Wüstenschiff • Thema anzeigen - Uganda - Der Norden - Von Kampala nach Karamoja

Uganda - Der Norden - Von Kampala nach Karamoja

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus
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Uganda - Der Norden - Von Kampala nach Karamoja

Beitragvon Birgitt » 27.03.2011 21:01

Im Februar/März 2011 waren wir 3 Wochen mit dem 4x4 im Norden Ugandas unterwegs.

Grober Routenverlauf:

Entebbe - Kampala - Nakasongola - Karuma Falls - Murchinson Falls NP - Pakwach - Nebbi - Arua - Yumbe - Moyo - Laropi - Atiak - Baker's Fort - Kitgum - Orom - Kidepo Valley NP - Kaabong - Kotido - Moroto - Lorengedwat - Nabilatuk - Namalu - Chepsikunya - Muyembe - Sipi Falls - Mbale - Tororo * Malaba - Eldoret

Uganda Karte.jpg


Karten- und Infomaterial

außer unserer guten alten und immer hilfreichen Michelin:

:arrow: Uganda-Karte 1:800.000, International Travel Maps

:arrow: Reise Know-How "Uganda/Ruanda" von Christoph Lübbert, 4. kpl. aktualisierte Auflage 2010

Zu diesem Reiseführer ist anzumerken, dass er für den kpl. Norden nicht allzu viele Informationen enthält. Das Buch ist wirklich hervorragend und auch stimmend im touristischen Teil Ugandas, im Norden deckt es jedoch gerade noch den Murchinson Falls NP und Arua ab, und auch Sipi Falls. Für die restlichen Gebiete im Norden habe ich den Eindruck, dass der Autor entweder noch nie mit dem eigenen Fahrzeug oder schon längere Zeit nicht mehr dort unterwegs war, auch wenn es sich um eine komplett bearbeitete Neuausgabe handelt.

Visum Uganda

Erhältlich an den Landesgrenzen sowie am int. Flughafen in Entebbe
50 US$ - gültig 3 Monate

Grenze Uganda - DRC bei Vurra

Hauptgrenzübergang zwischen Arua und Aru, wenig Verkehr, freundlich
DRC (Provinz Orientale) stellt Visa an der Grenze aus, Kosten:
Besuchs-Visum DRC gültig 7 Tage, beschränkt auf Region Aru - 35 US$
Tourist-Visum DRC gültig 30 Tage - 60 US$
Visum gültig 6 Monate - Kosten unbekannt

Grenze Uganda - Südsudan bei Moyo

Hauptgrenzübergang für sämtlichen (Schwerlast-)Verkehr ist Nimule
Kleiner Grenzübergang Moyo/Kiri kaum frequentiert, überaus freundlich
Tourist-Visum Südsudan an der Grenze erhältlich, gültig 3 Monate - 50 US$
Carnet wird akzeptiert und gestempelt

Grenze Uganda - Kenia bei Malaba

Hauptgrenzübergang, viel Verkehr
Transit-Visum und Tourist-Visum Kenia an Grenze erhältlich, letzteres gültig 3 Monate - 25 US$
Carnet wird akzeptiert und gestempelt

Zustand Straßen / Pisten

  • Entebbe/Kampala bis Karuma Falls - guter Aphalt
  • Murchinson Falls NP (Nordteil) - gute Piste
  • Pakwach bis Arua - guter Asphalt
  • Arua bis Moyo - bis auf wenige Teilstücke gute Piste
  • Moyo bis Atiak - gute Piste, Laropi Ferry (kostenlos) über den Albert Nil im Stundenrhythmus
  • Atiak bis Kitgum mit Abstecher Baker's Fort - Brücke über Unyama zerstört, je nach Wasserstand mit Geländewagen (oder Motorrad) passierbar (Engstelle im Flussbett aufgrund Felsen, daher für breitere Trucks evtl nicht möglich), gute Pisten
  • Kitgum bis Kidepo Valley NP - gute Pisten
  • Kidepo Valley NP bis Kotido - gute Piste
  • Kotido bis Moroto - schlechte Piste (Wellblech, ausgefahren), wird derzeit instandgesetzt
  • Moroto bis Nabilatuk - bis Lorengedwat gute Piste, Brücke bei Lorengedwat zerstört, Fluss in Trockenzeit problemlos zu passieren, danach reifenfressende Piste (Belag grober Schotter) bis Nabilatuk Junction, danach gute Piste
  • Nabilatuk bis Muyembe - gute Piste
  • Muyembe bis Sipi Falls - guter Asphalt
  • Muyembe bis Mbale - guter Asphalt
  • Mbale bis Tororo - Asphalt, schlaglochdurchsetzt
  • Tororo bis Grenze Kenia - guter Asphalt
Militär-/Polizeicheckpoints

