Was ist erlaubt?
Moderator: Moderatoren
Was ist erlaubt?
Hallo,
meine Reise durch Westafrika nähert sich und mit jeden vergehenden Tag werden auch die Bedenken größer. (Vorallem weil einem ja immer eingeredet wird, wie gefährlich das sei).
Nun zu meiner Frage: Was darf man denn zum eigenen Schutz mitnehmen, sei es vor Dieben oder Tieren? Pfefferspray? Macheten? Wie groß darf mein Taschenmesser sein? Wie sieht es mit den Gesetzen und Grenzübertritten aus wenn man so etwas dabei hat. Kommen Situationen vor in denen man ein Pfefferspray gebrauchen könnte, Nachts in der Wildnis vielleicht? Kann mich bitte jemand zu diesem Thema aufklären?
Grüße Gerhard
meine Reise durch Westafrika nähert sich und mit jeden vergehenden Tag werden auch die Bedenken größer. (Vorallem weil einem ja immer eingeredet wird, wie gefährlich das sei).
Nun zu meiner Frage: Was darf man denn zum eigenen Schutz mitnehmen, sei es vor Dieben oder Tieren? Pfefferspray? Macheten? Wie groß darf mein Taschenmesser sein? Wie sieht es mit den Gesetzen und Grenzübertritten aus wenn man so etwas dabei hat. Kommen Situationen vor in denen man ein Pfefferspray gebrauchen könnte, Nachts in der Wildnis vielleicht? Kann mich bitte jemand zu diesem Thema aufklären?
Grüße Gerhard
Re: Was ist erlaubt?
Es gibt so eine Verhaltensregel gegen Bären:
"Wie schützt man sich gegen Braunbären und wie gegen Grizzlys? Ganz einfach: gegen Braunbären hilft Pfefferspray und gegen Grizzlys helfen Glöckchen.
Und wie erkenne ich, ob ich in einer Braunbären- oder Grizzlys-Gegend bin? Ganz einfach: am Kot. Der Kot der Braunbären riecht nach Pfefferspray und im Kot der Grizzlys findet man Glöckchen".
"Wie schützt man sich gegen Braunbären und wie gegen Grizzlys? Ganz einfach: gegen Braunbären hilft Pfefferspray und gegen Grizzlys helfen Glöckchen.
Und wie erkenne ich, ob ich in einer Braunbären- oder Grizzlys-Gegend bin? Ganz einfach: am Kot. Der Kot der Braunbären riecht nach Pfefferspray und im Kot der Grizzlys findet man Glöckchen".
Gruss,
Dirk
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Wo kein Weg ist, ist ein Wille!
Dirk
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Re: Was ist erlaubt?
Hallo,
der "dritte Mann" in unserem Reiseteam nach Liberia war ein Berner Senner Mischling. Der beschleunigte alleine duch seine Anwesenheit oft die Grenz-und Zollkontrollen, vermittelte nachts ein Gefühl von Sicherheit, da er bei ungewöhnlichen Geräuschen keine Ruhe gab, das Auto konnte man getrost ein paar Stunden alleine lassen, usw.
Es ahnte niemand, dass der Gute zwar laut bellen konnte, aber keine Ahnung hatte was beißen bedeutet und für Fressen seine Seele und vielleicht auch uns "verkauft" hätte.
Gruß Jeanette
der "dritte Mann" in unserem Reiseteam nach Liberia war ein Berner Senner Mischling. Der beschleunigte alleine duch seine Anwesenheit oft die Grenz-und Zollkontrollen, vermittelte nachts ein Gefühl von Sicherheit, da er bei ungewöhnlichen Geräuschen keine Ruhe gab, das Auto konnte man getrost ein paar Stunden alleine lassen, usw.
Es ahnte niemand, dass der Gute zwar laut bellen konnte, aber keine Ahnung hatte was beißen bedeutet und für Fressen seine Seele und vielleicht auch uns "verkauft" hätte.
Gruß Jeanette
- Uwe Schmitz
- Moderator
- Beiträge: 2781
- Registriert: So 31. Jul 2005, 19:07
- Wohnort: Rhein-Main
Re: Was ist erlaubt?
hallo gerhard,
zum schutz vor tieren brauchst du malariaprophylaxe und moskitonetz, alle grösseren tieren flüchten den menschen (meist
).
so'n kleines sprayfläschen hab' ich in schwarzafrika auch immer dabei gehabt, habe es aber nie gebraucht, quasi unterwegs vergessen, dass ich es irgendwo liegen hatte.
eine machete kaufst du dir unterwegs, um lagerfeuerholz zu zerkleinern oder mal 'nen weg im gebüsch frei zu machen. solltest du in die situation kommen, dich mit der machete verteidigen zu müssen, dann ist die wahrscheinlichkeit gross, von deiner eigenen machete verletzt oder erschlagen zu werden, ... denn die angreifer werden sicher geschickter sein im umgang mit der machete als du, das ist dort ein alltäglicher gebrauchsgegenstand.
verstecke lieber dein geld an verschiedenen stellen im auto und am körper und rücke im (selbst nie erlebten) ernstfall neben der brieftasche den inhalt eines deiner verstecke raus, da überlebst und sicherer und schmerzfreier.
im übrigen halte ich die überfallgefahr nicht für sonderlich gross in afrika, wenn du dich nicht gerade nachts mit kamera behängt und mit rolex am arm durch die slums bewegst.
suche dir einsame schlafplätze, an denen dich niemand vermutet, oder stelle dich an polizeiposten, auf hotelparkplätze oder campsites.
