Ebola-Fieber in Uganda

In diesem Bereich findest du aktuelle Hinweise zu Epidemien und gesundheitliche Risiken im Reiseland und wie man sich davor schützt bzw. vorbeugt, Informationen zur Gesundheitsversorgung, Ärzte und Krankenhäuser.

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klaus-uganda
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Re: Ebola-Fieber in Uganda

Beitrag von klaus-uganda »

Leider verkauft sich eine "Horror"-Meldung "Ebola-Fieber in Uganda" in den Medien sehr viel besser, als die unprätentiöse Meldung, dass der "Ausbruch" sehr schnell wieder vorbei war und Uganda sehr schnell wieder als Ebola-frei galt und gilt.

Allerdings hat die fehlende Meldung der Ebola-Freiheit massive Auswirkung für Uganda, nämlich, dass der wirtschaftlich wichtige Tourismus-Sektor aufgrund von Buchungsstornierungen eingebrochen ist.

Ich selbst war jetzt von Ende Juni bis Ende Juli im Westen Ugandas, genau in der Region (Fort Portal, Kasese) in der die Ebola-Fälle aufgetreten sind und habe überlebt ;-).

Uganda kann m.E. wieder problemlos bereist werden.
Rufus
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Re: Ebola-Fieber in Uganda

Beitrag von Rufus »

Hallo zusammen,

auch wir waren jetzt im August in Uganda, bzw. bei der Runde um den Lake Victoria durch Kenia, Uganda, Ruanda und Tansania unterwegs. Die Ugander sind da sehr entspannt und unaufgeregt unterwegs: bei der Einreise hat niemand den Gelbfieber-Impfnachweis sehen wollen und es gab auch keine Fieber-Messung. Die gab es nur bei der Einreise nach Ruanda.
Aufgefallen sind uns aber Zelte an den Grenzübergängen, die ggf. als Quarantäne-Stationen genutzt werden, und Hand-desinfektion an den Toiletten.
Bei den Murchisen-Falls trafen wir eine Deutsche Krankenschwester, die in einem ugandischen Hospital im Norden des Landes arbeitet. Sie und ihre Kollegen hatten auch keine aktuelleren Informationen zu dem Thema (außer dass es mal 3 Fälle gab die sofort eingedämmt wurden).
Im Gegensatz zu Tansania und Kenia, wo man nur auf kanalisierten Massen-Safaritourismus eingestellt ist (Kili, Serengeti und Sansibar per Tour-Operator) kann man in Uganda hervorragend individuell reisen. Es gibt sogar Vermieter für Camping-pickups (wie in Südafrika). Man trifft auf freundliche korrekte Leute die gut englisch sprechen, bekommt konkrete Antworten auf Fragen und wird nicht permanent abgezockt oder angeschnorrt (wie in Tansania). Man kann sich mit den Menschen über (ihre und unsere) Lebenssituationen unterhalten ohne das Gefühl zu haben, dass gleich nach "Support" gebettelt wird. Die Menschen sind interessiert und freuen sich, dass wieder Touristen ins Land kommen. Und es gibt wahnsinnig viele Kinder! 50% der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt! Kann man sich hier zulande kaum mehr vorstellen.

Ruanda haben wir leider nur Transit passiert, mit einer Übernachtung. Die Grenzkontrollen gingen korrekt und schnell (wenn nicht gerade Lunch-Time ist). Die Genozid-Memorials haben wir bewusst weggelassen. Die Gräuel von 1994 sind uns auch so noch gut in Erinnerung (aus Medien), und wie die Lebenssituation vor Ort für alle (Überlebende und Täter) über 30-jährigen wohl sein mag...
Das zu ergründen würde mehr Zeit und Engagaement erfordern.
Soweit erstmal...

