Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
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Martin Topic
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- Registriert: Mi 16. Nov 2005, 19:59
Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
Hallo zusammen,
wie verhält es sich mit abgekochten Süßwasser, ist es im abgekochten Zustand immer genießbar?
Es besteht ja auch bei dem Anschein nach sauberen Bächen oder stehenden Gewässern usw. die Möglichkeit von verunreinigtem Wasser. Keime, Bakterien und anderen Krankheitserreger sterben angeblich beim kochen ab, entspricht das den Tatsachen?
Wenn ja, wie lange muss man das Wasser kochen?
Grüße Martin
wie verhält es sich mit abgekochten Süßwasser, ist es im abgekochten Zustand immer genießbar?
Es besteht ja auch bei dem Anschein nach sauberen Bächen oder stehenden Gewässern usw. die Möglichkeit von verunreinigtem Wasser. Keime, Bakterien und anderen Krankheitserreger sterben angeblich beim kochen ab, entspricht das den Tatsachen?
Wenn ja, wie lange muss man das Wasser kochen?
Grüße Martin
lebe jeden Tag bewusst, denn es kann dein letzter sein
Re: Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
Hallo Martin,
gelernt hatte ich einmal, daß man Lebewesen –also Bakterien, Viren, Pilze, Menschen- durch kochen abtöten kann. Der Siedepunkt sollte ca. 5 Minuten erhalten bleiben.
Es gibt zwar einige Arten, die sich bei 100 Grad Celsius noch wohl fühlen, aber das vernachlässigen wir mal.
Anorganische Giftstoffe können zwar auch abgekocht werden, das ist denen aber vollkommen gleichgültig. Für Schwermetalle wie Arsen, oder Radioaktivität ist diese Temperatur reinstes Wellness.
Immer gesundes Trinkwasser wünscht der Günther
gelernt hatte ich einmal, daß man Lebewesen –also Bakterien, Viren, Pilze, Menschen- durch kochen abtöten kann. Der Siedepunkt sollte ca. 5 Minuten erhalten bleiben.
Es gibt zwar einige Arten, die sich bei 100 Grad Celsius noch wohl fühlen, aber das vernachlässigen wir mal.
Anorganische Giftstoffe können zwar auch abgekocht werden, das ist denen aber vollkommen gleichgültig. Für Schwermetalle wie Arsen, oder Radioaktivität ist diese Temperatur reinstes Wellness.
Immer gesundes Trinkwasser wünscht der Günther
Re: Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
Hallo Martin,
was verstehts du unter geniessbar ?
nicht krankheitserregend oder geschmacklich akzeptabel ?
Die in Afrika s.g. "Hippo-Piss", also Wasser aus einem Hippo/Flusspferd-Pool, könnte man sicher aus medinizischer Sicht nach Abkochen und Filtern trinken - aber ....
Man könnte sich auch noch andere, ekligere Wässerchen vorstellen.
Zur Beurteilung des Wassers:
- wie riecht es,
- woher kommt es
- trinken die "Locals" es
- welcher Trübungsgrad
- wie riecht es beim Kochen
- wie dringend brauche ich es
Gruss
Lothar
was verstehts du unter geniessbar ?
nicht krankheitserregend oder geschmacklich akzeptabel ?
Die in Afrika s.g. "Hippo-Piss", also Wasser aus einem Hippo/Flusspferd-Pool, könnte man sicher aus medinizischer Sicht nach Abkochen und Filtern trinken - aber ....
Man könnte sich auch noch andere, ekligere Wässerchen vorstellen.
Zur Beurteilung des Wassers:
- wie riecht es,
- woher kommt es
- trinken die "Locals" es
- welcher Trübungsgrad
- wie riecht es beim Kochen
- wie dringend brauche ich es
Gruss
Lothar
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Martin Topic
- Beiträge: 107
- Registriert: Mi 16. Nov 2005, 19:59
Re: Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
@Lothar: ich meine damit keine Schwermetalle und der Geschmack ist Sekundar!was verstehts du unter geniessbar ?
nicht krankheitserregend oder geschmacklich akzeptabel?
@günther:
da geht es ganz bestimmt nicht hin, ein belastendes Thema!Radioaktivität ist diese Temperatur reinstes Wellness
Grüße & Danke Martin
lebe jeden Tag bewusst, denn es kann dein letzter sein
Re: Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
Die Abkochzeit hängt auch von der Höhe ab. Auf dem Mont Blanc (4800m, erreicht man in den Anden problemlos) kocht Wasser schon bei 84 °C.
Da wird es mit z.B. Eier hartkochen schon schwierig. Zur vollständigen Gerinnung braucht das Ei eigentlich 84,5°.
Hab aber auf die Schnelle keine vernünftige Tabelle oder Abhandlung zum Thema "Wasser abkochen" gefunden.
Ach ja, und bei Schlechtwetter (Tiefdruckgebiet) kann der Siedepunkt von Wasser durchaus um weitere zwei Grad sinken.
