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empfehlung für malaria stand by medikation für westafrika
Verfasst: Mo 10. Feb 2014, 14:09
von julandchigo
es gibt zwar schon nen malaria thread, aber der ist mit seine 80 seiten wohl ned mehr wirklich brauchbar für medikationstips, also leg ich den hier mal an:
was würdet den ihr empfehlen als malaria stand by medikation für westafrika in der trockenzeit (nur in westafrika erhältliche mittel)?
ich hätt zur zeit das imhinterkopf...
mefloquin (lariam) --- hat ja nen sehr schlechten ruf inzwischen und kommt mal eher nicht in frage
Atovaquon-Proguanil (Malarone®, Malanil®) --- ist ja eher prophylaxe also auch nix
Artemether und Lumefantrin (Riamet® Tabletten; Novartis Pharma) ++ dürft ganz brauchbar sein, hat wer erfahrung damit?
Artesunate (Arsumax) im reiseknowhow empfohlen als bei entwicklungshelfern beliebte medikation
Artesunat (AS) und Amodiaquin (AQ) (ASAQ) (ist der handlasname tatsächlich ASAQ?
http://www.sanofi.de/l/de/de/layout.jsp ... 4176F5C621
dem artikel nach dürfte asaq eingentlich am empfehlenstwertesten sein, und da es sich ja praktisch um eine weiterentwicklung von arsumax handelt mit verminderter resitenzbildung, und wäre dmit mein jetziger favorit. billig ost es auch, wobei das bei der auswahl jetzt nicht wirklich ein kriterium für mich ist.
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Mo 10. Feb 2014, 15:35
von Wosus
Wir nehmen seit 2 Jahren immer Riamed mit.
Hat als Standby den Vorteil, dass man es auch ein zweites Mal nacheinander anwenden kann, wenn nach der ersten Medikation noch bedarf ist.
Ausserdem kann man Riamed auch nehmen, wenn z.B. Malarone als Prophylaxe eingenommen wurde.
Da gerade im Anfang die Zahl der Plasmodien rapide zunimmt, lieber schnell handeln, wenn Du abseits im Busch bist und im Zweifelsfall Riamed einnehmen.
Bei schwerem Krankheitsverlauf und unsicherer Diagnose - z.B. im Busch - kann zusätzlich Doxycyclin genommen werden.
Diese Informationen gebe ich nach meinem Informationsstand als Laie von mir. Fragt im Zweifelsfall einen Tropenarzt.
Ciao
Wolfgang
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 09:30
von jonas
julandchigo hat geschrieben:Artemether und Lumefantrin (Riamet® Tabletten; Novartis Pharma) ++ dürft ganz brauchbar sein, hat wer erfahrung damit?
Kauf Dir vor Ort das Coartem®. Das ist dasselbe wie Riamet, aber zum Zehntel des Preises (2008 CHF 60.- in der Schweiz, ca. 6.- in St Louis/Senegal).
Meine Freundin hatte zweimal Malaria und mit Coartem gings problemlos vorbei. Auch Martin von der Zebrabar empfahl uns das Coartem.
Gruss
jonas
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 09:31
von marylin
Hast PN
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 09:45
von skrewdriver
hallo
dumme frage mal,besteht in senegal,gambia malariagefahr?
bin soweit malariaerfahren und hatte mir schon mal die tropica in madagascar geholt und habe es geradeso noch überlebt.
seitdem habe ich immer in entsprechenden länder medikamente dabei für den fall das die symtome auftreten.
gruss matthias
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 12:09
von Wosus
Senegal auf alle Fälle.
z.B. hatten fast alle Familienmitglieder in der Zebrabar Malaria.
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 13:47
von skrewdriver
hallo
liegt wahrscheinlich mit an den gewässern ringsum die zebrabar?
nehme deshalb medikamente für den ernstfall was mit.
gruss matthias
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 16:27
von julandchigo
stand by medikation würd ich immer vor ort kaufen, ist glaub ich vernünftiger als mitnehmen aus D, da vor ort viel billger und die verfügbarkeit besser ist, und wohl meist sogar noch länger haltbar da die medikamente ständig verbraucht werden, und nicht wie in D als lagerware ihr dasein fristen.
für reine prophylaxe mittel kann D schon sinnvoll sein, da sowas die einheimischen ja nicht nehmen würden. da is die situation genau umgekehrt.
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 17:50
von schnorr
etwas sidetopic: aber am wichtigsten finde ich entsprechende kleidung in der dämmerung und moskitonetze! evtl. auf die nicht bekleideten körperteile mückenschutzzeugs.
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 18:51
von marylin
Wie gesagt- 1 mal im Monat 3 Tabl. Fansidar = Melaxime.
(Den Tip hab ich von den Mitarbeitern der Botschaften)
Dazu das Coartem als Notfall plus Chinin (habs noch nie gebraucht)
Ich halte eine langsame Anreise und viel Ruhe für eine wichtige Zusatzprophylaxe.
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 20:08
von Ulli Dorn
Hallo Marilyn,
1 mal im Monat 3 Tabl. Fansidar = Melaxime.
zum Thema Malaria habe ich ja schon vieles gehört, aber diese Empfehlung ist mir komplett neu. Wobei mir gleich 3 Punkte in dem kurzen Satz Fragen aufwerfen:
1.
ist Fansidar ein uraltes Medikament, das schon lange von Tropenmedizinern nicht mehr empfohlen wird. In D ist es auch nicht mehr zugelassen.
