Arabien Winter 2022
Moderator: Moderatoren
Re: Arabien Winter 2022
Hallo Christian,
ich hatte den Lonely Planet Oman, UAE & Arabian Peninsula (vom September 2019), A Traveller's Guide to Saudi Arabia (März 2020) von Sian Pritchard-Jones und Bib Gibbons (von denen hab ich mir die Südroute durch Asir abgeschaut) und den Blog von Joan Torres.
Auch bei https://www.visitsaudi.com/ hab ich mir Inspirationen geholt.
Du hast recht, Marktlücke, es müßte mal einer ein aktuelles Buch schreiben.
Viel Spaß beim Planen und viele Grüße,
Wolfgang
ich hatte den Lonely Planet Oman, UAE & Arabian Peninsula (vom September 2019), A Traveller's Guide to Saudi Arabia (März 2020) von Sian Pritchard-Jones und Bib Gibbons (von denen hab ich mir die Südroute durch Asir abgeschaut) und den Blog von Joan Torres.
Auch bei https://www.visitsaudi.com/ hab ich mir Inspirationen geholt.
Du hast recht, Marktlücke, es müßte mal einer ein aktuelles Buch schreiben.
Viel Spaß beim Planen und viele Grüße,
Wolfgang
- Achim Vogt
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- Wohnort: Kampala / Uganda
Re: Arabien Winter 2022
Lieber Christian,
bis zum Erscheinen des ersten Reiseführers zu Saudi-Arabien wird es sicher noch dauern. Aber immerhin gibt es ein noch ziemlich aktuelles und empfehlenswertes Buch zu den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Land:
Sebastian Sons: Auf Sand gebaut: Saudi-Arabien - Ein problematischer Verbündeter (2016)
Ein anderes Buch wäre dieses hier (allerdings sind 500 Seiten keine Kleinigkeit und den Autor kenne ich nicht und kann ich daher nicht einschätzen):
Martin Pabst: Saudi-Arabien verstehen: Geschichte, Religion, Gesellschaft (Vorteil: es ist erst im November 2022 erschienen, sollte also sehr aktuell sein)
Immer lesenswert sind die Reportagen von Susanne Koelbl, die sich sehr viel Zeit für ihre Recherchen nimmt:
Susanne Koelbl: Zwölf Wochen in Riad: Saudi-Arabien zwischen Diktatur und Aufbruch (zuerst Spiegel-Buch, jetzt auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung ermäßigt zu erhalten, von 2020)
Viele Grüße und schöne Lektüre
Achim
bis zum Erscheinen des ersten Reiseführers zu Saudi-Arabien wird es sicher noch dauern. Aber immerhin gibt es ein noch ziemlich aktuelles und empfehlenswertes Buch zu den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Land:
Sebastian Sons: Auf Sand gebaut: Saudi-Arabien - Ein problematischer Verbündeter (2016)
Ein anderes Buch wäre dieses hier (allerdings sind 500 Seiten keine Kleinigkeit und den Autor kenne ich nicht und kann ich daher nicht einschätzen):
Martin Pabst: Saudi-Arabien verstehen: Geschichte, Religion, Gesellschaft (Vorteil: es ist erst im November 2022 erschienen, sollte also sehr aktuell sein)
Immer lesenswert sind die Reportagen von Susanne Koelbl, die sich sehr viel Zeit für ihre Recherchen nimmt:
Susanne Koelbl: Zwölf Wochen in Riad: Saudi-Arabien zwischen Diktatur und Aufbruch (zuerst Spiegel-Buch, jetzt auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung ermäßigt zu erhalten, von 2020)
Viele Grüße und schöne Lektüre
Achim
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fordfahrer
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Re: Arabien Winter 2022
Danke Jungs,
ich schau mir die Sachen mal an. Grob habe ich schon eine Vorstellung was wir machen und eigentlich wollen wir nicht direkt Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern ins Land einsteigen, aber was zum Nachschlagen ist schon manchmal hilfreich. In fünf Wochen geht es los, als Camper natürlich mit dem Zelt... .
