Tourismus in Tunesien

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Birgitt
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Re: Tourismus in Tunesien

Beitrag von Birgitt »

ANSA meldet heute, dass mangels Buchungsanfragen bisher 57 Hotels in Sousse und Djerba schließen mussten (30 in Sousse, 27 auf Djerba). Alleine durch die Schließung dieser Hotels wurden ca. 6.000 Menschen arbeitslos.

Quelle: ANSAmed vom 14.06.2011

Gruß
Birgitt
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Re: Tourismus in Tunesien

Beitrag von Birgitt »

ANSA meldet Ende Juni für den Tourismus einen Rückgang an Besuchern von 40 % und ein 50 % geringeres Einkommen sowie den direkten Verlust von 3.000 Arbeitsplätzen. Die Revolution hat den Tourismus stärker geschwächt als der Golfkrieg (1991), der Angriff auf die Twin Towers in New York (2001) und das Attentat auf die Synagoge in Djerba (April 2002).

Quelle: ANSAmed vom 27.06.2011

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal auf die von Wolfgang, Mia und Kuno gestartete :arrow: Hilfsaktion hinweisen.

Gruß
Birgitt
Roger-Tecumseh
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Re: Tourismus in Tunesien

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Hallo,

wir alle wissen, wie wichtig der Tourismus fuer Tunesien ist. Wenn dieser Wirtschaftszweig weiter einbricht, ist auch der Weg zu demokratischen Strukturen in Gefahr!
Gestern hat das tunesische Innenministerium nun einige Massnahmen veroeffentlicht, die der Sicherheit im Lande - mit besonderem Blick auf die angelaufene Touristensaison - dienen sollen. Mir scheint eine genaue Lektuere aufschlussreich:
"Des postes de police éphémères seront aménagés sur toute la côte, en particulier dans les grandes villes, des numéros d'urgence seront activés, les festivals, les parcs, les plages seront particulièrement surveillés", a précisé le porte-parole du ministère de l'Intérieur. "Les entrées et sorties des villes touristiques seront étroitement surveillées. Nous demanderons même aux bus touristiques de ne pas aller dans des zones où la sécurité n'est pas assurée. Des itinéraires seront déterminés en coordination avec le ministère du tourisme", a-t-il ajouté.

Ce renforcement sécuritaire est décidé en raison des rumeurs circulant sur les réseaux sociaux parlant d'attaques d'islamistes radicaux contre ceux qui ne partagent pas leurs valeurs, a indiqué Néji Ziiri , tout en assurant que ces rumeurs étaient "infondées". Société civile, partis politiques et associations se sont inquiétés ces derniers temps d'une montée de la pression islamiste en Tunisie, après l'attaque perpétrée dimanche contre un cinéma de Tunis où était projeté un film sur la laïcité. Par ailleurs, des militants salafistes ont agressé des avocats devant le palais de justice de la capitale mardi. Le ministre de l'Intérieur a également fait référence à "des mouvements d'Aqmi (Al-Qaïda au Maghreb islamique) qui ont été observés à la frontière tuniso-algérienne ce dernier mois". Le mois dernier, un colonel et un soldat tunisiens avaient été tués dans des échanges de tirs avec des hommes "fortement soupçonnés d'appartenir à Al-Qaïda". Un Libyen et un Algérien avaient aussi été tués dans cet échange de coups de feu, à Rouhia, à environ 70 km de la frontière algérienne."

Die Behoerden gehen also von einer durchaus moeglichen Gefaehrdung aus und hatten nur die Wahl zwischen Pest (Schweigen) und Cholera (schuetzende Massnahmen, die allerdings auch Zweifel wecken koennten).

