Hallo,
Mein Mann und ich sind im letzten Herbst die Strecke Taouz bis Foum Zguid über Mhamid gelaufen. Es war für uns eine wunderschöne Tour. Wir würden gerne in der Region noch andere Wandertouren machen. Unsere Idee wäre von Zagora bis Draa Mündung entlang des Flusses ( bzw.Wadi) zu gehen. Da es nun sehr wenig Reiseberichte von der ganzen Route gibt und Google Earth auch nur wenig Fotos von der Strecke zeigt, fragen wir uns woran es liegt? Liegt es daran, dass die Strecke nah an der Grenze verläuft und somit das Fahren zeitweise bzw. teilweise nicht erlaubt war oder ist? Ich weiß, manche Autos wurden an den Militärposten zurückgeschickt. Oder der Grund ist, dass die Route landschaftlich nicht so ganz "reizvoll und lohnenswert" ist. Ich hoffe, die Meisten von euch werden schon wissen, was ich unter den beiden Begriffen verstehe. Natürlich erwarte ich nicht täglich Highlights- Dünenlandschaft, schöne Felsenformationen etc. Mir ist auch bewusst, dass die Eindrücke von der letzten Route wahrscheinlich nicht zu Topen sind. Ich würde aber nicht gerne mehrere Tage am Stück nur durch Hamada laufen. Hat jemand von euch irgendwelche Informationen (Landschaft, Brunnen etc.)vor allen von den Mittleren Abschnitt der Tour? Das heißt die Strecke südlich zwischen Foum Zquid und Icht.
Viele Grüße Teresa
Wandern in Oued Draa
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Ralf Kiefer
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Re: Wandern in Oued Draa
Das hat zwei Gründe, IMHO. Einerseits gibt's in deutschen Reiseführern keine Beschreibung der Pisten. Ich habe lediglich vom Gandini gehört, daß dort ein paar alte Pistenbeschreibungen drin sein sollen. Daran erkennt man übrigens, wie sehr ein paar bekannte Reiseführer die "Touristenströme" lenken könnenTeresa hat geschrieben:Da es nun sehr wenig Reiseberichte von der ganzen Route gibt
Andrerseits gibt's dort das marokkanische Militär, das die algerische Grenze bewacht. In der Diskussion über Landminen vor ein paar Monaten hatten wir es von der Situation entlang dieser Grenze und auch weiter von der Grenze zwischen der Westsahara und Algerien. Das Militär hat dort etliche befestigte Anlagen, wo sie offensichtlich keine Fremden haben wollen. So auch meine ein paar Jahre zurückliegende Erfahrung, als wir, damals noch ohne Google-Earth-"Bildung", plötzlich inmitten einer solchen befestigten Anlage standen. Wir waren nicht mal ansatzweise willkommen.
Du meinst Panoramio? Da gibt's genug Fotos, IMHO.Teresa hat geschrieben: und Google Earth auch nur wenig Fotos von der Strecke zeigt, fragen wir uns woran es liegt?
Moppeds auch :-(Teresa hat geschrieben: Ich weiß, manche Autos wurden an den Militärposten zurückgeschickt.
Wir fuhren zuerst die Strecke von Taouz nach Zagora, und im Anschluß weiter über MHamid, Foum Zguid nach Icht. Einen Teil davon mußten wir auf der Teerstraße fahren, weil wir im Süden nicht fahren durften.Teresa hat geschrieben: Ich würde aber nicht gerne mehrere Tage am Stück nur durch Hamada laufen. Hat jemand von euch irgendwelche Informationen (Landschaft, Brunnen etc.)vor allen von den Mittleren Abschnitt der Tour? Das heißt die Strecke südlich zwischen Foum Zquid und Icht.
