Zuckerfest in der Zeltstadt rund um die Kölner Philharmonie
am Samstag, 13.10.2007
Musikalische und gastronomische Genüsse locken in die Zeltstadt in der Bischofsgartenstraße und im Rheingarten: Verheißungsvolle Düfte, Klänge und Schattenspiele laden zum Verweilen ein.
Eintritt frei!
Zelt 1/2 im Rheingarten | 19:00 Uhr: Habibi Beats
Das Salam Ramadan Tanzvergnügen mit DJ Ali T
Zelt 3 im Rheingarten | 19:30/20:30 Uhr: Bosporus
Osmanisches Schattentheater "Hacivat & Karagöz" mit dem Pera Ensemble, danach traditionelle türkische Musik mit dem Ensemble Türkuaz.
Untrennbar mit dem Ramadan verbunden ist das musikalische Schattentheater. Im 16. und 17. Jahrhundert war die hintergründige Komödie der beliebteste Zeitvertreib des Osmanischen Reiches und gehörte gerade im Fastenmonat zur Geselligkeit nach Sonnenuntergang. Puppenspieler bewegen hinter beleuchteten Leinwänden kunstvolle Scherenschnitte an Stöcken und präsentieren mit ungeheurer Fingerfertigkeit und verstellten Stimmen bis zu drei Charaktere. Die Geschichten rund um den schalkhaften Tölpel "Schwarzauge" Karagöz und seinen Widersacher, den hochnäsigen Biedermann Hacivat, sind auch heute noch lebendig. Burleskes Volkstheater, hinter dessen satirischer Komik oft Kritik an den sozialen und politischen Verhältnissen steckt.
In türkischer Sprache. Mit einer Einführung in deutscher Sprache von Mehmet C. Yesilçay
Zelt 4 im Rheingarten | Orient-Express
Türkische und iranische Speisen
Zelt 5 im Rheingarten | 20:00/22:00 Uhr: Iranische Mystik
Mystische Musik von Farzin Darabi Far und dem Reza Samani Percussion Ensemble aus dem Iran und Improvisationen und Lyrik von Rumi und Attar
Zelt 6 im Rheingarten | Rosengarten
Eingang ins Rheingarten-Foyer der Philharmonie
Zelt 7 im Rheingarten | 19:30 Uhr: Mesopotamia
Traditionelle irakische Maqam Musik mit Trio Sidare
Zelt 8 im Rheingarten | 19:00 Uhr: Fata Morgana
Traditionelle Hennamalerei. Schmückende Körperbemalung mit Hennafarben
Zelt 9/10 im Rheingarten | Casablanca
Arabische Speisen und Wasserpfeifen
Zelt 11 im Rheingarten | Baklava
Orientalische Genüsse
Zelt 12 im Rheingarten | 19:00/22:15 Uhr: Pharao
Musik aus Ägypten und Afrika mit Mahmoud Fadl, Delta Ensemble, danach jeweils Aly Keita
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Filmnacht im Filmforum am Samstag, 13.10.2007
KölnMusik gemeinsam mit KinoGesellschaft Köln
Einzelticket: 5 Euro
Salam-Ramadan-Filmnacht-Ticket: 10 Euro für 4 Filme
Tickets nur an der Kinokasse
18:00 Uhr Yes I am
(D 2006) Regie: Sven Halfar / Darsteller: Flame, Mamadee, Adé
Deutsch-englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Ein Film über Musik und Migration in Deutschland, über HipHop und drei farbige Rapper in Deutschland, die ohne ihre nicht-deutschen farbigen Väter aufwuchsen. Ihre Identitätssuche mündet in eine kraftvolle Musik mit vorwiegend deutschen Texten, in denen sie von einem schönen, aber auch von einem aggresiven Deutschland, von Fremdenhass, Rechtsradikalen und Vorurteilen singen. Noch beklemmender als die Aussagen der Musiker sind die ihrer deutschen Mütter, die sich wünschen, dass ihre Kinder endlich ihre Identität und ihren Frieden finden. Eine Sozialstudie mit der Musik als rotem Faden, die den HipHop und das dahinter stehende Anliegen des Rap nahe bringt.