Der Stephan Orth ist mit seinem "Couchsurfing in Saudi-Arabien" nächste Woche bei uns hier in der Bibo. Da kann ich mir ja auch noch Anregungen holen. Falls jemand aus der Region um Chemnitz Interesse hat: -> https://www.tu-chemnitz.de/tu/presseste ... uell/11535
Gruss
Christian
ich schau mir die Sachen mal an. Grob habe ich schon eine Vorstellung was wir machen und eigentlich wollen wir nicht direkt Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern ins Land einsteigen, aber was zum Nachschlagen ist schon manchmal hilfreich. In fünf Wochen geht es los, als Camper natürlich mit dem Zelt... .
Der Stephan Orth ist mit seinem "Couchsurfing in Saudi-Arabien" nächste Woche bei uns hier in der Bibo. Da kann ich mir ja auch noch Anregungen holen. Falls jemand aus der Region um Chemnitz Interesse hat: -> https://www.tu-chemnitz.de/tu/presseste ... uell/11535
Gruss
Christian
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fordfahrer
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Re: Arabien Winter 2022
Lieber Wolfgang,
wollte eigentlich irgendjemand einen internationalen Führerschein sehen? Braucht man den?
Danke
Christian
wollte eigentlich irgendjemand einen internationalen Führerschein sehen? Braucht man den?
Danke
Christian
- Uwe Schmitz
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Re: Arabien Winter 2022
hallo saudi-neugierige,
das oben von achim empfohlene buch von Susanne Koelbl hab ich nun gelesen: absolut empfehlenswert!
sie beschreibt sehr schön, mit wem sie alles welche gespräche führen konnte und was sie auf ihren vielen reisen bei begegnungen mit saudischen männern und frauen so alles erlebt hat.
für 4,50 euro ein schnäppchen, dass ich nach dem lesen garnicht weitergeben mag.
viel spass daran denen, die's sich auch kaufen werden.
viele grüße
uwe
das oben von achim empfohlene buch von Susanne Koelbl hab ich nun gelesen: absolut empfehlenswert!
sie beschreibt sehr schön, mit wem sie alles welche gespräche führen konnte und was sie auf ihren vielen reisen bei begegnungen mit saudischen männern und frauen so alles erlebt hat.
für 4,50 euro ein schnäppchen, dass ich nach dem lesen garnicht weitergeben mag.
viel spass daran denen, die's sich auch kaufen werden.
viele grüße
uwe
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Birgitt
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- Registriert: Di 2. Aug 2005, 22:52
- Wohnort: NRW / Südl. Rheinland
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Saudi-Arabien | Buch - Auf Sand gebaut von Sebastian Sons
Hallo zusammen,
das von Achim oben empfohlene Buch "Auf Sand gebaut" von Sebastian Sons gibt es zurzeit auch als Sonderausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung ermäßigt zum Preis von nur 1,50 Euro.
Gruß
Birgitt
das von Achim oben empfohlene Buch "Auf Sand gebaut" von Sebastian Sons gibt es zurzeit auch als Sonderausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung ermäßigt zum Preis von nur 1,50 Euro.
Gruß
Birgitt
Re: Arabien Winter 2022
Hallo Christian,fordfahrer hat geschrieben: ↑So 19. Feb 2023, 18:58wollte eigentlich irgendjemand einen internationalen Führerschein sehen? Braucht man den?
ich habe den Internationalen Führerschein immer dabei, weil mir die 15 Euro alle 3 Jahre nicht weh tun. Gebraucht habe ich ihn noch nie, weder in Saudi-Arabien noch anderswo. Ich bin aber auch nie in eine Polizeikontrolle oder einen Checkpoint geraten, wo jemand nach dem Führerschein gefragt hat, und war glücklicherweise auch nie in einen Unfall verwickelt. Die Mietwagenverleiher in allen Ländern Arabiens wollten immer explizit den deutschen Führerschein sehen.
Viele Grüße und viel Spaß bei den Saudis,
Wolfgang
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fordfahrer
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Re: Arabien Winter 2022
Lieber Wolfgang,
danke, nun ist auch der Gang aufs Amt erledigt. Übermorgen geht's los. Ich werde berichten. Drei Wochen ohne den Frühstücksbacon sind zwar schwer, aber wir werden's überleben.
