Unsere grosse Reise rund um Afrika

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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AnnArbor
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von AnnArbor »

Frohes neues Jahr allerseits!

@ Stina & Turi
Wie sieht denn Euer weiterer Reiseverlauf aus? Bin im Februar/März in Uganda und Kenia unterwegs (Route noch offen) - vielleicht kreuzen sich die Wege?!
Weiterhin gute und sichere Fahrt und spart bitte nicht mit Berichten und Fotos hier im Forum ;-) Freu mich drauf!

Viele Grüße - AnnArbor
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hallo Matin
Auch Dir alles Gute für's 2015, vor allen Dingen aber Gesundheit und die Möglichkeit deinen Reisegelüsten zu frönen.
Werde versuchen auch im 2015 ab und zu mal einen kleinen Bericht zu unserer aktuellen Reise im Wüschi einzustellen.
Bis jetzt hat das, mit ein paar Einschränkungen auch meist funktioniert.


Hallo AnnArbor
Auch Dir alles Gute für's 2015.
Wir werden die nächten 2-3 Wochen in Nairobi sein, dann vermutlich an die südliche Küste.
Irgendwann im März dann Richtung Äthiopien oder Südsudan und weiter Sudan und Ägypten.
Würde mich freuen wenn sich unsere Routen einmal kreuzen würden.

Grüsse aus Nairobi

Turi und Stina
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Unsere grosse Reise rund um Afrika

Lang ist's her, dass ich mich gemeldet habe.
Das Internet in Kenia ist teuer und freies Wifi hatten wir, ausser bei JJ's, keines.
Hier geht's nun weiter

Kenia



Entspanntes einreisen beim Grenzübergang Loitokitok war angezeigt.

Visa (50 $) ausgestellt, Roadtax für 3 Monate bezahlt (100 $), Carnet gestempelt und schon gings los Richtung Nairobi.
Bis Emali mit wenig Verkehr und guter Asphaltstrasse, dann erst mal 30 km Richtung Süd/Osten, in der Annahme, dass die dortige Campsite offen ist, war leider nicht so, daraus ist in Zwischenzeit ein Chinesencamp geworden, die die neue Autobahn von Mombasa nach Nairobi am Bauen sind.
Wir kehrten um und mussten wohl oder übel bis Nairobi fahren, um auf ein Camp zu kommen,
Nicht genug der Sch…se, der Verkehr war eine kleine Katastrophe, waren wir nicht am Überholen, wurden wir rechts und links überholt, war überhaupt nicht lustig, zu allem Elend hatte ich von Chris (JJ’s) die falschen Koordinaten eingegeben, so fuhren wir mehrere Stunden, in Zwischenzeit war es dunkel, durch Nairobi, Stadtrundfahrt by Night, so richtig erfrischend, nach 8 Std. auf der Strasse.
Die richtigen, neuen Koordinaten sind S o1° 21. 769 E 036° 44. 444 .
Endlich angekommen, Chischtli abgestellt und erst mal ein kühles Bier, morgen werden wir weitersehen.
Am nächsten Morgen , orientieren und hallo sagen.
Viele Overländer und einige bekannte Gesichter, der Platz ist grosszügig, Chris sehr hilfsbereit und die Werkstatt gut eingerichtet, ideale Voraussetzungen um ein paar Tag hier zu bleiben.
Wir haben die 100 000 km Grenze überschritten, der Massif musste wieder auf Vordermann gebracht werden, Blattfedern teilweise ersetzt und revidiert, das Chassis an 2 Stellen nachgeschweisst, alle Öle und Filter ersetzt , die Räder gewechselt, die Dieselleitungen zum Teil ersetzt.
Aber wie man sieht, wo gehobelt wird fallen Späne, auch andere Overländer ereilt ein ähnliches Schicksal.
Bei Chris sind täglich 2 Mechaniker am Werk, ich schraube am Chischtli selber!

Danach war noch der Embassy Dauerlauf angezeigt, Schweizer Botschaft unsere 2. Pässe beziehen,

Äthiopien Botschaft Anfrage betreffend des Visums, Sudan und Ägypten dito.
Sudan bekommen wir hier in Nairobi, Ägypten gibt es an der Grenze und Äthiopien??
Laut Aussage der „Tussi“ bei der Botschaft müssen wir das Visum am Flughafen holen, an welchem Flughafen?? Logisch in Addis 3 mal die gleiche besch…ene Auskunft, obwohl wir gesagt haben, wir wollen mit dem eigenen Fahrzeug einreisen, dann die super Information, man darf nicht mit dem eigenen Fahrzeug in Äthiopien einreisen, die hat wirklich einen Ecken ab!
Ja nu, so mussten wir das erste Mal auf unserer Reise die Pässe in die Schweiz schicken, um ein Visum für Äthiopien zu erhalten um dann nicht mit dem eigenen Fahrzeug einreisen zu dürfen!!
Unser Chischtli wieder auf Vordermann gebracht, die Pässe sind weg und wir wieder unterwegs um Kenia ein wenig näher kennen zu lernen.
Auf der alten Strasse, in der Höhe, mit grossartigem Blick in’s Rift Valley bis zum Lake Naivasha.
Am Lake Naivasha, auf dem Fisherman‘s Camp S 00° 49. 548 E 036° 20. 095
fanden wir dann 2 Tage Erholung von der Grossstadt.
Rund um den See sind hunderte von Gewächshäusern, von dort kommen die Rosen und Nelken, die wir im Winter in Europa kaufen können, auf der Campsite merkt man nichts von all dem emsigen Treiben.
Viele Vögel rund am See und die Hippos, die sogar am Tag auf’s Camp zum fressen kamen, eine Idylle.
Die Weiterfahrt rund um den See war allerdings nicht so erquickend, 35 km absolute sch…. Piste, Fech Fech vom feinsten mit unendlich tiefen Löchern und das ununterbrochen, danach ein Teilstück A 104 , das war zwar geteert, der Verkehr allerdings chaotisch.

