mit dem Anhänger in die Wüste

Mit dem Allrad, Quad und der Ente ;) über Land und durch die Wüste

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schnorr
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mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von schnorr »

Hier eine Frage für die Physikfreaks:
Ich mache mir Gedanken darüber, ob es sinnvoller für die Sandfahreigenschaften und die Belastung des Zugfahrzeuges ist, einige 100 Kg Beladung vom Zugfahrzeug in den Hänger zu bringen.
Mir ist natürlich bewußt, daß dadurch Böschungswinkel und Rampenwinkel eingeschränkt werden können, und dadurch die extreme Geländefähigkeit verloren geht. Aber wenn ich nciht so extremst unterwegs bin frage ich mich, ob dadurch, daß mein Zugfahrzeug um - sagen wir mal 300 Kg- leichter ist, ich weniger einsinke (Last verteilt auf 6 Räder, natürlich kommt dann noch das Gewicht des Hängers hinzu, dürfte aber nicht so viel sein, wenn man einen leichten Hänger nimmt), ich dadurch weniger Kraft brauche, um mich raus zu buddeln (Vektorrechnung sagt mir das Ziehen leichter ist als Tragen - schließlich können Pferde auch mehr Last ziehen als auf dem Rücken tragen), und das Zugfahrzeug weniger belastet wird (Stoßdämpfer, Federn, Dachlast weg, mehr Platz im Fahrzeug).
Natürlich sollte dies nicht dazu verführen, mehr mitzunehmen.

Nun geht diese Frage an alle Praktiker und Theoretiker, also an Euch.

Also nochmals: hier geht es nicht um extremstes Gelände (oder vielleicht war ja schon mal jemand mit dem Hänger im extremen unterwegs?)sondern um Reisen durch normale Wüste!
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Manfred Franz
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von Manfred Franz »

Hallo Jörg,

wir waren einmal mit Hänger im Sand unterwegs und ich kann Dir nur davon abraten! Selbst bei einfachsten Sandpassagen hingen wir laufend fest. Der Hänger bremst wie ein Erdanker, mal abgesehen von der Bodenfreiheit.
Wolfgang K
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von Wolfgang K »

Hallo Jörg !

Die Belastung der Räder ist nicht das einzig entscheidende. Das Eingraben der Räder geschieht durch Schlupf, den sie auf losem Untergrund haben. Wenn die Räder durchdrehen, befördern sie den losen Untergrund (hier Sand) nach hinten raus und dann geht es abwärts.
Ein Anhänger ist deswegen so fatal, weil er nicht angetrieben ist. Er bremst das Auto (nicht durch das Gewicht, sondern weil seine Räder ja auch ein wenig einsinken) und erhöht somit den Schlupf an dem Antriebsachsen. Daher gräbt man sich leichter ein.

So seh ich das..:-)
Habe noch nie einen Anhänger im Gelände bewegt, aber die Schilderungen derjenigen, die es versucht haben (s.o.) haben bei mir die Idee im Keim erstickt.

Viele Grüße
Wolfgang
Manfred Franz
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von Manfred Franz »

Wolfgang,

genau das kann ich bestätigen !!!
Der Anhänger ist eine zusätzliche Bremse.
Wir sind zwar durchgekommen, aber mit
extremen Schwierigkeiten.

Ich kann nur abraten !!!
schnorr
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von schnorr »

hallo Manfred,
Wiewaren denn der Hänger und das Zugfahrzeug beladen? Bis zur Schmerzgrenze? Die meisten nehmen den Hänger ja nur mit, weil in das Zugfahrzeug nichts mehr reinpasst, und nicht, um das Zugfahrzeug zu entlasten.
Das mit dem Schlupf leuchtet mir zwar ein, aber ich finde das Gewicht und die Aufliegefläche auch wichtig.(Wohlgemerkt, meine Frage bezog sich auch auf einen sehr leichten Hänger). Wie schwer war denn dein Hänger?
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
ingolf
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von ingolf »

Hallo,
selbst im losen Sand ohne Steigung ist ein Hänger immer ein Treibanker.
Kein erst zu nehmendes Geländefahrzeug hat nicht angetriebene Achsen.
Im Buch von Werner Nöther über Erstbefahrungen in der Sahara ist mehrfach erwähnt wie hinderlich Anhänger sind und die haben damals wirklich viel ausprobiert bis hin zum Halbkettenfahrzeug von Citroen.
Ein Hänger schränkt ja schon im normalen Betrieb die Wendigkeit des Fahrzeuges ein ( insbesondere wenn rangiert werden muß) man stelle sich mal vor-und zurückschaukeln im Dünental mit Hänger vor.
Grüße, Ingolf
uli
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von uli »

Hallo Jörg!
Im Prinzip deke ich wie die anderen auch.Wenn Dir klar ist,daß sich vor einem nicht angetriebenen Rad sehr schnell ein Sandkeil aufbaut,erklärt sich auch der "Treibanker.
Gruß Uli
ein 47iger und 68iger mit 78iger
Gerhard Göttler
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Ihr Dünentalschaukler!

Hänger oder Nichthänger - das ist sicher auch eine Frage der gewählten Strecke! Das Hauptproblem sehe ich jedenfalls nicht im Hänger als Sandanker sondern darin, dass die bei üblichen Hängern nicht vorhandene Stoßdämpfung auf Pisten alles an Ladung zertrümmert, was nicht etwa in Form von Decken, Schlafsäcken ... geladen ist. Fazit: Wenn Hänger, dann ein Geländehänger, alles andere zerstört entweder schon nach wenigen Pistenkilometern die Ladung oder der Hänger sich selbst. Oder man schleicht mit Schneckentempo über die Piste, dass Sprünge des Hängers vermieden werden. Aber so langsam kann man kaum fahren, dass dies - stoßdämpferlos - nicht unablässig der Fall ist.