2.
gibt es bei Fansidar neben der ohnehin wohl niedrigeren Wirksamkeit als Prophylaxe in vielen Gebieten bereits resistente Erregerstämme
3.
ist die Dosierung äußerst merkwürdig. 1 x im Monat 3 Tabletten passen weder zu einer Prophylaxe noch zu einer Therapie-Dosierung bei einer akuten Erkrankung.
Kann es sein, dass dir die Botschaftermitarbeiter diese Empfehlung nach einer ausgeprägten lokalen Gin-Tonic Therapie gegeben haben?
Gruß
Ulli
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Di 11. Feb 2014, 21:58
von AlfredH
In der Publikation der WHO
http://www.mmv.org/newsroom/publication ... nd-edition kann mann sehr schnell die neusten Therapierichtlininen für Malaria nachlesen.
Die Behandlung mit Arthemeter/Lumefantrin (Riamet, Coartem) ist derzeit eine der wirksamsten Medikationen zur Behandlung von plasmodium falciparum. Dazu gibt es einige abgesicherte Studien und nicht irgendwelche Ratschläge von Leuten die keine Ahnung haben.
Chinin wird auch zur Behandlung der komplizierten Malaria nicht mehr empfohlen und statt dessen wird Artesunate eingesetzt.
Und Fansidar ist nirgends mehr auf einer Liste von modernen Malaria Therapien oder Prophylaxe und der Ratschlag dieses Medikament einzusetzen ist für den Benutzer lebensgefährlich.
Ciao
Alfred
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Fr 14. Feb 2014, 11:20
von marylin
AlfredH hat geschrieben:
Und Fansidar ist nirgends mehr auf einer Liste von modernen Malaria Therapien oder Prophylaxe und der Ratschlag dieses Medikament einzusetzen ist für den Benutzer lebensgefährlich.
Ciao
Alfred
Jo...ich weiß. ich lebe noch.
Und hatte nie Malaria.
Dass die WHO nur die neuesten Mittel empfiehlt, dürfte klar sein. ...
Man muss unterscheiden in Prophylaxe und Therapie.
PS: Im Krankenhaus bekommst Du übrigens Chinin literweise infudiert. Dazu noch alles andere.
Bei Malaria gibt es kein "hilft" - "hilft nicht". Diese Krankheit ist sehr individuell. Jedes Land hat sogar unterschiedliche Erfahrungen in Behandlung.
Alle Expats die ich kenne nehmen die Fansidar Prophylaxe.
Aber klar- am Besten nur das "offizielle" empfehlen- ist schon richtig.
Ich verlass mich generell auf die Ärzte vor Ort- die haben die meiste Erfahrung.
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Fr 14. Feb 2014, 16:41
von Ulli Dorn
Ich verlass mich generell auf die Ärzte vor Ort- die haben die meiste Erfahrung.
Auf was man sich verlässt muss ohnehin jeder mit sich selbst abmachen, da kann es keine allgemeingültige Empfehlung geben.
Aber ohne den Ärzten vor Ort ihre Kompetenz absprechen zu wollen, sollte man auch berücksichtigen dass bei der Verabreichung von Medikamenten 'vor Ort' logischerweise auf das zurückgegriffen wird was verfügbar und bezahlbar ist.
Leider ist aber die Dritte Welt der Abladeplatz für zahlreiche Medikamente, die in Europa oder Nordamerika schon lange ihre Zulassung verloren haben oder aber seit Jahrzehnten nicht mehr empfohlen werden. Das gilt für Malariamittel genauso wie für Antibiotika u. a. Da gehen z. B. tonnenweise Antibiotika nach Westafrika, die hier (aus gutem Grund) nur noch in der Tiermedizin zugelassen sind und vor Ort dann von 'erfahrenen Ärzten' den Patienten in hoher Dosierung in die Vene gepumpt werden.
Hinzu kommt, dass es vor Ort extrem schwierig ist, Medikamente (welche auch immer) mit einer definierten Qualität zu bekommen. Die WHO hat im Jahr 2009 Malaria-Medikamente u. a. im Senegal getestet. Auszug aus dem Ergebnis: "For the SP brand Melaxime, also from Senegal, all samples failed the dissolution test, but samples packaged in darker green boxes had higher dissolution results than those in lighter green packaging." Quelle:
http://apps.who.int/medicinedocs/docume ... 17069e.pdf
Schon deswegen würde ich bei Empfehlungen immer unterscheiden zwischen dem was Einheimische und Expats (mangels Alternative) tun müssen und dem was man als Reisender tun kann.
Gruß
Ulli
Re: empfehlung für malaria stand by medikation für westafrik
Verfasst: Fr 14. Feb 2014, 17:03
von seppr
Ja, das ist mir beim Lesen der Zeilen auch aufgestoßen. Dass nämlich in der Dritten Welt viele dort produzierten oder verkauften Medikamentenpackungen reine Fakemittel sind. Placebo sagt man bei uns. Hauptsache, sie schaden nicht.
Bei einer Malariabehandlung reicht das aber nicht.
Sepp