Liebe Grüße
Rudi und Christine
Birgitt
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Uganda | Ebola in Mubende, Kagadi, Kyegegwa, Bunyangabi und Kassanda

Beitrag von Birgitt »

Am 20. September 2022 hat das ugandische Gesundheitsministerium einen Ausbruch des Ebola-Virus erklärt. Immer mehr Menschen erkranken in Uganda seither am sogenannten Sudan-Ebolavirus. Gegen diese Variante fehlt bisher ein wirksamer Impfstoff. Die WHO zeigt sich optimistisch, dass der Ausbruch unter Kontrolle gebracht werde ...

Gefährliche Ebola-Variante breitet sich aus
06.10.2022 - tagesschau

Africa CD, WHO to host regional meeting on Ebola in Uganda
06.10.2022 - Aljazeera

Siehe dazu auch den Reise-/Sicherheitshinweis des AA vom 05.10.2022.

Gruß
Birgitt
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Achim Vogt
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Re: Ebola-Fieber in Uganda

Beitrag von Achim Vogt »

Das hat sich nun etwas überschnitten, deshalb kopiere ich hier den Post unter den Reise- und Sicherheitshinweisen nochmal:
Danke Birgitt!

Zum Glück hält sich der Ebola-Ausbruch in Uganda noch in überschaubarem Rahmen. Mit Stand vom 2. Oktober haben sich 43 Menschen angesteckt, 29 sind mittlerweile gestorben. Das Problem ist, dass es sich um die seltene Sudan-Variante des Virus handelt, gegen die es bisher keine Impfung gibt. Ein Impfstoff existiert lediglich gegen den Kongo-Stamm des Virus, der bislang vorherrschend gewesen ist.

Ebola hat natürlich einen denkbar schlechten Ruf, weil die Sterblichkeitsrate bei rund 70 Prozent liegt. Aber anders als bei Covid ist eine Ansteckung tatsächlich eher schwierig. Dazu muss schon ein direkter Körperkontakt zum Beispiel mit dem Blut eines Infizierten vorliegen. Insofern sind die bisherigen Ausbrüche auch zu kontrollieren gewesen und - wie zuletzt im Kongo - auch als beendet erklärt worden.

Länder wie Uganda sind inzwischen gut im Umgang mit dem Virus und haben ausgeklügelte Mechanismen entwickelt, um Kontaktpersonen zu isolieren. Anders als bei Corona unterstützt außerdem ein großer Teil der örtlichen Bevölkerung die Bekämpfung der Seuche. Die ugandische Regierung hat jetzt für den 12. Oktober ein Ministertreffen der bisher betroffenen Länder angekündigt. Daran wollen auch Länder wie Sierra Leone und Liberia teilnehmen, wo es vor Jahren ebenfalls einen massiven Ausbruch gegeben hatte.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat derweil eindringlich von Reisebeschränkungen aufgrund von Ebola abgeraten - auch das ein Zeichen dafür, dass die Epidemie-Gefahr als eher gering eingestuft wird.
Viele Grüße aus Kampala
Achim
Birgitt
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Ebola-Fieber in Uganda

Beitrag von Birgitt »

Die ugandischen Gesundheitsbehörden haben im Zeitraum vom 1. bis 12. November 2022 weitere neun bestätigte Fälle der Ebola-Viruserkrankung gemeldet, womit die Gesamtzahl der Fälle seit dem 19. September auf 139 gestiegen ist. Es wurden 55 Ebola-bedingte Todesfälle gemeldet, was einer Sterblichkeitsrate von 40 Prozent entspricht. Die meisten Fälle wurden aus dem Distrikt Mubende (66 Fälle) gemeldet, aber auch aus den Distrikten Bunyangabu, Jinja, Kagadi, Kassanda, Kampala, Kyegegwa und Wakiso wurden Fälle gemeldet. Die Überwachung und die Ermittlung von Kontaktpersonen sind im Gange, in den kommenden Wochen ist mit weiteren Fällen zu rechnen. Dieser Bericht enthält die Daten, die bis zum 14. November verfügbar waren.

Quelle: Garda World

Siehe dazu auch die aktualisierten Reise-/Sicherheitshinweise vom 07.11.2022 und 14.11.2022.