Die Franzosen übrigens - jedenfalls in Zeiten, als dort Basteln noch weit verbreiteter war als heute - haben häufig halbierte Fahrzeuge à la Renault Fourgonette zu Geländehängern umfunktioniert. Solche Fahrzeugachsen sind fürs Gelände tatsächlich tauglich. Schade, dass solche Zeiten der Vergangenheit angehören.

Mein Prinzip war schon immer, möglichst allen Ballast zu Hause zu lassen, mit nur dem Zeugs loszufahren, was wirklich unumgänglich ist. Am liebsten auch ohne Dachträger, von einem Hänger ganz zu schweigen. Aber das ist und war noch nie Prinzip der deutschen Reisenden, da muss man sich nur mal die Gefährte ansehen, die auf heutigen Straßen in Richtung Norden oder Süden unterwegs sind. Deutsches Fahrzeug - schon von weitem an Booten, Fahrrädern, Mopedgaragen ... zu erkennen. Anders ausgedrückt, lieber Schnorr, mach Dir mal Gedanken, was zu Hause bleiben oder unterwegs zusammengeschnorrt werden könnte ;-)).

Das war nicht kritisch gemeint!

Einen schönen hängerfreien Tanz in den Mai wünscht

Gerhard Göttler
Klaus "Pirx"
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von Klaus "Pirx" »

Hallo schnorr!

Alle Berichte, die ich bisher über Touren mit Anhänger abseits der Hauptrouten gelesen habe, waren extrem negativ.

Die Redaktion der Tours hat wegen der auch von Dir genannten Vorteile in der Ausgabe 4/1985 die Ergebnisse einer Testfahrt veröffentlicht: einer der ersten Volkswagen T3-Syncros mit 78-PS-Benzinmotor und Bereifung 205R14 wurde mit einem kleinen ungebremsten Gepäckanhänger von Heinemann (Typ Z6016) versehen. Gewicht T3 = 2300 kg (2500 kg zulässig), Gewicht Anhänger = 350 kg (600 kg zulässig). Es wurde kein zusätzliches Gepäck mitgenommen, sondern aus dem Zugfahrzeug auf den Anhänger umgeladen.

Ergebnis: Sand- und Dünenfahrten mit Anhänger nicht mehr möglich. Mit dem T3 alleine inklusive der Ladung aus dem Anhänger problemlos. Auf Pisten Probleme mit der ungedämpften Anhängerachse und kleinere Schäden am Anhänger. Bei Achse mit Stoßdämpfern wurden aber ebenfalls Ausfall der Dämpfer nach kurzer Pistenfahrt befürchtet, da diese absolut nicht auf die Anforderungen einer Pistenfahrt ausgelegt sind.

Fazit der Tours-Radaktion: für Touren auf Teerstraßen absolut zu empfehlen (Fährkosten wesentlich günstiger als bei Überhöhe, preisgünstige Erweiterung der Transportkapazität). Für alles andere aber nicht zu gebrauchen.

Übrigens waren auch Versuche mit großvolumigen US-Geländewagen als Zugfahrzeuge nicht wesentlich erfolgreicher.

Auch Georg Sliva berichtet, daß er einen leichten (480 kg), speziell angefertigten Gelände-Anhänger schließlich im Erg Chech zurücklies ...

Pirx
Manfred Franz
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von Manfred Franz »

@ Jörg,

nein, es war nicht bis zur Schmerzgrenze beladen.
Nach Reiseende war ein Reifen achteckig weil der
entsprechende Stoßdämpfer total hinüber war.
Wie schon geschrieben im Sand eine Katastrophe.
Am Power kann es nicht gelegen haben. Zugfahrzeug
war ein Chevrolet Blazer mit 220 PS.

Glaube mir und allen Anderen - vergesse den Hänger !!!
schnorr
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Re: mit dem Anhänger in die Wüste

Beitrag von schnorr »

Hallo Leute, versteht mich bitte nicht miss.
Ich bin noch nie mit Hänger gefahren und bin als Minimalist verschrien, d. H., meine ersten Fahrten waren mit dem Moped und die Menge an Zeugs, das ich auf dem Motorrad mitgenommen habe, habe ich auch ins Auto gepackt, nicht viel mehr. Auch stimme ich Meister Göttler zu, mehr als die Sandbleche und vielleicht ein Ersatzrad kommen mir nicht aufs Dach (dann brauch ich nämlich keinen schweren Dachgepäckträger, mein letzter waren zwei einfache Aluschienen aus dem Flugzeugbau-spart wieder zusätzliches Gewicht :D ). Auch gibt es keine schwerden Ausbauten- Alukisten haben immer gereicht! Mit diesen Minimalgewichten bin ich auch mit schwach motorisierten Geländewagen immer wieder ohne große Probleme durch die Dünen gekommen, genauso gut oder schlecht wie gut motorisierte mit viel Gewicht (was habe ich da schon alles gesehen :wink: , wie ihr alle wohl auch schon).
Meine Gedanken waren rein theoretisch und ich danke allen Theoretikern und erfahrenen Praktikern, die mir diese Frage beantwortet haben.
Wichtig finde ich die Antwort von Gerhard, daß es wichtig ist, welche Strecken man fährt, und was man mitnehmen muß,um diese Strecken zu überwinden.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
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