Tourismus in Ägypten

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Stefanie
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Stefanie »

Eigentlich sollte Aegypten dankbar fuer jeden Touristen sein, der wieder in das Land kommt...
Scheint aber nicht so! Nun sind die Fluege nach Japan gestrichen worden :bang:

Guides protest after cancelling flights to Japan
http://english.youm7.com/News.asp?NewsID=345610

Haben etwa die Chinesen als Bedingung fuer eine verstaerkte Zusammenarbeit Forderungen gestellt??? :lol:
Gruesse aus Baharia
Stefanie

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Birgitt
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Tourismus in Ägypten - Statistik 2. Quartal 2011

Beitrag von Birgitt »

Stefanie hat geschrieben:Eigentlich sollte Aegypten dankbar fuer jeden Touristen sein, der wieder in das Land kommt...
Dazu noch etwas Statistik von ANSAmed:

EGYPT: 35% DROP IN TOURIST NUMBERS IN 2 ND QUARTER

Gruß
Birgitt
Birgitt
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Tourismus in Ägypten - Sicherheitsprobleme

Beitrag von Birgitt »

t is mainly in Sharm El Sheikh, "the pearl of the Sinai Peninsula", as well as the capital city, Cairo - where low numbers of tourists at the Pyramids and Egyptian Museum are evident - that unstable security conditions are having severe effects on tourism in Egypt, especially regarding travellers coming from Italy. The news was reported by operators in several sectors, including the hotel industry, the transport sector and scuba diving schools, which unanimously stated that the decline witnessed in recent months has reached 60%-70%, without taking 2011 into account, the year of the revolution. The incidents on Wednesday night at the football stadium in Port Said, which are fuelling fresh mass protests in Cairo, as well as a shootout during an armed robbery last week at the Old Market in Sharm, which took the life of a French tourist, or the kidnapping of several Chinese workers in the northern Sinai Peninsula, an area that is of little interest to tourists, are just some of the incidents, which, reported by the press and TV news, are currently causing more declines in reservations.
Tourism:Egypt;Sharm & Cairo deserted,growing safety concerns
03.02.2012 - ANSA

Der :arrow: Überfall mit Kurz-Entführung auf zwei US-Touristinnen im Sinai gestern oder vorgestern wird dem Tourismus sicherlich auch nicht bsonders gut tun.

Gruß
Birgitt
Bodensee
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Bodensee »

Vielleicht machen die Beschäftigten im Tourismus-Sektor ihren radikalen Nachbarn, Bekannten und Verwandten einmal klar,
was für das ganze Land auf dem Spiel steht, wenn die Militärs und andere Selbstversorgungsgruppen am Ruder bleiben...
Kuno
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Kuno »

Die vielen Leute, die im Tourismus beschaeftigt sind haetten sich tatsaechlich auch mal zu einer der unzaehligen Demonstrationen zusammenfinden koennen um fuer ihre berufliche Zukunft zu werben. Vielleicht machen die auch was - aber im Fernsehen sehe ich immer nur die, die vor den Pyramiden am jammern sind, weil keiner mehr auf ihren Kamelen reiten will. Wenigstens gibt man noch nicht den Touristen die Schuld an der Misere...

Und dem Militaer kann man eigentlich auch nichts vorwerfen - unter deren Herrschaft ist der Tourismus in ET ja erst richtig aufgeblueht. Insofern waere fuer den Touristen in Sharm el-Sheik eine verlaengerte Militaerherrschaft wohl nicht das schlechteste.
Stefanie
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Stefanie »

Bodensee,
...die radikalen Bekannten, Verwandten etc. reden erst gar nicht mit Leuten, die mit Touristen arbeiten :twisted: .
Habe ich in der eigenen Familie erlebt...
Und ansonsten: wie soll man es Leuten klar machen, die die Zusammenhaenge nicht sehen, nicht verstehen, nur ihre Ruhe (wie vorher) wieder haben moechten...

