Flüchtlingswelle nach Europa

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Turi
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Turi »

Hallo Rainer

Der Handel ist das Eine, die Ausbeutung das Andere.
Ich bin deiner Meinung, keine Waffenlieferungen, nirgendwohin!
Kann auch hier nicht auf alle Themen eingehen, das wäre nicht abendfüllend, das ginge über Monate.
Du redest von Ausbeutung.
Gerade hier in Afrika sieht man was Ausbeutung ist, die Schwarzafrikaner wären in einigen Jahren froh, sie hätten europäische "Ausbeuter" .
Das was hier unten abgeht, betreffend der Chinesen, konnte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen.
Die andere Seite, die grössten Ausbeuter in ganz Afrika sind ihre eigenen Leute!
Betreffend der Kinderstklaven, wie willst Du dies ändern, der Vater liegt zu Hause vor der Hütte, betrunken, und die Kinder müssen arbeiten, so als kleines Beispiel.
Wir haben in Zentalafrika die Kinder arbeiten gesehen, während die Eltern, oder zumoindest der Vater auf der faulen Haut liegt.
Der Handel ist frei, hast Du das Gefühl, wenn man einen höheren Preis für ein Produkt bezahlt, im Einkauf, dass der Hersteller auch nur einen Teil davon abbekommt??
Das sind grüne Philosophien, die im alltäglichen Leben in den Promillebereich fallen.
Betreffend der billigen T-Shirts, das ist nur der Anfang, warte mal bis die Chinesen in Europa richtig Fuss gefasst haben :shake:
Hier in Afrika hat fast jeder Artikel die Aufschrift Made in China.
Kein Mensch weiss wie die produziert werden aber eines ist sicher, nicht in Afrika und nicht von Afrikanern.
Die Europäer liessen und lassen die Afrikaner zum Teil für sich arbeiten für einen, wenn manchmal auch nicht hohen, Lohn.
Die Chinesen bringen die Arbeiter gleich selber mit.
(sollten wir Edeltouris, die wir in den entlegendsten Ecken der Welt Gastfreundschaft genießen, das nicht eigentlich wissen
Wir versuchen unseren Beitrag zu leisten, in dem wir in ganz Afrika, wo immer möglich, bei den einheimischen Farmern kaufen und das einige Male zum überhöhten "Touristenpreis" einkaufen. Stina sagt immer; soll ihm guttun!
Meine Schuhe kaufte ich zurück aus einem Sammelsack aus Europa :wink: ebenso die Jeans.

Allerdings spielt das auch keine Rolle, wie ich geschrieben habe, keine Waffen und keine Politik in fremde Länder.

Betreffend das Boot ist voll; wir müssen das nicht hervorheben
einfache türkische Familien mit Kurden oder Christen zusammenrücken
genau da liegt der Haase im Pfeffer, wir machen uns gar keine Gedanken ob Christ, Muslim, Hindu oder sonst eine Glaubenstrichtung.
Lässt man uns in Frieden, so leben wir mit allen friedlich zusammen, wer macht denn den Stress :?:

Ganz andere Frage, wieviel Syrer oder sonstige Flüchtling hat Du beherbergt??

Ich zähle nur die Fakten auf und mache mir meinen Reim darauf.
Und wenn das Boot auch noch nicht voll ist, ist es erst mal voll kommt das grosse Jammern.
Wer muss die Suppe dann auslöffeln, die nächste und übernächste Generation.
Mich trifft das nicht mehr, meine Kinder und Enkelkinder aber schon und darum die Gedanken.
Ich sehe, wie Du, auch keine Lösung, bin jedoch der Meinung, dass die Aufnahme von zu vielen Flüchtlingen Sprengstoff bedeutet, in jeder Richtung.
Im Endeffekt sollte man sich auf eine Quote einigen, die Bevölkerungsverträglich und bezahlbar ist.
Die Einzelschicksale sind immer traurig, nur ändert das am Gesamten nichts.
USW. USW.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Rainer52
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Rainer52 »

Hallo Turi

Zum einen hat Du recht, ein solch allgemeines Thema ist nicht konkret und detailliert zu beschreiben, aber wenn der Ansatz sein sollte, dass, nachdem wir bei den derzeitigen Konflikten kräftig mitgemischt haben, jetzt die Leute gefälligst selbst klar kommen sollen - dann widerstrebt mir das von tiefstem Herzen!

