Mia hat geschrieben:
Deine private Krankenversicherung ist nicht so überteuert, das Du sie vielleicht besser weiterlaufen lässt.
Wie kommst Du denn zu dieser Meinung?
Eine "moderne" PKV funktioniert völlig anders als alles im Bereich der GKV. Da wird mit sehr harten Bandagen um Versicherungsleistungen gerungen. Bevor die z.B. auch nur die erste Mark Krankentagegeld auszahlt, will sie die Einkommensnachweise des vorangegangen, relevanten Zeitraums. Wehe, Du hast zuviel versichert, dann wird erstmal "argumentiert". Das geht soweit, daß eine PKV wie die Universa den Schadensfall versucht auszuhungern. BTDTNT, allerdings aus anderem Grund.
Mit einer PKV geht man vertraglich überkorrekt um.
Mia hat geschrieben:
Sei Dir ganz sicher, dass Du die Versicherungsleistungen aus Deinem alten Vertrag nicht verlierst,
Schrieb ich doch schon: Lösung von der PKV in Schriftform (nicht nur Textform) vorschlagen lassen. Ergänzung: Falls dort nicht das passiert, was man erwartet, kann man sich an den Versicherungsombudsmann der PKV wenden. Seine Leistung ist allerdings auf 4 Wochen nach der Versicherungsreaktion befristet.
Mia hat geschrieben:
ein neuer wird erst richtig teuer wenn Du älter wirst und die Versicherungen versuchen die alten leistungsstarken Verträge los zu werden.
Mit Ende 50 kann man keinen PKV-Vollversicherungsvertrag mehr abschließen. Für normale Menschen nicht finanzierbar. Mit Ende 50 hat man entweder einen schon lange laufenden PKV-Vertrag, oder das gesicherte(!) Anrecht auf die GKV, siehe oben. Für private Zusatzversicherungen zur GKV gilt dasselbe wie für die private Vollversicherung.
Wir haben hierzulande zwar die theoretische Reisefreiheit, aber uns seit einigen Jahren auch den Neoliberalismus eingefangen. Daher funktioniert vieles nur noch für die obersten 1% in diesem Land, also nach Einwurf von extrem viel Geld.
Mia hat geschrieben:
Die Verträge gerade von der DKV waren früher sehr gut und Du würdest für die gleiche Leistung heute wahrscheinlich sehr viel mehr bezahlen.
Nicht nur DKV. Auch die Universa war früher gut. Aber spätestens mit dem Schwarz-geld-Reförmchen war Schluß damit.
Mia hat geschrieben:
Wichtig ist, wie schnell Du ihn in einem Krankheitsfall, (solltest Du ihn tatsächlich ohne Einbuße zurückstellen können) und Rückkehr nach Deutschland vor der abgemachten Zeit reaktivieren kannst und ob er dann auch tatsächlich greift.
Das sollte im Kleingedruckten zur Anwartschaft stehen. Wenn nicht, muß man einen Vertragszusatz mit dem Versicherungsvertreter verhandeln.
Das gilt es im Zusammenhang mit der Reiseversicherung zu prüfen, weil dort die meisten nur im Ausland zahlen. D.h. mit Grenzübertritt nach .de sind die nicht mehr zuständig. Es gibt aber auch welche, die decken einen etwas verlängerten Zeitraum ab. Es gibt welche, mit denen man sogar ein paar Tage Heimaturlaub von seiner Reise machen kann.
Und jetzt die Frage an Dich, weil Du so gerne mutmaßt: Wie ist jemand, der vor der Reise lange genug in der GKV war, versichert, der eine Reiseversicherung für außerhalb Deutschlands hat, d.h. dessen Krankenversicherung mit Einreise an der Autobahn Salzburg-München oder am Flughafen Frankfurt endet? Der geht am nächsten Tag zum Arbeitsamt und meldet sich nach ALG-1, falls er das im Vorfeld geeignet organisiert hat. Damit kommt er in den meisten Fällen automatisch zurück in die GKV. Was macht er, wenn er krank ist und daher nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, und folgerichtig kein ALG-1 mit Krankenversicherung beantragen kann? Was macht so ein Schadensfall zwischen der Einreise in Salzburg oder Frankfurt und der Bestätigung, daß er krankenversichert sei?
Manchmal kann es sinnvoll sein, systematisch alle
Anwendungsfälle (Use cases) zu betrachten, um keine Überraschung zu erleben.
schnorr hat geschrieben:
du brauchst eine schriftliche (!) bestätigung deiner kasse, dass du nach dem jahr wieder zu geichen konditionen und ohne gesundheitsprüfung einsteigen kannst. das wird schwer bis ganz unmöglich.
Genau das läßt sich die PKV mit der Anwartschaft abkaufen.
schnorr hat geschrieben:
vielleicht kann dir ein versicherungsagent, der auch die dkv vertreibt, dabei helfen. wenn das einer mit viel erfahrung ist, kennt der meist die die richtigen ansprechpartner der versicherung.
Vorsicht! Nach meiner Erfahrung neigen genau die dazu, alles irgendwie hinzudrehen, ohne schriftliche Zusicherungen zu geben. So ein Versicherungsverkäufer reicht aus einen Ansprechpartner in der Versicherungszentrale zu nennen, zu mehr häufig nicht. Die Schadensabteilung will hinterher nichts von irgendwelchen Zusicherungen ihrer Vertreter wissen. Die sind da, um Forderungen abzuweisen. Soll heißen, daß im Umgang mit einer PKV nur die Schriftform zählt und eine Rechtsschutzversicherung (bei einem anderen Konzern) Pflicht ist. Glaub mir einfach :-(
Gruß, Ralf