Grüße,
Horst
Da wird es mit z.B. Eier hartkochen schon schwierig. Zur vollständigen Gerinnung braucht das Ei eigentlich 84,5°.
Hab aber auf die Schnelle keine vernünftige Tabelle oder Abhandlung zum Thema "Wasser abkochen" gefunden.
Ach ja, und bei Schlechtwetter (Tiefdruckgebiet) kann der Siedepunkt von Wasser durchaus um weitere zwei Grad sinken.
Grüße,
Horst
Re: Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
Bei einer Wassertemperatur von 70°C werden nach 30min alle Keime abgetötet, bei einer Temperatur von 85°C nach wenigen Minuten. Also in der Zeit, welche es braucht, um das Wasser zum Kochen zu bringen (von 85°C bis 100°C) sind alle Keime zerstört.
Das heisst, dass man das Wasser zum Kochen bringen muss und danach sofort vom Herd nehmen kann. Auch in grosser Höhe reicht das bei Weitem.
ÜBRIGENS: Wasser abkochen ist immer noch die sicherste Methode, um keimfreies Wasser zu bekommen.
Robert
Das heisst, dass man das Wasser zum Kochen bringen muss und danach sofort vom Herd nehmen kann. Auch in grosser Höhe reicht das bei Weitem.
ÜBRIGENS: Wasser abkochen ist immer noch die sicherste Methode, um keimfreies Wasser zu bekommen.
Robert
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Guido3
Re: Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
Und wenn man mal kein Brennmaterial hat, hilft eine PET-Flasche und Sonne bei der Entkeimung. Das Verfahren wird auch von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen.
http://de.wikipedia.org/wiki/SODIS
Wie Günter schon schrieb, ist eine eventuelle Belastung mit anorganischen Stoffen manchmal das größere Problem.
Beste Grüße
Guido
http://de.wikipedia.org/wiki/SODIS
Wie Günter schon schrieb, ist eine eventuelle Belastung mit anorganischen Stoffen manchmal das größere Problem.
Beste Grüße
Guido
Re: Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
In Offroad-Gegenden Wasser keimfrei zu machen hängt immer von den praktikablen Möglichkeiten ab.
Wenn Auto vorhanden, ist der Transport eines kleinen Schnellkochtopfs unspektakulär. Damit läßt sich Wasser auch in größeren Höhen auf über 100°C erhitzen. Dann kann auch ein leistungsfähiger Mikrofilter für die Schwebstoffklärung mitgeführt werden.
Mit dem Motorrad schaut's nicht ganz so transportfreundlich aus (Martin sagt es bei seiner Frage zwar nicht, aber seine Moto-Provenienz läßt sich unschwer aus vorherigen Postings erkennen). Auf meinen Touren habe ich einen Kleinst-Kaffeefilter mit Filterpapier zur Klärung des Wassers von Schwebstoffen in Betrieb (wenn das Wasser nicht klar sein sollte) und anschließend kommt da ein Körnchen Micropur rein. Die Anwendung von Silbersalzen in Minimaldosierung und über einen kurzen Zeitraum ist für mich nicht problematisch. Bis auf wenige Ausnahmen hatte ich keinen Ärger mit Montezuma. Die Ursachen dafür sind auch nicht in allen Fällen auf das Wasser zurückzuführen.
Von den käuflichen Hand-Mikrofilterpumpen mit keramischen Filterkerzen bin ich schon lange abgekommen. Die funktionieren beim ersten Mal und dann kann man die Kerze nur noch unter großen Schwierigkeiten so rückspülen, daß die Rein-Seite keimfrei wird.
Ebenso abgekommen bin ich von den Alu-Flaschen, da undurchsichtig. Ich möchte wissen, wann sich Algen-, Hefen- und andere Kulturen da drinne breit machen, deshalb verwende ich ausschließlich transparente Behälter.
Salziges Wasser bleibt salzig. Meistens sind's Natrium- und/oder Magnesiumchloride, die sich durch Filtration nicht entfernen lassen. Dazu müssen Jonenaustauscher benutzt werden. Magnesiumionen bedeuten dann etwas 'leichtgängigeren' Stuhl.
Das Training des Gastointestinaltrakts auf eine ortsangepaßte Darmflora ist auch nicht verkehrt. Mein eindrücklichstes Erlebnis war auf einem mehrwöchigen Fußmarsch im Tassili n'Ajjer im 'Louvre du Sahara', als ich beim Wassernehmen aus einer kleinen Guelta und anschließender Flaschendurchsicht einen zwappselnden Fisch von einem Zentimeter Länge entdecken durfte, der mit ziemlich großen Augen und etwas konsterniert in meiner Flasche rotierte. Ich habe ihm seine nasse Freiheit sofort wieder verschafft.