Im direkten Vergleich fand ich die Strecke ab südlich von Foum Zguid sehr abwechslungsreich und extrem schön. Sie schien mir teilweise sehr einsam zu sein. Dort standen nie kleine Marokkaner aus dem Nichts kommend plötzlich vor uns. Teilweise fuhren wir durch zerwühlte Dünenstückchen, die vermutlich die Dakar 51 Wochen zuvor so hinterlassen hatte. D.h. die Dakar-LKW-Spuren waren lediglich durch den Wind ein wenig geglättet, aber nicht durch frischere PKW-Spuren unterbrochen. An manchen Stellen waren dagegen viele neue Fahrzeugspuren zu sehen. Klar, das marokkanische Militär ist dort mit relativ vielen Fahrzeugen unterwegs, BTW auch mit leicht gepanzerten.
Was die Wasserversorgung angeht, könnte es dort vermutlich eine Herausforderung sein. Dörfer gibt es fast keine, und an offenen Gewässer nur das eine, wo bei der Dakar 2005 die Jutta Kleinschmidt ihren VW in einem Sinterbecken versenkte. Allerdings dürfte dieses Wasser nicht unbedingt genießbar sein, da der Bach im Bereich der Piste endet.
Gruß, Ralf
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Barbara4x4
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Re: Wandern in Oued Draa
Zwischen FZ und Icht wird es punkto Militär seeehr ungemütlich. Direkt am Dra wird ab Iriqi schwierig bis unmöglich. Vorteil: die Militärs haben einige Brunnen installiert. Etwas nördlich des Dra, aber südlich der Rallyepiste, ist eine Fahrt möglich, teilweise wird das Flußbett erreicht (Stand 02/2013)
Ab Oued el Mellah/Oued Zguid(wo Jutta sich den Wasserschlag holte) geht scheinbar im Moment nur die Rallyepiste, und auch die nicht mehr durchgehend bis Tata sondern nur noch bis etwa Höhe Tissint. Okay, es gibt da noch dezente Alternativen zwischen Rallyepiste und Asphalt - aber mit Dra direkt hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Und hammadaig ist es auch noch
Der bekannte Oued scheidet als Wasserversorgung völlig aus - er trägt den arabischen Namen Salzfluß absolut zu Recht
Alternativ würde ich den Dra ab Assa vorschlagen. Militärisch unproblematisch, kulturell wie landschaftlich sehr interessant. Und zu Fuß könnt ihr ihn direkt durch seinen Durchbruch verfolgen...... Das breite Flußbett kann völlig leer oder mit Nomaden übersäht sein - ich habe zur selben Jahreszeit beides erlebt. Brunnen gibt es einige, zur Qualität kannich nichts sagen.
Gandini Tome II und III - v.a. III - liefern dazu eine Menge Infos und Koordinaten.
Viele Grüße
Barbara
Ab Oued el Mellah/Oued Zguid(wo Jutta sich den Wasserschlag holte) geht scheinbar im Moment nur die Rallyepiste, und auch die nicht mehr durchgehend bis Tata sondern nur noch bis etwa Höhe Tissint. Okay, es gibt da noch dezente Alternativen zwischen Rallyepiste und Asphalt - aber mit Dra direkt hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Und hammadaig ist es auch noch
Alternativ würde ich den Dra ab Assa vorschlagen. Militärisch unproblematisch, kulturell wie landschaftlich sehr interessant. Und zu Fuß könnt ihr ihn direkt durch seinen Durchbruch verfolgen...... Das breite Flußbett kann völlig leer oder mit Nomaden übersäht sein - ich habe zur selben Jahreszeit beides erlebt. Brunnen gibt es einige, zur Qualität kannich nichts sagen.
Gandini Tome II und III - v.a. III - liefern dazu eine Menge Infos und Koordinaten.
Viele Grüße
Barbara
Re: Wandern in Oued Draa
Hallo zusammen,
danke für eure Infos. Es sieht so aus, dass wir in wenigen Tagen zu einer Tour im Draa Tal aufbrechen werden. Die Route wird südlich von Assa beginnen und bei Cap Draa enden. So wie Barbara das auch vorgeschlagen hat! Am Mittwoch geht es los. Die Gegend fanden wir anhand von Fotos und Reiseberichten interessant und wir sind überzeugt, dass sie eine Wandertour wert ist. Während der Planung der Route kam mir aber die Idee, die Strecke entlang des Oued Draa vielleicht von Zagora bis zur Draa Mündung zu gehen. Meine Recherche bezogen auf den Abschnitt, ca. ab Iriqi bis zur Kreuzung des Wadis Draa mit der Piste Assa- Zag waren jedoch ziemlich ergebnislos.
