Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

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majasch
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Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von majasch »

Hallo Maja, Alexander und andere Interessierte,
ich habe aus dem Beitrag "tassili-n-ajjer-tadrart-algerien" dieses interessante Thema herausgetrennt, um das vielleicht noch ein wenig zu erweitern und vertiefen, ohne den wunderschönen Reisebericht damit zu belasten...

Ich hoffe auf euer Verständnis! :roll:

stundenlanges schauen, schauen, schauen .......... atemberaubend schön
4473.jpg
4489.jpg

wenn ich einen wunsch frei hätte und etwas aus der wüste mitnehmen dürfte ...
ich würde den sternenhimmel auswählen :)
maja
Alexander
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Re: Tassili n'Ajjer / Tadrart (Algerien)

Beitrag von Alexander »

Hi Maja,

damit würdest du mit Sicherheit eine gute Wahl treffen. ;-)

Ich habe schon mehrmals versucht, den Sternenhimmel so abzulichten. Bin aber immer kläglich gescheitert. Wie schaffe ich das nur? Blende auf, ASA auf 8000 und dann 10 Minuten belichten? Wenn man zu lange belichtet gibt es nur noch Strichspuren. Oder hast du einen guten Draht zu den Aliens, die mit ihren Phasern die Sterne etwas anleuchten? :-)

Liebe Grüsse
Alexander
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majasch
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Re: Tassili n'Ajjer / Tadrart (Algerien)

Beitrag von majasch »

Alexander hat geschrieben:Ich habe schon mehrmals versucht, den Sternenhimmel so abzulichten ... Wie schaffe ich das nur?
hallo Alexander,
uff, ich bin diesbezüglich absolut kein spezialist, bin anfänger (obige fotos sind mein erster versuch und absolut verbesserungsfähig).
das ganze ist aber abhängig von kamera (sensor) + objektiv (brennweite, lichtstärke), zudem sind fernauslöser und stativ unumgänglich
zudem solltest du um ein brauchbares resultat zu erreichen einiges beachten:
blende: offenblende (max)
ISO-wert: beim ISO-wert sollte ein kompromiss zwischen bildrauschen und lichtempfindlichkeit eingegangen werden ........... irgendwo zwischen 800 – 1600 (3200 rauschen!)
belichtungszeit: für nachtverhältnisse musst du eine vergleichsweise kurze belichtungszeit wählen damit die sterne nur punktförmig abgebildet werden. wird zu lange belichtet, verwandeln sich die sterne in striche die als konzentrische kreise um den himmelspol angeordnet sind (da sich die erde dreht). die sterne ziehen mit 15 grad pro stunde um den himmelspol.
die maximale belichtungszeit ist abhängig von brennweite (ev. unter einbeziehung eines crop-faktors) aber auch von der blickrichtung (himmelspol). zur ermittlung der maximalen belichtungszeit kannst du folgende formel anwenden:
tmax = 500 / (Crop-Faktor * Brennweite)

meine daten der 2 obigen fotos waren: brennweite 14mm, blende 1:2,8, ISO 1250 resp. 800 , belichtungszeit 30s (aber 25-28s wären besser gewesen)
hoffe meine erklärungsversuche helfen dir weiter.
gruess maja
Alexander
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Re: Tassili n'Ajjer / Tadrart (Algerien)

Beitrag von Alexander »

Hallo Maja,
majasch hat geschrieben:hoffe meine erklärungsversuche helfen dir weiter.
Danke, das hilft weiter.

Ich habe diese Tabelle erstellt, aus der hervorgeht, wie lange man mit welcher Brennweite in mm und welcher Deklination (Höhe der Sterne in Grad) maximal belichten kann, ohne dass Strichspuren entstehen.
belichtungszeiten.jpg
Grüsse
Alexander
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majasch
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Re: Tassili n'Ajjer / Tadrart (Algerien)

Beitrag von majasch »

Alexander hat geschrieben:..........Ich habe diese Tabelle erstellt, aus der hervorgeht, wie lange man mit welcher Brennweite in mm und welcher Deklination (Höhe der Sterne in Grad) maximal belichten kann, ohne dass Strichspuren entstehen...........
Alexander, da hast du dir aber arbeit gemacht.
ich würde ewas weitwinkliger fotografieren damit du möglichst viel vom sternenhimmel einfangen kannst. (es sei denn du willst wirklich in die astrofotografie einsteigen). zudem solltest du noch den sensor der kamera berücksichtigen (DX/vollformat?)
das ideale an der heutigen digitalfotografie ist doch die möglichkeit der sofortigen nachkontrolle. foto machen, bild ranzoomen bis zu einem einzelnen stern und schauen ob der noch nicht oval geworden ist.
gruss maja
Alexander
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Re: Tassili n'Ajjer / Tadrart (Algerien)

Beitrag von Alexander »

Hallo Maja,
majasch hat geschrieben:ich würde ewas weitwinkliger fotografieren damit du möglichst viel vom sternenhimmel einfangen kannst.
Besonders von der Milchstraße bekommt man mit dem Weitwinkel fantastische Bilder.