Weiter nach Nakuru, einer grösseren Stadt mit guter Einkaufsmöglichkeit, ganz in der Nähe dann ein weiteres schönes Camp, die
Kembu Campsite S 00° 17. 990 E 035° 53. 980 ,
Die Campsite ist mitten in einer Farm, man kann Farmprodukte kaufen, ein guter Platz für einen Zwischenhalt.


In Akutano verliessen wir die Hauptstrasse und fuhren auf der Asphaltstrasse mit etlichen Schlaglöchern, auf der B54 durch die Berge, bis in die Höhe von 2700 m
Die Farmer stellen die Milchkannen an den Strassenrand, von dort werden sie dann mit diversen Vehikeln abgeholt und an eine Sammelstelle gebracht, dort wird die Milch gekühlt zwischengelagert, bis sie dann mit dem LKW weitergeht zur Verarbeitung.
Zwischenhalt im
Naiberi River Camp N 00° 26. 884 E 035° 25. 359
Man steht direkt am Bach, der allerdings ziemlich verschmutztes Wasser führte, ein Pool war auch vorhanden, da wir jedoch an einem Samstag hier eintrafen, war dieser voll besetzt mit kreischenden, dunkelhäutigen Tussis, die Sonne ging unter und es kehrte Ruhe ein, auf um die 2000 m wird es am Abend doch ziemlich frisch.
Dank unserem Lagerfeuer hielten wir es draussen länger aus, als die Badenixen.


Am nächsten Tag dann über Eldoret und gleich wieder weg von der Hauptstrasse und wieder durch die Berge, auf die gut ausgebaute Teerstrasse C 51 , nach Marigat ab hier holte uns die schlaglochgespickte Asphaltstrasse wieder ein, oder besser gesagt, die asphaltgespickte Wellblechpiste , auf der Reise Know How Karte schön dunkelrot als gut ausgebaute Teerstrasse eingezeichnet.
Entschädigt wurden wir dann am Lake Baringo mit einem super Stellplatz , direkt am See, auf dem
Roberts Camp N 00° 36.730 E 036° 01. 413
Hier stimmte für uns alles, wir trafen dort wieder Heimo und Dagmar aus Deutschland/Österreich, sie haben wir bei JJ’s kennengelernt.
Unsere alten Freunde Therese und Daniel aus Basel waren auch hier und so verbrachten wir ein paar erholsame Tage am See.
Die Hippos kamen vor unserem Chischtli grasen , dem Krokodil konnte man in der Nacht in die Augen schauen, es kam auch an Land und liess sich lange nicht stören.
Die Affen klauten wieder das Frühstücksbrot und die tausenden von Vögeln frassen die restlichen Krümel, ein Traumcamp, das zum Verweilen einlädt.
Was einem allerdings zu denken gibt ist, dass viele tote Bäume , Häuser und der Beachclub in Zwischenzeit komplett im Wasser stehen.
Es wird vermutet, dass die unterirdischen Abflüsse, durch die starke Abholzung und dadurch verstärkte Bodenerosion, verstopfen und so wird, mittelfristig, auch dieser See versalzen.

Auch ist das Wasser schon sehr stark verschmutzt , gut, baden kann man eh nicht, wegen den vierbeinigen Badegästen, für die Zukunft, auch dieses Sees, sehe ich schwarz.


Wir wollten noch ein wenig abseits des Verkehr das ursprüngliche Kenia kennenlernen, was sich allerdings, dort oben, als nicht so einfach herausstellte.
Die Strasse nach Lorik, wenn man die überhaupt so nennen darf, und weiter um den See, über Tangulbei zur C 77, war wiederum eine katastrophale Piste, entschädigt wurden wir in der Höhe mit einer schönen Aussicht auf den See und die vielen Inseln darin.

Auch die C 77, wieder in Richtung Süden war nicht viel besser, bis Rumuruti Wellblech oder tiefe Schlaglöcher in der überall beschädigten Piste, ab dort dann wieder gute Teerstrasse.
Auf der
Thomson’s Falls Lodge bei Nyahururu N 00° 02. 708 E 036° 22. 106
fanden wir wiederum einen ruhigen Stellplatz für eine Nacht.
Die Fall’s haben wir nicht gross besichtigt, da recht viele „Rattenfänger“ auf ihre Opfer warteten und mangels Touristen, die Wenigen dann recht penetrant belagert und beplappert werden.