Gruss
Christian
danke, nun ist auch der Gang aufs Amt erledigt. Übermorgen geht's los. Ich werde berichten. Drei Wochen ohne den Frühstücksbacon sind zwar schwer, aber wir werden's überleben.
Gruss
Christian
Re: Arabien Winter 2022
bin gespannt ...
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fordfahrer
- Beiträge: 149
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Re: Arabien Winter 2022
Hallo zusammen, lieber Wolfgang,
ich schreibs gleich hier rein und fang nicht einen neuen thread an.
Also, kurz zum Hintergrund. Wir bereisen den nahen und mittleren Osten seit über zehn Jahren mit Mietauto und Zelt. Insofern ist das ganze Setup nichts neues und wir sind auch entsprechend (fliegertauglich) ausgestattet. Als wir das damals nach Jahren Afrikareisen begonnen haben, hätten wir niemals gedacht, dasss wir jemals auf einem Flug nach Riyadh sitzen würden, obwohl unsere erste Omanreise 2012, als Muscat noch von LH angeflogen wurde, gab es einen Zwischenstopp in RUH zum Auftanken, aber an das Verlassen des Fliegers war nicht zu denken.
Die Flüge mit Turkish verliefen ereignislos. Die Flugzeiten von Europa sind eh schlecht, also kann man auch TK nehmen, da gibt es wenigstens 30 kg Gepäck inkl.. Das Auto hatte ich über ein Portal gebucht, meine Nachfragen beim Vermieter (Sixt) ob das nun 2WD oder 4WD ist, blieben unbeantwortet. So, wie überhaupt zwar überall whatsapp und Telefonnummern angegeben werden, aber seltenst einer reagiert. Wir bekamen einen Rav4 aber 2WD. Das war schade, aber nicht zu ändern. Inkl. waren 250km am Tag. Am Ende ist die Tour 6.000 km lang geworden und wir mussten EUR 200 draufzahlen. Grobe Tour Al Hofuf, Damam, Hafar Al-Batin, Ha'il, Al Ula, Al Wadschh, Jeddah, Al Lit, Al Bahah, Wadi ad-Dawasir und zurück.
Campen ist grundsätzlich kein Problem. Womit wir nicht ganz gerechnet hatten, war das Wetter. Es ist nahezu überall extrem windig, das macht es schwer. Einige Male kam nachts Sturm, Regen und Gewitter auf und wir mussten uns ins Auto verlagern. Mit einem 2WD kommt man nicht so an Schlafplätze ran. Zum Glück habe ich mich nur einmal festgefahren. Interessieren tut es keinen, wenn man campt und der Saudi zeltet auch hier und da. Plätze zu finden ist manchmal schwer, Wadis sind in KSA zu dieser Zeit wirklich gefährlich. Es regnet viel mehr als im Oman.
Die Saudis sind ein freundliches Volk. Bestimmt 50 Mal wurden wir im Land willkommen geheissen, jeder freut sich über die Touris. Im breiten Land gibt es eigentlich keine Touristen. In Al Ula haben wir die typischen deutsch - österreichischen Expeditionsmobile und LKW gesehen, sonst keine "weissen", außer natürlich in Jeddah einige wenige und in Ryiadh. KSA ist in unseren Augen in der Fläche extrem gut entwickelt, die Infrasktruktur ist sehr viel weiter als im Oman. , Strom, Wasser, Strassen überall - in sehr gutem Zustand, manchmal etwas überdimensioniert.
Wir hatten ein sehr verschlossenes Land erwarte. Man sieht mal wieder, dass man nicht alles glauben darf. Wir wurden auch oft von Frauen angesprochen. Frauen sind mit und ohne Abaya, Niqab oder Hijab zu finden. Die Gesellschaft ist sehr bunt. Was wir anhatten, hat keinen interessiert. Größtenteils wurden zum Gebet noch nicht einmal die Läden geschlossen, wobei wir damit kein Problem haben. Lebensmittel gibt es überhaupt im ganzen Land auf dem kleinsten Dorf, überall ausreichend. 20 Mal wurden wir zu Tee, Kaffee oder zur Kamelmilch eingeladen, wenn man drei Mal abgelehnt hat, war das auch OK.
