Festival au Desert Mali 2011

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sandnase
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Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von sandnase »

unsere eindrücke zum festival au desert in timbuktu, mali, 2011

Es ist in ja seit Jahrhunderten bekannt, das Timbuktu die meisten Reisenden eher enttäuscht als erfreut. Dies konnten wir nicht bestätigen, die Stadt ist zwar mit sicherheit die teuerste malis, jedoch nicht so desolat und trostlos wie oft beschrieben. Auch die Guides und Touri-fänger sind weniger schlimm als ihr Ruf.
Im Gegensatz zum Dogonland und anderen Ecken westafrikas ist es geradezu entspannt... Mit diesen eindrücken freuten wir uns aufs festival au desert, das wenige Tage nach unserer Ankunft in Timbuktu beginnen sollte.
Von nun an folgte leider eine Ernüchterung auf die andere.
Laut internet betrug der Kartenpreis für 3 tage stolze 130 euro. Da schluckten wir erstmal. Wir hofften darauf, das dies lediglich für die Reservierungen galt und die Tickets vor Ort billiger wären oder das im Preis unterkunft oder Verpflegung zumindest Teilweise inbegriffen waren.
Aber, wie konnten wir auch nur so naiv sein, dem war natürlich nicht so. Im gegenzug, es kam nochmal 15 euro "solidaritätszuschlag" dazu. Ok, erstmal runterschlucken und dann die Reisekasse schlachten. Immerhin kommt man nicht jedes Jahr in Nordmali vorbei.
Das festival an sich war auch ganz nett aufgebaut, auf 2 grössere Dünentäler verteilten sich mehrere Essens- und Souvenirstände. Die touristischen Bedürfnisse wurden gut gestillt. Dummerweise kamen auf jeden Touristen ca. 10 ambulante händler ZUSÄTZLICH zu den souvenirständen. Auch dem ist ja an sich nichts auszusätzen. Sie waren auch nur ca. doppelt so aufdringlich wie sonst. Man konnte sich jedoch kauf auf die Dünen setzen und der musik lauschen. ca. 1 mal in 3 minuten (ungelogen!!!!!!) musste man einen dieser Händler abwehren oder eine "freundliche" Konversation mit einem Studenten, Führer, Nomaden, Künstler, Musiker, Chauffeur, Pinassenbesitzer usw. abwehren, die immer in Richtung Geschäft ging... Ich habe kein Lied vollständig anhören können.
In den vorherigen jahren mussten die einheimischen ebenfalls einen geringen eintrittspreis zahlen (meines wissens nach einige euro). viel geld da unten, und so erklärte ich mir diese rege geschäftstägigkeit.

Aber nein, dem war natürlich auch nicht so! nach Beschwerden der einheimischen war der zutritt seit diesem Jahr KOSTENLOS. für sie war das selbstverständlich. "das ist ein festival für leute aus mali. wir müssen nicht zahlen. die gäste müssen zahlen" dieser satz wurde hier zur unumstösslichen Wahrheit und ich hörte ihn unzählige male.

nun zur musikauswahl. Mali ist weltweit für seine abwechslungsreiche musikszene bekannt. Das auf dem festival de desert grösstenteils "touareg"-bands spielen leitet sich ja aus dem namen her. aber wieso holt man sich bands aus europa und südamerika dazu, um das sortiment bunter zu machen und lässt keinen einzigen künstler aus dem süden malis auftreten??? für mich unverständlich. selbst kenner der szene langweilten sich schon am zweiten tag. Ausserdem begann die Musik erst so spät am Abend zu spielen, das es nach kurzer Zeit unangenehm kalt wurde und das Gelände sich merklich leerte.

Die unterbringung: Wir durften nicht vor und schon gar nicht auf dem festivalgelände mit unserem Dachzelt-Landy übernachten. Grund: es würde den "traditionellen charakter" des festivals stören. wir wurden jedes mal weggescheucht und mussten uns in den dünen ein paar kilometer weiter bequem machen.
ein schlafplatz in einem der zelte auf dem gelände kostete stolze 15 euro. Pro nacht.

Fazit: - Total überzogener preis
- unangenehme festivalatmosphere,
- schlecht ausbalanzierte musikauswahl

Ich kann dieses festival wirklich niemandem ausser den aller- aller- hoffnungslosesten Afrika-romantikern empfehlen.

Nutzloses Gerede über die Sicherheitslage habe ich absichtlich weggelassen. Wir waren da und es is nix passiert, wie man schon daran merkt das ich diesen Beitrag noch schreiben kann. Entscheiden muss jeder selbst.

Gruss bib
Kuno
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von Kuno »

...haettest du vielleicht auch noch ein paar Fotos von dem Anlass? Wuerde mich interessieren, wie sich so eine Veranstaltng optisch darstellt.
Kuno
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von Kuno »

ferdi
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von ferdi »

Hallo bib, Du Sandnase,

hättest vielleicht 'mal VOR der Reise das Buch von dem lesen können, den u.a. Birgitt gern' zitiert: "The Innocents Abroad"*.
Und VOR dem Festival, vielleicht in Ségou oder Sévaré 'mal auf diese Internetseite gucken können www.festival-au-desert.org, dann hättest Du gewusst, wer dort auftritt.
Und warum die Touareg nicht die Besten Freunde der Südmalier sind, findest Du in jedem aktuellen Geschichtsbuch oder Reiseführer.