  • Entebbe und Kampala aufgrund der Wahlen extrem hohe Polizei- und Militärpräsenz (wir waren 18.-20. Februar dort, d.h. genau an den Tagen der Wahl bzw. am Tag der Bekanntgabe der Ergebnisse)
  • Ständige Militärpräsenz an Nilbrücke bei Karuma Falls
  • Militär- und Polizei-Checkpoint bei Pakwach und auch bei Nebbi, korrekt und freundlich
  • Militärpräsenz in jedem Dorf in :arrow: Karamoja, freundlich - auf den Pisten unterwegs keinerlei Kontrollen oder Checkpoints
Benzin / Diesel

Aktuelle Preise siehe :arrow: hier


Ich werde in den nächsten Wochen/Monaten in loser Folge einige Fotos mit kleinen Berichten, auch Infos zu Unterkunftsmöglichkeiten, hier posten.

Es heißt also ... Fortsetzung folgt ;-)

Gruß
Birgitt
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Zuletzt geändert von Birgitt am 18.06.2011 23:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Achim Vogt » 27.03.2011 22:32

Darauf freuen wir uns schon wie Bolle :D

Cheers
Achim
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Uganda - Von Kampala über Nakasongola zu den Karuma Falls

Beitragvon Birgitt » 13.06.2011 22:35

Irgendwo zwischen Kampala und Nakasongola

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Kleine Ortschaften ...

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... wechseln ab mit Buschland.
Der Asphalt ist anfangs gut und neu ...

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... zwischen Nakasongola und Karuma Falls etwas ausgefranster ;-)
aber gut fahrbar.

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Karuma Falls -
die Kaskaden des Victoria Nils an der östlichen Grenze des Murchinson Falls Nationalpark

Auf der Höhe mit Blick auf den Nil und die Nilbrücke sowie direkt an der Brücke über den Nil befindet sich ein ständiger Militärposten. Fotografieren ist an diesen beiden Stellen nicht erlaubt, auf dem Teilstück dazwischen aber möglich.

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Uganda - Transit ab Cobe Lodge durch den Murchinson Falls NP

Beitragvon Birgitt » 18.06.2011 21:22

Sofort nach den Karuma Falls, kurz vor dem Abzweig nach Pakwach, führt linkerhand eine kleine Piste zur wiedereröffneten :arrow: Chobe Safari Lodge und weiter in den Nordteil des Murchinson Falls Nationalparks

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Der Eintrittspreis in den Murchinson Falls Nationalpark beträgt je angefangene 24 Stunden
30 US$ p.P. und 50 US$ für einen Geländewagen mit ausländischem Nummernschild

Camping auf einer Public Campsite kostet 15.000 USh p.P. zusätzlich (ca. 6-7 US$)

(Aktuelle Nationalpark Preise siehe hier)

Wenn man Zeit hat, dann lohnt es sich meiner Meinung nach auf jeden Fall, statt über Asphalt lieber durch den Murchinson Falls NP nach Pakwach zu fahren. Der Nordteil des Parks - also nördlich des Victoria Nile - besteht aus Buschland und Savanne, strichweise TseTse verseucht, aber nicht allzu dramatisch und die Pisten sind in einwandfreiem Zustand!

Das ist die Anfahrt zur Chobe Lodge, der Einstieg in den Park:

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Uganda 2011 - Durch den Murchinson Falls NP nach Pakwach

Beitragvon Birgitt » 18.06.2011 22:49

Die ersten 100 km begegnen wir keinem anderen Fahrzeug,
erst in der Nähe der :arrow: Paraa Safari Lodge tauchen die ersten Safari-Autos auf

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Unser Camp

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Intakte Brücken, die über kleine Bachläufe führen

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Der Ayago, der wenig später in den Victoria Nil fließt

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Giraffen im Mittagsdunst

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Weiter schlängelt sich die Piste durch Busch- und Grasland

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Am Anfang kreuzen nur Antilopen und Warzenschweine unseren Weg ...

