Golf-Küste

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus. Staaten: Afghanistan, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, China, Georgien, Indien, Irak, Iran, Kambodscha, Kasachstan, Kirgisien, Kurdistan, Laos, Malaysia, Mongolei, Myanmar, Nepal, Pakistan, Tajikistan, Thailand, Tibet, Türkei, Turkmenistan, Vietnam, Uzbekistan

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laforcetranquille
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Golf-Küste

Beitrag von laforcetranquille »

Hallo

gibt es Erfahrungen oder Berichte von Reisenden an der iranischen Golfküste, auch über Bandar Abbas hinaus bis zur pakistanischen Grenze ? Am besten etwas jüngeres, so aus den letzten 3-4 Jahren.

Gruss Wim
Ralf Kiefer
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Re: Golf-Küste

Beitrag von Ralf Kiefer »

laforcetranquille hat geschrieben: gibt es Erfahrungen oder Berichte von Reisenden an der iranischen Golfküste, auch über Bandar Abbas hinaus bis zur pakistanischen Grenze ?
Nein, nicht von mir :-( Wir sind "nur" von Bam nach Bandar Abbas gefahren, BTW eine schöne Strecke aus dem wüstenartigen Hochland bis auf 2500m und dann runter ans Meer mit seiner wahnwitzigen Luftfeuchtigkeit von mindestens 200% ;-)

Weiter östlich halte ich für eine der Gegenden im Iran, wo man als Europäer besser nicht hingeht, Stichwort Sistan&Belutschistan, ein Dauerbrenner im Text vom Auswärtigen Amt. Dasselbe gilt übrigens für die Gegend auf der anderen Seite der Grenze, die hier eine ziemlich "grüne" Grenze ist. Ich erinnere mich an ein Erdbeben mit Zentrum in Pakistan nicht allzu weit von der Grenze, wo selbst Hilfsmannschaften teils kapitulierten, siehe z.B. hier, hier oder in anstrengender Übersetzung hier. Wenn die schon im Katastrophenfall so mit ausländischen Helfern und "Fremden" auch aus dem eigenen Staat umgehen, wie freundlich und aufgeschlossen werden die im Schönwetterfall sein?

Gruß, Ralf
markus-1969
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Re: Golf-Küste

Beitrag von markus-1969 »

Ich erinnere mich an ein Erdbeben mit Zentrum in Pakistan nicht allzu weit von der Grenze, wo selbst Hilfsmannschaften teils kapitulierten, siehe z.B. hier, hier oder in anstrengender Übersetzung hier. Wenn die schon im Katastrophenfall so mit ausländischen Helfern und "Fremden" auch aus dem eigenen Staat umgehen, wie freundlich und aufgeschlossen werden die im Schönwetterfall sein?
Ich war 2014 in Pakistan - den Karakorum Highway (KKH) von Gilgit hoch nach China.

Es war immer interessant "down with Isreal" und "down with USA" auf der Straße zu lesen und dann ein paar Hundert Meter weiter die Schilder von US Aid zu sehen, die die Unterstützung bei der letzten Flut dokumentieren.

Es war in ruhiger Zeit - und angeblich seien es radikale Prediger, die aus Saudi - Arabien und dem Iran kämen und Anlaß für diese Bemalung der Straßen böten - so jedenfalls die Einheimischen. Es ist da, aber irgendwie nehmen weite Teile der Bevölkerung das irgendwie auch nicht ernst - es gehört irgendwie dazu. Als ich auf dem Rad an einer Schule ankam, formten die Kinder auf dem Karakorum Highway eine Kette. Ich durfte erst weiter fahren, als ich sie fotografiert und die Bilder hergezeigt hatte. Ob ich nun aus Israel oder den USA gekommen sein könnte, war den Kindern egal.

aber schau mal hier:
http://www.bike-and-bus-to-india.com/
Soweit ich weiß sind die in den letzten Jahren gefahren und können Tipps geben.

und es gibt einen andern Thread hier:
landweg-nach-indien-t45798.html
laforcetranquille
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Re: Golf-Küste

Beitrag von laforcetranquille »

Hallo
die Pakistan/Indien Routen kenne ich, selber in 2006 und 2007 gefahren.
Mir geht es ausschliesslich um die iranische Golfküste.