20:00 Uhr Half Moon
(Iran/Ö/F 2006) Regie: Bahman Ghobadi / Darsteller: Ismail Ghaffari, Allah Morad, Rashtiani, Hedye Tehrani, Hassan Poorshirazi, Golshifteh Farahani
Kurdische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Trotz Krankheit plant der alternde Starmusiker Mamo, zusammen mit seinen zehn Söhnen zu einem großen Konzert in den Irak zu fahren. Dieser symbolische "Schrei der Freiheit" findet anlässlich des Sturzes von Saddam Hussein statt. Die Unterdrückung kurdischer Musik im Irak hat endlich ein Ende. Zusammen mit der ehemals gefeierten Sängerin Hesho und ihren Instrumenten überqueren sie die Grenze in den Irak. Der Weg der Musiker durch die majestätische Landschaft ist beschwerlich und voller Hindernisse, aber Mamo führt sie zielstrebig in ein Abenteuer voller Leidenschaft und Magie. Half Moon, gefilmt in den kargen und abgelegenen Regionen Kurdistans, erzählt mit viel Humor von den Schwierigkeiten, mit denen Künstler im Iran konfrontiert sind, wenn sie öffentlich in Erscheinung treten wollen. Im Iran wurde Half Moon kurz nach der Uraufführung aufgrund seiner politischen Brisanz verboten.
22:00 Uhr African Blues
(F/Mali 2002) Regie: Jacques Sarasin / Darsteller: Boubacar Traoré, Ali Farka Touré, Madieye Niang, Ballaké Sissoko, Haruna Barry, Dèmba-Kane Niang
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Boubacar Traoré ist wieder ein Star. In den 1960er Jahren lauschten die Menschen in Mali jeden Morgen seiner melancholischen Stimme im Radio. Er sang von der Unabhängigkeit seines Landes und ermutigte seine Landsleute zurückzukehren, um die Heimat wiederaufzubauen. Mit dem Tod seiner Frau änderten sich sein Leben und seine Musik. Der frühere "afrikanische Elvis" erfand für sich in sehr persönlichen Liedern den African Blues, trat aber nicht mehr öffentlich auf, bis ein begeisterter Musikproduzent den fast verschollenen Künstler aufspürte und zurück in die Öffentlichkeit brachte. Mit Konzerten und neuen Aufnahmen ist der wiederentdeckte Boubacar Traouré jetzt populärer als je zuvor. Das filmische Porträt des Künstlers gibt auch Einblicke in die spannungsreiche politische Entwicklung Afrikas seit der Befreiung vom Kolonialismus und beeindruckt durch intensive Bilder von Landschaft und Menschen in Mali. Im Mittelpunkt aber steht die unverwechselbare, melancholischleidenschaftliche Musik von Boubacar Traouré, nach der man süchtig werden kann.
23:30 Uhr Umm Kulthum - A voice like Egypt
(Doku USA/Ägypten 1996) Regie: Michal Goldmann
Arabisch-englische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Die ägyptische Sängerin Umm Kulthum war eine lebende Legende: Unmittelbar nach Beginn des 20. Jahrhunderts als Tochter einer Bauernfamilie geboren, erkämpfte sie sich Ruhm, Reichtum und enormen kulturellen Einfluss. Als Symbolfigur für den Aufstieg ihres Landes wie für die ganze arabische Welt wurde sie von den Menschen fast kultisch verehrt: Vier Millionen Menschen folgten 1975 in Kairo ihrem Trauerzug und noch heute verkauft sie mehr CDs als die meisten lebenden arabischen Sängerinnen. Die von Omar Sharifs Stimme erzählte Dokumentation zeichnet Umm Kulthumms Leben von den dörflichen Anfängen über die Cafés ihres Lebensmittelpunktes Kairo nach, verbindet Konzertmitschnitte, Filmclips und Interviews mit Freunden und Kollegen zu einem beeindruckenden Porträt der Sängerin und des Landes Ägypten.
Am Sonntag, 14.10.2007 werden ab 11:00 Uhr außerdem noch folgende Filme gezeigt: The Last Prophet: Nusrat Fateh Ali Khan, Verloren im Irak und Crossing the Bridge.
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Literaturnacht im LiteraturLaden Diwan am Samstag, 13.10.2007
Das Literatur- und Theaterprogramm wird gefördert durch: Kulturstiftung NRW.