mach' dir nicht zuuu viele gedanken zu dem thema, es verdirbt sonst den genuss der reise.
viele positive erlebnisse unterwegs wünscht dir
uwe
zum schutz vor tieren brauchst du malariaprophylaxe und moskitonetz, alle grösseren tieren flüchten den menschen (meist
so'n kleines sprayfläschen hab' ich in schwarzafrika auch immer dabei gehabt, habe es aber nie gebraucht, quasi unterwegs vergessen, dass ich es irgendwo liegen hatte.
eine machete kaufst du dir unterwegs, um lagerfeuerholz zu zerkleinern oder mal 'nen weg im gebüsch frei zu machen. solltest du in die situation kommen, dich mit der machete verteidigen zu müssen, dann ist die wahrscheinlichkeit gross, von deiner eigenen machete verletzt oder erschlagen zu werden, ... denn die angreifer werden sicher geschickter sein im umgang mit der machete als du, das ist dort ein alltäglicher gebrauchsgegenstand.
verstecke lieber dein geld an verschiedenen stellen im auto und am körper und rücke im (selbst nie erlebten) ernstfall neben der brieftasche den inhalt eines deiner verstecke raus, da überlebst und sicherer und schmerzfreier.
im übrigen halte ich die überfallgefahr nicht für sonderlich gross in afrika, wenn du dich nicht gerade nachts mit kamera behängt und mit rolex am arm durch die slums bewegst.
suche dir einsame schlafplätze, an denen dich niemand vermutet, oder stelle dich an polizeiposten, auf hotelparkplätze oder campsites.
mach' dir nicht zuuu viele gedanken zu dem thema, es verdirbt sonst den genuss der reise.
viele positive erlebnisse unterwegs wünscht dir
uwe
Re: Was ist erlaubt?
Genau das wollte ich mit obigem Posting sagen. Besser, Du machst einen auf harmlos. Waffen zu zeigen führt nur zu Panikreaktionen und "Endlösungen", einen harmlosen Trottel lässt man einfach stehen - mit Glück mit genügend Wasser und Lebensmittel. Die Banditen sind ja meist nur verzweifelt und am Ende ihrer Möglichkeiten, aber nicht von sich aus Mörder aus Spass.solltest du in die situation kommen, dich mit der machete verteidigen zu müssen, dann ist die wahrscheinlichkeit gross, von deiner eigenen machete verletzt oder erschlagen zu werden, ... denn die angreifer werden sicher geschickter sein im umgang mit der machete als du, das ist dort ein alltäglicher gebrauchsgegenstand.
Ein Bekannter wurde mal in Afrika überfallen, wo, weiss ich nicht mehr, mitten im Nichts. Man nahm ihm seinen betagten Diesel-G und fuhr eine Proberunde.
Als "viel zu lahm" wurde er ihm wieder zurückgegeben.
Dann nahm man ihm beide GPS-Geräte. Er argumentierte, dass er sich ohne garantiert verfährt, weil er sich als Weisser nicht auskennt, und dann müsse er sterben. Da bekam er eines zurück.
Weiter argumentierte er, dass die Dinger ständig ausfallen, er also eigentlich beide bräuchte, um zu überleben. Also bekam er auch das Zweite zurück.
Dann sah er, dass die Banditen eine frisch erlegte Gazelle im Fahrzeug hatten und beschrieb seinen unglaublichen Hunger, weil er seit Tagen...und bekam einen Schenkel der Gazelle.
So wurde es mir erzählt und ich glaube das 100%. Jener Mensch spricht aber auch fliessend Arabisch und bewegt sich in Afrika dank grosser Reiseerfahrung wohl so sicher wie unsereins im heimischen Garten.
Wie bereits geschrieben sollte man "Opfergeld" bereit haben - nicht nur aus der Tasche. Jeder Buschmann weiss, dass Weisse ihr Geld im Auto versteckt haben. Also versteck welches, das Du in so einem Fall rausrückst. Am überzeugendsten ist sicher, wenn Du das aus einerArt Safe holst. Wenn man Dir nicht abnimmt, dass das alles ist, zeig ihnen Reiseschecks (allerdings schwer zu tauschen, nur in den richtig grossen Städten möglich). Leg eine ungültige Kreditkarte dazu.
Aber viel wichtiger:
-mach einen auf arm.
-Nie grössere Geldmengen aus der Tasche ziehen, verteil Dein Geld am Körper. Trau niemandem, auch keinem Ladenbesitzer.
-Nach Bankabhebungen sofort ab durch die Mitte. Nach unserem Autoverkauf in Bamako riet man uns dringlich: sofort in ein Taxi springen, nciht nur das Hotel, sondern auch das Viertel und möglichst noch die Stadt zu verlassen. Eine Verfolgung bis vor die Tür bemerkst Du sicher nciht!
-Stellplatz nicht am hellichten Tag beziehen, sondern irgendwo die Dämmerung abwarten. Alledings glaubt man kaum, wie aufmerksam die Leute sind, unentdeckt bleibt man selten.
-kommen Kinder oder auch viel Volk, besser höflich in Ruhe alle Türen zumachen (es wäre in der Tat beleidigend, panisch ums Auto zu springen und alles an sich zu raffen, sobald Einheimische auftauchen!). Man verliert schnell den Überblick - uns wurde dabei eine Kleinigkeit aus dem Auto gegrabscht, oft nur ein Spass, aber wer viel hat, merkt so einen kleinen Diebstahl sicher nicht...