Gruß
Wenn Auto vorhanden, ist der Transport eines kleinen Schnellkochtopfs unspektakulär. Damit läßt sich Wasser auch in größeren Höhen auf über 100°C erhitzen. Dann kann auch ein leistungsfähiger Mikrofilter für die Schwebstoffklärung mitgeführt werden.
Mit dem Motorrad schaut's nicht ganz so transportfreundlich aus (Martin sagt es bei seiner Frage zwar nicht, aber seine Moto-Provenienz läßt sich unschwer aus vorherigen Postings erkennen). Auf meinen Touren habe ich einen Kleinst-Kaffeefilter mit Filterpapier zur Klärung des Wassers von Schwebstoffen in Betrieb (wenn das Wasser nicht klar sein sollte) und anschließend kommt da ein Körnchen Micropur rein. Die Anwendung von Silbersalzen in Minimaldosierung und über einen kurzen Zeitraum ist für mich nicht problematisch. Bis auf wenige Ausnahmen hatte ich keinen Ärger mit Montezuma. Die Ursachen dafür sind auch nicht in allen Fällen auf das Wasser zurückzuführen.
Von den käuflichen Hand-Mikrofilterpumpen mit keramischen Filterkerzen bin ich schon lange abgekommen. Die funktionieren beim ersten Mal und dann kann man die Kerze nur noch unter großen Schwierigkeiten so rückspülen, daß die Rein-Seite keimfrei wird.
Ebenso abgekommen bin ich von den Alu-Flaschen, da undurchsichtig. Ich möchte wissen, wann sich Algen-, Hefen- und andere Kulturen da drinne breit machen, deshalb verwende ich ausschließlich transparente Behälter.
Salziges Wasser bleibt salzig. Meistens sind's Natrium- und/oder Magnesiumchloride, die sich durch Filtration nicht entfernen lassen. Dazu müssen Jonenaustauscher benutzt werden. Magnesiumionen bedeuten dann etwas 'leichtgängigeren' Stuhl.
Das Training des Gastointestinaltrakts auf eine ortsangepaßte Darmflora ist auch nicht verkehrt. Mein eindrücklichstes Erlebnis war auf einem mehrwöchigen Fußmarsch im Tassili n'Ajjer im 'Louvre du Sahara', als ich beim Wassernehmen aus einer kleinen Guelta und anschließender Flaschendurchsicht einen zwappselnden Fisch von einem Zentimeter Länge entdecken durfte, der mit ziemlich großen Augen und etwas konsterniert in meiner Flasche rotierte. Ich habe ihm seine nasse Freiheit sofort wieder verschafft.
Gruß
Nach Süden!
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.
-
Bäärti
- Beiträge: 1569
- Registriert: Mo 1. Aug 2005, 20:23
- Wohnort: südlich von Luzern... im Herzen der Schweiz, da wos am schönsten ist.
- Kontaktdaten:
Re: Abgekochtes Süßwasser immer genießbar?
Hoi zäme
Ich glaube, die Sache mit der Trinkwasserqualität wird gerne übertrieben. Vielerorts ist das Trinkwasser in Ordnung und als Tourist ist man ja nicht genötigt, aus jeder Kloake zu trinken.
Ich habe mir mal die UNESCO-Studie vom März 2003 über die weltweite Trinkwasserqualität angeschaut:
1 Finnland
5 Japan
7 Russland
12 USA
16 Schweiz
22 Mali
23 Brasilien
26 Griechenland
30 Iran
31 Italien
40 Bangladesch
47 Südafrika
48 Kroatien
57 Deutschland
75 Kenia
80 Pakistan
81 Guatemala
109 Äthiopien
122 Belgien
Die Gefahren lauern demnach eher in exotischen Ländern wie Deutschland und Belgien. Da werden wohl bald afrikanische Hilfsorganisationen einfliegen und Brunnen bohren. Und den Eingeborenen die grundlegenden Hygiene-Massnahmen beibringen...
liebe Grüsse
Bäärti
Ich glaube, die Sache mit der Trinkwasserqualität wird gerne übertrieben. Vielerorts ist das Trinkwasser in Ordnung und als Tourist ist man ja nicht genötigt, aus jeder Kloake zu trinken.
Ich habe mir mal die UNESCO-Studie vom März 2003 über die weltweite Trinkwasserqualität angeschaut:
1 Finnland
5 Japan
7 Russland
12 USA
16 Schweiz
22 Mali
23 Brasilien
26 Griechenland
30 Iran
31 Italien
40 Bangladesch
47 Südafrika
48 Kroatien
57 Deutschland
75 Kenia
80 Pakistan
81 Guatemala
109 Äthiopien
122 Belgien
Die Gefahren lauern demnach eher in exotischen Ländern wie Deutschland und Belgien. Da werden wohl bald afrikanische Hilfsorganisationen einfliegen und Brunnen bohren. Und den Eingeborenen die grundlegenden Hygiene-Massnahmen beibringen...
liebe Grüsse
Bäärti
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.