Die Landschaften sind grandios, die Entfernungen extrem, die Küsten können es unserer Meinung nach nicht mit der Arabischen See aufnehmen, wie das mit dem Red Sea Projekt laufen soll, erscheint unklar. Aktuell würde ich sagen, ist KSA für den Standartouri nicht so interessant, da es so viel von den einzelnen Highlights nicht gibt und wenn, die sehr weit auseinander liegen. Die Wertschätzung für das Alte muss sich noch entwicklen, kann aber sein, dass es dann schon zu spät ist. Das was mit Diryyah geschehen ist, hat uns schon erschrocken, also die alten Gebäude weg, neue im Lehmstiel erbaut, einen Einkaufspark mit Nachtfeeling draus gemacht und dann mit Eintritt zur Fressmeile umfunktioniert. Aber den Einheimischen gefällts. Man findet im Land aber noch das eine oder andere Kleinod.
Insgesamt ein sehr schönes, entspanntes Reiseland. Man sollte aber ein Mietauto ohne Kilometerbegrenzung haben, das ist im Moment eher schwer zu bekommen. Man kann ohne Probleme auf Hotels etc. ausweichen, die 3 Sterne Klasse so zwischen 30 und 50 Euro. Meist waren die Ok, wenn wir die nutzen mussten. Buchung 1 Stunde vorher über google und co war kein Problem. Überhaupt, Netzabdeckung nahezu 100%.
Die Saudis haben halt unterschiedliche Vorstellungen von Spass und so ist einiges mit lauter Musik begleitet. Sehr gut gefallen haben uns die noch vorhandenen alten Lehmstädte und die alten Balkonhäuser, hier insbesondere Jeddah. Wir haben den großen Souq von Jeddah auch sehr genossen, Freitag Abend - ein Traum. Wir haben dort vier Stunden verbracht. Dammam war interessant, die Felsen rund um Ha'il wirklich schön, so wie auch die rund um Al Ula. Die Berge im Südwesten sind schon beeindruckend und so ganz anders. Überall ist man busy, es gibt viel Landwirtschaft und mit Sicherheit die größte Konzentration von Dattelpalmen weltweit. Das sieht einfach so schön aus, ein Wadi voller Palmen, mit alten Lehmhäusern - so richtig Kitsch. Viel zu sehen gibt es auch für die Toyota Fans... . Wir hatten einen einzigen Checkpoint und angesichts unserer Pässe erleuchtete sich das Gesicht des Polizisten und wir bekamen ein erneutes "Welcome to Saudi Arabia" zu hören... .
Fazit, es sehr interessantes Land zu reisen, extrem groß (von der Grenze nach Jordanien bis zum Grenze mit dem Yemen ist es halt genausoweit wie von uns hier in Chemnitz bis Moskau). Es gibt nicht wirklich die Highlights zum Abhaken, viel (Stein) Wüste, eine ganze Reihe ziemlich großer Städte - und die totale Verkehrsüberwachung, wie Wolfgang schon schrieb. Die totale Raserei, immer und überall. Freundliche, offene Leute. Hat viel Spass gemacht. Wir kommen sicherlich wieder.
Herzlichen Dank noch einmal an Wolfgang für die Inspirationen aus seinem Bericht.
Gruss
Christian
PS: Den internationalen Führerschein wollte keiner sehen. Die beiden o.g. Reiseführer kann man voll in die Tonne werfen, die sind auch das wenige Geld nicht wert, hier bräuchte es wirklich mal etwas ordentliches.
ich schreibs gleich hier rein und fang nicht einen neuen thread an.
Also, kurz zum Hintergrund. Wir bereisen den nahen und mittleren Osten seit über zehn Jahren mit Mietauto und Zelt. Insofern ist das ganze Setup nichts neues und wir sind auch entsprechend (fliegertauglich) ausgestattet. Als wir das damals nach Jahren Afrikareisen begonnen haben, hätten wir niemals gedacht, dasss wir jemals auf einem Flug nach Riyadh sitzen würden, obwohl unsere erste Omanreise 2012, als Muscat noch von LH angeflogen wurde, gab es einen Zwischenstopp in RUH zum Auftanken, aber an das Verlassen des Fliegers war nicht zu denken.