Ich finde die Veroeffentlichung der Massnahmen mutig und sehr ehrlich!! Zwei Gedanken scheinen mir fuer Touristen wichtig: Grenzgebiete meiden (!); genaue Zeitplanung, denn Ende Oktober sollen die Wahlen stattfinden. Im enthusiastischen Taumel kommender Demokratie hat praktisch jedes der 24 Gouvernorates einen Kandidaten fuer die hoechsten Staatsaemter aufgestellt (Praesidentschaft eingeschlossen). Diese Uneinigkeit schon im Vorfeld, koennte sich kurz vor und nach der Wahl in Konflikten entladen. Man sollte dies in die Planung einer Reise einbeziehen!
Birgitt
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Nach der Revolution

Beitrag von Birgitt »

Discount-Urlaub in Tunesien
07.08.2011 - tagesschau

Für den tunesischen Tourismus ist es eine schwarze Saison: Die Einnahmen sind seit Jahresbeginn um rund die Hälfte eingebrochen. Aus Angst vor Ausschreitungen meiden viele Touristen das Land. Doch manche Deutsche kommen gerade jetzt ins postrevolutionäre Tunesien: Denn es ist billig wie nie ... mehr

Gruß
Birgitt
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Re: Tourismus in Tunesien

Beitrag von Birgitt »

Die derzeitige Situation in Libyen hat auch Auswirkungen auf den Tourismus auf Djerba.

Vergangene Woche hat Al Jazeera gemeldet, dass sich Mitglieder des Gaddafi-Regimes im Park Inn Ulysse Resort & Thalasso Hotel in Djerba aufhalten würden. Diese Meldung hat zu massiver Unsicherheit sowohl innerhalb der Bevölkerung als auch in und um das Hotel herum beigetragen:

LIBYA: TUNISIAN HOTEL FEDERATION DENOUNCES AL JAZEERA

Gruß
Birgitt
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Tourismus in Tunesien - Statistik Januar - August 2011

Beitrag von Birgitt »

Das Jahr 2011 war das bisher schlechteste Jahr für die Tourismusbranche in Tunesien. Und die Aussichten sind nicht ermutigend, die traditionellen Ziele des Sahara-Tourismus - Tozeur und Gafsa - verzeichnen ein Minus von 75 %.

Die Zahlen für den Zeitraum 01.01.-20.08.2011 liegen vor: 2.771.000 Touristen, im Vergleich zu den 4,539 Mio. im gleichen Zeitraum des Vorjahres, mit 46,3 % weniger Übernachtungen und entsprechend finanziellen Einbußen. 24 Hotels mussten schließen (7.544 Betten), das sind direkt und indirekt ein Verlust von fast 90.000 Arbeitsplätzen.

Komplette Meldung am 12.09.2011 bei ANSAmed:

TOURISM: ANNUS HORRIBILIS FOR TUNISIA'S SECTOR

Gruß
Birgitt
Wolfgang K
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Re:

Beitrag von Wolfgang K »

Birgitt hat geschrieben:Die derzeitige Situation in Libyen hat auch Auswirkungen auf den Tourismus auf Djerba.

Vergangene Woche hat Al Jazeera gemeldet, dass sich Mitglieder des Gaddafi-Regimes im Park Inn Ulysse Resort & Thalasso Hotel in Djerba aufhalten würden. Diese Meldung hat zu massiver Unsicherheit sowohl innerhalb der Bevölkerung als auch in und um das Hotel herum beigetragen:

LIBYA: TUNISIAN HOTEL FEDERATION DENOUNCES AL JAZEERA

Gruß
Birgitt

Die Meldung lässt doch ein wenig schmunzeln. Seit je her kommen Libyer die es sich leisten können auf einen Drink in die Grenznahen Touristenhotels. Seit dem Volksaufstand – und insbesondere in den letzten drei Monaten – geht das halbe Regime auf Djerba und Umgebung ein und aus.

Im Juni hatten wir da einige interessante Begegnungen. Die Gaddafi-Apparatschiks waren unter anderem durch ihr „selbstbewusstes“ Auftreten gegenüber dem Personal und anderen Hotelbewohnern leicht zu erkennen.