-freundlich Kontakt knüpfen, erzählen, zeigen, Lächeln, fotografieren + Bild zeigen auf Display (wirkt suuuper!) - und schon steigt die Hemmung, den freundlichen Mann zu bestehlen. Im Gegenteil, vielleicht wirst Du sogar irgendwohin eingeladen. Dort stehst du evtl. sicher - oder überleg Dir vorher schon höfliche Ausreden (sehr müde, weil krank, musst früh weiter...es geht drum, dass der Einladende sein Gesicht nciht verliert vor den anderen!
-lässt man das Auto irgendwo stehen, findet sich meist jemand, der gegen eine kleine Spende auf das Auto aufpasst. In Südmarokko an der Strasse nach Mauretanien hat mal einer die GANZE Nacht unser Auto bewacht - für EINEN Euro. Der sass auf einem Stuhl an der Hauswand. Im Dezember. Mehr zu zahlen riet man uns dringlich ab, er würde mächtig Ärger bekommen von den anderen, was ihm einfiele, mehr zu verlangen, das würde den Markt durcheinanderbringen (Einheimische zahlen das ja auch für ihre Laster).
-in Dorfnähe ist es unwahrscheinlich, von Banditen überfallen zu werden. Böse Menschen halten sich von Dörfern eher fern und die Dörfler halten zusammen. Kommt was weg, hilft der Dorfälteste, Diebstahl ist unter Gastgebern äusserst peinlich, der "Bub" bekommt eins hinter die Löffel. Gilt auch fürs Steinewerfen!
Pfefferspray ist höchstens gegen Hunde sinnvoll (da ist ein guter, längerer Stock genauso wirksam oder Steinewerfen). Gegen ne Knarre oder mehrere Leute mit Macheten tust Du gar ncihts ausser dem, was die Dir gebieten und alles darunter regelst Du risikoarm mit Geld"geschenken", nicht mit Kampferöffnung. De-Eskalation nennt sich das dann
Gruss,
Dirk
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Wo kein Weg ist, ist ein Wille!
Dirk
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Re: Was ist erlaubt?
Wow, das waren wirklich sehr hilfreiche Tipps
)
So in etwa hatte ich mir das eigentlich auch gedacht, nur wollte ich mal Tatsachen hören statt meiner eigenen Meinung
Dirk, dein Bekannter wird wohl ne Menge Charme und ein sehr symphatisches lächeln haben, unfassbar das er am Ende den Spieß diplomatisch umdrehen konnte
) Tolle Geschichte...
Uwe, du wirst wohl recht haben wenn du sagst, dass der Umgang mit Macheten denen eher liegt als mir. Um ehrlich zu sein könnte ich mit so einem Ding garnicht zuschlagen denk ich, Gott bewahre vor solch einer Situation. Mit ner Rolex und Kamera durch ein Slum, na so etwas wär ja sogar hierzulange mancherorts nicht machbar
)
Jeanette, der dritte in eurem Team hatte offensichtlich viel Charisma und eine einschüchternde Ausstrahlung. Der einzige Mischling den ich vielleicht dabei haben werde ist ne Mischung aus Deutschland und Frankreich
)
Geld an verschiedenen Orte im Auto verstecken und im Notfall eines auffliegen lassen, daran hab ich nicht gedacht, super Idee!
Vielen Dank
So in etwa hatte ich mir das eigentlich auch gedacht, nur wollte ich mal Tatsachen hören statt meiner eigenen Meinung
Dirk, dein Bekannter wird wohl ne Menge Charme und ein sehr symphatisches lächeln haben, unfassbar das er am Ende den Spieß diplomatisch umdrehen konnte
Uwe, du wirst wohl recht haben wenn du sagst, dass der Umgang mit Macheten denen eher liegt als mir. Um ehrlich zu sein könnte ich mit so einem Ding garnicht zuschlagen denk ich, Gott bewahre vor solch einer Situation. Mit ner Rolex und Kamera durch ein Slum, na so etwas wär ja sogar hierzulange mancherorts nicht machbar
Jeanette, der dritte in eurem Team hatte offensichtlich viel Charisma und eine einschüchternde Ausstrahlung. Der einzige Mischling den ich vielleicht dabei haben werde ist ne Mischung aus Deutschland und Frankreich
Geld an verschiedenen Orte im Auto verstecken und im Notfall eines auffliegen lassen, daran hab ich nicht gedacht, super Idee!
Vielen Dank
-
mikepiller
- Beiträge: 952
- Registriert: Sa 13. Mai 2006, 20:59
- Wohnort: Berlin
Re: Was ist erlaubt?
Hi,
im alten Sahara- Forum habe ich einen Thread mit gleichem Thema in Erinnerung- Jahre her-
ich dachte damals, in einem "Rambo- Forum" gelandet zu sein.
Dieser hier ist nun wirklich- in meinen Augen- durchweg realistisch und für jemand, der zum ersten mal so eine Reise macht, aus meiner Sicht bisher absolut zu bejahen. Nach über 20 Jahren Individualreisen habe ich persönlich die kritischsten Momente meiner Reise so erlebt:
Ein versuchter, ein geglückter Raub bei Mitreisenden auf der Autobahn in Europa- hier ist m.E. die größte Aufmerksamkeit gefordert in Bezug auf die Übernachtungsplätze, keinesfalls Autobahn- Raststätten oder -Parkplätze wählen.