Hier noch als Ergänzung der Tabelle oben in der letzten Zeile wie groß das Gebiet in Grad ist, das bei einer entsprechenden Brennweite abgelichtet wird. Gültig für das Kleinbildformat 36 x 24.
belichtung.jpg
Grüsse
Alexander
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Uwe Schmitz
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Re: Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von Uwe Schmitz »

hallo Sternengucker und -ablichter,
ich habe mal drei aufnahmen von einem langen schönen abend unter namibischem sternenhimmel herausgesucht, um ein bißchen weiter zu fachsimpeln...
IMG_2154-2.jpg
IMG_2161-2.jpg
IMG_2180-2.jpg
Alle drei bilder sind in lightroom (einigermaßen gleichmäßig) nachbearbeitet.
erstes bild mit 8", zweites bild mit 30", also 4x so lange, deutlich heller, doch noch keine sterne zu streifen verzogen (bedingt durch das starke weitwinkel).
bild 3 mit etwa 240" zeigt deutliche sternlaufbahnen, allerdings nicht - wie nach alexanders tabelle zu vermuten wäre - je höher zum himmelszenit (größere deklination), desto kürzere streifen... die länge der sternstreifen ist auf jeden fall abhängig vom winkel zum polarpunkt.
auf der linken seite sieht man schon etwas die kreisbahn um den (außerhalb des bildes liegenden) himmelspol, ganz rechts erscheinen die sternenbahnen fast gerade, und sie sind mehr als doppelt so lang wie links!
maja schrieb ja oben dazu: "wird zu lange belichtet, verwandeln sich die sterne in striche die als konzentrische kreise um den himmelspol angeordnet sind (da sich die erde dreht)."
ausserdem noch mein kommentar zu majas angaben: "blende: offenblende (max)
ISO-wert: beim ISO-wert sollte ein kompromiss zwischen bildrauschen und lichtempfindlichkeit eingegangen werden ........... irgendwo zwischen 800 – 1600 (3200 rauschen!)"
offenblende würde ich aus schärfegründen nicht wählen, besser eine blende schliessen (wenns die kurze zeit erlaubt!), und das rauschen ist natürlich abhängig von der chipgröße(cropfaktor) und der qualität des chips, die vollformat canon 6D rauscht sagenhaft viel weniger als die modernere 1,6-cropfaktor-kamera 70D!
auf weitere aussagen bzw.erfahrungen gespannt und auf schöne nachtaufnahmen von anderen wartet und grüßt
uwe
majasch
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Re: Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von majasch »

Uwe Schmitz hat geschrieben:............... ich habe dieses interessante Thema herausgetrennt, um das vielleicht noch ein wenig zu erweitern und vertiefen ..............
hallo Uwe, gute idee, da kann ich sicherlich auch noch dazulernen :)
dein zweites foto ist sehr stimmungsvoll! SEHNSUCHT!
Uwe Schmitz hat geschrieben:............... offenblende würde ich aus schärfegründen nicht wählen, besser eine blende schliessen..............
hm, glaube das hauptproblem diesbezüglich liegt im exakten "scharfstellen". eigentlich muss man ja auf unendlich stellen, aber wo ist diese stelle? nicht am anschlag.
ich habe bei tageslicht mal geschaut wo genau am objektiv "unendlich" ist .......... einige μ vor dem anschlag. ich versuchte mir diese distanz zu merken, aber.............. es war sooo dunkel (taschenlampe ist hilfreich) und insbesondere kalt. mit dicker jacke und kalten händen liess meine feinmotorik zu wünschen übrig. ich löste das problem indem ich eine reihe von etwa 15 fotos machte und jedes mal den fokusring um einen bruchteil eines mm bewegte. so gelangen mir einige einigermassen "scharfe" fotos.
grüsse maja
Mathilda
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Re: Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von Mathilda »

Stell mal dein Licht nicht unter den Schatten Maja - die Bilder sind super.

In der eisigen Kaelte Islands hat mir jemand gesagt das duenne Handschuhe praktisch sind. Des weiteren am Besten eine
Stirnlampe mit einer roten Strahlfunktion (damit die Augen nicht so verblitzt werden) verwenden.
Zum Thema Infinity... evtl. mit einem Klebestreifen markieren?