Nun ging es an den Mt. Kenia, auf der B 5 Richtung Süd/Osten auf guter Teerstrasse durch grüne und überall bewirtschaftete Landschaft, immer bergauf - und ab.
Die Abkürzung durch die Solio Game Ranch, war eher keine, eine schlechte Piste, die teilweise auf das Ackerland verlegt wurde hinderte uns am schnelleren Vorwärtskommen, allerdings immer mit dem Blick auf Afrikas 2. höchsten Berg.
Auf der Naru Moru River Lode S 00° 09. 328 E 037.00 731
fanden wir einen Stellplatz mit direktem Blick auf den Mt. Kenia, auch die Umgebung ist recht schön und man kann auf den diversen Wegen ein wenig umherwandern und Affen und Vögel beobachten.
Leider hat die Campsite einen bitteren Nachgeschmack, mit 2400 Ksch für uns zwei, war die Campsite viel zu teuer,für das gebotene,
die Toiletten waren, auch nach der Reinigung nicht sauber und stanken, die Duschen funktionierten nur wiederwillig und bei den Damen nur kalt, zu allem haben die Nachtwächter, auch nach mehrmaligem feststellen, dass wir keine Aussenbeleuchtung wollen, diese wieder angestellt, später fummelte noch einer am Chischtli herum, gut war ein Schloss an der Schaufel, die Befestigung war am Morgen gelöst.
Alles in allem, nur bedingt empfehlenswert.


Über Nyeri, immer am grossen Berg entlang, am südlichen Zipfel direkt nach Norden, auf den Berg zu, da kam wieder Freude auf.
Am Anfang dachten wir, die
Castle Forest Lodge S 00° 22.776 E 037° 18. 612
wäre im Nationalpark, das war jedoch nicht der Fall und so fanden wir dort eine wunderschöne Campsite, mitten im Wald, mit Blick auf den Mt. Kenia und mit langen Wanderwegen durch den umliegenden Regenwald und zum Wasserfall, auch der Preis mit 16 $ für uns Zwei pro Nacht war iO.
Heisse Dusche, saubere Toiletten, ein schönes Restaurant mit angenehm günstigen Preisen und viel Natur, hier stimmte alles und so blieben wir wieder mal ein paar Tage um die Natur zu geniessen.
Zeitweise tauchen hier auch Elefanten und Leoparden auf, wir konnten jedoch keine ausmachen.
Die Tiere sind hier extrem scheu und verziehen sich recht schnell in das undurchdringliche Dickicht des Urwalds.
Rund um den Mt. Kenia ist alles dicht bewaldet, im weiteren Abstand werden Tee, Bananen und auch sonstiges Gemüse und Früchte angebaut, hier lebt man im Überfluss und man kann sich für kleines Geld damit eindecken.
Durch den Berg ist die Umgebung immer mit Wasser gesegnet, sei es durch den immer wiederkehrenden Regen oder durch die Bäche, die ganzjährig Wasser führen.


Und wer’s gemerkt hat, wir fuhren so immer wieder mal südlich, mal nördlich des Äquator.


Es wurde Zeit in südlicher Richtung zu fahren, in 2 Wochen kommt unser Sohn mit Freund uns in Diana Beach besuchen und wir wollen vorab noch ein wenig die Lage sichten.
Über Embu zum Masinga Reservoir, alles auf guter Teerstrasse und durch dicht besiedelte und an vielen bewirtschafteten Feldern vorbei, überwiedend Mais und Reis wird in der Gegend angebaut.
Die Campsite
Masinga Dam Resort S 00° 53. 536 E 037° 35. 739
taugt auch nur für einen Zwischenhalt, man wird auf die Campsite, die kpll vollgestellt ist mit Flüchtingszelten aus EU Beständen, die vermietet werden, dazwischen hat es höchstens Platz für 3 Fahrzeuge.
Ich vermute, dass die Campsite einem Politiker gehört, der die Zelte einfach für seine Zwecke misbraucht.

Die Preisgestaltung ist wie üblich in Kenia ziemlich touristenunfreundlich.
Hier wird für nicht Residente, ein Aufschlag von bis zu 100 % auf’s Essen verlangt, nicht nur auf die Übernachtungspreise.
An dieser Stelle möchte ich mal vermerken, das in allen schwarzafrikanischen Ländern ein mehr oder wenige grosser Aufschlag für sämtliche Pärke, Dienstleistungen usw verlangt wird.
Der grösste Teil, der an solchen Orten verkehrenden Einheimischen, haben mit Sicherheit ein höheres Einkommen als die meisten Besucher aus Europa .
Ich wundere mich nicht, dass der Tourismus in diesen Ländern immer mehr einbricht, da sind nicht nur Ebola und die Warnungen des AA dafür verantwortlich.
Ich finde das Gebaren der Nationalparkbetreiber, Lodgebesitzer und einem grossen Teil, von denen, die vom Tourismus leben, eine absolute Frechheit und wir werden in Zukunft mit Sicherheit unsere Konsequenzen daraus ziehen.
Das Einzige was hier unten verkauft wird, ist die Natur, für die sie nichts können und zu der sie nicht Sorge haben.
Hätte es den Kolonialismus nicht gegeben, würde es keinen einzigen der Nationalparks geben, sie verdanken die Einnahmequellen denjenigen, die sie heute schröpfen.
Soviel zum Tourismus in den meisten schwarzafrikanischen Ländern, nun wieder zu erfreulicherem.


