Seite 1 von 4

Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 16:59
von Birgitt
Unsere "buecherjo" hat an anderer Stelle in der Reisemedizin geschrieben:
Bis heute weiss niemand genau, was Impfung eigentlich macht- langfristig gesehen.
Verweise hierzu auf die Epigenetik- eine Forschung die endlich in das Bewusststein dringt.
Was denkt ihr darüber?

Mich würde eure Meinung interessieren!
Daher habe ich eine kleine Umfrage dazu gestartet und freue mich über rege Teilnahme ;-)

Die Malaria habe ich hier extra außen vor gelassen, da dies ein gesondertes Thema ist, das schon sehr oft im Forum diskutiert wurde.

Gruß
Birgitt

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 17:07
von Kuno
Ich habe mir letzten Winter wieder mal eine "Reiseberatung" und danach die noetigen Impfungen geben lassen. Und eben fuer angola habe ich auch Malariapropylaxe genommen. Nur die Choleraimpfung habe ich noch ausgelassen. Die werde ic aer demnaechst auch schlucken.

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 17:10
von buecherjo
Danke Birgitt-
Ich schlage noch 4 Punkte vor für die Umfrage:
<Ich lasse meine Titer austesten, und entscheide dann weiter (geht aber nicht bei allen Krankheiten)
Bei Masern, Röteln Tetanus etc. sehr gut
(Bei diesem Test kommt zum Beispiel seit 30 Jahren raus, dass ich einen Tetanus antikörper für jeweils 7 Jahre habe-
Mehr geht nicht) Aufgrund dieser Tatsache wird nun vermutet, dass meine , schlecht heilbare, Chlamydieninfektion genau DAMIT zusammen hängt)
<Ich informiere mich über das Risiko, etwaige Behandlungsformen und Chancen im Ernstfall und entscheide dann.
<Ich habe eine Impfallergie-
(Bei mir zum Beispiel Gelbfieber- die Impfung bekam ich vor 11 Jahren und lag 6 Tage im Krankenhaus)
<Ich lasse mich gegen alle vorgeschriebenen Krankheiten impfen, zur Erlangung eines Visums


PS: OT aber passend zum Thema:
Zur Malariavorbeuge Doxy in untertherapeutischen Dosen ist abzulehnen- wegen Resistenzbildung.

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 17:13
von buecherjo
Kuno hat geschrieben:Ich habe mir letzten Winter wieder mal eine "Reiseberatung" und danach die noetigen Impfungen geben lassen. Und eben fuer angola habe ich auch Malariapropylaxe genommen. Nur die Choleraimpfung habe ich noch ausgelassen. Die werde ic aer demnaechst auch schlucken.
MELAXIME kennst du? 3 Tabl. pro Monat und Ruhe ist? Und als stand by dann Coartem- wegen der Cerebral malaria.
Bezügl. Typhus: Ist glaube ich immer noch Lebendimpfstoff- heisst deine Ausscheidungen sind infektiös- ähnlich Entwurmung.
Also nur in sichere Kläranlagen sch.... :mrgreen:

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 17:20
von Kuno
Nein. Kenne ich nicht. Ich geh' einfach zum Doc und da sagt man mir dann dass ich schnell stillhalten muesse und dass es nicht weh tut.

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 17:21
von Ralf Kiefer
Birgitt hat geschrieben: Daher habe ich eine kleine Umfrage dazu gestartet und freue mich über rege Teilnahme ;-)
Einen Punkt vermisse ich zum Ankreuzen:
- Ich habe mich früher impfen lassen und verzichte mittlerweile drauf (Gründe für die Umfrage irrelevant).

MODERATOR-NOTE:   Umfrageliste wurde dahingehend ergänzt

Das wäre der für mich zutreffende Punkt, da ich ganz "selbstverständlich" jahrzehntelang der Impferei hinterhergerannt bin und mittlerweile mit gesundheitlichen Folgen kämpfe, die auch was mit diversen Impfstoffen zu tun haben können. In meinem Fall sind's Konservierungsstoffe, die teilweise aus Quecksilber oder Aluminium bestehen.

