Unsere grosse Reise rund um Afrika Teil 6 und letzter Teil von Marokko, wo wir ca 5 Monate eine traumhafte Zeit in einem, für unsere Begriffe, absolut sicheren Land , mit einer überwiegend freundlichen Bevölkerung reisen durften.
Plage Plage, für uns eher nicht so spannend, viele marokkanische Touristen und die warm/feuchte Luft.
Nicht so angenehm als in den Bergen.
Die Übernachtung auf dem Plateau bei Aoreora und am nächsten Morgen auf der Piste, geschwind, wieder Richtung N1, dachten wir!
Die gut 30 km Piste sind alles andere als angenehm, extrem steinige Passagen sind für uns und unser Chischtli eine Herausvorderung.
Weiter über Tan Tan die R 101 nach El Semara, auf halbem Weg bei N 27°53.025 W011°29.045 wie auch in der Tiefe der Westsahara bei N 22°26.096 W 014°21.062 befinden sich hinter einem grossen Erdwall 2 zerfallene „Dörfer“ mit Rundhütten in Lehmbauweise, wir fragen uns immer noch was das für Hütten oder Dörfer waren und ob dies wohl Kulissen eines Films, zB Planet der Affen, waren ?
Laàyoune über Boujdour nach Dakhla, gibt’s nichts spannendes zu berichten.
In Dakhla auf dem Camping Mousafir für 2 Tage, wir waren auch hier die einzigen Gäste, ist auch absolut nicht zu empfehlen, die Leute sind zwar freundlich, die sanitären und sonstigen Installationen in katastrophalem Zustand, die Dusche und das WC hatten praktisch kein Wasser, Strom in den Räumen gab es nicht, gut haben wir Stirnlampen dabei.
Einzig sauber war es, Kunststück, niemand hier, der Dreck macht!
Rausgefahren zum Camping KM 25, da hatte es zwar viele marokkanischen Touristen, einen Engländer und einen Franzosen, WC war geschlossen, Restaurant stand, auch geschlossen, zum Verkauf.
Wir wollten uns wieder ganz auf die Wüste ausrichten, alles volltanken, Wasser auffüllen, einkaufen und in Dakhla die erste richtig gute Pizza, hier in Marokko gegessen, und weg vom Meer.
Fouch hinter uns gelassen ging es Richtung Süd/West nach Aoussard und weiter Richung Tichla, wo wir unterwegs auch wieder auf einige der Rundhütten stossen, die Frage danach, beim Militärposten war genauso erfolglos wie unsere Weiterfahrt.
Unser Ziel wäre Tichla gewesen, ja wäre, hätte uns da nicht das Militär einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Bei N 22°10,902 W014°30.227 ist eine Schranke mit Militärbase, die Schranke wäre kein Problem gewesen, die hätten wir umfahren können, den Posten auch, da waren jedoch leider noch sehr viele davon.
Wir wurden freundlich darauf hingewiesen, dass hier Sperrgebiet sei und wir umzukehren hätten, 600 km für die Katz.
War jedoch alles halb so schlimm, wir zuckelten mi 60km/h und übernachteten auf dem Weg zum Posten und zurück 4 mal in traumhafter Wüstenlandschaft.
Die Westsahara ist unglaublich abwechslungsreich, wir sahen sicher 15 Kamelherden, mit je mehr als 100 Kamelen.
Teilweise grosse grüne Flächen, wo das Wasser dazwischen steht, Wüstenregionen nur steinig mit grobem Sand, Dünen und Savannenregionen und alles praktisch unberührt.
Ein steter Wechsel der Landschaft von Tafelbergen zur Wüste und weiter in eine Savannenlandschaft ist grandios.
Wer die Wüste liebt, nicht nur die Dünen, kommt hier unten voll auf seine Kosten und das absolut alleine und ohne Störung von irgendjemandem.
Was uns erstaunt hat, sind die gemässigten Temperaturen um diese Jahreszeit, am Tag hatten wir zwischen 35 und 40 ° und in der Nacht hat es bis zu 20° abgekühlt, und das im Sommer in der Wüste.
Kleine Episode am Rand;
Wir standen irgendwo in der Savannenlandschaft zwischen Aoussard und Fouch , da kam ein Pick Up in Zick Zack Linien , mit 2 weinenden Frauen, angefahren und fragte „ bint kebir aina“, sie wollte uns zu verstehen geben, dass ihre grosse Tochter verschwunden sei.
Wir erklärten ihr, dass wir sie auch nicht gesehen hätten, aber dass wir nach ihr Ausschau halten.
Nach einer Weile kam der Pick Up zurück, die Tochter auf dem Rücksitz, die Mutter hat sie, ganz in unserer Nähe, unter einer Akazie, gefunden.
Das Mädchen hat dann, im besten Französisch, Stina erklärt, dass sie zuhause weggelaufen sei, da ihre Mutter ihr so viele Vorschriften macht.
Also, nicht nur in Europa sind die Jugendlichen nicht mehr mit allem einverstanden!
In Al Argoub getankt, Wasser und Brot gekauft, viel mehr gibt es hier auch nicht, geht die Fahrt weiter in gemächlichem Tempo der Küste entlang.
Ab hier beginnen die wirklich schönen Strände, kilometerlang und keine Menschenseele.
Wir übernachten wieder mal auf einem Hochplateau mit einer fantastischen Meersicht.
Was uns in der ganzen Zeit, hier in Marokko, begleitet hat, ist der Wind überall und an jedem Ort bläst er, mal mehr mal weniger, am schlimmsten haben wir das in der Nähe des Meeres empfunden.
Die Grenze in Sicht, das Bier gut versteckt, Mauretanien ruft.
Sandige Grüsse
Turi und Stina

Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!