Wir wollten die A 109 nach Mombasa möglichst umfahren und haben die B 7 nach Kibwezi eingeschlagen, bis Kitui schöne neue Teerstrasse, der Rest, wie die meisten Pisten in Kenia, nicht unterhalten und schlecht bis sehr schlecht zu fahren.
Landschaftlich auch nicht besonders reizvoll, links und rechts teilweise dichtes Buschwerk, man konnte nicht viel sehen.

Wir suchten eine Campsite, ausserhalb der Parks Richtung weiter Richtung Süden aufder A 109, die Riverside Campsite beim Tsavo Gate gibt es nicht mehr, auch keine andere in der Nähe.
Auf die Frage, ob wir am Gate übernachten könnten, da es schon dunkel wurde, wurde uns von den beiden dortigen Security erklärt, dass es hier nicht „safe“ sei, die spinnen wirklich komplett.
Wir sind in der Dunkelheit weitergefahren und haben uns in der Nähe der im Bau befindlichen Bahnlinie auf die Baustelleneinfahrt gestellt ….. und haben gut und „safe“ geschlafen.
In der Nacht fuhren noch 2 Züge vorbei, die Lastwagen waren durch die ganze Nacht unterwegs.
Am Morgen schauen wir aus dem Fester und waren von Elefanten umringt.
Mitten im ganzen Verkehrsgewühl vor uns die Lastwagenkolonnen, hinter uns die Eisenbahnlienie und um uns herum Elefanten, man hält es fast nicht für möglich.
Wir beobachteten die Tiere während unseres Frühstücks und brachen dann auf, weiter Richtung Mombasa.
Die Teerstrasse wird, je näher man der Stadt kommt, mit wenigen Teilstücken, immer schlechter, immer mehr Potholes und mehr Verkehr.
Im Nakumatt, dem Einkaufszentrum vor der Fähre in Richtung Tiwi Beach , deckten wir uns mit Lebensmitteln ein und waren schon kurze Zeit später übergesetzt.
Auf der anderen Seite hat man das Gefühl in eine andere Welt einzutauchen.
Der Strasse entlang wieder ewig viele Händler mit ihren Hütten, slummässig mit chaotischem Verkehr.
Ein paar km weiter der Abzweig zum
Twiga Camp S 04° 14. 459 O 039° 36.160 an der Tiwi Beach,
hier waren schon unsere Freunde Tom und Markus eingetroffen und in der Nacht noch Uwe und so waren die Bayern in der Überzahl.

Ein ruhiger, ein schöner, sauberer Strand und wenige Beachboys machten uns das Leben angenehm.
Nur die Toiletten und Duschen liessen zu wünschen übrig,
zwar relativ sauber , nur die WC Spülungen funktionierten ausschliesslich mit dem Platikkübel.

Eine Woche später kam dann unser Sohn mit Freund zu Besuch, die hier auch 2 Wochen Ferien vom Alltagstress und dem schlechten Wetter zu Hause machen.

2 Wochen im 30° warmen Meer baden, relaxen und in den Restaurants den Touris zuschauen, wie man sich hier nicht benehmen sollte, wir haben uns köstlich amüsiert.

Täglich kam der Mango Man, der uns frische Früchte und Gemüse brachte, der Fischverkäufer durfte auch mal etwas verdienen, die Beach Boys mal eine Cocosnuss verkaufen und der Schnitzer ein Salatbesteck.
So waren alle glücklich und wir hatten merh oder weniger Ruhe von den Business Man.

Ein Ausflug nach Mombasa stand auch noch an.
Mit dem Taxi zur Fähre, zu Fuss bis zum Tuk Tuk Standort auf der anderen Seite und ab in die Altstadt.
Der Ausflug hat sich gelohnt, kein einziger Tourist ist uns über den Weg gelaufen.
Die Verkäufer in der Markthalle waren freundlich und hilfsbereit und die Preise waren um 50 % tiefer als am Strand.
Durch die engen Gassen schlendern , den Fischmarkt besichtigen und das Fort Jesus, ein gelungener Tag.
Aber alles hat eine Ende, das Strandleben ist bei 35° und 80% Luftfeuchtigkeit auch nicht immer so angenehm.

Es war wieder Zeit um Richtung Nairobi aufzubrechen.
Wir hatten allerdings an dem Samstag Pech, die Wartezeit an der Fähre war mehr als eine Stunde und dem Bettler, dem wir ein paar Schilling gaben, gab sie uns zurück, war ihm zu wenig, das war das 2. und letzte Mal, dass wir das zu wenige Geld zurückbekommen haben, in Zukunft gibt es gar nichts mehr.
Bei uns zu Hause sagt man; Kleinvieh macht auch Mist, nur diese lästige Bettelei und dann noch unzufrieden mit der Summe, geht uns langsam echt auf den Geist.

