Fähre Assuan-Wadi Halfa von innen -
aufgenommen im Oktober 2011 ...
Gruß
Birgitt
Moderator: Moderatoren
Soweit zu meinen Erfahrungen.Samstag, 16.01.2010, 198 km
Die letzte Wüstenetappe im Sudan. Die Strasse ist bis Wadi Halfa gut und so kommen wir bald da an. Als wir auf der Suche nach dem Fährbüro durch den Ort fahren, sehen wir drei Weisse in einem Restaurant sitzen und uns winken. Also setzen wir uns zu ihnen und erfahren, dass Luca, der Italiener, sein Landy schon abgeschickt hat und nun auf die Mittwochsfähre wartet. Die zwei Deutschen warten, dass sie am Sonntag ihre Motorräder erhalten (Der Zoll ist heute zu), um nach Süden weiter zu fahren. Mazar Mahir lernen wir bei der Gruppe auch noch kennen. Er wird uns bei der Verschiffung helfen. Abends fahren wir etwas dem Bahngeleise entlang in die Wüste und machen hinter ein paar Hügeln ein Bushcamp. Die Deutschen mit dem Traktor sind auch hier im Ort und werden mit uns nach Assuan fahren (und der Traktor mit unserem Buschtaxi).
Sonntag, 17.01.2010
Ruhetag – Wir sitzen den ganzen Tag in der Wüste rum und tun nix.
Montag, 18.01.2010
Heute bucht Mazar unsere Kabine und dafür braucht er unsere Pässe. Also fahren wir in den Ort und treffen ihn mit Luca zusammen im gleichen Restaurant. Wir quatschen lange und fahren abends wieder zu unserem Platz in der Wüste zurück.
Dienstag, 19.01.2010
Wir möchten wissen, wie der Schiffstransport genau abläuft und fahren darum nochmal in den Ort. Heute ist richtig was los. Die Fähre ist angekommen und darum ist ganz Halfa voller Menschen. Wir treffen Luca und Mazar inmitten vieler Reisender im Restaurant. So gibt es einen kurzweiligen Nachmittag. Wir füllen erste Formulare aus und quatschen viel mit den anderen Reisenden. Es sind einige Backpacker und ein paar Overlandreisende. Darunter zwei spanische Frauen, die mit einem Renault Espace nach Kapstadt wollen (http://www.afrikatxakanam.blogspot.com), Stefan, ein deutscher Motorradfahrer (http://www.fernwehge.de), Isa und Hugo, zwei englische Landcruiserfahrer (HZJ 105, http://www.hugois.ontheroad.to/capetown) und zwei Polen (auch mit Landcruiser, allerdings J80). Wir sind froh, nicht in eines der Hotels zu müssen und fahren darum abends wieder raus in die Wüste.
Mittwoch, 20.01.2010
Pünktlich um elf waren wir heute wieder im Ort. Da sich Mazar erst um zwölf blicken liess, konnten wir nochmals viel mit den anderen Reisenden quatschen. Dann gings zum Hafen, wo wir Pässe abstempeln liessen, und im Empfangsgebäude rumsassen. Irgendwann konnte ich dann das Auto neben den Traktor der Deutschen auf dem Lastkahn stellen. Ich schloss alles und ging dann den anderen nach zum Passagierschiff. Xenia erwartete mich in der Kabine und wir gingen zu den Luca’s aufs Oberdeck. Es dauerte dann noch eine Weile, bis das Schiff um ca. 18.00 Uhr losfuhr. Im Fährpreis ist ein Essen enthalten, und so gingen wir nach Sonnenuntergang in den Diningroom zum zNacht. Um Zehn gingen wir in die Kabine und sahen gerade noch die Tempel von Abu Simbel vorbei ziehen.
Für den Schiffstransport und Mazars Hilfe mit der Organisation dazu bezahlten wir fast 500 $ US. Mal schauen, ob der Lastkahn mit den Fahrzeugen wirklich am Samstag in Assuan ankommt und was wir mit der berüchtigten ägyptischen Bürokratie alles zu tun haben…
Donnerstag, 21.01.2010
Frühmorgens wurden wir vom Weckruf des Muezzin geweckt. Über die Schiffslautsprecher rief er zum Morgengebet… Wir assen etwas Brot, tranken einen Tee und gingen an Deck.
Assuan erreichten wir dann gegen 10.00 Uhr. Dort gingen wir vor Anker, um Gesundheitscheck und Immigration über uns ergehen zu lassen. Erst gegen Zwei Uhr konnten wir das Schiff verlassen. Es war ein Riesengedränge. Den Arabern scheint das Spass zu machen. Da wird gerufen und geschrien, geschimpft und einander weggeschubst. Wir hielten uns schön zurück, irgendwann kommen ja schliesslich alle ab der Fähre runter. Draussen gings anstehen gleich weiter, aber Muhamad Edrees, das hiesige Pendant zu Mazar, half uns, die Zollkontrolle rasch abzuwickeln. Der Papierkram für Luca’s Landy war leider nicht fertig, und darum muss er auch mit uns per Taxi in die Stadt. Kamal, der Läufer von Edress, fuhr uns dann zu den jeweiligen Hotels in der Stadt und wir machten für Samstag gleich ab, damit wir die Autos zusammen holen können. Abends assen wir mit den zwei Luca’s im „Assuan Moon“, das Restaurant von Mario, einem Italiener. Xenia und ich bezogen ein Zimmer im „Philae Hotel“. Für morgen früh haben wir einen Ausflug nach Abu Simbel gebucht, also sofort ins Bett, müssen schliesslich früh raus.