Vorgestern in "meiner" Familie: wann verschwinden denn endlich die Leute vom Taharir??? :shock:
Meine Antwort natuerlich: wenn Tantawi geht - was sollte ich da sagen, ich war einmal mehr "geplaettet".
5 Minuten spaeter, selbe Person: wie ist das eigentlich mit den Geldern im Ausland von Mubarak? Wer bekommt die denn, wenn die da (Militaerrat kennt sie nicht als Begriff), weg sind? Werden die dann an den neuen Mubarak gezahlt :shock:

Leute, was erwartet ihr von einer ungebildeten Mehrheit???????
Zuerst muss Bildung fuer alle zugaenglich sein - erste Ergebnisse fruehestens in 20 Jahren - usw...
Wenn dann auch noch alle Kinder die Schule bis zum Ende besuchen und nicht ab 16 aufhoeren um Geld zu verdienen...dann haben wir irgendwann mal Erfolg mit unserer "Erklaerung/Aufklaerung"!
Gruesse aus Baharia
Stefanie

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Kuno
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Kuno »

Stefanie hat geschrieben:Leute, was erwartet ihr von einer ungebildeten Mehrheit???????
Stefanie; bei allem Respekt und in Anerkennung deiner oben geschilderten Erlebnisse in der eigenen Familie - man kann doch nicht davon ausgehen, dass die Mehrheit der Aegypter einfach nur deswegen, weil sie keine grosse Schulbildung haben gleich alles "Vollpfosten" sind; oder?

Aegypten braucht den Tourismus mehr als dass der Tourismus Aegypten je brauchen wuerde. Und dass Touristen mehrheitlich dorthin gehen, wo sie nicht nur am meisten fuer ihr Geld bekommen sondern wo sie sich auc sicher und in Ruhe gelassen fuehlen ist auch keine Erkenntnis, die einen Universitaetsabschluss voraussetzt.

Die Aegypter haben es in ihren Haenden, was sie selber aus ihrem Land machen wollen. Nur auf den Tourismus sollten sie langsam nicht mehr setzen - ohne "Bier & Bikini" lassen sich die Hotelanlagen (die schon vor der Revolution zu viele waren) wohl kaum mehr fuellen...

...und fuer den vielverschmaehten boessen Individualtouristen ist ein Zug von "Touristenpolizisten" im Schlepptau halt leider auch nicht das, was man in der Einsamkeit der Wueste zu finden hoffte :shake:
Stefanie
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Stefanie »

Kuno,
man kann doch nicht davon ausgehen, dass die Mehrheit der Aegypter einfach nur deswegen, weil sie keine grosse Schulbildung haben gleich alles "Vollpfosten" sind; oder?
DOCH!!!!

Ich erklaere es einmal so: die Kinder lernen weder zu Haus noch in der Schule Zusammenhaenge erkennen. Von Konsequenz einmal ganz zu schweigen....
Wie sonst koennte man sich erklaeren, dass in den Touristengebieten ueberwiegend Moslembrueder und auch Salafisten gewaehlt wurden??? Hurghada: Salafisten; New Valley (Farafra, Daghla, Kharga: Salafisten), Baharia:MB; Sinai: Salafisten und MB usw. ...und sag mir nicht, die Leute, die im Tourismus arbeiten, haben nicht gewaehlt!!!

Im Ernst: ich erlebe es im taeglichen Leben ueberall, dass die Menschen einfach nicht Dinge verknuepfen koennen. Warum sollich etwas reparieren, dass noch nicht ganz defekt ist? Dass vielleicht ein groesserer Schaden entsteht, wenn es ganz kaputt ist...? Woher! Ich koennte aus allen Lebenslagen Beispiele dafuer bringen... Geht aber zu weit!
Das schlimme an meinen Erlebnissen hier in der Oase ist, dass die Menschen hier ein Spiegelbild von etwa 80% der Aegypter sind. Somit kann ich mir oft ein besseres Bild machen, als Leute, die in Kairo (in den reicheren Vierteln) leben!
Gruesse aus Baharia
Stefanie