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... kurz vor Paraa, als die Landschaft von lockerem Buschland in Palmansavanne übergeht, dann auch Dickhäuter

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Antilopen und Vögel am Wasserloch

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Die Früchte der :arrow: Palmyrapalme, aus denen Palmwein gewonnen wird

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118 km liegen nun hinter uns, 7 km sind es bis Paraa, dem Herzen des Parks -
aber wir wollen weiter, unser nächstes Ziel ist Arua, d.h wir biegen rechts ab

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Kurz vor der Rangerstation hören wir dann das uns vertraute knacken und rascheln ...

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... wir halten an, doch schnell wird es unserem Freund zu bunt und er fordert uns auf, weiter zu fahren ;-)

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Ein kleiner Hinweis noch, weil ich oft danach gefragt werde: die Fotos sind aufgenommen mit meiner kleinen alten Pocket-Kamera, die nur über einen opt. 3-fach Zoom verfügt. Die Tiere sind einem also u.U. sehr nah, und es ist kein Zoo ...
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Beitragvon Alexander » 25.06.2011 18:03

Ich bin zwar ein "alter" (nicht so wörtlich nehmen) 8) Saharafahrer und -läufer, aber bei den Bildern bekommt man Lust darauf, einmal etwas südlicher zu fahren.

Grüsse
Alexander
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Beitragvon dietmar.peter » 05.07.2011 17:53

Hallo Birgitt,

hervorragender Bericht mit sehr exakten Angaben und super Fotos, die sehr sehr hilfreich für den Reisenden sind.
Bei unseren kurzen Treffen am Ende am Bogoriasee/Kenia und bei Chris in Nairobi ist uns das gar nicht so bewußt geworden, daß Ihr eine derart super Reise hingelegt habt.
Noch davor hattest Du einen Zeitungsbericht gepostet (ich glaube, das heißt so), der mich davon abgehalten hat, bevor ich die Südsudan-Tour mache, Eure Strecke zu fahren, da dort durchschnittlich monatlich zwei Überfälle auf Autos geschehen.
Werden jetzt aber Mitte Dezember auf Euren Spuren wandeln und wohl dann wieder nach Südsudan fahren.
Mit lieben Gruessen
dietmar
Dietmar Peter
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Uganda - Von Pakwach über Nebbi nach Arua

Beitragvon Birgitt » 12.07.2011 20:58

Hallo Dietmar,

damit du siehst, wie der Rest der Strecke ist, geht's jetzt hier auch endlich weiter ;-)


Die Rangerstation grenzt mehr oder weniger an den Ortsrand von Pakwach.
Von hier sind es noch knapp 130 km bis Arua

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Das nördliche Ende des Lake Albert -
aufgrund größerer Erdölvorkommen sind einige Teile im westlichen Bereich des Murchinson NP - an den Ufern des Lake Albert - gesperrt und nur für Mitarbeiter der Oil Companys zugänglich

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Einzige Brücke der Region über den Albert-Nil

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Nach einem kurzen Lunch in Pakwach geht es gleich weiter in Richtung Arua

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Ständig werden am Straßenrand überdimensionale Säcke mit Holzkohle angeboten -
der Bedarf an Holzkohle ist enorm, nicht nur jedes Dorf, auch ganz Kampala kocht (und heizt) damit.

Der Tag wird kommen, da wird man mangels Bäumen keine Holzkohle mehr anbieten können. Und dieser Tag wird schneller kommen, als es manchen lieb ist ...

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Die Straße ist gut ausgebaut, der Verkehr tendiert gegen Null

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Beitragvon christian aus Freiburg » 13.07.2011 18:52

Hallo Birgitt!

Super Bericht! Der Murchinson NP erinnert mich ein wenig an den Ruaha in Tansania. Wir spielen auch mit dem Gedanken nach Uganda zu fahren...wo parkt Ihr dort? Oder fahrt Ihr von Kenia nach Uganda?

