Tagung: Westsahara – die letzte Kolonie Afrikas

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Alexander
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Tagung: Westsahara – die letzte Kolonie Afrikas

Beitrag von Alexander »

Tagung: Westsahara – die letzte Kolonie Afrikas

Ungeachtet zahlreicher Resolutionen der UNO und eines eindeutigen Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofes wartet die saharauische Bevölkerung seit 35 Jahren vergeblich auf die Verwirklichung ihres Selbstbestimmungsrechts. 1991 haben die Saharauis einem Waffenstillstand und der Durchführung eines Referendums durch eine UN-Mission (MINURSO) zugestimmt. Doch bis heute bleibt die Westsahara das letzte afrikanische Land, das nach wie vor auf der UN-Liste der nicht de-kolonialisierten Gebiete geführt wird.

Die humanitäre Lage in den saharauischen Flüchtlingslagern in der Wüste Algeriens ist prekär, die Menschenrechtssituation der Saharauis in den besetzten Gebieten höchst problematisch. Gleichzeitig beuten internationale Akteure die an natürlichen Ressourcen reichen Gebiete der Westsahara aus. Besonders problematisch scheint das Fischereiabkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und Marokko, das europäischen Fangflotten das Fischen in den Küstengewässern der Westsahara ermöglicht.

Kann die für den Frieden und eine nachhaltige Entwicklung der Region nachteilige Diskrepanz zwischen Realpolitik und Völkerrecht überwunden werden?

Datum: 4. März 2010

Zeit: 16:00 – 22:00 Uhr

Ort: C3, Sensengasse 3, 1090 Wien

Um Anmeldung wird gebeten: semler@vidc.org

:arrow: Tagungsprogramm

Grüsse
Alexander
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samy
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Re: Tagung: Westsahara – die letzte Kolonie Afrikas

Beitrag von samy »

Zu dem Konflikt die Erklärung eines Guten Freundes aus Südmarokko:

Der anführer der Polisario ist Marokkaner. Seine ganze Familie wohnt in Marokko, und er ist überhaupt nicht mit den Saharauis verwurzelt. Wieso macht der das also? Er wird bezahlt, von den Öl-Companies in Algerien. Die Ölfelder liegen nahe an der Grenze zur Westsahara. Vermutlich liegen die Hauptreserven unter Sahaurischem Boden. Drumm bezahle die Öl-Firmen den um da einen Krieg Anzuzetteln, denkt nieman denn solange sich da Bewaffnete Heere gegenüberstehen darann dort nach Öl zu bohren.


Laut diesem Freund waren früher Algeriens, Marokkos und Westsaharas Grenzen offen. Und es war gut so. Die Mehrheit der Bevölkerung aller dreier Länder will weder von Grenzen noch von eigenen Staaten wirklich etwas wissen...


Meine 5 Cent...
Kuno
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Re: Tagung: Westsahara – die letzte Kolonie Afrikas

Beitrag von Kuno »

samy hat geschrieben:Laut diesem Freund waren früher Algeriens, Marokkos und Westsaharas Grenzen offen. Und es war gut so. Die Mehrheit der Bevölkerung aller dreier Länder will weder von Grenzen noch von eigenen Staaten wirklich etwas wissen...
Dein guter Freund aus Suedmarokko ist mir doch gleich sehr sympathisch. Ok, er vergisst zu erwaehnen, dass Marokko die 'Westsahara' militaerisch besetzt haelt und dass der Angriff ja eigentlich nicht von den Saharauis gekommen ist...

...aber ich finde es doch schon sehr positiv, wenn er von DREI LAENDERN, naemlich Algerien, Marokko und Westsahara spricht. Das hat wirklich Potential. Wenn er nun noch seine eigene Regierung davon ueberzeugen koennte, dass sie eventuell ihre Armee mehr im eigenen Land stationieren wuerden, dann faenden wohl einige Leute...

...aber ich glaube nicht, dass es deinem guten Freund aus Suedmarokko bei seiner zukuenftigen beruflichen Karriere sehr hilfreich waere, wenn er sich in diese Richtung aeussern wuerde.

Ich find's schoen, wenn da bei den Leuten nun doch langsam ein Umdenken festzustellen ist. :D
samy
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Re: Tagung: Westsahara – die letzte Kolonie Afrikas

Beitrag von samy »

Das das Land "besetzt" ist ist ihm schon klar. nur kümmert das die Bevölkerung nicht... Schon bei der schliessung der Grenze zu Algerien haben alle versucht nach Marokko zu kommen da man in Marokko keinen Polizeistaat zu fürchten hat. Algerien soll da viiiiiel schlimmer sein, kann es selber nicht beurteilen da ich noch nicht da war. In Marokko scheint es den Leuten im allgemeinen sehr gut zu gehen. Klar kann man es nicht mit der Schweiz vergleichen, aber der König macht meiner Meinung nach einen super Job. Wenn ich dann in der Schweiz solche Minarettinitiativ-Geschichten mitbekomme fände ich es fast besser auch die Monarchie einzuführen. Dann würde man sich international nicht so blameren mit solchen Idiotischen Aktionen. Das ist allerdings ein anderes Thema.

Die Grenzen in Afrika wurden nicht von der dort lebenden Bevölkerung gezogen sondern von den Kolonialmächten. Die Urbewohner, insbesondere Nomadenstämme in den Wüstenregionen hatten gar keine grossen Staaten sondern lebten in Stammesverbänden zusammen, zogen frei umher. Denen ist es heute noch scheissegal ob das Land auf dem sie ihre Zelte aufschlagen Marokko, Algerien oder Westsahara heisst. Der Rest ist Politik, auch bekannt als Macht- und Geldgier.
Kuno
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Re: Tagung: Westsahara – die letzte Kolonie Afrikas

Beitrag von Kuno »

Lieber Samy;

Du magst ja den Koenig von Marokko super finden. Und du magst eine freie und demokratisch getroffene Entscheidung des Schweizer Volkes als idiotisch einstufen. Das ist dir freigestellt. du darfst sogar sagen, dass es wahrscheinlich besser waere, die Schweiz wuerde zu einer Monarchie gemacht. Diese Meinung darfst du oeffentlich kundtun, selbst, wenn du Schweizer bist.

Frag doch mal deinen guten Freund aus Suedmarokko ob er in seinem Land so etwas auch machen duerfte?

Die Urbewohner, insbesondere Nomadenstämme in den Wüstenregionen hatten gar keine grossen Staaten sondern lebten in Stammesverbänden zusammen, zogen frei umher. Denen ist es heute noch scheissegal ob das Land auf dem sie ihre Zelte aufschlagen Marokko, Algerien oder Westsahara heisst.

A) Frei umhergezogen sind selbst diese Nomadenstaemme nie. Man musste auch in der "guten alten Zeit" immer schoen darauf achten, dass man dem Nachbarnomadenstamm nicht in die Quere kam.

B) Nomadenstaemme? Gibt es die tatsaechlich noch? Die Regierungen und die wirtschaftliche Lage haben die allermeisten Nomaden schon vor einiger Zeit sesshaft werden lassen.

C) Dass Nomaden eventuell mit den gezogenen Grenzen nicht wirklich viel anfangen koennen... wird wohl so sein. Die Autoritaeten helfen ihnen aber schon dabei, diese Grenzen zu bemerken, falls sie sie irrtuemlich mal missachten sollten.

D) Das freie Umherziehen duerfte gerade im Bereich Westsahara / Marokko bedingt durch Minenfelder & Grenzwall eher sehr schwierig geworden sein. Kann ich mir mindestens vorstellen.
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