Freitag, 22.01.2010
Um 02.45 Uhr ging der Wecker! Da der Konvoi nach Abu Simbel schon um vier startet, mussten wir fast mitten in der Nacht aus den Federn. Rasch die Breakfastbox nehmen und in den Bus steigen. Der „Backpacker-Luca“ kam auch mit. Im Bus haben dann alle etwas vor sich hin gedöst. Kurz vor sieben waren wir schon in Abu Simbel und hatten dann genau zwei Stunden Zeit um die Tempel anzuschauen.
Um neun fuhr der Konvoi dann schön zurück und wir waren um Eins wieder im Hotel. Da haben wir etwas Schlaf nachgeholt und sind nachher in der Stadt rumspaziert. zNacht gabs im „Panorama“, einem hübschen Restaurant am Nil, welches einem Sammler gehört. Darum ist auch alles mit alten Gegenständen dekoriert.
Samstag, 23.01.2010
Nach dem Morgenessen holte mich Kamal ab und mit Luca, Lars und Heike (der Traktorbesatzung) gings zum Hafen. Das Schiff mit den Autos war noch nicht da und so hiess es wieder warten. Luca ging in der Zeit zur Immigration, um sein Visa zu verlängern. Da er sein Auto erst morgen kriegt, fliegt er heim und kommt im März wieder. Dazu muss das Visa, weil das Auto da mit eingetragen ist, bis dann gültig sein. Als dann der Lastkahn mit meinem Buschtaxi und dem Traktor kam, gabs erst mal Riesen-Ärger: Der Hund ist aus dem Traktoranhänger entwischt und gemäss Aussage der Schiffsbesatzung an Land geschwommen. Heike weint und Lars schimpft mit allen und jedem. Ich fahre mein Auto in den Zollhof und da erledigen wir erst mal den Custom für die Fahrzeuge. Weil heute Versicherung und Strassenamt zu sind, kriegen wir die Autos erst morgen. Also zurück in die Stadt und mit den Luca’s Nachtessen gegangen. Lars und Heike wollen ein Boot mieten und den Hund suchen gehen. Mal schauen, ob wir je mal was von der Suche erfahren…
Sonntag, 24.01.2010, 80 km
Nach langem rumstehen bei der Versicherung und dem Strassenamt, haben wir dann endlich die Autos erhalten. Für Zoll und Versicherung bezahlten wir je ca. 500 £E (ca. 100 CHF). Für Nummernschilder und Gebühren kamen nochmals ca. 100 £E dazu. Und dann mussten wir jedem Beamten immer noch 5 – 25 £E Bakschisch geben. Das regt mich mega auf! In ganz Afrika mussten wir nie bezahlen, nur in den arabischen Staaten (Marokko, Mauretanien und Ägypten) geht ohne Bakschisch nix. Wir haben dann „Adams Home“, einen Camping gesucht, aber der scheint geschlossen. Also fuhren wir Richtung Luxor und machten ein Bushcamp in einer Baustelle. Der Nachtwächter kam vorbei und wollte wissen, was wir da machen. Ich deutete ihm, dass wir hier schlafen möchten, da brachte er später Tee und eine warme Decke, so nett! Ich zeigte ihm dann unser Bett im Auto und gab ihm die Decke zurück. Er hatte Freude und quatschte pausenlos auf Arabisch auf uns ein. Dann ging er mit seinen Hunden und meinte er bringe Tee zum Frühstück. Zum Glück versteht Xenia ein paar Worte arabisch.
Jaaa, der Adi mit seinem Dotschli... der hatte mein zweites Ersatzrad mitAchim Vogt hat geschrieben:Mir fällt gerade nach dem Lesen eines schönen Blogs von 2010
Dotschli in Afrika
noch ein: Wie ist es eigentlich seit dem Arabischen Frühling mit der Fähre? Bis 2010 schien ja ein regelrechter Boom auf der Ostroute zu herrschen, mit ziemlich vollem Lastkahn. Wie voll ist das Ding denn jetzt? Gibt es ein Risiko, dass die Barge in einer Woche überhaupt nicht fährt?? Wer hat Erfahrungen aus 2011?
Viele Grüße
Achim
Gibt es eigentlich jemand, der oder die in Assuan (aus Wadi Halfa kommend) noch während des Wochenendes die Bürokratie erledigen konnte oder musstet Ihr alle bis Sonntag warten?Sind die Angaben der Fixer (wie hieß der Mensch noch gleich wieder in Wadi Halfa?) verlässlich, wenn man von Khartum aus bucht? Ist es besser, die Nordroute auch über Mr. Salah in Assuan oder besser über die Kontaktleute in Khartum bzw. Wadi Halfa zu buchen?
