Im Februar 1989 war ich das einzige Mal in Äquatorialguinea. Das war lange, bevor auch in diesem Land die Öl-Bonanza ausbrach. Malabo, die Hauptstadt auf der Insel Bioko, war ein Dorf der Kategorie Lummerland. In unserem Hotel, dem "Bahia", hatte Frederik Forsyth zwar in den siebziger Jahren "Die Hunde des Krieges" über Söldner in Afrika geschrieben, aber ansonsten zeichnete es sich vor allem durch das aus, was es nicht gab: kein Essen, keinen Strom und kein Wasser. Was es damals schon gab, war ein Diktator namens Teodoro Obiang Nguema. Der war schon zehn Jahre an der Macht, nachdem er seinen Onkel hatte erschießen lassen. So ärmlich, tatsächlich erbärmlich war das Land, von dessen damals 400.000 Einwohnern der grausame Diktator schon ein Drittel in die Flucht getrieben hatte, dass der deutsche Botschafter in Kamerun, für Äquatorialguinea mit zuständig, sich weigerte, bei seinem alljährlichen Besuch auf der Insel in Malabo zu übernachten.
An den Zuständen, der Armut, den verschwundenen Menschenrechten, hat sich nichts geändert. Aber das Land gehört nominell heute zu den reichsten der Welt, ganz sicher den wohlhabendsten in Afrika. Neue Hotels warten auf die Kundschaft aus dem Ölbusiness. Und einer ist auch immer noch da: Teodoro Obiang Nguema, der ewige Präsident. Ende November 2022 ließ er sich zum sechsten Mal wählen, natürlich wieder mit weit über 90 Prozent der Stimmen. Er ist damit und mit 43 Jahren der dienstälteste noch amtierende Herrscher (sein Nachbar, der Kameruner Baul Biya, folgt ihm mit inzwischen 38 Jahren auf dem Fuß).
Teodoro Obiang wins sixth term in Equatorial Guinea, becomes world's longest-serving ruler
(Quelle: France24, 27. November 2022)
Viele Grüße
Achim
Äquatorialguinea: der Neue ist der Alte - wieder einmal
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