Spannend wurde es als in der Lobby jemand mit der „neuen“ Libyschen Flagge um die Schultern am Tresen stand. Sofort tauchte einer auf und wollte sich beschweren. Das Hotelpersonal war verunsichert. Als der Beschwerdeführer aber dann realisierte, dass im Hotel etliche Libyer befanden, die diese Flagge durchaus lieber sahen als die grüne und diese Leute auch überhaupt keine Lust hatten sich einschüchtern zu lassen verschwand er zügig und ward auch nicht mehr gesehen.

Zu diesem Zeitpunkt dürften auch viele Gaddafi-Leute mit einem „Beobachtungsauftrag“ in den Hotels gesessen haben um zu schauen wer dort auftaucht.

Das Phänomen dürfte also den tunesischen Hoteliers nicht so ganz unbekannt sein.
AJ hat damit also wahrlich keine tolle Neuigkeit in Erfahrung gebracht, aber die Hoteliers sollten den Ball auch flach halten.
:wink:


Grüße Wolfgang
Birgitt
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Tourismus in Tunesien

Beitrag von Birgitt »

Just when the tourism sector in Tunisia thought that it managed to put last year's disastrous season in the past following the dramatic days of the Jasmine Revolution, the sector is dealing again with the uncertainty that the country's security situation is creating in foreign markets. The season seemed to start off on the right foot because a good number of tourists had returned, mainly flooding into the villages and sites in the south, which has always been a cornerstone of the sector. This is the effect of several factors: established quality of what the country offers at prices that are still extremely low compared to the competition; assurances from the government regarding the domestic situation; an intense communication campaign directed at foreign markets (focusing on traditional markets like Europe, and emerging markets such as Russia); the confidence expressed by the big airline companies, as well as low cost carriers, which, by upping the number of flights and lowering prices, contributed to making the country an attractive destination once again. But this was all ruined by an explosion of violence in the capital and across the country which has received widespread coverage in the international press, especially in the countries that are sources of tourists ...
Tunisia: Post-violence, tourism sector fears another collapse
15.06.2012 - ANSAmed

Die momentane nächtliche Ausgangssperre in Tunis und Umgebung, Sousse, Monastir und noch ein paar Orte, wirkt auf den potentiellen Urlauber auch nicht gerade einladend. Und neue Airlines - wie beispielsweise Transavia, siehe nachfolgender Link - werden ihren Flugplan dann evtl. noch einmal überdenken.

Transport: Transavia boosts links between Tunisia and France
15.06.2012 - ANSAmed

Gruß
Birgitt
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US-Kreuzfahrtschiffe haben Tunesien bis Ende 2012 gecancelt

Beitrag von Birgitt »

Protests in Tunisia over an anti-Islam film have led some of the leading US cruise companies to cancel scheduled stopovers at the port of La Goulette in the capital Tunis over security concerns [...] estimated loss of 40,000 tourists by the end of 2012. The Tourism Ministry said it is in contact with cruise companies and tour operators to convince them that the situation in the country is back to normal.
Islam: Tunisia, US cruise companies cancel stopovers
28.09.2012 - ANSAmed

Gruß
Birgitt
Bodensee
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Re: Tourismus in Tunesien

Beitrag von Bodensee »

Eben sind zwei befreundete Ehepaar von einer Mittelmeer-Kreuzfahrt mit MSC Sinfonia zurückgekommen. Beim Halt in Tunis haben sie sich einen Taxifahrer organisiert, der sehr gut Französisch und Deutsch sprach, sie in einen Souk und auch nach Carthago führte. Situation entspannt, Leute freundlich, Händler aufdringlich. Taxifahrer meinte, Land brauche Jahre um eine richtige Demokratie zu werden, aber Anfang sei gemacht und die Route klar. Vor der Reise machte man sich Sorgen und war dann angenehm und sehr positiv überrascht!

