Paradies von Barbara Duss

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Götz Krieger
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Paradies von Barbara Duss

Beitrag von Götz Krieger »

PARADIES
von Barbara Duss

Gastspiel aus Burkina Faso am 13.1. um 20 Uhr, 14.1.2010 um 11 Uhr

Inszenierung
Barbara Duss
Mit
Moussa Sourgou, Maxim Sawadogo, Omer Yameogo, Albertine Kam
Paradies
handelt von (Wunsch-)Träumen, einer maßlosen Hoffnung auf der einen und den Fakten bzw. der eiskalten Realität auf der anderen Seite. Es ist ein Theaterstück, ein Spiel, das aus dem Widerstreit zwischen der rücksichtslosen Wirklichkeit unserer Gegenwart und der uralten Hoffnung auf eine menschenwürdige Existenz geboren wurde. Das Stück lebt von der Kraft und Intensität der Menschen, deren Leben vom Kampf ums tägliche Überleben geprägt wird. Es beruht auf den Erfahrungen und Gedanken seiner Darsteller, es ist persönlich, es ist intim, es ist von Grund auf ehrlich und: es ist eine Komödie, in der sich die Ausgeburt der Fähigkeit trotz aller Schwierigkeiten immer noch lachen zu können manifestiert.
Erzählung, Schauspielerei und Tanz sind die Mittel dieses Stückes, sie nehmen die Themen auf, spielen mit ihnen, variieren sie in einem fortwährenden und eindringlichen Bewusstseinsstrom. Jede Regung auf der Bühne ist erfüllt von der Kraft, dem Wissen und den Erfahrungen der Darsteller. Paradies ist ein Spiel voller Humor und tiefer Gefühle, bewegt sich zwischen Witz und Depression, zwischen Groteske und Pathos. Die Figuren sind zerrissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Da ist etwa Alain, ein Illegaler in den USA, zwischen zwei Jobs, die kaum seine Miete einbringen, lebt er zusammen mit seinem Zimmernachbarn, dem Alten, und träumt davon, nach Afrika zurückzukehren. Seine einzige Verbindung in die Heimat ist das Telefon - wenn er sich denn die kostspieligen Gespräche leisten kann. Oder Bouba, ein Freund Alains. Er ist in der Heimat geblieben, doch er träumt davon, endlich aus Afrika wegzukommen. Dann gibt es da noch die Frauen: Bintu, Alains Ehefrau, die sich – ohne ihren Mann – in einen ständigen Kampf mit ihrem Nachbarn verwickelt sieht. Und Boubas Frau Berti, die zum einen die Launen ihres Mannes ertragen und zum anderen einen Haushalt führen soll, dessen Vorstand nicht einmal genügend Geld hat, um einen Sack Reis zu kaufen, obwohl er tagein tagaus schuftet. Die einzige Verbindung zur Außenwelt ist das Telefon, wenn man es sich leisten kann.
Alles ist ein bisschen typisch afrikanisch. Man lebt, nicht mehr, nicht weniger, man hat Hoffnungen und Wünsche, man arbeitet, aber nichts verändert sich wirklich. Aber wie kommt man dann ins Paradies und wo ist dieses Paradies…

Paradies
ist die erste Produktion der Initiative fair-culture.de. Die Grundlage war die Idee von Barbara Duss, ein Drama aufzuführen, dass sich dem Thema afrikanischer Auswanderer widmet. Aufgrund ihrer jahrelangen Tätigkeit als Schauspielerin und Regisseurin in Europa und Afrika kennt sie aus eigener Anschauung viele Gründe für die steigende Zahl afrikanischer Emigranten. Zusammen mit Moussa Sourgous ganz persönlichen Emigrationserfahrungen bilden ihre Gedanken die Grundlage zu dieser Arbeit.
Das exklusive Gastspiel aus Burkina Faso in französischer und englischer Sprache sowie in den ethnischen Sprachen Moré und Doula lebt von der bildhaften Sprache der Darstellung und ist insofern auch ohne Sprachkenntnisse verständlich. Zusätzlich bieten wir ein Gespräch mit den Schauspielern an.

Das Team
Moussa Sourgou
war der Star des Aufklärungstheaters ATB, bis er sich 2004 selbständig machte, er arbeitete im Rahmen internationale Produktionen in Belgien und Frankreich. 2006 besuchte er einen Kurs in San Franciscos Mime Troupe. Er bringt selber Emigrationserfahrung mit und möchte nicht, dass seine Kinder, die gleichen Erfahrungen machen müssen.

Maxim Sawadogo
ist Schauspieler, gleichzeitig schreibt und inszeniert er. Bekannt wurde er als Darsteller in der Cito-Inszenierung Des Königs neue Kleider. Er ist Theaterdirektor der Copmagnie Dugasho und er organisiert ein Geschichten- und Kunstmalerfestival. Max träumt davon, von seiner Malerei und Lyrik leben zu können. Er bringt seine Familie durch mit Klempnern und anderen handwerklichen Arbeiten.

Omer Yameogo
ist seit 1990 Mitglied der Theatergruppe Sanyo und begann sich 1997 auf Tanz zu spezialisieren. 1997-99 tourte er mit der international bekannten Gruppe Farafina Yelemba. 2002 arbeitete er in Nantes mit Claude Brumachon und Benjamin Lamarche. 2004 wurde er Choreograph und Tänzer der Compagnie Wolo-Wolo in Bobo Dioulasso. Im November 2007 entstand die Kreation Egblé Makou in Bordeaux, seither tourt er mit seiner Truppe durch Europa.

Albertine Kam
ist seit 15 Jahren Hauptdarstellerin des Aufklärungstheaters Troupe Sanyo. 2000 gewann sie den Preis für die national beste Schauspielerin von Burkina Faso. Sie besuchte Fortbildungen und Workshops unter anderem bei Dany Kouyate und Serena Sartori. 2003 assistierte sie Maike Jansen in der Produktion Tale Siri – es war ein Mal – es isch emol gsi, einer burkinisch-deutsch-schweizerische Kooproduktion.

Barbara Duss ist durch die Abschlüsse an der Dimitrischule und der staatlichen Hochschule für Musik und Theater Saarbrücken verschiedensten Sparten gegenüber zugetan. Seit 1996 pendelt sie zwischen Burkina Faso und Deutschland hin und her, u.a. führte sie neben dem Schweizer Regisseur Roger Nydegger für die burkinisch – schweizerische Produktion Die Zaubersuppe (2003) Co-Regie. Des weiteren leitet sie das Kinder- und Jugendtheater Hakili So für Abou Batoe und erarbeitete 2006 ein Stück über Aids, Erste Liebe, das 2007 im Rahmen der Kinderkulturkarawane in Deutschland gezeigt wurde. 2007 inszenierte sie mit ihrem Mann Issaka Zoungrana Barfuss, Nackt, Herz in der Hand von Ali Jalaly, als erste Produktion der Compagnie Barfuss.

Theater im Bauturm - Freies Schauspiel Köln
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Gruß

Götz
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