Gruß
Birgitt
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Achim Vogt
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Re: Ebola-Fieber in Uganda

Beitrag von Achim Vogt »

Inzwischen ist die Zahl auf aktuell 141 Fälle gestiegen. Das bedeutet aber auch, dass es in den letzten zwei Wochen kaum noch neue Fälle gegeben hat. Das AA rät von Reisen auch nach Jinja inzwischen ab, nachdem es auch dort erste Fälle gegeben hat. Ich denke, Reisen nach dort, beispielsweise zu Camps, lassen sich für Individualreisende (nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln!) immer noch rechtfertigen, weil es faktisch nur eine Fallgruppe ("Cluster") gegeben hat, die auf einen Reisenden zurückzuführen ist, der aus einem der schon zuvor betroffenen Distrikte gekommen war. In seiner Fernsehansprache hat Präsident Museveni am Dienstagabend zu Recht darauf hingewiesen, dass es sich insgesamt um sechs von 146 Distrikten handelt, die betroffen sind.
I would like to reassure the international community, tourists and conference organizers and the entire Ugandan population, that
Government has put in place measures to control the outbreak. The Ebola outbreak is localized to only 6 out of the 146 districts. Uganda remains safe and we welcome international guests.
Achtung: ab sofort müssen Reisende vor Grenzübertritten ein digitales Formular ausfüllen und erhalten dann einen QR-Code zugesandt, der an den Flughäfen und Landgrenzen vorgezeigt werden muss (wie immer am besten ausgedruckt). Das Formular kann nur innerhalb der 24 Stunden vor Abreise (die Formulierung im Englischen ist unklar: "before travel") ausgefüllt werden:

Point of Entry Self Registration Form

Viele Grüße
Achim
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Achim Vogt
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Re: Ebola-Fieber in Uganda

Beitrag von Achim Vogt »

Auch an dieser Stelle will ich den erneuten Ausbruch von Ebola in Uganda (siehe zum letzten im Herbst 2022 weiter oben in diesem Thread) noch einmal in den Kontext setzen:

Der Fall in Uganda betrifft einen Krankenpfleger, der aus Mbale, im Osten des Landes, stammt (noch ist es außerdem ein isolierter Einzelfall - wobei es vermutlich dabei nicht bleiben wird). Zwischen dieser Region und dem jüngsten Ausbruch im Westen der Demokratischen Republik Kongo liegen tausende von Kilometern, im Kongo mit fast inexistenten Verkehrsverbindungen. Eine Verbindung mit den Fluchtbewegungen im Kongo ist zumindest in diesem Fall ausgeschlossen.

Leider muss befürchtet werden, dass es weitere Fälle in Uganda geben wird. Krankenpflege-Personal ist wegen der Behandlungen von Infizierten einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Der betroffene Pfleger hatte sich zudem Hilfe in verschiedenen Krankenhäusern und bei einem Heiler gesucht. Insofern sind rund 45 Kontakte isoliert worden (eine ugandische Postille hatte sofort von 45 weiteren Infizierten geschrieben - unverantwortlich!). Die ugandische Regierung hat große Erfahrung mit der Bekämpfung solcher Ausbrüche und wird dafür hoch gelobt. Ganz wichtig: die Regierung kommuniziert transparent. Deshalb ist die Hoffnung, dass auch dieser Fall schnell eingedämmt werden kann. Zum Glück überträgt sich Ebola nicht über die Luft, deshalb sind es vor allem medizinisches Personal und direkte Angehörige, die sich anstecken.

Viele Grüße
Achim
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Uganda | Ebola-Ausbruch für beendet erklärt

Beitrag von Birgitt »

Der Ebola-Ausbruch in Uganda ist für beendet erklärt. Gesundheitsministerin Dr. Jane Ruth Aceng rief aber zur Wachsamkeit auf, um weitere Ausbrüche zu verhindern ...

Government declares Uganda Ebola free
25.04.2025 - NTV Uganda

Gruß
Birgitt
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