Gruß

Christian
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Uganda - Langzeitparken / Stellplatz Entebbe Kampala

Beitragvon Birgitt » 13.07.2011 19:45

Hallo Christian,

danke für die Blumen :P

Zum parken: der Wagen stand/steht in Kenia.

Man kann sein Auto evtl. bei Entebbe Backpackers in Entebbe lassen, dort stand jedenfalls ein abgestelltes Touristenfahrzeug in der Ecke. So für 3 Wagen dürfte es platzmäßig reichen dort. Kosten wenn ich das richtig in Erinnerung habe um die 30 €/Monat, der Wagen steht draußen.

Gruß
Birgitt
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Uganda - Hotel Camping in Arua - White Castle Ewuata Village

Beitragvon Birgitt » 13.07.2011 22:10

Arua - Camping nicht üblich, aber möglich im Garten des :arrow: White Castle Hotel, gelegen an der Arua-Nebbi Rd. in Ewuata Village, ca. 5 km außerhalb Arua. Man kann die Duschen und Toiletten des Badehauses nutzen. Preis Camping für 2 Personen mit Auto/Dachzelt inkl. Frühstück + Poolbenutzung 50.000 USh. Übrigens - das Essen im Restaurant des White Castle ist sehr günstig und nur zu empfehlen :-)

Andere Traveller trafen wir keine dort, dafür aber die EU-Wahlbeobachter ... ;-)

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Re: Uganda - Der Norden - Von Kampala nach Karamoja

Beitragvon grindsby » 16.07.2011 10:17

Liebe Birgitt,

vielen Dank für Deinen Bereicht und vor allem für die Fotos.
Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht.

Bei uns geht es in einer guten Woche nach Uganda.

Viele Grüße
Sybille
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Uganda 2011 - Arua - Downtown

Beitragvon Birgitt » 24.07.2011 19:53

Liebe Sybille,

dann wünsche ich dir eine tolle Reise und freue mich schon auf das, was du hinterher berichtest.


Bei uns geht es nun weiter ... wir rollen langsam nach Arua

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Sprit ist kein Problem, wer weiter Richtung Norden oder DRC fährt,
sollte hier alles volltanken

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Es geht nach Arua downtown

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Die meisten Menschen sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ...

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... nur im Ortszentrum knubbeln sich die wenigen Autos und die Massen an Boda Bodas, den Moped-Taxis

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Uganda 2011 - Der Markt in Arua

Beitragvon Birgitt » 30.07.2011 21:40

Arua "Downtown" besteht mehr oder weniger aus zwei Hauptstraßen mit einigen Querverbindungen.
Und der Markt ist - wie überall in Afrika - das Herz der Stadt!

Der Kleidermarkt

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Das, was wir irgendwann einmal der Kleiderspende zuführen, finden wir hier auf dem Markt wieder -
sogar die Kleidung des DRK :wink:

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Arua hat den größten Stoffmarkt in Ostafrika - die Auswahl ist fantastisch -
afrikanische Stoffe in allen Farben und Mustern, hauptsächlich aus Nigeria, Elfenbeinküste und Kongo.

Das Aussuchen und Stöbern hier auf dem Markt macht unendlich viel Spaß! Man merkt deutlich, dass Tourismus hier in Arua unbekannt ist. Wenn man überhaupt einmal einen Weißen sieht, gehört er unter Garantie einer NGO an.

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Der Schneider - er kümmert sich gerade um meine Kappe ;-)

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Bügler - eine Szene, wie aus einem anderen Jahrhundert!
Gebügelt wird mit Kohle-Bügeleisen, d.h. in den Hohlraum des Eisens werden glühende Kohlen eingefüllt, damit das Eisen seine Bügelhitze erhält ...

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Aber es gibt natürlich auch Dinge, die Männerherzen höher schlagen lassen -
der Ersatzteilmarkt :wink:

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Nägel und Schrauben ... abgerechnet wird nach Gewicht

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FlipFlops, gefertigt aus alten Autoreifen

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Zwischendrin kleine Restaurants hinter Blechwänden -
davor wird in großen Töpfen Posho (Ugali) gerührt

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Nun bekomme ich auch Hunger!
Chapatis - frisch zubereitet. Seeeeehr leeeeeecker ... :-)

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Straßenszene

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Der Lebensmittelmarkt

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Küchen-Utensilien

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Gemüse in allen Variationen

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Hülsenfrüchte

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Trockenfisch

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Re: Uganda - Der Norden - Von Kampala nach Karamoja

Beitragvon Alexander » 31.07.2011 08:21

Hallo Birgitt,

hast du eigentlich diesen Trockenfisch mal versucht?
Oder sonst jemand? Ist der Fisch gewürzt oder nur getrocknet?