- Im Sudan war ich 2 Wochen zu Gast bei einer Familie, dessen Oberhaupt ich zufällig auf der Ladefläche eines Lasters kennen gelernt hatte. Die Gastfreundschaft war überwältigend und ich hatte meine liebe Not durch ein Stück Fleisch vom Markt oder etwas Obst auch nur ein kleinwenig zurück geben können.....
- später bin ich irgendwo in den Bergen mit Malaria umgekippt - wildfremde Leute haben mich ne Woche in ihrer Hütte hochgepäppelt ....
- Hunderte KM zu Fuß durch die RCA war mein Rucksack schwer von Geschenken weil ich mich vor Bananen, Arachide usw. gar nicht mehr erwehren konnte, Unterkunft einfach da in der Familienhütte am Weg, wo's abends dunkel wurde - jegliche kleine Entlohnung unerwünscht.....
- In Madagascar hat eine Familie ihr Schlafzimmer geräumt und komplett auf dem gekachelten Fußboden der Küche gepennt während ich für mich allein das Eheschlafzimmer hatte ....
- Im Kongo (Brazza) war ich einige Tage bei einem Lehrer zu Gast - als Höhepunkt gabs über einen urtümlichen Plattenspieler deutsche Blasmusik (übrigens nicht weit von der staubigen Straße mit den gleichförmigen Hügeln von denen ihr schöne Fotos in eurem Reisebericht habt)
- und immer so weiter in allen möglichen Gegenden und Ländern ...

Was ich damit sagen wollte. Ich habe in Afrika Gastfreundschaft gelernt, man ist tatsächlich auf der ganzen Welt nirgends allein - bis auf unsere westlichen Länder vielleicht: Anekdote: ich treffe in Guinea Bissau einen deutschsprechenden Behördenangestellten der in Leipzig studiert hatte - auf die Frage wie wars ? Er könne nicht klagen, die damalige DDR-Polizei habe ihn immer vor Anfeindungen aus der Bevölkerung zuverlässig geschützt ... ! ?

Ich denke wir erleben schon seit einigen Jahren im Westen und gerade in Deutschland, eines der wohlhabendsten Länder der Welt, eine Desolidarisierungswelle und ein Egohype wie's das vorher nicht so gab - auch untereinander (siehe Rentensystem, Gesundheitssystem, Arbeitslosenhilfe etc.) Und wenn unsre Nationalökonomien ächzen, dann nicht wegen aufgeblähter Sozialfürsorge auch wenn uns das unsere Bänker gerne glauben machen wollen (die schon am nächsten Bankencrash arbeiten).

Ja wie viele Syrer wohnen bei mir - ich kann sagen, dass ich mich zumindest finanziell nicht unerheblich in 2 westafrikanischen Ländern engagiere. Weiter kann ich sagen, dass ich bei einer baldigen Flugreise dabei helfe, ziemlich viel Fluggase in die Luft zu blasen - bin auch nicht perfekt!

China und Cleptokratische afrikanische Führungsschicht vollkommen d'acord! "usw usw" - vielleicht haben wir uns mit dem Thema übernommen. Aber wenn jemand Hunger hat, muss er essen, ich argumentiere moralisch - da braucht's vielleicht gar nicht so viele Worte.

Gute Nacht und weiterhin gute Reise!
R
Mia
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Mia »

Hallo,
Rainer52 hat geschrieben:- Im Sudan war ich 2 Wochen zu Gast bei einer Familie, dessen Oberhaupt ich zufällig auf der Ladefläche eines Lasters kennen gelernt hatte. Die Gastfreundschaft war überwältigend und ich hatte meine liebe Not durch ein Stück Fleisch vom Markt oder etwas Obst auch nur ein kleinwenig zurück geben können.....
- später bin ich irgendwo in den Bergen mit Malaria umgekippt - wildfremde Leute haben mich ne Woche in ihrer Hütte hochgepäppelt ....
- Hunderte KM zu Fuß durch die RCA war mein Rucksack schwer von Geschenken weil ich mich vor Bananen, Arachide usw. gar nicht mehr erwehren konnte, Unterkunft einfach da in der Familienhütte am Weg, wo's abends dunkel wurde - jegliche kleine Entlohnung unerwünscht.....
- In Madagascar hat eine Familie ihr Schlafzimmer geräumt und komplett auf dem gekachelten Fußboden der Küche gepennt während ich für mich allein das Eheschlafzimmer hatte ....
- Im Kongo (Brazza) war ich einige Tage bei einem Lehrer zu Gast - als Höhepunkt gabs über einen urtümlichen Plattenspieler deutsche Blasmusik (übrigens nicht weit von der staubigen Straße mit den gleichförmigen Hügeln von denen ihr schöne Fotos in eurem Reisebericht habt)
- und immer so weiter in allen möglichen Gegenden und Ländern ...