Eine Frechheit aber finde ich, sich darüber zu beschweren, das ihr nicht auf dem Festivalgelände auf eurer Alublechkiste zelten duftet, mit der Begründung, das das den "traditionellen Charakter" des Festivals stören würde.
Traditionell gibt es keine englischen Geländewagen (obwohl die tradierte Technik 'drin haben) bei den Touareg, eher Schwerter aus Solinger Stahl oder Toyota bzw. LR Blattfedern geschmiedet.

Reisen kann u.U. tatsächlich tödlich sein für Vorurteile, da gibst Du ein gutes Beispiel ab.

Gruß
Ferdi

*"Das Buch ist empfehlenswert für jeden, der durch eine Reise den Horizont erweitern möchte ohne dabei jedoch den Spaß aus den Augen zu verlieren." schreibt eine Leserin Gabi über das Buch
sandnase
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von sandnase »

Lieber Ferdi,

Eine "Frechheit" finde ich eher, das auf dem Festivalgelände und davor unzählige "Alukisten" herrumstanden, aber grad unsere nicht akzeptiert wurde. Habe übrigens genausoviele touaregs mit toyotas und handys gesehen wie mit schwertern.

Und kennst du das festival?

Ausserdem is es mir schleierhaft wo man zwischen all den lautsprechern, kabeln, modernen bühnenbauten und verkaufsständen noch nen traditionellen charakter sehen kann. erklär mir das mal.

Halt mich nicht für so dumm das ich die Story mit Tuaregs und Südmaliern nicht kenne. das festival macht ausserdem immre wieder damit werbung westafrikanische musik im allgemeinen zu präsentieren.
und somit auch musik aus südmali.

Du wirst es nicht glauben , aber ich hab selbstverständlich schon monate vor dem festival auf die seite geschaut! Und in bamako war ich viele nächte in verschiedensten konzerten. Es ist nicht so das ich plötzlich vor dem eingang stand und dachte "ui, tolle zelte, da geh ich jetzt mal rein".

Eines würde mich noch interessieren: wie schliesst du aus meinem beitrag darauf, dass ich vorurteile habe? habe ich nicht alles möglichst nüchtern und sachlich beschrieben?

halt den ball flach kollege

Photos stelle ich baldmöglichst welche online!
Kuno
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von Kuno »

Wenn ich mir die Fotos auf dem obigen Link anschaue... Nummer 44 ist schonmal kein Touareg :lol:

Ich frage mal ganz unbedarft: Geht da jemand extra wegen dem Musikanlass hin, oder bezieht man es in die Reiseroute ein, wenn man eh in der Gegend ist - liegt ja nicht gerade um's Eck.
ferdi
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von ferdi »

Hallo Kuno,

ja tatsächlich, es fliegen extra Leute nach Bamako, um auf dieses Festival zu gehen. Dieses Jahr waren es lt. Auskunft der "Agenturguides" in Bamako aber erheblich weniger, obwohl der Präsi extra zur Eröffnung gegangen sein soll. Auf der Straße Ségou-BKO kamen mir 2 Tage vor dem Festival ca. 5 einh. Geländewagen mit Tourigepäck 'drauf entgegen und in Ségou selbst waren auch 4 Franzosen, die mit einer Agentur nach TOM wollten.

Gruß
Ferdi
PeterM
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von PeterM »

Und ob's Dir passt oder nicht: Den Niger in Mali nach Norden überqueren ist unverantwortlich, "mehr Glück als Verstand" rechtfertigt überhaupt nichts.

Es wird schön langsam Zeit, die Gültigkeit der Reisepässe im Bedarfsfall einzuschränken, wie kommen andere Reisende, die sich die Grenzen des Machbaren genau überlegen (und damit in der öffentlichen Meinung schon genug Probleme haben), dazu, dass durch eben nicht immer ohne Zwischenfall ablaufende Harakiri-Aktionen Vater Staat noch restriktiver wird?

Grüsse,
Peter
Alexander
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von Alexander »

Reisebüros müssen auch mal Nein sagen

Das EDA versucht mit allen Mitteln, die entführten Wüstenreisenden freizubekommen. Schon 2003 musste die Schweiz Sahara-Geiseln freikaufen. Warum können Touristen nicht daran gehindert werden, in gefährliche Gebiete zu reisen? mehr...

Ein alter aber immer noch aktueller Beitrag zum Thema: Muß ich wirklich dort meinen Urlaub verbringen, wo die Gefahr einer Entführung besteht?