Ralf hat geschrieben: "Einerseits gibt`s in deutschen Reiseführer keine Beschreibung der Pisten…. Andrerseits gibt`s dort das marokkanische Militär…."
Mit dem zweiten Argument stimme ich dir überein, der Ansicht bin ich auch. Bei deiner ersten Begründung frage ich mich nun, warum keine Beschreibungen in Reisebüchern? Vielleicht ist die Strecke einfach landschaftlich nicht ausreichend reizvoll? Es ist uns allen im Forum bekannt, dort wo es schön ist, da nehmen viele Menschen sogar eine Fahrt über Minenfelder in Kauf um die Landschaft zu sehen.
Ralf hat geschrieben: "Du meinst Panoramio? Da gibt’s genug Fotos, IMHO"
Vom Oued Draa erst mal, ja. Es gibt ganz viele Fotos nicht nur bei Panoramio.Ich meinte im Internet. Die meisten zeigen aber IMHO andere Abschnitte des Flusses , bzw. solche, die ich geografisch nicht zuordnen kann, da keine Beschreibung oder GPS Koordinaten vorhanden sind. Übrigens, Ralf auf deine Fotos (Seite) bin ich schon während der Suche gestoßen. Aber Vielen Dank, schöne Fotos kann man sich immer wieder ansehen. Jetzt hat dein Text auch ein Gesicht.
Barbara hat geschrieben: "Und hammadaig ist es auch noch"
Da bin ich schon sehr skeptisch
Gandini Tome werde ich mir nach dem Urlaub anschauen, mal gucken was dort interessantes steht.
Eine Sache noch an euch beiden. Ich musste herzlich beim Lesen eure Nachrichten lachen. Man kann nicht viel zu dem Abschnitt der Route sagen. Aber dass die arme Jutta Kleinschmitt dort einen Dreher hatte, ist anschaulich sehr bekannt.
Liebe Grüße
Teresa
danke für eure Infos. Es sieht so aus, dass wir in wenigen Tagen zu einer Tour im Draa Tal aufbrechen werden. Die Route wird südlich von Assa beginnen und bei Cap Draa enden. So wie Barbara das auch vorgeschlagen hat! Am Mittwoch geht es los. Die Gegend fanden wir anhand von Fotos und Reiseberichten interessant und wir sind überzeugt, dass sie eine Wandertour wert ist. Während der Planung der Route kam mir aber die Idee, die Strecke entlang des Oued Draa vielleicht von Zagora bis zur Draa Mündung zu gehen. Meine Recherche bezogen auf den Abschnitt, ca. ab Iriqi bis zur Kreuzung des Wadis Draa mit der Piste Assa- Zag waren jedoch ziemlich ergebnislos.
Ralf hat geschrieben: "Einerseits gibt`s in deutschen Reiseführer keine Beschreibung der Pisten…. Andrerseits gibt`s dort das marokkanische Militär…."
Mit dem zweiten Argument stimme ich dir überein, der Ansicht bin ich auch. Bei deiner ersten Begründung frage ich mich nun, warum keine Beschreibungen in Reisebüchern? Vielleicht ist die Strecke einfach landschaftlich nicht ausreichend reizvoll? Es ist uns allen im Forum bekannt, dort wo es schön ist, da nehmen viele Menschen sogar eine Fahrt über Minenfelder in Kauf um die Landschaft zu sehen.
Ralf hat geschrieben: "Du meinst Panoramio? Da gibt’s genug Fotos, IMHO"
Vom Oued Draa erst mal, ja. Es gibt ganz viele Fotos nicht nur bei Panoramio.Ich meinte im Internet. Die meisten zeigen aber IMHO andere Abschnitte des Flusses , bzw. solche, die ich geografisch nicht zuordnen kann, da keine Beschreibung oder GPS Koordinaten vorhanden sind. Übrigens, Ralf auf deine Fotos (Seite) bin ich schon während der Suche gestoßen. Aber Vielen Dank, schöne Fotos kann man sich immer wieder ansehen. Jetzt hat dein Text auch ein Gesicht.