Gruss Wim
Ralf Kiefer
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Re: Golf-Küste

Beitrag von Ralf Kiefer »

markus-1969 hat geschrieben: Ich war 2014 in Pakistan - den Karakorum Highway (KKH) von Gilgit hoch nach China.
Ich glaube wir müssen mal miteinander sprechen ;-)

Nach meiner Beobachtung gibt's in Pakistan unterschiedliche Aspekte, wenn man als Europäer individual-reisen möchte. Karakorum Highway gehört meist zu den problemloseren Ecken des Landes außerhalb der großen Städte, sofern man ihn nicht nach Westen verläßt. Nach Osten haben z.B. Simon und Panny (http://www.krad-vagabunden.de) die Erfahrung gemacht, daß das Indus-Tal im pakistanischen Teil von Kaschmir auch sehr schön ist. Die waren im Sommer 2013 dort. Belutschistan dagegen ist geprägt durch Ereignisse in Afghanistan.
markus-1969 hat geschrieben: Es war immer interessant "down with Isreal" und "down with USA" auf der Straße zu lesen und dann ein paar Hundert Meter weiter die Schilder von US Aid zu sehen, die die Unterstützung bei der letzten Flut dokumentieren.
"Leichte"[tm] Inkonsistenzen in Wahrnehmung und Verhalten gehören zum Leben. Auch eine gewisse Vorliebe für Coca-Cola, Levi's, Wrangler u.ä. Ikonen des US-amerikanischen Konsums verbunden mit einer Abneigung gegen die USA (Den Präsidenten? Deren Armee? Die Einwohner dort?) findet sich erstaunlich nahe beieinander. Auf der anderen Seite haben die US-Amerikaner in Pakistan die Sache mit dem Impfen komplett vergeigt. Folge: Impf-Teams aus dem Ausland, nicht nur aus USA, leben sehr gefährlich und werden hin und wieder auch mal umgebracht, die Spätfolgen von Osama Bin Laden bzw. der US-Suche nach ihm.

Zurück zum Iran und der Küste am Arabischen Meer:
markus-1969 hat geschrieben: aber schau mal hier:
http://www.bike-and-bus-to-india.com/
AFAIK gibt es für Europäer nur einen einzigen nutzbaren Grenzübergang nach Pakistan, der im Norden bei Taftan auf der Strecke von Zahedan über Dalbandin nach Quetta, also der mit Militärkonvoi durch Belutschistan.

Gruß, Ralf
laforcetranquille
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Re: Golf-Küste

Beitrag von laforcetranquille »

Hallo Ralf, das weiss ich ja........ aber ich will doch garnicht nach Pakistan, zweimal hat mir gereicht !
Gruss Wim
Ralf Kiefer
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Re: Golf-Küste

Beitrag von Ralf Kiefer »

laforcetranquille hat geschrieben:aber ich will doch garnicht nach Pakistan,
Wenn Du auf meinen Hinweis auf die Erdbebenhilfe anspielst, dann war da mein Hinweis auf die Durchlässigkeit der Grenze, womit ich die Belutschen auf beiden Seiten der Grenze meinte. Denn wenn die auf der einen Seite nicht gerade friedlich sind, also noch nicht einmal zu Menschen, die denen nach den Erdbeben helfen wollen, dann ist's auf der anderen Seite nicht anders. Ich betrachte die Probleme der beiden Belutschistans in einem Kontext.

Ich habe jetzt allerdings ein bißchen gebingt und finde z.B. diese kurze, ein Jahr alte Meldung: "Iran wird 120 Beobachtungstürme an Grenze zu Pakistan bauen". Weitere, ältere Hinweise auf die Befestigung der Grenze finden sich hier und hier. Trotzdem gibt's noch genügend Meldungen von Überfällen auch auf iranisches Militär von Pakistan aus wie diese oder diese oder diese. D.h. so perfekt wie z.B. in Ceuta kann diese Grenzbefestigung gar nicht sein. Womit ich bei meinem ursprünglichen Einwand bin, daß die Sicherheit in dieser Gegend nicht besonders ausgeprägt sein kann.

Was das gespannte Verhältnis in den beiden Belutschistans angeht, finden sich etliche Hinweise im Web:

"Ähnlich verhält es sich mit Belutschistan, wenn dort auch die Zahl der Auseinandersetzungen zurückging. Der Konflikt köchelt weiter, so lange man sich nicht auf eine Lösung einigt."

"Die sunnitischen Belutschen, Gegner des islamischen Regimes im Iran, leben auf beiden Seiten der Grenze. Die Provinz Belutschistan erstreckt sich zwischen den beiden Staaten und wird immer wieder von Aufständen und sektiererischer Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten erschüttert."