Sieht ziemlich dünn und grossflächig aus. (Ich hätte gerne mal einen Quadratmeter Trockenfisch :lach: )

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Grüsse
Alexander
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Getrockneter Fisch - Dörrfisch - Trockenfisch

Beitragvon Birgitt » 31.07.2011 10:35

Alexander hat geschrieben:hast du eigentlich diesen Trockenfisch mal versucht?
Ist der Fisch gewürzt oder nur getrocknet?


Hallo Alex,

diesmal nicht ;-)

In Sambia hatte ich 'mal Trockenfisch probiert, siehe meinen :arrow: Reisebericht von Nord-Sambia von Dezember 2009. Es hat mich damals eine unheimliche Überwindung gekostet, weil ich dieses Bild von den vielen Fliegen auf dem Fischhaufen aus meinem Kopf verdrängen musste ;-) aber geschmeckt hats wirklich gut. Der trockene Fisch wurde kurz in heißem Fett erwärmt, schmeckt dann sehr salzig und ist von der Konsistenz etwas zäh. Vom Geschmack hat er mich sehr stark an Räucherfisch erinnert. Ich glaube nicht, dass er gewürzt ist. Aber möglicherweise wird er vor dem trocknen gesalzen.

Was für die Menschen im südlichen Afrika ihr :arrow: Biltong, ist für die Menschen hier der Trockenfisch. Man sieht sie oft daran rumknabbern, so wie wir an einer Lakritzstange rumlutschen. Das habe ich jedoch noch nicht ausgetestet, da ist mir Lakritz lieber ;-)

Gruß
Birgitt
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Uganda Lehmziegel Brennofen Ziegelsteine Ziegelbrennerei

Beitragvon Birgitt » 07.08.2011 20:01

Die Häuser auf dem Land sind überwiegend traditionell gebaut, d.h. Lehmhütten mit Strohdächern. Aber in der Stadt braucht man Ziegelsteine zum Hausbau, und diese Ziegel werden selbst hergestellt.

Hier die geformten Tonrohlinge, die in der Sonne vorgetrocknet werden.
Hat jemand von euch hier in DE Erfahrungen mit ökologischem Hausbau?
"Grünlinge" nennt man diese Steine hier bei uns ...

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Die rohen Lehmklötze werden anschließend aufgeschichtet zu einem temporären Ziegelbrennofen, der mit Holz befeuert wird. Sobald die Ziegel ausgehärtet sind kann mit dem Hausbau begonnen werden.

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Uganda - Von Arua nach DRC - Vurra Borderpost Kongo

Beitragvon Birgitt » 07.08.2011 20:17

Arua liegt unmittelbar an der Grenze zu DRC, und Aru - bereits in der Demokratischen Republik Kongo gelegen - ist nur einen Katzensprung entfernt. Ein Tagesbesuch (Wochenbesuch) in DRC im Gebiet Aru ist möglich, Preis für Visum siehe Eingangsposting. Jedoch sollte man einkalkulieren, dass man dann die ostafrikanische Zollunion verlässt und bei Rückkehr ein neues Visum für Uganda kaufen muss (und natürlich auch ein neues Visum für Kenia und Tansania, falls man von dort kommt und dorthin zurück möchte).

Gleich hinter Arua in Richtung DRC hört der Asphalt auf

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Es sind nur noch wenige Meter bis zum Vurra Borderpost, die Piste dorthin ist sehr gut

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Fotografieren gestaltet sich hier etwas schwierig, daher nur ein heimliches Foto aus der Windschutzscheibe.