Die Flüge mit Turkish verliefen ereignislos. Die Flugzeiten von Europa sind eh schlecht, also kann man auch TK nehmen, da gibt es wenigstens 30 kg Gepäck inkl.. Das Auto hatte ich über ein Portal gebucht, meine Nachfragen beim Vermieter (Sixt) ob das nun 2WD oder 4WD ist, blieben unbeantwortet. So, wie überhaupt zwar überall whatsapp und Telefonnummern angegeben werden, aber seltenst einer reagiert. Wir bekamen einen Rav4 aber 2WD. Das war schade, aber nicht zu ändern. Inkl. waren 250km am Tag. Am Ende ist die Tour 6.000 km lang geworden und wir mussten EUR 200 draufzahlen. Grobe Tour Al Hofuf, Damam, Hafar Al-Batin, Ha'il, Al Ula, Al Wadschh, Jeddah, Al Lit, Al Bahah, Wadi ad-Dawasir und zurück.
Campen ist grundsätzlich kein Problem. Womit wir nicht ganz gerechnet hatten, war das Wetter. Es ist nahezu überall extrem windig, das macht es schwer. Einige Male kam nachts Sturm, Regen und Gewitter auf und wir mussten uns ins Auto verlagern. Mit einem 2WD kommt man nicht so an Schlafplätze ran. Zum Glück habe ich mich nur einmal festgefahren. Interessieren tut es keinen, wenn man campt und der Saudi zeltet auch hier und da. Plätze zu finden ist manchmal schwer, Wadis sind in KSA zu dieser Zeit wirklich gefährlich. Es regnet viel mehr als im Oman.
Die Saudis sind ein freundliches Volk. Bestimmt 50 Mal wurden wir im Land willkommen geheissen, jeder freut sich über die Touris. Im breiten Land gibt es eigentlich keine Touristen. In Al Ula haben wir die typischen deutsch - österreichischen Expeditionsmobile und LKW gesehen, sonst keine "weissen", außer natürlich in Jeddah einige wenige und in Ryiadh. KSA ist in unseren Augen in der Fläche extrem gut entwickelt, die Infrasktruktur ist sehr viel weiter als im Oman. , Strom, Wasser, Strassen überall - in sehr gutem Zustand, manchmal etwas überdimensioniert.
Wir hatten ein sehr verschlossenes Land erwarte. Man sieht mal wieder, dass man nicht alles glauben darf. Wir wurden auch oft von Frauen angesprochen. Frauen sind mit und ohne Abaya, Niqab oder Hijab zu finden. Die Gesellschaft ist sehr bunt. Was wir anhatten, hat keinen interessiert. Größtenteils wurden zum Gebet noch nicht einmal die Läden geschlossen, wobei wir damit kein Problem haben. Lebensmittel gibt es überhaupt im ganzen Land auf dem kleinsten Dorf, überall ausreichend. 20 Mal wurden wir zu Tee, Kaffee oder zur Kamelmilch eingeladen, wenn man drei Mal abgelehnt hat, war das auch OK.
Die Landschaften sind grandios, die Entfernungen extrem, die Küsten können es unserer Meinung nach nicht mit der Arabischen See aufnehmen, wie das mit dem Red Sea Projekt laufen soll, erscheint unklar. Aktuell würde ich sagen, ist KSA für den Standartouri nicht so interessant, da es so viel von den einzelnen Highlights nicht gibt und wenn, die sehr weit auseinander liegen. Die Wertschätzung für das Alte muss sich noch entwicklen, kann aber sein, dass es dann schon zu spät ist. Das was mit Diryyah geschehen ist, hat uns schon erschrocken, also die alten Gebäude weg, neue im Lehmstiel erbaut, einen Einkaufspark mit Nachtfeeling draus gemacht und dann mit Eintritt zur Fressmeile umfunktioniert. Aber den Einheimischen gefällts. Man findet im Land aber noch das eine oder andere Kleinod.
Insgesamt ein sehr schönes, entspanntes Reiseland. Man sollte aber ein Mietauto ohne Kilometerbegrenzung haben, das ist im Moment eher schwer zu bekommen. Man kann ohne Probleme auf Hotels etc. ausweichen, die 3 Sterne Klasse so zwischen 30 und 50 Euro. Meist waren die Ok, wenn wir die nutzen mussten. Buchung 1 Stunde vorher über google und co war kein Problem. Überhaupt, Netzabdeckung nahezu 100%.