Wer da kräftig mitmischte, ist ja klar:
"Bereits seit mindestens Anfang 2007 betreiben militärische Spezialkommandos sowie Agenten der Geheimdienste CIA, DIA und NSA verdeckte Operationen im Iran. Dazu gehören Sabotageakte gegen Militäranlagen und Einrichtungen ziviler Infrastruktur auf Irans Territorium sowie die Entführung und Tötung von Mitgliedern der Revolutionären Garden oder deren Verschleppung zu Verhören auf US-Militäreinrichtungen im Irak. Zudem werden ethnische Minderheiten wie die Baluchis, die Ahwazi-Araber im Südwesten Irans, kurdische Nationalistenverbände und andere Oppositions- oder Widerstandsgruppen finanziell, mit Waffen und anderen Mitteln unterstützt. Ziel ist es, ethnische und regionale Spannungen im Iran anzuheizen."

Nicht, daß dieses Regime in irgendeiner Weise lernfähig wäre, wo sie doch seinerzeit schon die Taliban "angefüttert" hatten und es später bereuten. Ungeschickt für die, die "nur" friedlich reisen wollen.

Gruß, Ralf
laforcetranquille
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Re: Golf-Küste

Beitrag von laforcetranquille »

Mhhm. keine Reaktion und beim Suchen findet man auch nichts. Das scheint ja wohl absolute terra incognita zu sein.
So schlimm sollte es eigentlich nicht sein. 2006 habe ich in Persepolis einen älteren Herrn ( 86) getroffen der mit seine Kastenwagen mehrere Wochen an der Küste unterwegs war und jedenfalls nicht von irgendwelchen Problemen berichtete.
Wim
Ralf Kiefer
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Belutschistan

Beitrag von Ralf Kiefer »

Bei den Indienfahrenden (heute übliche Route über Iran und Pakistan) ist es bekannt, daß Bam der Außenposten des eigenständigen Reisens ist, das in Pakistan frühestens in Quetta wieder beginnt. D.h. dazwischen geht's im Militärkonvoi durch.

Zum Terra incognita, den beiden Belutschistans, gibt's sehr wenig Informationen. Daher muß man auf jeden Artikel zu dieser Gegend der Welt hinweisen, auch wenn er das Thema nur ansatzweise beschreibt: hier bei Telepolis.
Seit Jahrzehnten ist die pakistanische Provinz Belutschistan ein Unruheherd

De facto existiert der sogenannte Belutschistan-Konflikt seit der Entstehung des pakistanischen Staates. Damals wurden die kolonialen Grenzen, die einst mit Gewalt und Willkür gezogen wurden und ganze Völker voneinander getrennt haben, gefestigt.
Gruß, Ralf
AlfredH
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Re: Golf-Küste

Beitrag von AlfredH »

Hallo,
leider ist unser Visum nach drei Monaten abgelaufen und wir konnten unser iranische Golf Küsten Erkundung nicht über Bandar Abbas hinaus fortsetzen.
Wir würden aber jederzeit die Küste weiter bis Chabahar fahren. Sollte es dort wirklich Probleme geben wird man es von der iranischen border command erfahren und dann muss man halt entsprechend umdisponieren. Und sollte es hinauf über Iran Shar nach Zahedan eine Konvoi Pflicht geben, kann man ja einfach wieder umkehren.
Der Unterschied zu Pakistan Beluchistan ist halt, dass die Iraner ihr Gebiet ganz gut im "Griff" haben - im Gegensatz zu den Pakistanis. Die Iraner kämpfen in diesem Gebiet halt gegen Schmuggel und enige sunnitische "Rebellengruppen". Das ist ähnlich dem iranischen Kurdengebiet. In solchen Gebieten wird man halt öfter mit der iranischen Geheimpolizei konfrontiert, die sind in den Grenzgebieten etwas nervös. Haben wir in Paveh und Umgebung erlebt, die rufen dann gleich die Revolutionsgarden. Das kommt auch daher, dass dort Touristen defacto unbekannt sind und man sich nur schwer verständigen kann. In solchen Gebieten ist es ratsam in einer Stadt/Ort gleich zur Polizei zu fahren und sich "anzumelden" und zu erklären wer man ist und wohin man will etc.

Ciao
Eva&Alfred
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abacus
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Re: Golf-Küste

Beitrag von abacus »

Uns hat man gesagt die Küste bis Chabahar sei problemlos. Allerdings solle man von dort aus nicht nach Bam hoch fahren. Auf Google Earth sehen allerdings die rund 500km von Bandar Abbas bis Chabahar nicht so prickelnd aus, als dass ich die hin und wieder zurück fahren müsste. Auch Chabahar scheint nicht allzuviel zu bieten.

Grüsse
abacus

PS: sollte jemand Infos haben, dass die Küste entgegen meiner Annahme lohnt, bitte schnell posten, noch hätte ich die Möglichkeit diese Straße unter die Räder zu nehmen.
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