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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Kuno »

Ok. Dann muss ich das wohl so akzeptieren. Jetzt wird mir auch klar, wie damals die alten Pharaonen ihre Leute davon ueberzeugen konnten, dass es eine gute Sache sei, Millionen von Steinen zu Pyramiden aufzuschichten :wink:

Da hilft nur noch beten :shake:
Stefanie
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Stefanie »

Kuno,
Da hilft nur noch beten :shake:
Siehst du, da schliesst sich der Kreis: deshalb haben so viele Menschen die MB und Salafisten gewaehlt! :wink:
Gruesse aus Baharia
Stefanie

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Wolfgang K
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Wolfgang K »

Hallo Stefanie!
Zuerst muss Bildung fuer alle zugaenglich sein - erste Ergebnisse fruehestens in 20 Jahren - usw...
Mal ganz ehrlich. Glaubst Du, dass die neue Regierung hier nicht auch ganz in ihrem Sinne ansetzen wird? Wenn man ein Land und seine Führung verstehen will, dann hilft ein Blick in die Schulbücher. Egal was Regierungssprecher verkünden, die wahre Anschauung einer Regierung wird man in den Schulbüchern lesen, denn mit der zukünftigen Basis wird man „Klartext“ reden.

Was wird in drei Jahren in den Schulbüchern stehen? Jetzt haben sie erst mal Mubarak überall rausgerissen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man in den Schulen Nordafrikas in Zukunft besonderen Wert auf eigenes Denken legen wird.
Gibt es schon Veränderungen? Würde mich schon interessieren.

Grüße
Wolfgang
Stefanie
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Stefanie »

Wolfgang,
grundsaetzlich gebe ich dir Recht! Allerdings war ja schon im letzten Jahr angeregt worden, dass das ganze Schulsystem geaendert werden soll...
In diesem Jahr war es bisher so, dass viele der Buecher entweder zu spaet oder gar nicht ausgeteilt wurden. Vieles musste ja geaendert werden.
Was ich positiv erlebt habe, dass nun ein besseres Schulungsprogramm fuer Lehrer (regelmaessige Fortbildung - leider in Kairo und da faellt immer wieder Unterricht aus) eingerichtet wurde, wo tatsaechlich auch gelehrt wird, dass die Kinder aktiv einbezogen werden sollen und Spass am Lernen bekommen sollen. Wer nun lacht: das ist bisher wirklich reinste Utopie in den staatlichen Schulen! Also ist das schon ein grosser Schritt!
Was die Inhalte angeht, so ist Religion zwar ein gleichwertiges Fach wie zB auch Arabisch, allerdings ist die Trennung relativ gut vollzogen. Lediglich in Arabisch werden Verhaltenskodizes im Unterricht implementiert, die sehr stark an Religion und Tradition angelehnt sind. Kann man bisher aber mit leben.
Neu im vergangenen Jahr war auch, dass ab der 7. statt ab der 10. Klasse als 2 Fremdsprache Franzoesisch dazu kam. Wer Glueck hat, hat auch einigermassen vernuetige Lehrer. Ausserdem werden fuer die oberen Klassen arabisch Kalligraphie zusaetzlich nachmittags angeboten - hat einmal etwas Kreatives!!!
Das Problem bei all dem ist, dass in den entlegenen kleineren Orten oft nicht genug Personal da ist, dasss auch schlechte Lehrer mal rausgeschmissen werden koennten. Wir hatten im letzten Jahr zB eine Rechenlehrerin, die fest davon ueberzeugt war, dass 5x5 26 sei - in der 3. Klasse :shake: . Sie verschwand, kam aber im Sommer wieder, da keine andere Lehrkraft da war...
Im Kindergarten fiel mir Ende des Jahre auf, dass ploetzlich Hefte auftauchten und verteilt wurden, die sehr stark religioes waren - und das zum Lernen von Englisch. Da gab es schlimme Vorurteile den USA und Christen gegenueber - versteckt, aber sie waren da! Diese Hefte waren an dem Ministerium fuer Bildung vorbei gegangen! Wenn das im neuen Halbjahr wieder passiert, werde ich eingreifen muessen. Die waren nicht altersgerecht - abgesehen von der Manipulation! Was aber das Bildungsministerium passiert hatte und von dort erstellt wurde, ware ok.
Also, lange Rede kurzer Sinn: ich habe Hoffnung! ...und dass ploetzlich alles nur Religion ist: glaube ich nicht. Dafuer gibt es die Spezialschulen (Religionsschulen). Wer will, kann seine Kinder dort hin schicken. Dort gibt es schon frueh Geschlechtertrennung, die Maedels tragen gerne Nuqab...
Gruesse aus Baharia
Stefanie