Zwei versuchte Zimmerdiebstähle in Dharessalam- dem heiligen Wohnsitz des Dalai Lama- dort sollte man ja nun durchweg erleuchtete, nette Menschen erwarten, lach.
Beide Versuche gingen auf das Konto von Touristen.
Das war es auch schon- auf all meinen Reisen!
Sicherlich habe auch ich hier und da das Gefühl gehabt, da könnten ein paar Figuren gerade checken, ob ich ein Opfer sein könnte für einen kleinen Raub o.ä.- meine Wahl in diesen Momenten ist der offensive Augenkontakt zu diesen Leuten, immer wieder direkt anschauen und betonte Lässigkeit vermitteln....ihr könnt es versuchen, aber ich bin schon gewarnt.
Es ist nie etwas passiert, allerdings bin ich auch fast 1,90 groß, was ja nun nichts aussagt, aber so tickt der Mensch ja meist.
All diese Momente hatte ich ausschließlich in den Großstätten oder touristischen Hochburgen bekannter Sehenswürdigkeiten.
An diesen Orten bin ich mindestens 500% wachsamer als sonst und verlasse diese nach Möglichkeit auf schnellstem Wege wieder.
Außerhalb dieser Orte, also auf dem Land, empfand ich lediglich folgende Situationen als schmerzhaft:
Die vielen, freundlichen Gespräche, Witzeleien und Einladungen ablehnen zu müssen, weil man ja irgendwann doch wieder mal ein paar Kilometer fahren möchte.
Wie schon erwähnt wurde: Meine gefährlichsten Gegner sind winzig und können fliegen- sie haben meine volle Aufmerksamkeit!
99,9 Prozent der menschlichen " Probleme" lagen im Versuch des "Stibitzens", also der Versuch von meist Kindern und Jugendlichen, mit schneller Pfote irgendwas zu greifen, egal was ihnen vor die Finger kommt und ob sie es gebrauchen können. Das erscheint mir eher wie ein Sport, dem ich ungerne mit einer Machete begegnen möchte- haben sie es geschafft, bin ich zwar sauer, gebe aber letztlich NICHT ihnen die Schuld, sondern mir selbst. Sie waren schlichtweg pfiffiger als ich. DAS ist einfach so!
Wir werden die meisten Unannehmlichkeiten einer solchen Reise nicht ändern können, die Evolution fordert Anpassung und das macht Sinn.
Die Tips oben sind super- meine ich- und wie gesagt: Um mein körperliches Wohlergehen muss ich in meiner Heimatstadt Berlin weitaus mehr fürchten als auf meinen Reisen. Dort bin ich immer sehr relaxt!
Diese Angstmacherei von Neckermännern, die niemals einen Fuß in die Länder setzten, welche wir bereisen, kotzt mich an.
Sie soll vielleicht davon ablenken, wieviel Freundlichkeit und Gastfreundschaft man dort- in diesen weitaus, unbeschreiblich ärmeren Ländern erfährt. Genau das ist es doch, warum wir bei uns fast nichts mehr davon finden- die Angst, sie tötet das offene Herz!
Gruss
Micha
im alten Sahara- Forum habe ich einen Thread mit gleichem Thema in Erinnerung- Jahre her-
ich dachte damals, in einem "Rambo- Forum" gelandet zu sein.
Dieser hier ist nun wirklich- in meinen Augen- durchweg realistisch und für jemand, der zum ersten mal so eine Reise macht, aus meiner Sicht bisher absolut zu bejahen. Nach über 20 Jahren Individualreisen habe ich persönlich die kritischsten Momente meiner Reise so erlebt:
Ein versuchter, ein geglückter Raub bei Mitreisenden auf der Autobahn in Europa- hier ist m.E. die größte Aufmerksamkeit gefordert in Bezug auf die Übernachtungsplätze, keinesfalls Autobahn- Raststätten oder -Parkplätze wählen.
Zwei versuchte Zimmerdiebstähle in Dharessalam- dem heiligen Wohnsitz des Dalai Lama- dort sollte man ja nun durchweg erleuchtete, nette Menschen erwarten, lach.
Beide Versuche gingen auf das Konto von Touristen.
Das war es auch schon- auf all meinen Reisen!
Sicherlich habe auch ich hier und da das Gefühl gehabt, da könnten ein paar Figuren gerade checken, ob ich ein Opfer sein könnte für einen kleinen Raub o.ä.- meine Wahl in diesen Momenten ist der offensive Augenkontakt zu diesen Leuten, immer wieder direkt anschauen und betonte Lässigkeit vermitteln....ihr könnt es versuchen, aber ich bin schon gewarnt.
Es ist nie etwas passiert, allerdings bin ich auch fast 1,90 groß, was ja nun nichts aussagt, aber so tickt der Mensch ja meist.
All diese Momente hatte ich ausschließlich in den Großstätten oder touristischen Hochburgen bekannter Sehenswürdigkeiten.
An diesen Orten bin ich mindestens 500% wachsamer als sonst und verlasse diese nach Möglichkeit auf schnellstem Wege wieder.
Außerhalb dieser Orte, also auf dem Land, empfand ich lediglich folgende Situationen als schmerzhaft:
Die vielen, freundlichen Gespräche, Witzeleien und Einladungen ablehnen zu müssen, weil man ja irgendwann doch wieder mal ein paar Kilometer fahren möchte.
Wie schon erwähnt wurde: Meine gefährlichsten Gegner sind winzig und können fliegen- sie haben meine volle Aufmerksamkeit!