Die Fahrt nach Nairobi war auch mehr als stressig, überholt wird auf allen Seiten und die vielen LKW, die zeitweise nur mit 30 km/h unterwegs sind, machen die Situation auch nicht einfacher.
Wir machten wieder einen Zwischenhalt in Voi, auf der Red Elefant Campsite, direkt am NP.
Durch die eigene Wasserstelle konnten wir am Abend wieder die Elefanten, Büffel und Kudus beobachten.

Ab Voi ist dann der Verkehr nicht mehr ganz so dicht und die Strasse fast ohne Potholes.
Nach 5 Std. in Nairobi angekommen und weiteren 2 Stunden Stop and go konnten wir endlich bei JJ’s das Wochenende entspannen.
Unsere Pässe mit dem Äthiopienvisum waren in Zwischenzeit hier eingetroffen.
Am Montag zur Sudan Embasy betreffend des Visums, mit einem Empfehlungsschreiben unserer Botschaft war das kein Problem und so können wir unser Visum für 5000 Ksh m Mittwoch abholen und die Reise Richtung Äthiopien weitergehen lassen.

Der nächste Bericht wird mit Sicherheit auch wieder länger auf sich warten lassen, da uns gesagt wurde, dass in Äthiopien das Internet auch nur rudimentär funtioniert, aber nicht verzweiflen, er kommt dann zu gegebener Zeit.
Die Fotos folgen noch, würde gerne das Word Dokument mit den eingefügten Fotos hochladen.
Entweder ich ich bin zu dumm dazu, oder es gibt eine Lösung die mir bis jetzt nicht bekannt ist, vielleicht kann mir da mal jemand auf die Sprünge helfen?!

Grüsse aus dem sonnigen und warmen Nairobi
Turi und Stina
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hier mal die Schraubergemeinschaft bei JJ's
Die Toyotas hab ich bewusst weggelassen, da deren Frustrationsgrenze nicht so goss ist :lach: :h:

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Gruss Turi
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martin1101
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von martin1101 »

Hallo Stina und Turi.

schö wieder von Euch zu hören.
euer Gefährt ist ja nun offenbar wieder generalüberholt - so eine Reise setzt schon zu :)

Euch geht es offenbar gut - wir hoffen, dass das so bleibt

beste Reisegrüße
Martin
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Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

hier noch ein paar Eindrücke von Kenia

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Mount Kenia
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kleiner Grenzübergang beim Kilimanjaro
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Mount Kenia
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Lake Baringo
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ohne Kommentar
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Tiwi Beach
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Die Sprinterfabrik, nicht die auf 4 Rädern :wink:
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Tiwi Beach bei Ebbe
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Massai in "Nationaltracht"
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Tiwi Beach für uns alleine
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chaotischer Verkehr zwischen Nairobi und Mombasa
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Gruss aus Nairobi
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hallo Martin
Uns geht es gut, hoffentlich Dir auch?!
Äthiopien ist unsere neue Herausvorderung, mal sehen was da auf uns zukommt.
Auch von Ägypten haben wir noch keine genaue Vorstellung betreffend unseres weiteren Fortkommens.
Mal sehen ob bis im August wieder eine Fähre in Richtung europäisches Festland geht.
Bis da ist noch lang, wir werden sehen.
liebe Grüsse aus Nairobi
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von martin1101 »

Hallo Ihr beiden

für Äthiopien einmal alles, alles Gute und dann für den weiteren Weg - schön langsam wieder Richtung Heimat :mrgreen:
LG Martin
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Surfy
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Surfy »

Wieder tolle Bilder von euch beiden!

Manchmal reicht hier die Internet-Verbindung sogar um die wichtigsten Threads zu verfolgen :-)

Bin schon gespannt auf die Fortsetzung :wink:

Surfy
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hoi Surfy
Geht uns gleich, sind virtuell auch hinter Dir her.
Ab und zu gibt es sogar hier in Äthiopien funktionierendes Internet, wie im Moment in Arba Minch,
sogar Wifi, im Swayne's Hotel, wo wir auf einem grosszügigen Platz mit Blick auf das NP Nechi Sar und den Langano- und Zwey See,
das Lüftchen, bei 36 ° in der Höhe geniessen können.
Gruss Turi
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Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Unsere grosse Reise rund um Afrika

Kenia

Der Endspurt beginnt, bei JJ’s in Nairobi abgefahren in Richtung Äthiopien.

Entlang der Westseite des Mt. Kenia, Übernachtung in dem in Zwischenzeit auch ziemlich vernachlässigten Camp
dem Timau River Camp N 00° 05. 123 E 037° 15. 118

Immerhin war der Empfang freundlich und es wurde, nach unserer Ankunft, sogleich Feuer im Badeofen gemacht, da in dieser Höhe das kalt duschen nicht so angenehm ist.

Weiter ging es auf der A2 nach Norden.

Ein weiterer Zwischenhalt auf
Henrys Campsite N 02° 20. 750 E 037° 57. 947
einem Schweizer, der seit 1978 hier lebt , unser Camp aufschlagen.