Was ich damit sagen wollte. Ich habe in Afrika Gastfreundschaft gelernt, man ist tatsächlich auf der ganzen Welt nirgends allein - bis auf unsere westlichen Länder vielleicht: Anekdote: ich treffe in Guinea Bissau einen deutschsprechenden Behördenangestellten der in Leipzig studiert hatte - auf die Frage wie wars ? Er könne nicht klagen, die damalige DDR-Polizei habe ihn immer vor Anfeindungen aus der Bevölkerung zuverlässig geschützt ... ! ?
Schön, dass Du etwas aus afrikanischer Gastfreundschaft gelernt hast. Anscheinend nicht, das Gastgeschenke immer wünschenswert sind, so höflich, dem Gastgeber das Gesicht waren zu lassen.
Gruß Mia
Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle. (Karl Popper)
Rainer52
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Rainer52 »

Hi Mia,
scheint ein Vorwurf zu sein - lässt Du mich wissen was Dich meine Taktlosigkeit vermuten lässt - und vielleicht auch Dein Vorschlag was ich wie besser machen kann ? Warm nicht - ich lerne gerne dazu!
R
Turi
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Turi »

Hallo Rainer
Aber wenn jemand Hunger hat, muss er essen, ich argumentiere moralisch - da braucht's vielleicht gar nicht so viele Worte.
ohne Frage, wenn uns jemand um Brot, Medizin oder auch nur Hilfe am Fahrzeug, da wir in der Regel vernünftiges Werkzeug gebrauchen, anfragt, oder man sieht, dass jemand Hilfe braucht, wird selbstverständlich geholfen.
Wir waren,als Langzeitreisende, schon um manche Hilfe dankbar und da sollte es ganz selbstverständlich sein, zu helfen.
Das ist das Eine, die Flüchtlingsthematik ist jedoch was ganz anderes, aber wie gesagt, das Thema ist zu umfangreich und zu komplex um hier erörtert zu werden.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Mia
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Mia »

Hallo R.
Rainer52 hat geschrieben:Könnte es sein, dass wir einen Großteil unseres Wohlstands auf Kosten derer erwirtschaften, gegen die wir nun versuchen unseren Reichtum mit Zähnen und Klauen zu verteidigen?
Rainer52 hat geschrieben:Hi Mia,
scheint ein Vorwurf zu sein - lässt Du mich wissen was Dich meine Taktlosigkeit vermuten lässt - und vielleicht auch Dein Vorschlag was ich wie besser machen kann ? Warm nicht - ich lerne gerne dazu!
R
Auf Kosten gastfreundlicher Menschen zu reisen und von Not sprechen, wenigsten die materielle Gaben aus zu gleichen, nimmt man einem Reiseneuling ab.
Ende der Kritik

Gruß Mia
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Rainer52
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Rainer52 »

Hi Mia,
Deiner Reaktion nach habe ich meine Meinung vermutlich etwas sehr offensiv formuliert - seis drum - ich steh dazu, hatte mich geärgert, lassen wir das so stehen. Bin auch jetzt raus aus der Diskussion aber vielleicht finden wir ja aus der Sendung von heute Abend bei Maybritt Illner einige konstruktive Ideen (ist über die Mediathek abrufbar):
http://maybritillner.zdf.de/maybrit-ill ... 90162.html
ciao
R
(schade, der Link is wohl nur der Trailer)
Mia
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Mia »

Rainer52 hat geschrieben:Hi Mia,
Deiner Reaktion nach habe ich meine Meinung vermutlich etwas sehr offensiv formuliert - seis drum - ich steh dazu, hatte mich geärgert, lassen wir das so stehen. Bin auch jetzt raus aus der Diskussion aber vielleicht finden wir ja aus der Sendung von heute Abend bei Maybritt Illner einige konstruktive Ideen (ist über die Mediathek abrufbar):
http://maybritillner.zdf.de/maybrit-ill ... 90162.html
ciao
Ein offensiv formulierter Diskussionsbeitrag wäre erfrischend wünschenswert gewesen. Die Hoffnung, bei einem Fernsehabend mit Maybrit Illner auf eine konstruktive Idee zu treffen, überlasse ich gerne anderen.