Gruß, Ralf

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 17:24
von buecherjo
Kuno hat geschrieben:Nein. Kenne ich nicht. Ich geh' einfach zum Doc und da sagt man mir dann dass ich schnell stillhalten muesse und dass es nicht weh tut.
Kuno..das klappt bei Malaria aber nicht.....

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 17:42
von Alexander
buecherjo hat geschrieben:
Kuno hat geschrieben:Nein. Kenne ich nicht. Ich geh' einfach zum Doc und da sagt man mir dann dass ich schnell stillhalten muesse und dass es nicht weh tut.
Kuno..das klappt bei Malaria aber nicht.....
Bei Malaria tut die Prohylaxe auch nicht weh. Erst wenn es einen erwischt und man nicht vorgesorgt hat ;-)

Grüsse
Alexander

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 17:49
von buecherjo
Alexander hat geschrieben:
buecherjo hat geschrieben:
Kuno hat geschrieben:Nein. Kenne ich nicht. Ich geh' einfach zum Doc und da sagt man mir dann dass ich schnell stillhalten muesse und dass es nicht weh tut.
Kuno..das klappt bei Malaria aber nicht.....
Bei Malaria tut die Prohylaxe auch nicht weh. Erst wenn es einen erwischt und man nicht vorgesorgt hat ;-)

Grüsse
Alexander
hmmmm ürd ich , natürlich, so nicht unterschreiben---erst im VERGLEICH zu den Nebenirkungen der Tabletten und der Malaria :lach:

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 18:04
von Kuno
Wir haben in Angola alle MALARONE reingepfiffen. Nebenwirkungen gab's da keine. Einer hatte LARIAM, nimmt er seit laengerer Zeit und bei dem war auch nix. Das ist doch wohl eher so ein "Dschungelhorrorgeruecht", dass es da so schlimme Nebenwirkungen gibt.

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 18:10
von buecherjo
Kuno hat geschrieben:Wir haben in Angola alle MALARONE reingepfiffen. Nebenwirkungen gab's da keine. Einer hatte LARIAM, nimmt er seit laengerer Zeit und bei dem war auch nix. Das ist doch wohl eher so ein "Dschungelhorrorgeruecht", dass es da so schlimme Nebenwirkungen gibt.
Ich sag mal- das kommt auf den Körper an.
Palludrine und Resochin jedenfalls sind unerträglich, (damals gabs ja nix anderes)
Und mein Melaxime (3 Stck 1 Euro) lass ich mir ned madig machen.
Dazu >Coartem...just in case, und n bissl Chinin.
Am wichtigsten ist aber immer noch, im nächsten Krankenhaus feststellen zu lassen WELCHE Malaria man hat-

Denn kriegen kann man die ja auch mit allen Wundermitteln die der Westen da teuer verhökert.

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 18:11
von Alexander
buecherjo hat geschrieben:hmmmm ürd ich , natürlich, so nicht unterschreiben---erst im VERGLEICH zu den Nebenirkungen der Tabletten und der Malaria :lach:
Das Portfolio an Nebenwirkungen ist tatsächlich reich gefächert und ist aber auch von der Dosierung abhängig:
Meist handelt es sich dabei um Schlafstörungen, lebhafte Träume, Schwindel oder leichte Verstimmungen - gelegentlich aber auch um Depressionen, Angstzustände, Halluzinationen oder epilepsie-ähnliche Störungen.
Es kann gelegentlich Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Aphten der Mundschleimhaut verursachen.
Am häufigsten beobachtet man (milde) Magen-Darm-Störungen. Auch allergische juckende Hautausschläge kommen gelegentlich vor. Ein Risiko für Augenschäden besteht mit den üblichen prophylaktischen Dosierungen nicht; allerdings gibt es Personen, die vorübergehend Probleme mit der Nah-/Ferneinstellung der Augen empfinden können.
Es wird heute wegen ev. nicht voraussehbaren Nebenwirkungen (Herzrhythmusstörungen) nicht mehr zur Notfall-Selbstbehandlung empfohlen und soll insbesondere vermieden werden, wenn vorgängig Mefloquin eingenommen wurde.
Quelle: http://www.tropenreisemed.ch/merkblaetter_malaria.html