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Birgitt
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Tourismus in Ägypten - Statistik 2011 / Prognose 2017

Beitrag von Birgitt »

Hier noch etwas Statistik:

Als Folge der Revolution hat Ägypten im Jahr 2011 einen 33 %-igen Rückgang an Besuchern zu beklagen. Tourismusminister Abdel Nour meint, dass das Land aus Sicht der Touristen unsicherer geworden sei, daher nur 10 Millionen Besucher im vergangenen Jahr. Ägypten werde aber trotz anhaltender Proteste und Demonstrationen in den letzten Wochen optimistisch in die Zukunft blicken.

Laut Abdel Nour sind es die Medien, die durch die Fülle schlechter Nachrichten und ihre ständige Suche nach Sensationen die Touristen für etwaige Gefahren sensibilisiert hätten. Außerhalb des Tahrir-Platzes "sei aber alles ruhig".

Fakt ist, dass 50 % weniger italienische Touristen das Land in 2011 besucht haben, der Umsatz im Tourismussektor ist von 12,5 auf 9 Milliarden US-$ im Jahr 2011 gesunken.

Für die nächsten Jahre hat Ägypten ehrgeizige Pläne: das Land will bis 2017 30 Millionen Besucher locken und Investitionen tätigen, um die Kapazität von Flughäfen, Häfen und Hotels zu erhöhen.


Egypt: Tourism Minister, 33% fewer arrivals amid 2011 uprising
16.02.2012 - ANSAmed

Gruß
Birgitt
Alexander
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Alexander »

Politischer Umbruch – Welche Rolle spielt der Tourismus?

Dass es einen Zusammenhang zwischen politischen Umbrüchen und Tourismus gibt, ist wissenschaftlich nachgewiesen: Während zum Beispiel Ägypten vor den Demonstrationen am Tahrir-Platz in Kairo eine führende Position im touristischen Wachstum besetzte, brach der Tourismus im Februar und März 2011 um bis zu 80 % ein. Mittlerweile hat sich der Rückgang bei circa 30 % eingependelt und die Touristenzahlen gingen von 14 Millionen auf 10 Millionen zurück. Brauchen Länder wie Ägypten in einer politisch instabilen Situation Tourismus? Und wenn ja, welche Art von Tourismus? mehr...

Grüsse
Alexander
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Re: Tourismus in Ägypten

Beitrag von Stefanie »