Hinter dem Schlagbaum beginnt ein Stück Niemandsland von 2-3 km mit einigen Gebäuden der Zollbehörden,
weiter bis Aru sind es ca. 20 Minuten mit dem Wagen

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Uganda - Arua - Diguna - Radio Voice of Life

Beitragvon Birgitt » 08.08.2011 21:01

Wir fahren zurück nach Arua.
Unser nächstes Ziel sind die Antennen am Ende der Straße

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Es sind die Antennen von Radio "Voice of Life"

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Diguna betreibt hier diesen UKW-Radiosender,
um der Bevölkerung das Wort Gottes, umrahmt mit (zensierter ;-) ) Popmusik, näher zu bringen

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Uganda - Arua - Mission - Diguna - Radio Voice of Life

Beitragvon Birgitt » 08.08.2011 21:19

Ein ganzer Haufen überwiegend junger Leute aus Deutschland kümmern sich um die unterschiedlichsten Dinge.

Die einen sind zuständig für Gefangenenbesuche im örtlichen Gefängnis, andere helfen in Krankenstationen. Die technisch versierten kümmern sich um den "Kabelsalat" beim Radiosender und sorgen für dessen spannungssichere Stromversorgung, wieder andere helfen im Kindergarten und singen dort mit den Kindern ....

Und dann gibt es noch den Trompetendoktor!
In einem Container versteckt zwischen den großen Antennen hat er seine Werkstatt,
und verarztet "kranke" Blasinstrumente

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Völlig fasziniert habe ich mir sein Ersatzteillager betrachtet

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Uganda - Von Kampala nach Karamoja overland via Kidepo

Beitragvon Birgitt » 08.08.2011 21:59

Missionen und NGOs geben sich im Norden Ugandas - und nicht nur dort ;-) - die Klinke in die Hand.

Vor einigen Missionen ziehe ich den Hut, dort wird wirklich sinnvolle und auch wichtige Arbeit geleistet und die lokale Bevölkerung in vielen Dingen unterstützt. Und dann gibt es Missionen, da kann ich fragen, hinterfragen - und verstehe den Sinn ihrer Arbeit immer noch nicht, verstehe die Daseinsberechtigung in der heutigen Zeit einfach nicht ...

Aber den Sinn oder Unsinn möchte ich hier nicht diskutieren, dazu haben wir unser Beduinenzelt :wink:

Allmählich kribbelt es uns und wir wollen wieder auf die Piste.
Museveni schaut von seinem gelben Transparent huldvoll auf uns herab ...

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... während wir langsam aus Arua rollen

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Der Asphalt endet am Ortsrand, die Piste nach Norden in Richtung Yumbe beginnt

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Uganda - Arua - Yumbe District

Beitragvon Birgitt » 09.08.2011 22:24

Gleich hinter den ersten Kurven erwarten uns spektakuläre Ausblicke

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Abgesehen von wenigen Government- oder NGO-Fahrzeugen besteht der Straßenverkehr
nur aus Radfahrern und Fußgängern

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Sobald ein Fahrzeug auftaucht, wird es mangels ÖPNV zum "public transport" genutzt -
sogar die Pickups der Polizei ;-)

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Die Piste ist größtenteils in tadellosem Zustand, die Brücken alle gepflegt

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Palmen-Allee

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Wir erreichen Yumbe District

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Uganda - Arua - Yumbe - Moyo

Beitragvon Birgitt » 10.08.2011 22:25

Ständig passieren wir kleine Dörfer,
am Straßenrand die obligatorischen Riesensäcke mit Holzkohle zum Verkauf

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Schule aus

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"Was tust du in deiner Gemeinde, um Übergriffe auf Frauen und Mädchen zu verhindern?"

Mir wird wieder bewusst, in welcher Gegend wir unterwegs sind - so friedlich, wie die Dörfer den Anschein haben, sind sie nicht. (Sexuelle) Gewalt steht immer noch auf der Tagesordnung, auch wenn die Schergen von Joseph Kony und seiner :arrow: Lord's Resistance Army Uganda derzeit den Rücken gekehrt haben.

Übergriffe auf Mädchen - vielleicht auch auf die, die gerade aus der Schule kommen ... ?

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Moschee - im Norden Ugandas ist der Islam durchaus verbreitet.
Die christlichen Missionen haben einiges zu tun, in vielerlei Hinsicht ;-)

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Ab und an eine größere Ortschaft

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Ganz einsam wird es nie, auch wenn keine Hütten zu sehen sind, irgendwo hockt immer irgendwer unter einem Baum

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Palmen lockern die Landschaft auf

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Kurz vor Moyo, das Buschland wird zunehmend monoton ...