Gruß Mia
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Kuno
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Kuno »

Rainer52 hat geschrieben:Bin auch jetzt raus aus der Diskussion aber vielleicht finden wir ja aus der Sendung von heute Abend bei Maybritt Illner einige konstruktive Ideen
Hoi Rainer; nicht gleich abhauen, nur weil es ab und zu mal etwas Gegenwind gibt :wink:

Die Sendung mit Frau Ilner. Ich hab's mir angetan - teilweise mindestens. Und heute habe ich dann im SPON den Anti-AfD Artikel dazu gelesen.

Ok; die deutschen Medien mögen die AfD absolut nicht und haben dann halt konsequenterweise auch so zu schreiben - was natürlich schade ist. Der AfD-Mann war der einzige, den man kaum hat ausreden lassen bzw. die Dame von den Grünen hat einfach angefangen auf ihn einzureden während er noch redete... besser verstehen hat man es dadurch als Zuschauer dann aber auch nicht können. Eigentlich hat jeder der Teilnehmer versucht, seine vorgefassten Zahlen und Argumente so oft wie möglich aufzusagen - und Frau Illner hat immer den Zeigefinger oben gehabt; die Dame kommt bei mir irgendwie nicht gut an.

Konstruktive Ideen gab es natürlich schon - so zeigte sich der Herr von der Cap Anamur überzeugt, dass nachdem Deutschland nach dem totalen Zusammenbruch im Zweiten Weltkrieg 13 Millionen Flüchtlinge aufgenommen und auch noch integriert hat, die Deutsche Bevölkerung auch heute gerne bereit wäre eine grössere Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen.

Er hat dabei vergessen zu erwähnen (wissen tut er es aber schon), dass es sich dabei um Deutsche Landsleute handelte und dass es eigentlich schon Deutschland war, welches den Zweiten Weltkrieg begann und dann auch verlor... ER fand es auch schlecht, dass sich Europa gegen die Einwanderer abzuschotten versucht - war aber dann auf Nachfrage durchaus dafür, dass Grenzkontrollen da sein müssen und nicht einfach jeder einwandern.... der Mann hat ein gutes Herz und meint es gut.

Etwas weniger sicher bin ich diesbezüglich bei dem Herrn, der sein Hotel zu einem Asylantenheim umnutzte. Ob das aus reiner Menschenfreundlichkeit geschah oder mit der Überlegung, dass es so vielleicht etwas einfacher wird, das Haus immer voll zu haben? Vielleicht weiss da jemand aus dem Forum mehr dazu - ich will niemandem so aus der Ferne etwas unterstellen.
Mia
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Mia »

Hallo

anscheinend entwickelt sich so etwas wie eine Asylantenindustrie.
http://www.welt.de/politik/article13251 ... heime.html
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... lands.html

Abgesehen von dem reißerischen Ton der Artikel, HarzIV-Empfänger müssen ihre Bäder und Küchen auch selbst putzen und das Putzmittel selbst bezahlen, man könnte auch sagen, männliche Flüchtlinge könnten lernen ihren Mist selbst weg zu putzen, damit es etwas menschenwürdiger wird.


Viele Grüße
Mia
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Rainer52
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Rainer52 »

Hallo Kuno,
Wenn man gleich wütend in seiner persönlichen Glaubwürdigkeit angegriffen wird, anstatt auf Aussagen nur auch irgendwie einzugehen, ist eine solche "Diskussion" für mich nicht nur spaßfrei sondern auch sinnlos.

Nun gut, ob man sich insgesamt seine Informationen aus den Leitmedien holen sollte lass ich mal dahin gestellt, aber Sendungen wie Maybritt llner erreichen einen hohen Verbreitungsgrad sind Meinungsbildend und ich war überrascht, dass sich im Verlauf der Sendung eigentlich ein allgemeines Einvernehmen hinsichtlich der Aufnahme von Flüchtlingen eingestellt hat. AfD ist nicht mein Ding, aber ich gebe zu, dass der Typ fairer hätte behandelt werden können.