Grüsse
Alexander

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: So 25. Mär 2012, 21:21
von Regula St.
Impfen ist für mich ein Muss... auch und gerade im Hinblick darauf, dass ich dann andere nicht gefährde...

Ich habe in den 1970er-Jahren jemanden gekannt, der bei der grossen Polio-Epidemie in den 1950er-Jahren erkrankt war: der lag danach etwa 30 Jahre im Spital und musste beatmet werden...
An einem Tetanus oder einer FSME möchte ich auch nicht "verräble", genausowenig wie an einer Masern-bedingten Hirnhautentzündung.
Und wie war das seinerzeit mit den Pocken? Die konsequente Durchimpfung hat dazu geführt, dass wir vor den Pocken keine Angst mehr haben müssen. Dass mittlerweile andere Viren ebenso gefährlich sind, ist ein anderes Kapitel.
Bei der Tuberkulose wurde die Grundimmunisierung (BCG-Impfung) in den späten 1980er-Jahren (in der Schweiz) eingestellt, was sich dann in den 1990er-Jahren als nicht unbedingt positiv herausgestellt hat: Nach 1989 und v.a. in den 1990er-Jahren kam es vermehrt zu Tuberkulosefällen, weil Tb-Träger aus dem Balkan und aus der ehemaligen UdSSR einreisten. Wenigstens hat an meiner damaligen Arbeitsstelle das Screening funktioniert: die gesamte Belegschaft musste da durch. Die meisten waren vor 1988 geboren und hatten die Grundimmunisierung; die anderen wurden dann schleunigst geimpft und hatten nichts dagegen...

LG Regula

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 08:40
von Helmut Pfister
Hallo zusammen
Mir gehts ähnlich, auch ich lass mich gegen einige Krankheiten impfen. Gehöre halt auch zu den glücklichen die keine Nebenwirkungen verspüren, ein leicht schmerzender Oberarm ist für mich keine Nebenwirkung.
Meine Tante ist Zeugin Jehova, hat sich aus diesem Grund auch nicht gegen Tetanus impfen lassen und mußte diese Entscheidung sehr teuer bezahlen. 6 Wochen Intensivaufenthalt mit reichlich Komplikationen, monatelange Reha und doch noch bleibende Ausfälle.....

Bezüglich MELAXIME: ist das der Nachfolger von Fansidar?, wurde doch vom Markt genommen wegen gravierdender Nebenwirkungen mit häufiger Todesfolge.

Gruß Helmut

Re: Impfen lassen - ja oder nein?

Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 09:41
von Stefanie
Hallo zusammen,
in den ersten 7 Jahren meines Aufenthaltes hier musste ich erleben, wie Aegypten gegen Polio angekaempft hat: staendigt rannten auf der Strasse Leute mit Kuehltaschen herum und fingen alle Kinder ab, um ihnen den Imfstoff in den Mund zu traeufeln :shock: . Ich hatte meine Kinder impfen lassen, doch sie gingen hier von Haus zu Haus und in Kairo brauchte ich nur aus dem Auto zu steigen und sie bekamen wieder Tropfen :shock: . Inzwischen ist Aegpten stolz darauf, dass Polio nicht mehr vorkommt (kenne im Ort sehr viele, die in ihrer Jugend daran erkrankten und eben heute mehr oder weniger behindert sind).
Das Impfen geschah nach dem Motto "was euch nicht toetet, haertet euch ab!!! Ich fand es schlimm!