Wir durften am Syncro wieder mal einen defekten Stossdämpfer ersetzen, den wir tatsächlich in Marsabit kaufen konnten und den wir in Josefs Workshop, der mit sehr guten Maschinen ausgestattet ist, passend machten.

Wir waren nicht sicher ob wir am nächsten Tag bis nach Moyale durchfahren konnten, was jedoch kein Problem war.

Die Strecke von Nairobi bis Moyale incl. Grenzübertritt ist mit 2 Zwischenübernachtungen problemlos machbar.
Die ganze Strecke ist jetzt, bis auf 150 km Piste, geteert und die Pistenabschnitte sind auch leidlich gut zu fahren.
Also, nur keine Panik vor der Moyale Road, alles halb so wild :wink:

Wir konnten am 3. Tag um 13 Uhr die Grenze nach Äthiopien überschreiten.

Dir Formalitäten auf der kenianischen Seite waren schnell erledigt.

Pass ausgestempelt, Carnet ausgestempelt, das war's

Nach der Roadtax, die wir leider für 3 Monate bezahlt hatten, hat niemand gefragt,
so sind wenigstens unsere Freunde , ohne weitere Zahlung , davongekommen,
sie hatten jeweils nur für einen Monat bezahlt und um ein paar Wochen überschritten.

Die restlichen Ksh zu einem fairen Preis gewechselt und schon waren wir in Äthiopien.

Gruss aus Äthiopien
Turi und Stina
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Uwe Schmitz
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Uwe Schmitz »

hallo turi und stina,
ich möchte mich mal wieder bei euch bedanken, dass ihr es echt schafft, uns auf eurer ganzen reise immer recht zeitnah alles miterleben zu lassen, tolle leistung!
ihr habt ja auch schon soooo viel erlebt, und mir scheint ihr könnt die reise immer noch geniessen.
aber jetzt die frage an euch:
nach bald 2 jahren, und afrika zu drei viertel umrundet, kommt da langsam so ein gefühl von reise-ende auf?
äthiopien und sudan sind zwar noch 2 spannende länder, wie ich mich selbst noch schwach erinnere, doch dann ist ja wirklich die hauptüberlegung für euch: wie kommt ihr um die unbereisbaren gebiete rum wieder zurück... das muss doch schon beschäftigen im kopf!
oder lebt ihr in den tag hinein und freut euch einfach dran, immer noch unterwegs zu sein und jeden tag frei zu sein in euren entscheidungen?
ich wünsche euch jedenfalls noch viele viele schöne tage, wochen und monate, bis ihr wirklich wieder in europa ankommt.
alles gute
uwe
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hallo Uwe
Es gibt nichts zu danken.
Das Wüstenschiff mit den Foristen hat mir über Jahre immer wieder Informationen geliefert.
Über die Visageschichten bis zu den Reiseberichten.
Es ist nicht mehr als recht und billig, dass ich wieder ein wenig zurückgeben kann.

Betreffend der Reise;
Ein wenig merkt man schon, dass es Richtung Heimat geht.
Reisemüde nicht direkt, sondern eher manchmal ein bisschen frustriert, wie es in den afrikanischen Ländern läuft.
Mit jedem Tag hier unten schwindet meine Hoffnung, dass der Kontinent jemals zur Ruhe kommt oder noch optimistischer, dass eine Mehrheit der Bevölkerung , nach unseren Massstäben gemessen, vernünftig leben kann.
Vielleicht ist das ja auch gar nicht erforderlich :?: :?: :!: :!:
Ich suche immer wieder nach Argumenten, in den jeweiligen Ländern, um sagen zu können, hier könnte ich Leben.
Ausser dem Wetter ist mir nichts eingefallen.
Die sogenannte Lockerheit der Afrikaner, wenn man von "dem Afrikaner" überhaupt sprechen kann, ist nur bei der armen Bevölkerung zu spüren, die haben die Zeit, alle anderen sind mehr gestresst als die Europäer.
Keiner hat Zeit, die rasen wie die Idioten, die Rücksicht auf andere vermisst man hier mehr als zu Hause.
Was ich am schlimmsten finde; ich hatte immer das Gefühl die Europäer sind Egoisten, hier unten musste ich fesdtstellen, dass, vor allen Dingen, die Schwarzafrikaner, an Egoismus so ziemlich alle übertreffen.
Jeder macht nur etwas zu seinem Vorteil und die eigenen Leute werden bis aufs Blut ausgenützt.
Wir werden sicher, nach unserer Ankunft zu Hause , unser zu Hause, aus einem anderen Blickwinkel sehen.

Eins ist sicher, zu Hause ist es am schönsten, dass müssen wir jeden Tag hier unten feststellen,
ausser eben, dem Wetter.