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... und wir freuen uns über etwas mehr "Bewegung im Bild", ein Berg in der Ferne ...

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Moyo - das Ortseingangsschild macht Lust auf ein leckeres, kaltes Bier!
Und Hunger haben wir auch ...

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Gutes Essen, kalte Drinks und TV mit Aljazeera gibts bei "Papas" in Moyo.
Gelegen gleich neben Mission und Polizeistation. Besonders letztere scheint nur schwach besetzt zu sein, denn ein Teil ihrer Mannschaft sitzt hier und schaut fern ;-)


Ahhhhh!
Das sieht gut aus!
Posho, Fleisch mit Soße und Spinach - ich freue mich besonders über den Spinat.
Grünzeug zu finden ist immer etwas schwierig.
Wenn ich "vegetables" bestelle, schauen sie mich meist verständnislos an. Die Frage nach "some green" beantworten sie dann in der Regel schief grinsend mit der Gegenfrage "chicken???" :mrgreen:

Und Besteck gibt es auch für uns :-)
(das ist unüblich, denn die Lokals vermengen Posho mit der Soße und kneten das ganze mit den Fingern zu mundgerechten Klumpen - das Fleisch wird gleich vom Knochen geknabbert, Besteck ist damit überflüssig)

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Uganda - Moyo - Grenze Südsudan - Kiri

Beitragvon Birgitt » 25.09.2011 21:43

Nur 7 km nördlich von Moyo beginnt der Südsudan. Die winzigen Grenzstationen von Uganda und Südsudan liegen in einigen km Abstand zueinander. Wir erklären dem Grenzbeamten auf Uganda-Seite, dass wir nur für einen kurzen Abstecher zum südsudanesischen Borderpost fahren möchten, ohne gleich ausstempeln zu müssen - sie lassen sich darauf ein und öffnen den Schlagbaum für uns!

Borderpost Uganda:

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Auf dem Weg zur südsudanesischen Grenzstation ...

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... passieren wir einige Dörfer, die bereits zum Südsudan gehören.

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Dort, am Ende der Piste, ist der südsudanesische Kontrollpunkt.

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Es ist unglaublich, wie euphorisch wir dort empfangen werden!
"Welcome to Southsudan - welcome to our new state!"

Wir sitzen einige Zeit mit den Beamten zusammen, sie beschreiben uns die Piste von hier bis Juba, geben uns gute Tipps und Hinweise und erklären uns freundlich, welche Formalitäten für den Grenzübertritt erforderlich werden (siehe Eingangsposting). Damit sie nicht allzu enttäuscht sind, machen wir gleich zu Anfang klar, dass wir diesmal nach Uganda zurückkehren, ihren neuen Staat in naher Zukunft aber gerne einmal besuchen werden!
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Uganda - Moyo - Laropi Ferry - Nil Fähre über den Albert Nil

Beitragvon Birgitt » 09.10.2011 21:37

"Die Gegend um Moyo gehört zu den schönsten Landschaften in ganz Uganda" steht im Reiseführer. Diese Aussage des Autors teile ich nicht so ganz, gerade die Gegend um Moyo fand ich nicht besonders spannend.

Deshalb geht es nun weiter, wir wollen am Abend noch die letzte Fähre über den Nil erwischen.

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Das Wissen, dass das Wasser dort unten der Nil ist, verursacht eine ganz leichte Gänsehaut. Der Name "Nil" hat so etwas magisches ... die Piste ist in den steilen Bereichen mit Zement bearbeitet, damit sie in der Regenzeit nicht komplett weggespült wird

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Wir fahren hinab ins Niltal

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Angekommen, am späten Nachmittag erreichen wir die Anlegestelle der Laropi Ferry

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Es ist nicht viel Betrieb hier - nur einige wenige Fahrzeuge warten

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Die Fähre verkehrt jede Stunde, wir schaffen sogar noch die vorletzte ;-)
Und das Beste: die Überfahrt ist kostenlos! Sogar für uns Touristen!
Nicht einen Schilling muss man zahlen.

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