Grüsse
Alexander
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Turi
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von Turi »

"Schon 2003 musste die Schweiz Sahara-Geiseln freikaufen. Warum können Touristen nicht daran gehindert werden, in gefährliche Gebiete zu reisen"
Was heisst hier mussten, mit verlaucht, ich finde die ganze Diskussion über, wer darf wohin reisen und wer hat das zu entscheiden läppisch.
Hätte man von Anfang an nicht bezahlt, hätten wir heute keine so besch.... Situation.
Das Gleiche spielt sich im Sudan mit der Piraterie ab.
Merkt denn niemand, dass es mit jeder Zahlung noch schlimmer wird und die Vorderungen immer grösser werden.
Überall rechnet man mit "Kollateralschäden", muss man hier auch.
Auf der Strasse nimmt man ja auch mehrere tausend Tote pro Jahr in Kauf, verbietet man deswegen das Autofahren?
Wenn man nach jedem AA geht, darf man auch nicht mehr nach Deutschland reisen, die Amis warnten schon vor einiger Zeit davor!
Wenn jemand in eine problematische Gegend fährt, muss er das Risiko in Gottes Namen selber tragen, zu 100% , basta.
Ich würde mich bedanken wenn mir morgen die Schweiz verbieten würde nach Algerien zu reisen.
Ich nehme das Risiko für mich in Kauf und würde auch nicht erwarten, dass Lösegeld bezahlt wird.
Bei einem Veranstalter sieht das ein wenig anders aus.
Der übernimmt eine gewisse Verantwortung für seine zahlenden Gäste.
Bip war anscheinend ohne einen Solchen unterwegs, auf eigenes Risiko,
für mich völlig in Ordnung.
Also, eine Reiseeinschränkung seitens des Heimatstaates ist inakzeptabel,
wenn das zu bereisende Land Sperrgebiete erhebt, sollte man sich jedoch daran halten.
sandige Grüsse
Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Turi
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von Turi »

Hat sich noch ein Fehler eingeschlichen.
Piraterie natürlich nicht im Sudan, sondern Somalia.
Ich hoffe man verzeiht mir:wink:
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
sandnase
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von sandnase »

cool das der threat so gut besucht wird... is doch das höchste gut wenn man über möglichst unterschiedliche meinungen diskutiert und ich geistig befruchtet.

hey ferdi, du hast vergessen auf meinen kommentar zu antworten... wer A sagt (und das in deinem fall unüberhörbar) der muss auch B sagen. erklär mir mal das mit meinen vorurteilen.
und warum warst du eigentlich nicht beim festival wenn du zu der zeit schon in der gegend warst und dieses spektakel anscheinend verteidigst.

mensch, das leidige thema der sicherheitslagen-philosphie wollte ich eigentlich weglassen aber hier scheints einfach kein anderes thema mehr zu geben.

Hey peterM: was isn das für ne idee, den reisepass zu beschränken? Du bist anscheinend der meinung das ein land seinen bürgern verbieten können sollte in bestimmte gegenden zu reisen.
Ich hab ne idee die dir gefallen würde:
lass diese staaten noch ne grosse mauer um ihr land drumm rum baun. dann stolpern die armen naiven bürger nicht in die weite welt hinaus und brauchen den staat.
hab selten so dumme kommentare gelesen. hab sogar kurz überlegt ob das ironie gewesen sein soll, solche meinungen hört man sonst nur an stammtischen und von leuten deren grösste reiseerfahrung rimini war.

abgesehen davon habe ich schon einige erklärungen unterschrieben, das ich das was ich mach auf eigenes risiko mach und kein anderer dafür blutet.
wie kommst du dazu so pauschal zu schreiben das alles nördlich vom niger gefährlich ist? warst schomal da und hast unter jedem sandkorn nen terroristen gesehen oder ham dir die märchen vom auswärtigen amt alpträume gemacht??

krimineller weise macht das auswärtige amt bereits so einen fuck. dazu werd ich demnächst aber ne neue diskussion eröffnen.


warum wird hier eigentlich so oft von reiseveranstaltern gesprochen, grad in verbindung mit der sicherheit? wurde nicht in einem verdammt hohen prozentsatz aller entführungen und überfälle eindeutige verwicklungen der reisebüros nachgewiesen?
ich glaube grad in der wuestenschiff-community stehen viele auf diese art zu reisen.
man gibt die verantwortung einfach beim reiseleiter ab. er is ja vor ort, er kennt den ort, er kennt die situation, blablabla und schon kann man diie verantwortung getrost abgeben. dann muss man nicht mehr die elenden entscheidungen treffen wie: fahr ich jetzt diese piste? fahr ich nach niamey? nein, diese entscheidungen trifft der allwissende guide und man selber kann sich von ihm wie auf klassenfahrt durch die gegend kutschieren lassen.
Kuno
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von Kuno »

@ Sandnase; das genannte Festival ist ja nicht ganz unbekannt. Wenn ich aber nun die Fotos auf der einen Webseite anschaue, dann erscheint es mir eher als recht kleiner Anlass. Nichts gegen "klein aber fein" - jedoch fehlt mir da etwas "Leben". Sind es nur die Fotos oder ast du das aehnlich gesehen als du dort zu Besuch warst?
sandnase
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Re: Festival au Desert Mali 2011

Beitrag von sandnase »

Bild


das hier ist die einkaufsgasse vom eingang in richtung bühne.
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