Theoretisch klingt das ja ganz gut.
weg vom Massentourismus in abgeschotteten Hotelanlagen, gesteuert von wenigen großen Reiseveranstaltern, hin zum individuellen Reisen mit Raum für Begegnungen mit Einheimischen, von dem kleine Unternehmen profitieren.
Wenn ich nun die Statistiken nehme, wo angeblich nur 30% Einbruch im Vergleich zu 2010 stattgefunden haben soll, dann weiss ich, dass die so nicht stimmen koennen und lediglich die "Massenbunker-Touristen" beinhalten.
Nehme ich unsere Gegend eimal als Massstab, dann ist der Einbruch wesentlich groesser. Durch die gefuehlte Unsicherheit traut sich eben kaum jemand abseits der Bettenburgen das Land zu besuchen. In den grossen Touristengebieten faellt kaum auf, ob auch Individual-Touris kommen. Die Leute verdienen genug von den Pauschaltouristen um immer noch irgendwie ueber die Runden zu kommen. Dort, wo es keinen Pauschal-Tourismus gibt, ist der Einbruch fatal.
Die All-Inclusive-Touristen werden sich auch nicht daran stoeren, wenn ein Grossteil der Bevoelkerung auf "religioese Abwege" geraet. Sie erleben es ja nicht. Der Individualist hingegen koennte schon ein wenig irritiert sein, wenn ploetzlich nur noch Baertige und Vollverschleierte in den Nebenstrassen wandeln, wenn der Besuch eine Strassencaffees mit Frau abschaetzig beaeugt wird. ...und zu allem Ueberfluss dienen sie gleich noch als Abschreckung und Beispiel fuer die Dekadenz des Westens, es sei denn, dass die Frauen auch bedeckt reisen wie zB im Iran... Wenn sich der Individual-Reisende allerdings auch im Touristenbereich bewegt, dann fuehlt er sich zwar "individual", ist es aber eigentlich nicht. Er bewegt sich im Gebiet des "Ausnahmezustands", der Touristen mehr Freiheiten zugesteht. Beispiel Khan el Khalili, Kairo, nur eines von vielen. Ich kann meinen Urlaub selber organisiert haben und fahre mit dem Taxi dorthin, doch die Haendler "sprechen" diverse Sprachen, leben in einer isolierten Tourismus-Welt. Wenn eine Reisegruppe kommt, nehmen sie noch Provision, kommt ein Einzelreisender,schlagen sie die Provision auf den Preis drauf. Ihnen ist es also egal! Sinn wuerde es fuer die Einzelreisenden machen, wuerden sie die Strassenseite wechseln und auf den Einheimischen-Markt gehen. Dort werden sie zwar wie Ausserirdische angestarrt, sie bekommen keine Souveniers, doch einen Eindruck, wie das Leben in Kairo wirklich ist - und sie unterstuetzen die kleinen Haendler...
Noch ein Beispiel, Hurghada. Ich kann als Tourist im Stadteil Sakkala alles kaufen, mich frei bewegen, ohne angestarrt zu werden, im Cafe sitzen... Einzelreisender oder Pauschalreisender, egal. Dort ist es relativ sauber, sicher und irgendwie "out-law". Ueberall kann ich mein Bier trinken, kann anziehen was ich will... Gehe ich nun 10 Minuten weiter weg vom Tourismuszentrum, dann stelle ich fest, warum in Hurghada die Salafisten die Wahl gewonnen haben. Hinzu kommt, dass es ziemlich dreckig ist...eben Aegypten. Doch: will das wirklich jemand erleben?

Wenn nun der Tourismus Miniter davon ausgeht, dass im Jahr 2014 mehr Touristen als 2011 hier sein werden, dann "nur" in den typischen "attraktiven" Reisezielen. Wer das erste Mal nach Aegypten reist, will in der Regel entweder Sonne oder die Geschichte erleben. Wo ist dort die Moeglichkeit der "Begegnung mit Einheimischen"??? Klar, der Kamel-Treiber an den Pyramiden ist "Einheimischer". Der Caufehaus-Kellner ist "Einheimischer". Der Souvenier-Verkaeufer ist "Einheimischer", sogar der Taxifahrer... Doch lerne ich "Mohammed-Normal-Einheimischen" kennen???
Gege ich denn in D auf Touristen zu, lade sie in mein Haus ein und spreche mit ihnen zB japanisch, wenn ich aus meiner religioesen Auffassung heraus sie eher "abstossend" empfinde???
Gruesse aus Baharia
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