Barbara hat geschrieben: "Und hammadaig ist es auch noch"
Da bin ich schon sehr skeptisch
Gandini Tome werde ich mir nach dem Urlaub anschauen, mal gucken was dort interessantes steht.
Eine Sache noch an euch beiden. Ich musste herzlich beim Lesen eure Nachrichten lachen. Man kann nicht viel zu dem Abschnitt der Route sagen. Aber dass die arme Jutta Kleinschmitt dort einen Dreher hatte, ist anschaulich sehr bekannt.
Liebe Grüße
Teresa
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Barbara4x4
- Beiträge: 465
- Registriert: Fr 16. Nov 2007, 13:03
Re: Wandern in Oued Draa
Hallo Teresa,
ich möchte eindringlich davor warnen, die Strecke ab Assa mit der Touz-Mhamid-FZ gleichzusetzen. Ab Assa ist einsam, wirklich einsam, weite Abstände der Brunnen, mit Chance trefft ihr dort nicht einen Menschen, Militärposten gibt es auch keine. Ohne GPS-Koordinaten der Brunnen ist eine solche Wanderung nicht verantwortbar. Ohne guten Wasserfilter IMHO auch nicht - die Brunnen dort werden nicht gepflegt. Touz-Mhamid-FZ ist touristisches Disneyland mit einer unglaublich guten und dichten Versorgung sowie Dörfern - absolut kein Vergleich. Als Schnellschuß ohne gute Infos ist die Tour lebensgefährlich.
Zu dem Abschnitt der Route - die Rallyepiste selbst berührt den Dra eben nicht und war für die Frage somit unbedeutend. Von der RP sind östlich des Jutta-Flusses (wie konnte sie nur - bin doch die Furt einen Tag vorher gefahren und hab nach gründlicher Erkundung für mich - und alle Nachfolgenden - die optimale Querung mit Steintürmchen markiert
) sind Abstecher an den Dra möglich. Allerdings sind Übernachtungen seit 2007 in diesem Gebiet vom Militär unerwünscht, Touristen werden vertrieben. Die seit 2009 installierten Radarsysteme funktionieren - entgegen anders lautenden Medienmeldungen - sehr wohl, wie ich dieses Jahr genau in diesem Abschnitt öfter erleben durfte
Jede unbekannte Bewegung wird angefahren und überprüft. Landschaftlich ist es da schon nett, streckenweise sogar ein wenig Sand. Aber zum Wandern - die Militärs werden das nicht zulassen. Jedenfalls nicht im Dra,da sie ja bereits nördlich davon sehr sensibel werden.
Viele Grüße
Barbara
ich möchte eindringlich davor warnen, die Strecke ab Assa mit der Touz-Mhamid-FZ gleichzusetzen. Ab Assa ist einsam, wirklich einsam, weite Abstände der Brunnen, mit Chance trefft ihr dort nicht einen Menschen, Militärposten gibt es auch keine. Ohne GPS-Koordinaten der Brunnen ist eine solche Wanderung nicht verantwortbar. Ohne guten Wasserfilter IMHO auch nicht - die Brunnen dort werden nicht gepflegt. Touz-Mhamid-FZ ist touristisches Disneyland mit einer unglaublich guten und dichten Versorgung sowie Dörfern - absolut kein Vergleich. Als Schnellschuß ohne gute Infos ist die Tour lebensgefährlich.
Zu dem Abschnitt der Route - die Rallyepiste selbst berührt den Dra eben nicht und war für die Frage somit unbedeutend. Von der RP sind östlich des Jutta-Flusses (wie konnte sie nur - bin doch die Furt einen Tag vorher gefahren und hab nach gründlicher Erkundung für mich - und alle Nachfolgenden - die optimale Querung mit Steintürmchen markiert
Viele Grüße
Barbara