Mein erstes Kind musste spontan abgestillt werden, da ich mir kurz vor einer Deutschlandreise in Kairo Hepatitis durch verschmutztes Leitungswasser geholt hatte. Da war ich zu leichtsinnig und verzichtete auf die Impfungen und auch meinen gesunden Menschenverstand, denn ich dachte, ich sei "abgehaertet".

Bei den Kindern habe ich nach den ersten 2 Jahren Grundimpfung jeweils aufgehoert, denn die hygienischen Umstaende der Impfungen liessen mich abwaegen zwischen "Uebertragung von Krankheiten durch Spritzen", "Keime im Impfzentrum"...und der Gefahr einer Krankheit. Alles, was durch Wasser uebertragen werden kann, habe ich selber unter Kontrolle. Wenn ich die Chance haette, wuerde ich auch die Titer checken und sehen, ob Wichtiges noch zu impfen ist!

Die Zwillinge hatte im Alter von 4 beide Keuchhusten, den weder ich noch die Aerzte erkannt hatten. Ich, weil ich einfach nicht auf die Idee kam und ihn selber nicht hatte, die Aerzte, weil hier dagegen geimpft wird und sie das Erscheinungsbild nicht kannten :shock: . So mussten die Kids einen Horror mit dutzenden Antibiotica-Spritzen ueber sich ergehen lassen...und haben seit dem Angst vor Aerzten. Spaeter, als ich mich mit Keuchhusten auseinandergesetzt hatte, stellte ich fest, dass die Impfung sehr umstritten ist und in D auch nicht mehr so einfach gegeben wird...wegen der Nebenwirkungen! Ich jedenfalls hatte die schlimmsten 4 Monate meines Lebens...staendig auf dem Sprung mit "Spucktueten", waere aber beruhigter gewesen, wenn ich gewusst haette, dass es Keuchhusten war!
Gegen Windpocken wird hier auch geimpft...meine Kids waren aber nicht ausgeimpft und bekamen sie...alle nacheinander. Da ich sie aber selber als Teen hatte, wusste ich sofort, was es war und war beruhigt. Wie die meisten Kinderkrankheiten sind sie laestig, doch im Normalfall nicht toetlich, wenn sie im Kindesalter auftreten.

Zur Pneumokokken-Impfung auch noch eine Geschichte: meine Mutter verstarb an einer Lungenentzuendung, weil sie sich wegen der Impfung zu sicher war, dass es KEINE Lungenentzuendung gewesen sein konnte...und ihr Arzt auch! Spaeter haben wir uns schlau gemacht und erkannt, dass eben nur ein paar Pneumokokken-Erreger mit einer Impfung abgedeckt werden koennen... Dumm gelaufen - und heute ist die gaze Familie schlauer!

Wenn ich an meine erste Aegyptenreise 1991 denke, so wurden wir wirklich gegen alles geimpft - sogar gegen Malaria. Voellig ueberfluessig, der Arzt wollte nur sicher gehen (und wir haben ihm vertraut!).

Also: ich bin gegen "Impfen gegen alles", ua deswegen, weil trotzdem bei vielen Erkrankungen Restrisiken vorhanden sind, die nicht mehr sofort ernst genommen werden. Wenn moeglich, wuerde ich die Titer bestimmen und eben nachimpfen, wenn noetig (wie zB Roetlen waehrend der Schwangerschaft, Masern und Windpocken ab etwa 12-14...)
Es ist so aehnlich wie mit uebermaessiger Hygiene, wo alle Keime schon durch Putzmittel beseitigt werden, die Leute dann aber anfaelliger werden gegen Keime ausserhalb der eigenen 4 Waende...Viele der Erkrankungen sind einfach "unangenehm" , man bekommt sie aber 1 Mal...und dann ist Schluss!
Natuerlich gilt das nicht fuer lebensbedrohliche Krankheiten!!!