Zur Erinnerung: Aufgrund von Erfahrungen aus WW II hat man in Deutschland aus guten Gründen das Grundrecht auf Asyl im Grundgesetz verankert. Der Vorschlag z.B. von Mira Frontex zu verstärken steht gegen dieses Recht weil somit generell die Möglichkeit der Asylantragsstellung verhindert bzw. sehr stark eingeschränkt wird.

Nachdem die Antragszahlen in den 90ern zunehmend anstiegen (offiziell 1993 = 323.000 Anträge) hat man die Drittstaatenlösung erfunden wonach jemand nun nur dann bei uns einen Asylantrag stellen kann, wenn er nicht über ein europäischen Land der EU Außengrenze eingewandert ist (Ich glaube Nord- und Ostsee ginge). Damit haben Griechenland, Italien und Spanien die A.-Karte gezogen, die nun auf eine Kontingentierung auf die übrigen europäischen Länder drängen. Aufgrund dieses Tricks sind die Asylanträge in Deutschland in den Folgejahren kontinuierlich gesunken bis zu einem Tiefststand von 28.000 im Jahre 2008. Vor wenigen Jahren ist wohl die Zahl der Abwanderungen sogar höher gewesen als die Zahl der Einwanderungen. Wie in der oben genannten Sendung selbst der CDU- Vertreter zugab, haben daraufhin die Kommunen ihre Kapazitäten der Unterbringung sukzessive abgebaut. Im Rahmen der derzeitigen politischen Turbulenzen sind die Zahlen wieder angestiegen was niemand verwundern muss. 2013 = 127.000 und dieses Jahr werden´s sicherlich mehr. Mir wäre wohler, wenn ich nicht den Westen für die Entwicklung zumindest zu einem großen Anteil verantwortlich machen müsste. Die Verwerfungen in Nahost sind immer noch die Früchte der Politik von diesem unsäglichen Bush Junior, der Destabilisierung und Machtvakuen (Machtvakui?) befördert hat und dieser Prozess, wie man sieht, ist noch lange nicht abgeschlossen und strahlt bis auf Afrika und Fernost.

Ich denke die Kriegsflüchtlinge betreffend sollten die Aufnahmezahlen für Deutschland erhöht werden. Offenbar stehen Gemeinden, die in Raumnot geraten, solche gegenüber die noch Bereitschaft und Kapazitäten aufweisen - eine Sache der Organisation und die der Akzeptanz - (bis die deutsche Willkommenskultur sprichwörtlich wird müssen wir wohl noch etwas warten). Bin übrigens nicht so sicher ob nach dem Krieg die Flüchtlinge z.B. aus den Ostgebieten wirklich so herzlich aufgenommen wurden, aber die Integration war einfacher das stimmt. (Auch sehe ich ein Problem mit einer Minorität von Menschen islamischen Glaubens hier muss einerseits die Integrationsbereitschaft (auch) von unserer Seite wachsen (kostet Geld) auf der anderen Seite muss der Staat gegen Extremismus mehr Kante zeigen.
Auch andere Länder Europas müssen einen erhöhten Beitrag leisten (und dazu gehört auch, dass man Ländern wie Ungarn und Rumänien auf die Finger haut, die ihr eigenes Minderheitenproblem nicht in den Griff kriegen. (Hinsichtlich Integration kann wie gesagt auch Deutschland mehr tun - mir sind allemal Kosten für Sozialhelfer lieber als später für Polizei). Aktuell kann von uns auch die Türkei besser in der Flüchtlingshilfe unterstützt werden.

Zu Armutsflüchtlingen. Man kann so etwas wie eine kontingentierte Greencard einrichten. Mann könnte in den afrikanischen Ländern verstärkt Ausbildungszentren initiieren und das Kleinkreditwesen ausbauen. Faire Trade - Handlungsstränge könnten gestärkt werden. Dass jetzt noch Ebola dazwischen funkt ist eine Tragödie!

Letztendlich müssen die Asylantragsverfahren stark beschleunigt werden (offizielle Zahl zur Anerkennung 2013 = 13,5%) - es geht nicht an, dass man Menschen über zig Jahre in der Schwebe hält um sie rauszuschmeißen wenn sie soziale Wurzeln geschlagen haben. Inzwischen muss man sich um die Menschen kümmern. Dass z.B. alleinstehende, minderjährige Kinder traumatisiert ohne Betreuung in unseren überfüllten Heimen hausen ist für einen der reichsten Staaten der Welt unwürdig. etc. etc.

