke hindurch (flussabwärts) sieht man noch die Überreste alter Anlandungsstellen, die hier im Schutz zwischen Insel und Ufer erbaut waren. Wenn Steffen mich nicht vor der Reise darauf aufmerksam gemacht hätte, hätte ich diese Stelle glatt übersehen
Ein Blick von oben -
einmal flussabwärts in Richtung Südsudan ...
... und dann flussaufwärts in Richtung Gambela Stadt
Die Brücke über den Baro wird von bewaffnetem Militär bewacht, Fotografieren der Brücke oder von der Brücke ist verboten. Ich habe versucht, eine Erlaubnis zu erhalten, aber in diesem Fall hat mir auch mein Lächeln nicht geholfen
Oberhalb dieser alten Anlandungsstellen ist - zumindest am Wochenende - die Amüsiermeile der Stadt. Vor der Sonne geschützt unter den Bäumen im Schatten sitzen Familien an langen Bänken, lachen, grillen, essen, trinken - und nebenbei werden Kicker-Meisterschaften ausgetragen
Und noch mehr tote Steine, gar nicht so sehr weit weg von unserem Hotel:
die Ruinen des alten italienischen Forts.
1936 wurde Gambela von den Italienern besetzt, die das kleine, jetzt zerstörte Fort bauten. 1941 eroberte England die Stadt zurück - ab 1951 wurde Gambela dann wieder über den Sudan verwaltet. Erst 1956 ging die Enklave an Äthiopien.
Das alte Fort von hinten
Die Ruine ist ummauert und es gibt für uns leider keine Möglichkeit, das Fort aus der Nähe anzusehen.Wir klopfen vorsichtig am Tor, werden aber von einem völlig panischen alten Herrn verscheucht, der ganz hysterisch "go, go, go" schreit. Vielleicht sehen wir ja italienisch aus ... ?
Hier noch ein heimliches Foto durch einen Mauerschlitz auf die Front der Ruine -
zu lesen sind nur die letzten Buchstaben L C I
Bevor wir zurück zum Hotel gehen, besuchen wir noch den Friedhof
Wieso ist Jesus wohl verhüllt?
Es hängt sicherlich mit einem Brauch ähnlich unserer Verhüllung Jesu am Kreuz in der Fastenzeit zusammen ... ich bin bei diesen christlichen Dingen überfordert
Die "Fresken" an der Außenwand der kleinen Kirche sehen auf alle Fälle sehr hübsch aus -
auch wenn das Kabel am unteren Rand des Gemäldes den Eindruck erweckt, es sei der Abfluss des Gewässers ...