Märchen für Kinder und Erwachsene, orientalische Lyrik, erzählte Prosa aus der Negev-Wüste, aber auch Essays und freche Texte eines Kölner Autors türkischer Abstammung: Willkommen im LiteraturLaden Diwan!
Eintritt frei!
19:00 Uhr Stefan Weidner liest aus seinem Buch Mohammedanische Versuchungen
Die Faszinationen der islamischen Welt sind Gegenstand der erzählten Essays des Islamwissenschaftlers und Lyrik-Übersetzers. Die "orientalische Sehnsucht" des Autors ist eine höchst reflektierte, analytische Passage über das Weltbild des Korans und kulturelle Widersprüche wechseln sich mit verlockender Prosa über die Mysterien des Islams ab. Stefan Weidner bietet eine Auseinandersetzung mit dem "morgenländischen" Anderen ebenso wie mit der westlichen Sicht - einen geistigen Versuchungen kann sich kein Leser oder Hörer entziehen.
19:45 Uhr Salim Alafenisch erzählt aus seinem neuen Buch Die Feuerprobe und anderen Geschichten
Salim Alafenisch ist einer der bedeutendsten Vertreter der orientalischen Erzählkunst. Als Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste geboren hütete er als Kind die Kamele seines Vaters, lernte mit vierzehn Jahren lesen und schreiben und ging zum Studium nach Europa. Als Schriftsteller seit Jahren anerkannt liest er seine plastische, farbenreiche Prosa nicht vor, sondern erzählt sie frei. In seinem jüngsten Roman verarbeitet er ein Erlebnis seiner Jugend, in dessen Mittelpunkt die archaische Feuerprobe steht, ein ritueller und grausamer Wahrheitsbeweis.
21:00 Uhr Khalid Al-Maali liest eigene und arabische Lyrik
Begleitet von Latif Al-Obaidi, Ud
Seit 1980 lebt der Schriftsteller, Übersetzer und Verleger Khalid Al-Maaly in Köln, nachdem er den Irak aus politischen Gründen verlassen musste. Seinen ersten Gedichtband veröffentlichte er 1978 in Bagdad. Jüngst hat Khalid Al-Maali mit "Rückkehr aus dem Krieg" Aufsehen erregt, einer Anthologie moderner Lyrik aus dem Irak, die die Widersprüche des Landes erlebbar macht.
22:00 Uhr Selim Özdogan liest veröffentlichte und unveröffentlichte Texte
Sein Debüt gab der türkisch-stämmige Kölner Autor mit dem Roman "Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist" und einen große Publikumserfolg feierte Özdogan mit "Im Juli", von Fatih Akin zum gleichnamigen erfolgreichen Roadmovie verfilmt. Selim Özdogan wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet. Seine Geschichten und Kolumnen fangen Situationen im Leben der Twenty- und Thirtysomethings auf, albern und versonnen - wie das Leben eben, nur vielleicht ein wenig praller.
23:00 Uhr Parvis Mamnun erzählt Geschichten aus dem Morgenland.
Das Märchen der Prinzessin Turandot von Nezami.
Der persische Meistererzähler Parvis Mamnun entführt in die Welt der "Sieben Bildnisse" des Dichters Hakim Nezami im 12. Jahrhundert: Sieben Prinzessinnen erzählen an sieben Tagen ihrem Gemahl König Bahram eine Geschichte. Und als am Dienstag die russische Prinzessin an die Reihe kommt, erzählt sie von Turandot, die überaus schön und klug war und für die Männer (jedoch oder deshalb?) nichts spürte als Verachtung. Der nicht zuletzt als Oper berühmte Turandot-Stoff wird in Parvis Mamnuns Erzählung lebendig, der Schauspieler, Professor und "Botschafter des Orients" begeistert als Star der großen orientalischen Erzählertradition.
Am Sonntag, 14.10.2007 werden ab 10:15 Uhr außerdem noch folgende Bücher gelesen: Stefan Weidner "Fez", Parvis Mamnun "Sufi-Geschichten" und "Geschichten aus dem Morgenland" sowie Selim Özdogan "div. Texte".
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Gruß
Birgitt