Betreffend unserer weiteren Reise;
Wir machen uns nicht zu viele Gedanken, was nach dem Sudan kommt, wir haben keine Eile.
Werden sicher nach Ägypten fahren und ,inshaallah , von dort eine Fähre, RoRo, Container oder im Schlauchboot verschiffen :lol:
Gibt es gar keine Möglichkeit, dann müssen sie uns halt in Ägypten behalten bis es eine Lösung gibt :h:

liebe Grüsse aus Äthiopien

Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

und hier noch ein paar Eindrücke von der Moyale Road


noch bei JJ's in Nairobi
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hier hält jeder an
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Die EU wird's schon richten, schon 3 mal bezahlt und immer noch nicht fertig,
dank der allgegenwärtigen Korruption in Regierungskreisen

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noch 500 Meter dann haben wir wieder Rechtsverkehr

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Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

unsere grosse Reise rund um Afrika

Wer weiss wann wir wieder mal Internet haben?

Es geht gleich weiter mit dem Anfang von


Äthiopien



Die Einreise war auch hier problemlos.
Der Einreisestempel auf das Visum, das Carnet ausgefüllt, danach wurden unser Fahrzeug mit Motor- und Chassisnummer , unsere elektronischen Geräte und Fotopapparate auf einem separaten Zettel in 3-facher Ausfertigung vermerkt.
Einen davon erhielten wir, der bei evtl. Kontrollen vorgezeigt werden muss.
Danach wurde am Fahrzeug die Motor- und Chassisnummer und die Geräte kontrolliert, weitere Kontrollen gab es keine.
Die Abfertigung hier in Moyale war , auf beiden Seiten, überaus freundlich und die Beamten waren sehr hilfsbereit.

Wir fanden auch hier in Moyale beim
Bekele Mola Hotel N 03° 32. 920 E 039° 02. 909
einen ruhigen Stellplatz auf dem ummauerten Gelände, für umgerechnet 12 $ für 2 Personen mit Fahrzeug, incl. Kübeldusche und Toilette in einem Gästezimmer, da war der erste Abend schon mal gerettet.

Wir machten dann noch einen längeren Spaziergang der Hauptstrasse entlang um ein Restaurant zu suchen, dabei hätten wir das fast vor der Haustüre gehabt.
Im Restaurant des Hotels ein paar hundert Meter Richtung Zoll, auf der anderen Strassenseite konnten wir für 200 Birr, umgerechnet 10 $ zu zweit hervorragend essen incl. 4 Flaschen Bier.
Eine Injera, ein Sauerteigfladen, der mit div. Häufchen Gemüse, Salat oder auch Fleisch belegt war und der mit der Hand gegessen wird, war schmackhaft , scharf und vor allen Dingen auch genügend.
Wir sind in der Nacht wieder zum Hotel zurückgelaufen, die Leute, denen wir begegneten waren sehr hilfsbereit und überaus freundlich, man hatte absolut kein Gefühl der Unsicherheit.

Nach Norden auf der „ 6“ weiter nach Jabelo, die Strasse ist überwiegend gut ausgebaut und geteert, die Landschaft hügelig und um diese Jahreszeit sehr trocken.
Am Rand von Jabelo haben wir bei einem holländischen Pater der
kath. Mission N 04° 53. 411 E 038° 06. 018
übernachtet, der Platz war ruhig und wir immer wieder von Leuten, die durch das Tor kamen umzingelt, allerdings alles recht entspannt und nach Einbruch der Dunkelheit war der Spuk vorüber.

Die Tankstellen hatten keinen Diesel und wir mussten auf dem Schwarzmarkt für umgerechnet 1.20 Euro Diesel aus Kanistern tanken.
Der Pater sagte uns noch, dass in der Region um Turmi vor ein paar Tagen Unruhen gewesen wären und er uns die Reise dorthin nicht empfehlen würde.
Im nach hinein erfuhren wir, dass sich da verschiedene Leute, unter Alkoholeinfluss umgebracht hatten und die Regierung durch Zahlung an die verschiedenen Parteien wieder Ruhe hergestellt hat.

Wir fuhren durch wunderschöne Berglandschaft nach Konso wo wir auf der
Strawberry Fields Lodge N 05° 20. 796 E 037° 26. 307
einen Stellplatz für unser Chischtli und den 2 Fahrzeugen unserer Freunde, gefunden hatten.
Ein „Guide“ war auch sofort zur Stelle, behauptete man müsse einen haben, für den Markt und das kostet 200 Birr, umgerechnet 10 Euro.
Wir wollten alleine gehen und sagten ihm, dass wir seine Hilfe nicht benötigten.
Nach langem hin und her begleitete er uns, kostenlos, wie er sagte.
Der Markt hat sich gelohnt, hier war von der Unterhose bis zum Rind alles zu kaufen und die Preise waren günstig.
Das mit dem Rind haben wir uns trotzdem verkniffen.
Dafür waren wir in einem „Biergarten“ um das örtliche Bier aus Kalebassen zu trinken, war ein wenig
gewöhnungsbedürftig mit den vielen Schwebstoffen und Daniel meinte; das geht direkt von der Kalebasse in die Birne.
Danach haben wir im Markt noch Kaffee getrunken und ein wenig eingekauft.
Im Nachhinein hat sich unser Guide doch noch gelohnt, er konnte uns die verschiedenen Orte zeigen und das Bier und den Kaffee mit uns geniessen, war sehr entspannt.
Er hatte für seine Dienste auch nichts mehr verlangt.
Da er eine wenig schöne Wunde am Fuss hatte, hat ihn Stina noch verarztet und wir gaben ihm für seine freundliche und zuvorkommende Hilfe doch noch 100 Birr.