99,9 Prozent der menschlichen " Probleme" lagen im Versuch des "Stibitzens", also der Versuch von meist Kindern und Jugendlichen, mit schneller Pfote irgendwas zu greifen, egal was ihnen vor die Finger kommt und ob sie es gebrauchen können. Das erscheint mir eher wie ein Sport, dem ich ungerne mit einer Machete begegnen möchte- haben sie es geschafft, bin ich zwar sauer, gebe aber letztlich NICHT ihnen die Schuld, sondern mir selbst. Sie waren schlichtweg pfiffiger als ich. DAS ist einfach so!
Wir werden die meisten Unannehmlichkeiten einer solchen Reise nicht ändern können, die Evolution fordert Anpassung und das macht Sinn.
Die Tips oben sind super- meine ich- und wie gesagt: Um mein körperliches Wohlergehen muss ich in meiner Heimatstadt Berlin weitaus mehr fürchten als auf meinen Reisen. Dort bin ich immer sehr relaxt!
Diese Angstmacherei von Neckermännern, die niemals einen Fuß in die Länder setzten, welche wir bereisen, kotzt mich an.
Sie soll vielleicht davon ablenken, wieviel Freundlichkeit und Gastfreundschaft man dort- in diesen weitaus, unbeschreiblich ärmeren Ländern erfährt. Genau das ist es doch, warum wir bei uns fast nichts mehr davon finden- die Angst, sie tötet das offene Herz!
Gruss
Micha
Zuletzt geändert von mikepiller am So 15. Jun 2008, 11:18, insgesamt 2-mal geändert.
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mikepiller
- Beiträge: 952
- Registriert: Sa 13. Mai 2006, 20:59
- Wohnort: Berlin
Re: Was ist erlaubt?
Eines noch:
Natürlich kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er nun meint, zu all den oben genannten, wirklich brauchbaren, deeskalierenden Tips noch die eine oder andere Offensiv- Strategie hinzufügen zu müssen.
Das kann jeder tun, das mag in bestimmten Situationen, die ich zumindest NIEMALS erlebt habe, sogar berechtigt sein.
Jedoch empfinde ich die Weitergabe von Ratschlägen, die Gewalt von sich aus verursachen oder provozieren als äußerst bedenklich.
Keine Situation ist übertragbar, und jeder muss selber entscheiden, ob er sein Leben für ein paar Dollar- mehr hat der geschickte Reisende nicht vorzuweisen, riskieren möchte.
Selbst wenn jemand mein komplettes Equipment haben möchte- Bitte! Bleibe ich defensiv, kann ich mir mit großer Wahrscheinlichkeit neues kaufen oder mich anderweitig am Leben erfreuen.
Mache ich was falsch, erfreue ich lediglich die Rentenkasse.
Gruss Micha
Natürlich kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er nun meint, zu all den oben genannten, wirklich brauchbaren, deeskalierenden Tips noch die eine oder andere Offensiv- Strategie hinzufügen zu müssen.
Das kann jeder tun, das mag in bestimmten Situationen, die ich zumindest NIEMALS erlebt habe, sogar berechtigt sein.
Jedoch empfinde ich die Weitergabe von Ratschlägen, die Gewalt von sich aus verursachen oder provozieren als äußerst bedenklich.
Keine Situation ist übertragbar, und jeder muss selber entscheiden, ob er sein Leben für ein paar Dollar- mehr hat der geschickte Reisende nicht vorzuweisen, riskieren möchte.
Selbst wenn jemand mein komplettes Equipment haben möchte- Bitte! Bleibe ich defensiv, kann ich mir mit großer Wahrscheinlichkeit neues kaufen oder mich anderweitig am Leben erfreuen.
Mache ich was falsch, erfreue ich lediglich die Rentenkasse.
Gruss Micha
Re: Was ist erlaubt?
Auch das waren Verzweiflungstaten. Wohl als hoffnungsvolle Pilger zum Dalei Lama gereist und dann festgestellt, dass die Kohle nicht reicht und man trotz Anwesenheit seiner Erleuchtheit was Essen muss. Fies, wenn man die Tat Einheimischen in die Schuhe schiebt.Zwei versuchte Zimmerdiebstähle in Dharessalam- dem heiligen Wohnsitz des Dalai Lama- dort sollte man ja nun durchweg erleuchtete, nette Menschen erwarten, lach.
Beide Versuche gingen auf das Konto von Touristen.
Fällt mir noch ein Erlebnis ein: Diebstahl auf einem Tauchboot. Der Bub, der den Einbaum bewachen und notfalls zu uns steuern sollte nach dem Auftauchen, hat aus meinen Geldbeutel 10$ geklaut. Für ihn ein Vermögen, das ihn mehrer Tage nährt, für mich ärgerlich, aber schlauerweise hat er nciht den kpl. Beutel geleert, damit ich mir unsicher sein soll.
Fatalerweise hätte eine "Anzeige" wohl zum Rausschmiss aus dem Dorf, vermutlch sogar zu Steinigung und Schlimmerem führen können, da dort noch traditionell gelebt wurde - und da war Diebstahl das allerunterste, kurz vor Mord.
Auch hier: Verzweiflung, Versuchung, "reicher Weisser". Hinterher hab ich überlegt, ich hätte ihm für seine "gut geleistete Arbeit" noch nen Fünfer zustecken sollen, um ihn zu beschämen. Das hätte vielleicht die gleiche (oder bessere?) Wirkung gehabt wie ein Anschiss.
Gruss,
Dirk
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Dirk
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Re: Was ist erlaubt?