Die Saudis haben halt unterschiedliche Vorstellungen von Spass und so ist einiges mit lauter Musik begleitet. Sehr gut gefallen haben uns die noch vorhandenen alten Lehmstädte und die alten Balkonhäuser, hier insbesondere Jeddah. Wir haben den großen Souq von Jeddah auch sehr genossen, Freitag Abend - ein Traum. Wir haben dort vier Stunden verbracht. Dammam war interessant, die Felsen rund um Ha'il wirklich schön, so wie auch die rund um Al Ula. Die Berge im Südwesten sind schon beeindruckend und so ganz anders. Überall ist man busy, es gibt viel Landwirtschaft und mit Sicherheit die größte Konzentration von Dattelpalmen weltweit. Das sieht einfach so schön aus, ein Wadi voller Palmen, mit alten Lehmhäusern - so richtig Kitsch. Viel zu sehen gibt es auch für die Toyota Fans... . Wir hatten einen einzigen Checkpoint und angesichts unserer Pässe erleuchtete sich das Gesicht des Polizisten und wir bekamen ein erneutes "Welcome to Saudi Arabia" zu hören... .
Fazit, es sehr interessantes Land zu reisen, extrem groß (von der Grenze nach Jordanien bis zum Grenze mit dem Yemen ist es halt genausoweit wie von uns hier in Chemnitz bis Moskau). Es gibt nicht wirklich die Highlights zum Abhaken, viel (Stein) Wüste, eine ganze Reihe ziemlich großer Städte - und die totale Verkehrsüberwachung, wie Wolfgang schon schrieb. Die totale Raserei, immer und überall. Freundliche, offene Leute. Hat viel Spass gemacht. Wir kommen sicherlich wieder.
Herzlichen Dank noch einmal an Wolfgang für die Inspirationen aus seinem Bericht.
Gruss
Christian
PS: Den internationalen Führerschein wollte keiner sehen. Die beiden o.g. Reiseführer kann man voll in die Tonne werfen, die sind auch das wenige Geld nicht wert, hier bräuchte es wirklich mal etwas ordentliches.
Re: Arabien Winter 2022
Hallo Christian,
freut mich zu lesen, dass eure Tour durch das große unbekannte Land gut geklappt und Freude gemacht hat, und ich Inspirationen beisteuern durfte.
Zu den Reiseführern hätte ich vielleicht dazu sagen sollen, dass ich die im Rahmen eines für 3 Monate kostenfreien Kindle-Unlimited-Abos bei Kauf eines neuen Kindles ohne Extra-Geld dazubekommen hatte
Wenn jemand einen Autovermieter ohne Kilometerbegrenzung findet, bitte Info teilen, ich hatte keinen gefunden. Ich hatte auch ca. 200km zu viel, die wurden aber nie abgerechnet, die Rückgabe in Tabuk auf einem Hotelparkplatz war eh etwas ominös.
Ich glaube, das Wetter war diesen Winter ungewöhnlich nass in Saudi Arabien, ich hab ein paar YouTube-Videos von erschreckenden Sturzfluten in Wadis gesehen. Letztes Jahr war das nicht so, ich hatte meist Sonnenschein mit Ausnahme der Nebelbänke in den Bergen von Asir.
Viele Grüße,
Wolfgang
freut mich zu lesen, dass eure Tour durch das große unbekannte Land gut geklappt und Freude gemacht hat, und ich Inspirationen beisteuern durfte.
Zu den Reiseführern hätte ich vielleicht dazu sagen sollen, dass ich die im Rahmen eines für 3 Monate kostenfreien Kindle-Unlimited-Abos bei Kauf eines neuen Kindles ohne Extra-Geld dazubekommen hatte
Wenn jemand einen Autovermieter ohne Kilometerbegrenzung findet, bitte Info teilen, ich hatte keinen gefunden. Ich hatte auch ca. 200km zu viel, die wurden aber nie abgerechnet, die Rückgabe in Tabuk auf einem Hotelparkplatz war eh etwas ominös.