Natürlich gibts keine Blaupause und ich hab schon gar keine. Viele Entwicklungen brauchen lange Zeit. Vermutlich ist auch das Thema hier etwas unglücklich gewählt weil viel zu umfangreich. Allerdings sollten wir nach positiven Lösungsmöglichkeiten suchen und nicht nur nach Verhinderungsstrategien. Mir schien da in dem Diskussionsstrang die Richtung etwas einseitig weshalb ich emotional reagiert habe.

noch einen sonnigen Abend, Kuno!
ciao
R
JoachimS
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von JoachimS »

Rainer, dein Beitrag gefällt mir.

Für mich hat jeder Mensch das Recht dorthin zu gehen, wo er sich oder seine Familie ernähren kann. Mit teilen klappt das besser, als mit ausgrenzen. leider kommt in unserer Wirtschaftstheorie das gar nicht vor bzw. ist nicht von großer Bedeutung.

Nüchtern betrachtet hat der Mensch nur gelernt nahe Katastrophen zu überleben, mit den ferneren war er nie konfrontriert und hat dementsprechend auch keine Überlebensstrategien entwickeln können. Viel Zeit bleibt nicht mehr.

Joachim
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Kuno »

Rainer52 hat geschrieben:...noch einen sonnigen Abend, Kuno!
Tatsächlich macht sich bei uns in diesen Tagen die Sonne wieder etwas bemerkbar.

Danke für den umfassenden Beitrag, Rainer. Dein Punkt, ob die 13 Millionen Kriegsflüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg in DE so willkommen waren, wie es in der genannten Diskussionssendung dargestellt wurde wäre interessant. Ich kann mir vorstellen, dass es da auch nicht immer reibungslos ablief - dass aber auf der anderen Seite die betroffenen Deutschen gar nichts dazu zu melden hatten - und man muss sehen, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg halt einfach viel Arbeit gab, welche vor allem war da noch personalintensive Handarbeit gefragt. Ein lesenswerter Beitrag zu diesem Thema findet sich hier:

http://www.bpb.de/themen/CNSEUC,0,0,Zwa ... krieg.html

"Erst die anhaltende Hochkonjunktur des "Wirtschaftswunders" seit Anfang der 1950er-Jahre ermöglichte die wirtschaftliche und soziale Integration der Flüchtlinge, Vertriebenen und der mindestens 2,7 Millionen Zuwanderer aus der DDR zwischen 1949 und dem Mauerbau 1961. Umgekehrt bildeten sie gemeinsam zugleich ein qualifiziertes Arbeitskräftepotential, das das "Wirtschaftswunder" in erheblichem Maße mittrug."


Ich glaube, dass man nach dem Zweiten Weltkrieg in DE eine spezielle Situation hatte - welche nur sehr bedingt als Vegleich zu der heitigen Zuwanderung herangezogen werden darf.
Rainer52
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Rainer52 »

Hallo zusammen

@ Joachim - Danke, freut mich Deine grundsätzliche Einstellung! Natürlich sind selbst unsere Ressourcen irgendwo begrenzt, aber diese Grenze sehe ich bei weitem noch nicht erreicht. Kuno hat ja mit seinem Link dran erinnert, was in der Not alles machbar ist, wenn der Wille dazu da ist und in ein afrikanisches Taxi brousse gehen auch weit mehr rein als die zugelassenen 5 Personen ... .


@ Kuno - ja, hier jetzt auch Sonnenschein im Westerwald und überall brummen die Samstagsmittagsrasenmäher, die Laubbläser, die Rasenkantenschneider, dass es .... naja doch - schön!
Ja, Deinen Link finde ich sehr treffend. Wir sind ja doch wohl alle in unserem Leben mehr oder weniger in Watte gebettet gewesen und haben diese Erfahrungen unserer Altvorderen nicht machen müssen. Um so mehr ..... na Du weiß schon, was ich schreiben will ...

Dann ein sonniges Wochenende!
R
Alexander
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Alexander »

Politisches Konfliktpotential:

In unserer Nachbarortschaft wurde von der Bezirksregierung ein ehemaliges Krankenhaus beschlagnahmt. "Der Schritt wurde notwendig", so die Bezirksregierung, "da die Stadt nicht bereit war Verantwortung für die Sicherheit der Asylbewerber zu übernehmen."

Bei uns in Nordrhein Westfalen müssen 6300 Flüchtlinge untergebracht werden. Dem stehen derzeit Kapazitäten für 4800 Plätzen gegenüber.

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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