Hi Micha,
deine wenigen Vorfällen sind wirklich lustig
) (auch wenn in dem Moment nicht für dich).
Im Ausland ausgerechnet von Touristen bestohlen zu werden
)
Wenn ich das so lese wird mir klar, dass ich recht hatte, und wie viel Unrecht den Menschen in diesen Ländern getan wird, wenn man sie als eine Art Kannibale ansieht. Ich wollte das nie glauben, klar das Menschen in Not eine Versuchung mal 10$ zu "erobern" nicht so leicht widerstehen können wie Menschen mit einem min. 3-stelligen Monatseinkommen. Mit dieser Einstellung lassen sich diese Länder auch viel angenehmer bereisen, vorallem da ich neben der Natur, auch unbedingt die Bevölkerung und deren Kultur, Denkweise und Verhaltensweisen kennenlernen will. Dann sollte ich mir wie Uwe schon sagte nicht so viele Gedanken darüber machen.
Bin echt positiv überrascht über all die informativen und netten Beiträge, dann werd ich mal übermütig und knall noch ne Frage drauf
)
Ich mache so eine Reise zum ersten mal und habe auch keinen Erfahreneren dabei. Hab schon hunderte Seiten gelesen in diverser Reiseliteratur und im Internet. Dennoch würd ich gern eure Ratschläge hören, die ihr mir für Unterwegs mitgeben könnt. Ich will von Marokko an der Küste bis nach Ghana und wieder zurück durch Niger und Mali.
Worauf sollte ich noch achten?
deine wenigen Vorfällen sind wirklich lustig
Wenn ich das so lese wird mir klar, dass ich recht hatte, und wie viel Unrecht den Menschen in diesen Ländern getan wird, wenn man sie als eine Art Kannibale ansieht. Ich wollte das nie glauben, klar das Menschen in Not eine Versuchung mal 10$ zu "erobern" nicht so leicht widerstehen können wie Menschen mit einem min. 3-stelligen Monatseinkommen. Mit dieser Einstellung lassen sich diese Länder auch viel angenehmer bereisen, vorallem da ich neben der Natur, auch unbedingt die Bevölkerung und deren Kultur, Denkweise und Verhaltensweisen kennenlernen will. Dann sollte ich mir wie Uwe schon sagte nicht so viele Gedanken darüber machen.
Bin echt positiv überrascht über all die informativen und netten Beiträge, dann werd ich mal übermütig und knall noch ne Frage drauf
Ich mache so eine Reise zum ersten mal und habe auch keinen Erfahreneren dabei. Hab schon hunderte Seiten gelesen in diverser Reiseliteratur und im Internet. Dennoch würd ich gern eure Ratschläge hören, die ihr mir für Unterwegs mitgeben könnt. Ich will von Marokko an der Küste bis nach Ghana und wieder zurück durch Niger und Mali.
Worauf sollte ich noch achten?
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mikepiller
- Beiträge: 952
- Registriert: Sa 13. Mai 2006, 20:59
- Wohnort: Berlin
Re: Was ist erlaubt?
Hi Dirk,
Deine Denkansätze finde ich persönlich so klasse, dass ich jedem empfehlen würde, sie mehrmals durchzulesen.
Dann landen wir nämlich ganz schnell bei der unangenehmen Wahrheit, wie viele von den eventuellen " Unannehmlichkeiten", die einem auf so einer Reise mitunter widerfahren können-
wir selbst verursachen, mit JEDER Form von Tourismus in Ländern, wo gerade jetzt wieder Menschen verhungern, weil sie den Reis oder das Brot nicht bezahlen können.
Dies wäre aber ganz sicher ein neues Thema und sollte hier nicht weiter erörtert werden. Nur mal drüber nachdenken.....danke Dirk!
Gerhardd:
Sei wachsam wie überall auf der Welt, auch bei Dir Zuhause.
Halte Dein Herz offen, Dir werden unzählige Menschen begegnen und Dich "beschämen" mit ihrer Lebensfreude, ihrer Hilfsbereitschaft, mit ihrer tief verwurzelten Charaktereigenschaft, das Wenige noch zu teilen, was sie haben.
Stecke Deinen Zeitrahmen nicht zu eng, lasse lieber zwei Länder ausfallen- ich habe die schönsten Erlebnisse mit Menschen oft DANN erlebt, wenn mein Zeitplan eigentlich vorsah, jetzt weiter zu fahren......und ich dann doch geblieben bin, auch mehrere Tage- tief in der Sahara etwa, bei einer Hirtenfamilie in einem völlig abgelegenen kleinen Dorf ......sowas vergisst man nie mehr!
Inzwischen mache ich längst keine festen Pläne mehr!
Das würde ich Dir gerne als wichtigsten Reisegrundsatz auf die Reise mitgeben.
Für Fakten Deine Route betreffend wird die Suchfunktion schon mal eine Menge ausspucken, was Deine Fragen bestens beantwortet. Hier sind unzählige Profis zugange, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen gerne geteilt haben.
Gruss an Alle hier,
es ist ein schönes Forum hier gewachsen- muss auch mal gesagt werden
Micha
Deine Denkansätze finde ich persönlich so klasse, dass ich jedem empfehlen würde, sie mehrmals durchzulesen.
Dann landen wir nämlich ganz schnell bei der unangenehmen Wahrheit, wie viele von den eventuellen " Unannehmlichkeiten", die einem auf so einer Reise mitunter widerfahren können-
wir selbst verursachen, mit JEDER Form von Tourismus in Ländern, wo gerade jetzt wieder Menschen verhungern, weil sie den Reis oder das Brot nicht bezahlen können.