Ich glaube, das Wetter war diesen Winter ungewöhnlich nass in Saudi Arabien, ich hab ein paar YouTube-Videos von erschreckenden Sturzfluten in Wadis gesehen. Letztes Jahr war das nicht so, ich hatte meist Sonnenschein mit Ausnahme der Nebelbänke in den Bergen von Asir.
Viele Grüße,
Wolfgang
-
fordfahrer
- Beiträge: 149
- Registriert: Do 12. Jan 2012, 15:15
- Wohnort: 09573 kurz vor Moskau
Re: Arabien Winter 2022
Lieber Wolfgang,
bei Sixt hätte man 1.000 km Pakete für EUR 50 dazu kaufen können. Bei Key gibt es die offene KM Option dazu, so um die SAR 40/ Tag. Die hatten aber kein ordentliches Auto. Ist schon komisch, auch in Israel oder Jordanien gab es unbegrenzte KM aber in KSA scheint das schwer. Das Land ändert sich aber so schnell, das kann in 2 Wochen ganz anders aussehen.
Von Zee Ain über die Berge nach Al Bahah war zeitweise die Strasse gesperrt wegen Regen und Nebel. Das war eine der Nächte, die wir auf ein Hotel ausweichen mussten. In Al Bahah 5 Meter Sichtweite, ich bin um die Kreisverkehre tlw. zwei mal rumgefahren, da ich die Ausfahrtsstrassen nicht gesehen habe - so was habe ich vorher noch nie erlebt. Am nächsten Tag - blauer Himmel... .Zee Ain mutete in diesem Wetter ein bisschen an wie Machu Pichu ... .
Hatte ich noch vergessen, Autofahren in den großen Städten ist nichts für schwache Nerven. Alles zu schnell, 5 Autos nebennander auf dreispurigen Strassen, rechtwinklige Ausfahrten auf 4-spurige Strassen, wo man in 100 Metern den U-turn auf der anderen Seite erreichen muss, Kreisverkehre, wo jeder macht, was er will, Jeddah in der Rushhour - einfach total verrückt. Wenn jemand mal in der Rushhour in Jerusalem war - ungefähr so, nur noch schlimmer
.
Gruss
Christian
bei Sixt hätte man 1.000 km Pakete für EUR 50 dazu kaufen können. Bei Key gibt es die offene KM Option dazu, so um die SAR 40/ Tag. Die hatten aber kein ordentliches Auto. Ist schon komisch, auch in Israel oder Jordanien gab es unbegrenzte KM aber in KSA scheint das schwer. Das Land ändert sich aber so schnell, das kann in 2 Wochen ganz anders aussehen.
Von Zee Ain über die Berge nach Al Bahah war zeitweise die Strasse gesperrt wegen Regen und Nebel. Das war eine der Nächte, die wir auf ein Hotel ausweichen mussten. In Al Bahah 5 Meter Sichtweite, ich bin um die Kreisverkehre tlw. zwei mal rumgefahren, da ich die Ausfahrtsstrassen nicht gesehen habe - so was habe ich vorher noch nie erlebt. Am nächsten Tag - blauer Himmel... .Zee Ain mutete in diesem Wetter ein bisschen an wie Machu Pichu ... .
Hatte ich noch vergessen, Autofahren in den großen Städten ist nichts für schwache Nerven. Alles zu schnell, 5 Autos nebennander auf dreispurigen Strassen, rechtwinklige Ausfahrten auf 4-spurige Strassen, wo man in 100 Metern den U-turn auf der anderen Seite erreichen muss, Kreisverkehre, wo jeder macht, was er will, Jeddah in der Rushhour - einfach total verrückt. Wenn jemand mal in der Rushhour in Jerusalem war - ungefähr so, nur noch schlimmer
Gruss
Christian
Re: Arabien Winter 2022
Dein Bericht gefällt mir! Da ist nicht nur die übliche Information drin, sondern auch ungeschminkt Atmosphärisches, wodurch er ein besonders dichtes Bild über ein so unbekanntes Land bringt.fordfahrer hat geschrieben: ↑Mo 27. Mär 2023, 09:42Wir hatten ein sehr verschlossenes Land erwarte. Man sieht mal wieder, dass man nicht alles glauben darf.