Zu den abgesagten Kreuzfahrt-Ankünften hier ein ausführlicher Bericht:
http://www.cruisecritic.co.uk/news/news.cfm?ID=5001
http://www.cruisecritic.co.uk/news/news.cfm?ID=4989

Holland America
Die MS Noordam hat die letzte Mittelmeer-Reise vom 5.-22. Okt. Danach geht es über den Atlantik in die Karibik. 1918 Passagiere bei Vollauslastung
Tunis Samstag, 20. Okt. von 08 bis 17 Uhr
Einziges Schiff dieser Linie mit Halt in Tunis

Diese Schiffe laufen Tunis wie geplant weiterhin an
http://www.kreuzfahrtberater.de/reisen. ... m_bis=1212

Royal Caribbean
Gemäss Katalog 2012 mit der Mariner of the Seas „7 Nächte Westliches Mittelmeer“
http://www.royalcaribbean.ch/downloads/ ... g_2012.pdf Seite 20, letzte Reise war 8. September ab Civitavecchia, Tunis nur auf Karte aufgeführt, im Reiseprogramm nicht angegeben...

Disney Cruises
Hat „Afrika“ erst wieder im Juli 213 im Programm, ohne Tunis, von Valletta mit Seetag nach Barcelona
Die aktuellen Standorte der Disney-Schiffe:
Disney Wonder aktuell vor Kalifornien, Fantasy an der Cayman Insel, Magic von Galveston nach Cozumel unterwegs, Dream vor den Bahamas Die Ankünfte der Disney Schiffe in Cayman Port ab August 2012 waren schon im September 2010 festgeschrieben!

Da die USA schon im September eine Reisewarnung ausgegeben haben, sind einige Schiffe umgeleitet worden. Doch die Zahl von 40'000 fehlenden Touristen dünkt mich sehr hoch, eher überhöht. Mir ist es ein Rätsel, wie der Tourismus-Minister auf diese Zahlen kommt, waren doch seit Ende August nur noch wenige Anfahrten dieser Linien überhaupt vorgesehen. Hoffentlich geht die Meldung der ANSA in den hiesigen Medien unter, ist ohnehin eher ein Sturm im Wasserglas. Für die Leute in Tunesien ist es ein Wink mit dem Zaunpfahl, passt auf, schaut was Euch entgeht...
Alexander
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Re: Tourismus in Tunesien

Beitrag von Alexander »

Tunesien möchte sich für den Tourismus neu positionieren. Ich wünsche mir, dass es ihnen gelingt.


"Aber am Ende könnten wir sogar die Gewinner sein"

Doch man dürfe nicht bloß der Revolution die Schuld an Tunesiens Tourismus-Krise geben, glaubt die Hotelmanagerin Mouna Ben Halima. Das Land müsse sich komplett neu aufstellen, und zwar jetzt. "Wir müssen dieses Tief nutzen, um das Produkt Tunesien zu erweitern und zu zeigen, was wir haben: Unsere Natur, die Berge, die Wüste, die kleinen Hotels auf dem Land", sagt sie und fügt an: "Ganz ehrlich: Wenn dieser Einbruch des Tourismus bedeutet, dass ein paar Hotelanlagen pleitegehen, dann wäre das ein heilsamer Schock. Es braucht viel Mut, um das abzufedern. Aber am Ende könnten wir sogar die Gewinner sein." mehr...

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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Bodensee
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Re: Tourismus in Tunesien

Beitrag von Bodensee »

Dazu mal eine Meldung aus Frankreich mit den aktuellen Zahlen vom April diesen Jahres:
""Les prises de commandes vers l'Espagne, la Grèce et le Maroc sont orientées à la hausse : respectivement +28%, +19% et +44% en volume d'affaires. La Tunisie est toujours à la traîne et subit une chute de 25% en volume d'affaires », précise Tour Hebdo.""
Ganze Meldung hier:
http://www.businessnews.com.tn/Tourisme ... 20,38262,3

Interessant, dass Marokko derart stark zugelegt hat. Immerhin 75% der französischen Besucher blieben Tunesien erhalten!
Wie war das doch gleich mit der Statistik? Traue keiner...
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