Dies wäre aber ganz sicher ein neues Thema und sollte hier nicht weiter erörtert werden. Nur mal drüber nachdenken.....danke Dirk!
Gerhardd:
Sei wachsam wie überall auf der Welt, auch bei Dir Zuhause.
Halte Dein Herz offen, Dir werden unzählige Menschen begegnen und Dich "beschämen" mit ihrer Lebensfreude, ihrer Hilfsbereitschaft, mit ihrer tief verwurzelten Charaktereigenschaft, das Wenige noch zu teilen, was sie haben.
Stecke Deinen Zeitrahmen nicht zu eng, lasse lieber zwei Länder ausfallen- ich habe die schönsten Erlebnisse mit Menschen oft DANN erlebt, wenn mein Zeitplan eigentlich vorsah, jetzt weiter zu fahren......und ich dann doch geblieben bin, auch mehrere Tage- tief in der Sahara etwa, bei einer Hirtenfamilie in einem völlig abgelegenen kleinen Dorf ......sowas vergisst man nie mehr!
Inzwischen mache ich längst keine festen Pläne mehr!
Das würde ich Dir gerne als wichtigsten Reisegrundsatz auf die Reise mitgeben.
Für Fakten Deine Route betreffend wird die Suchfunktion schon mal eine Menge ausspucken, was Deine Fragen bestens beantwortet. Hier sind unzählige Profis zugange, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen gerne geteilt haben.
Gruss an Alle hier,
es ist ein schönes Forum hier gewachsen- muss auch mal gesagt werden
Micha
-
Jürgen Kempe
- Beiträge: 632
- Registriert: Di 18. Jul 2006, 17:26
- Wohnort: S-H
Re: Was ist erlaubt?
Da will ich doch noch Positives nachschieben: Nie ist mir in 50 Jahren N-Afrika-Reisen wesentlich Schlimmes widerfahren oder Wichtiges geklaut worden, obwohl ich Anhalter selten stehen lasse und auch nicht auf grossen Abstand zu den Menschen bedacht bin
Aber in Deutschland sind mir schon 5x Autos "gekackt" worden :( (wobei -zugegebenermassen- ich mich doch noch etwas häufiger hier in D aufhalte
).
Na ja, das hilft anderen Reisenden nicht, soll auch nur das gute Gefühl unterwegs verstärken.
Gute Reise wünscht Jürgen Kempe
Na ja, das hilft anderen Reisenden nicht, soll auch nur das gute Gefühl unterwegs verstärken.
Gute Reise wünscht Jürgen Kempe
Re: Was ist erlaubt?
Dazu fällt mir noch ein (langweiliger, verregneter Erholungssonntag): ich lese immer wieder vondie Angst, sie tötet das offene Herz!
-"einbruchssicheren Fenstern" in Grössen von Schiessscharten in einer Höhe, dass man garantiert nicht reinschaun kann.
...da kann man oft auch nicht/kaum rausschauen. Und Licht fällt auch kaum rein - die Bude ist (tagsüber) innen oft so charmant wie ein Wohnklo. Kann ich nciht ganz nachvollziehen, wozu fahr ich mit so was in interessantere Länder? Wenn ich so viel Schiss habe, sind das schlechte Voraussetzungen: man kann solche Ereignisse auch "anziehen".
Das sind Projektionen der eigenen Unsicherheit auf die dortige Bevölkerung. Allerdings hilft das vielleicht gegen einen KO-Gas-Angriff in Frankreich
-Luke zum Fahrerhaus, damit man "in brenzlichen Situationen schnell wegfahren kann".
...was für ein Schwachsinn. Andere Zwecke: JA (Karte holen, unterwegs schnell nen Kaffee kochen oder auf's Klo). Aber FLUCHT ist wiederum cineastisches Wunschdenken, man stellt sich vor, mit seiner "Festung" den auf das Fahrzeug mit Stöcken einprügelnden Einheimischen GERADE noch zu entkommen, bevor man gelyncht* wird, was man dann zu Hause dramaturgisch aufbereitet zum Höhepunkt des Reiseberichts macht...weia.
Droht ein derart massiver Überfall, müsste man eh Menschen überfahren oder schwereren Waffen entkommen, die vor 0.8mm Blech keinen Haltmachen.
Das sind auch nur Ängste, die zwischen einem und der Reise stehen. Man meint, sich gegen die letzten Gefahren auch noch schützen zu können, aber sieht letztlich das Land nur mit panisch verengtem Blickwinkel.
*Ausnahme: man hat wirklich jemanden oder ein wertvolles Tier überfahren, dann sollte man bekanntermassen schnellstens eine Polizeistation aufsuchen und nicht Diskussionen mit Anwesenden starten...die sind oft nicht diskussions-, sondern eher gewalttbereit.
Gerhardd: Du wirst öfter von Grenzern oder Dorfgrenzen-Posten angehalten und nach "Geschenken" gefragt: T-Shirts, Medikamente, Zigaretten. So was würde ich immer ablehnen (eine Zigarette vielleicht ausgenommen), das ufert sonst aus. Nette Ausreden zurechtlegen ("hab ich alle schon an der letzten Grenze abgegeben" "hab nur noch was ich an habe"), es geht immer ohne. "Geschenke" wirklich nur angemessen und bei Gegenleistung: Übernachtung, schwierige Route erklärt, Tee bekommen, Essen.