Von Konso über Weyto, wo eine neue Tankstelle doch noch Diesel hatte für 16,8 Birr der Liter, nach Turmi zur Turmi Lodge, die sich am nächsten Morgen als gemeine Falle herausstellte.
Am Abend hatten wir 150 Birr pro Fahrzeug ausgemacht, am nächsten Morgen waren es 15 $ pro Fahrzeug.
Wir hatten zwar 6 Zeugen, nur die Diskussion führte zu keinem Ende.
Das Tor wurde geschlossen und es gab richtig Stress.
Lohnt es sich wegen der paar Dollar evtl. ein beschädigtes Fahrzeug haben oder womöglich noch eine Körperverletzung…… nein, der Klügere gibt nach, wir bezahlten unter Protest die Differenz und zogen weiter.

Die Turmi Lodge besser meiden!

Für die Zukunft haben wir uns vorgenommen, den ausgehandelten Preis, im voraus, gegen Quittung und Bestätigung der Personenzahl, zu entrichten, was sich bis jetzt auch bewährt hat.
Aus Schaden wird man klug, vor allen Dingen in Äthiopien!

Die Strasse von Konso bis Key Afer ist Teerstrasse mit teilweisen Potholes, ab dort gute und schnell zu befahrende Piste.
Die Landschaft bergig und wunderschön, in den Flusstälern grosse Baumwollfelder.

Von Turmi aus fuhren wir nach Jinka um von dort aus die Mursi Dörfer zu besuchen.

Bei der Einfahrt in die Stadt wolle uns einer von der „Guidemafia“ zum Anhalten zwingen, sie hatten jedoch mit dem Moped damit wenig Glück.
Angeblich müssten wir uns registrieren, blablabla
Wir suchten die
Rocy Campsite N 05° 46. 288 E 036° 34. 992
wo wir auch auf Nicole und Roy, unsere alten Bekannten vom JJ’s stiessen.
Sie kamen gerade geschockt und gestresst von den Mursi zurück,
ihre Geschichte wird auf Globexplorer.CH bald zu lesen sein.

Was wir nicht nur von denen erfahren haben, sondern auch von diversen anderen Reisenden ist, dass man mit den Mursi absolut nicht ins’s Gespräch kommen kann, da es nur im Birr Birr geht, was nach Erhalt für die Fotos sofort in Alkohol umgesetzt wird.
Dank Touristen ist das Volk der Mursi auf dem absteigenden Ast.

Nur wegen ein paar exotischen Fotos wollten wir uns den Stress nicht antun.

Da unsere Devise eh ist, die Haupttouristenorte, wenn möglich zu umfahren, so war der Nichtbesuch der Mursi für uns kein all zu grosses Problem.
In den Reiseführern wird behauptet, dass die Fotos die einzige Einnahmequelle wäre.
Frage mich, von was haben sie vor Eintreffen der Touristen gelebt, bzw. ohne Alkohol waren sie eher bereit was vernünftiges für ihren Unterhalt zu tun.
OK , Thema abgeschlossen.

Auch die Märkte von Turmi, Key Afer und Jinka sind im Prinzip für Touristen eine Farce.
Man muss 200 Birr Eintritt bezahlen, für das, dass man dort evtl. einkaufen darf, Fotos extra.
Wir haben in Key Afer versucht einzukaufen, am Vormittag, wo noch nicht der ganze Auflauf ist,
war uns nicht möglich ohne die 200 Birr zu bezahlen.

Wir verliessen die ziemlich nervige Bevölkerung und deren Abzockerei wieder nach Konso, wo wir unseren Freund durch Zufall an der Strasse stehen sahen, er kaufte für uns das Brot, Wasser und Coca ein und wir gingen entspannt auf den Markt um Früchte und Gemüse einzukaufen, Fotos waren mit wenigen Ausnahmen auch kein Problem.
Hier sind die Leute noch ein wenig entspannter als in der süd/westlichen Region.

Konso nach Arba Minch, durch grosse Bananenplantagen , Teer und teilweise Piste zum

Swayne’s Hotel N 06° 00. 061 E 037° 32. 975

auf dem Plateau über dem Nechisar NP mit Blick auf die beiden See.
Hier steht man an schönem Ort und mit ein wenig Verhandlungsgeschick für 100 Birr pro Person.
Dusche und WC sind vorhanden, allerdings wie überall bis jetzt in Äthiopien in erbärmlichem Zustand und teilweise nur mit Wasser aus dem Kübel.

Das war unser erster Eindruck von Äthiopien, ein wenig zweischneidig.
Einerseits ein wunderschönes Land mit freundlicher Bevölkerung, andererseits teilweise recht penetrante , agressive Bettelei , noch agressiveren Guides und solche die es sein wollen.

Die Hilfswerke in erster Linie und die Touristen in zweiter Linie, haben auch hier, wie in vielen anderen Ländern Afrika,
die Menschen verdorben.

Liebe Grüsse aus Arba Minch / Äthiopien

Turi und Stina
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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