Auf der Suche nach den Seen und Brunnen im Idhan Ubari in Libyen

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Werner Lenz
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Auf der Suche nach den Seen und Brunnen im Idhan Ubari in Libyen

Beitrag von Werner Lenz »

Auf der Suche nach den Seen und Brunnen im Idhan Ubari in Libyen

Werner Nöther & Michael Rolke (Hg)
Erste Ausgabe 2020
BoD – Books on Demand, Norderstedt
ISBN: 978-3-751-95524-9
40 Seiten
Mit zahlreichen Farbfotos, Graphiken, Karten & Tabellen
Paperback 13,50 €

Foto: BoD
Foto: BoD

Vielen von uns sind die fälschlicherweise pauschal als Mandara-Seen bezeichneten Salzseen im Erg Ubari in Libyen ein Begriff. Die malerischen Seen haben ab den 1990-er Jahren eine Vielzahl Wüstenfahrer fasziniert und wurden zu begehrten Reisezielen.
Werner Nöther ging es nicht anders, nachdem er einen Teil dieser Seen im Jahre 1990 besucht hatte und es reizte ihn mehr dieser Seen zu entdecken. Seine Recherchen beschränkten sich dabei nicht ausschließlich auf Suchfahrten vor Ort sondern er begann auch die relevante Literatur zu durchforsten. Ich finde es erstaunlich, wie viele Quellen er dabei zu Tage fördern konnte. Leider ist Werner Nöther, den ich persönlich sehr gut gekannt habe, viel zu früh verstorben (1943 - 2012).

Dankenswerterweise hat sich Michael Rolke die Aufarbeitung von Nöther’s wissenschaftlicher Hinterlassenschaft zum Ziel gesetzt (siehe dazu auch das kürzlich veröffentliche Werk „Hassi Scheraba“). Rolke gebührt das Verdienst dessen gesammeltes Wissen zu den Salzseen im Erg Ubari nunmehr anschaulich zusammengestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben.

Im Büchlein enthalten sind die GPS Koordinaten der Seen sowie deren Namen, soweit sie bekannt sind. Die Liste umfasst die beeindruckende Zahl von insgesamt 29 Seen von denen allerdings einige trockengefallen sind. Auch Satellitenfotos sind im Buch enthalten welche die Lage der einzelnen Seen zueinander veranschaulicht.

Ein Kapitel widmet sich dem Mandara See und seinen Anwohnern sowie deren Ernährungsgrundlage den Salinen Krebschen (Artemia salina). Die Dauada („Wurmesser“) wurden von Gaddhafi 1990 zwangsumgesiedelt und mussten Ihren See verlassen.

Weiterhin findet sich im Buch eine Auflistung von mehr als zwanzig Brunnen (mit GPS Koordinaten) im Idhan Ubari, die im Rahmen der Suchfahrten entdeckt wurden. Darunter auch „el Hassi“ an welchem Heinrich Barth auf seiner berühmte Reise nach Inner-Afrika mit seiner kleinen Karawane im April 1850 genächtigt hatte.

Das zweiseitige Literatur und Quellenverzeichnis ist, so wie es Nöthers‘s Art war, äußerst akribisch ausgeführt und sogar kommentiert. Hier kann man lernen, dass die ersten Europäer bereits vor 200 Jahren drei der Seen besucht haben. Von Idri kommend, konnten Oudney und Clapperton im Jahre 1822 Nech Nuna, Truna und Mandara bestaunen.

Auf meiner letzten Libyenreise Ende 2010 haben wir von Norden kommend versucht möglichst viele der Seen hintereinander anzufahren, darunter den kleinsten (Tademka) und den größten See (Umm el Hassan). Das Fahren und Passagensuchen hat enorm viel Spaß bereitet und ich habe den Truna See dabei zu meinem Lieblingssee erkoren. Solch ein Buch wie es nunmehr vorliegt hätte die Reiseplanung dramatisch verkürzen können.

Es war übrigens auf der Rückfahrt dieser Reise als ich von Werner Nöther einen Warnanruf erhielt: „Wenn Ihr jetzt nach Tunesien einreist und auf große Menschenansammlungen trefft geht nicht davon aus, dass dies Feiern oder Feste sind sondern umfahrt das möglichst“. Das war der Beginn des Arabischen Frühlings in Tunesien.

Fazit: Ein feines, schmales Werk das dem Leser eine enorme Fülle von kompakt aufbereiteten Informationen liefert. Falls Libyen wieder für den Tourismus zugänglich würde, liefert das Büchlein für den passionierten Dünenfahrer genügend Anregungen für lohnenswerte Ziele in den Weiten des Erg Ubari.

Dr. Bernhard Kraus
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