WICHTIG: NETT ablehnen, nciht sauer werden. Die Typen sind für unsere Verhältnisse echt arm und probieren's halt - meist AUCH nett!
Ein Schweizer Paar (mit richtig fett aufgerüstetem Landcruiser) hat uns mal erklärt, in Ghana erhebliche Probleme mit Kontrollen gehabt zu haben. Vor dem Rückgeben wurde nach "Cadeaux" gefragt, das war ihnen irgendwann zu doof.
Sie haben dann ihre Pässe nur noch durchs Fenster gezeigt und nicht mehr rausgerückt - die Uniformträger sind stinksauer geworden. Logisch: drinnen im Schatten sitzt der Boss und wartet auf die Pässe, der am Fenster bringt die nicht bei und bekommt einen Anschiss, weil er zu doof ist. Blöde Situation...vielleicht hilft es, ihnen dann mit Entschuldigungen ein paar echt dreckig-verölte und stinkende T-Shirt vor die Nase zu halten
Wir mit unserem Trooper-Schrottmobil und Holzdachträger hatten dagegen nie auch nur ansatzweise Probleme (waren aber auch nicht in Ghana).
Freundlich "bonjour, ca va?", händeschütteln, nach dem Weg fragen "la route, c'est bonne?" und schon ist man nciht irgendein arrogant-reicher Schnösel, sondern freundlicher Besucher.
HA: an jeder Grenzstation hat man uns total blank gemacht, weil noch der letzte Buschi die kpl. deutsche Fussball-Nationalmanschafft fünf Jahre rückwärts bis heute runterrattern konnte. Wir Null Ahnung
Schätze, wenn Du auch noch ein paar ländertypische afrikanische Fussballer aufzählen kannst, erzählen die noch tagelang lachend von Dir
Kritische Fragen von Beamten, während er ein wichtiges Dokument ausfüllt: "was hältst Du von unseren Präsidenten?". Ouch, wenn der Typ ein Idiot ist. Standardantwort, passt IMMER: "ich kenne ihn nicht gut, aber ich hoffe, er ist gut für euer Land"
Ach so, zu "Geld rausrücken" fiel mir noch ein: dicke Bündel irgendeiner wertlosen Währung, die man "zum Tauschen" dabei hat. Ist dünnes Eis, aber immerhin wedelt man mit seinem "Vermögen": mehr hab ich nicht. Die Geschichte verliert an Reiz für die Bösen. Leider gibt es die Lire nicht mehr, das waren so schön grosse Zahlen :-D
Sinnvoll: Bauchbeutel mit allen Papieren, Kopien im Auto. Dann ist man immer aktionsbereit an Grenzen o.ä. und muss nciht nervenaufreibend rumkruschteln.
In Mali z.B. musst Du u.U. eine Versicherung und Registratur vorweisen, BEVOR Du sie überhaupt bekommen konntest (im nächsten Ort). Ernst nehmen, das Ding wird explizit am nächsten Kontrollposten am Ortsausgang gecheckt, die kennen die laschen Touristen. Lieber einen Tag im Ort bleiben, höflich drängeln ("muss weiter, Fähre, Visum läuft ab" etc.), nachfragen - unsere hat der Boss vom Zoll sogar am SONNTAG ausgefüllt (kam extra ins Büro!!!). Und das ohne Fragen nach Cadeaux! Dazu haben wir aber 2h in irgendeinem Hinterhof gewartet - und durften dabei dem einheimischen Treiben in Ruhe zuschauen
Wie war das? "Allah hat den Afrikanern die Zeit geschenkt - den Europäern die Uhr". Immer ein Buch griffbereit haben, wenn's nciht weitergeht, höflich nachfragen, Buch auspacken, lässig bleiben. Das senkt im Zweifelsfall nciht nur den Adrenalinspiegel, sondern auch das Bakschisch - "ICH habe Zeit"
Beruf angeben: irgendwas total harmloses: Mechaniker, Angestellter, Versicherung...NIE Journalist, Polizist o.ä., keine "hohen" Berufe.
Gruss,
Dirk
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Wo kein Weg ist, ist ein Wille!
Dirk
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Re: Was ist erlaubt?
Einem guten Schutz vor den kleinen, schwarzen, nachtaktiven Tieren kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen.
Zwei Tage nach meiner Rückkehr lag ich mit Malaria Tropica im Krankenhaus. Die Fieberschübe sind nicht ohne, ich war noch nie so erschöpft und hatte solche Kopfschmerzen. Nach der Entlassung habe ich noch einige Wochen gebraucht um wieder richtig auf die Beine zu kommen.
Aber nach dem neuesten Thread über Malaria weiß ich nun wie ich mich besser schützen kann...essen, essen, essen
Gruß Jeanette
Zwei Tage nach meiner Rückkehr lag ich mit Malaria Tropica im Krankenhaus. Die Fieberschübe sind nicht ohne, ich war noch nie so erschöpft und hatte solche Kopfschmerzen. Nach der Entlassung habe ich noch einige Wochen gebraucht um wieder richtig auf die Beine zu kommen.
Aber nach dem neuesten Thread über Malaria weiß ich nun wie ich mich besser schützen kann...essen, essen, essen
Gruß Jeanette
Re: Was ist erlaubt?
So ne Sauerei! Und die Täter haben sich dann auch noch verpisst, oder?Jürgen Kempe hat geschrieben:in Deutschland sind mir schon 5x Autos "gekackt" worden
Gruss,
Dirk
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Dirk
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