LG, Mathilda
Alexander
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Re: Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von Alexander »

Mathilda hat geschrieben:Stell mal dein Licht nicht unter den Schatten Maja - die Bilder sind super.
Na ja, da bräuchte ich schon noch ein paar Bilder, um das abschließend beurteilen zu können. :mrgreen:

Mit der Digitalfotografie wurde auch die Sternenfotografie wesentlich leichter. Früher waren Langzeitbelichtungen auf Zelluloid problematischer.

Nach einer Minute Belichtungszeit schlug der Schwarzschildeffekt zu und die Lichtempfindlichkeit nahm auf den belichteten Stellen rapide ab. Man konnte dies aber erfolgreich umgehen, indem man Tiefkühlkameras verwendete oder durch "Backen" des Films mit einer Mischung von verschiedenen Gasen und unterschiedlichem Druck. Jenachdem, in welchem Spektralbereich der Film besonders empfindlich sein sollte.

Grüsse
Alexander
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ursula
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Re: Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von ursula »

Hallo
mit meiner kleinen Kamera kann ich da nur staunen!



11-28932693hw.jpg

wer noch mehr wissen will, muss runterscrollen und auf „Show Exif“ klicken, dort sind ganz viele Angaben aufgelistet

Viel Erfolg und do Grüsse
Ursula
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Uwe Schmitz
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Re: Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von Uwe Schmitz »

ursula hat geschrieben:Hallo
mit meiner kleinen Kamera kann ich da nur staunen!
...
Ursula
hallo ursula,
das ist ja ein ganz kleines bißchen tiefgestapelt :!:
zitat aus kameratest bei chip:
"Nikons Sondermodell D800E bietet die beste Bildqualität aller DSLRs. Das erreicht Nikon durch eine Veränderung bei den Filtern vor dem 36-Megapixel-Bildsensor." :shock:
und da wunderst du dich ob der brillianz und schärfe deiner bilder :?:

trotzdem wunderbar gesehen (und das um diese uhrzeit :oops: )
.. und was du noch alles für wahnwinnig schöne fotos hast (und von wo alles... unglaublich).
danke fürs zeigen und viele grüße
uwe
majasch
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Re: Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von majasch »

ursula hat geschrieben:.......... mit meiner kleinen Kamera kann ich da nur staunen! .........
hallo Ursula
spannendes foto von diesem herrn H.S.
insbesondere mit dem gewählten vordergrund/tempel wirkt das foto sehr mystisch. er hat da einig fotos zusammengefügt um die ganze milchstrasse aufs bild zu kriegen (logisch mit 28mm). schön gemacht

aber lass dich da nicht zu sehr "staunen", die "grösse" der kamera ist da nicht so sehr ausschlaggebend. viel, viel wichtiger ist bei einer nachtaufnahmen ein qualitativ gutes objektiv und dessen lichtstärke. und .........
die nachbearbeitung des gemachten fotos.
ich habe kurz einen vergleich mit einem meiner nachthimmelfotos aus algerien
dasselbe foto in zwei verschiedenen bearbeitungsvarianten
482a.jpg
482b.jpg
es ist natürlich immer geschmacksache was man mit dem originalbild alles unternimmt
gruess maja
Alexander
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Re: Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von Alexander »

Diese Fotos begeistern mich und es ist erstaunlich, was so eine kleine Kamera leistet. Selbst wenn man die Bilder stark vergrößert sieht man kaum Strichspuren.

Für diejenigen, die sich mit etwas langbrennweitigen Objektiven an die Sternenfotografie heranwagen wollen, können sich mit mit etwas handwerklichem Geschick und wenig Material eine manuelle Nachführung bauen. Damit lassen sich auch schon Objekte wie der Andromeda- oder Orionnebel ablichten und das über mehrere Minuten Belichtungszeit.

Hier einige Quellen für den Selbstbau:

:arrow: Eine selbstgebaute Barndoor

oder einfach bei Google nach

:arrow: Barndoor Montierung suchen.

Bei längeren Brennweiten sollte man versuchen möglichst in der Nähe des Zentralmeridians zu fotografieren, da sich die Sterne vor dem Meridian zunehmend anheben und nach dem Meridian wieder absinken. Dieser Auf- und Abstieg ist nur scheinbar, da sich das Sternenlicht je nach Höhe über dem Horizont unterschiedlich bricht. Die Sterne werden dann nicht mehr punktförmig abgebildet.

Grüsse
Alexander
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Re: Nachtaufnahmen/Langzeitbelichtung des Sternenhimmels

Beitrag von ursula »

hallo Maja
hab ich vermutet, dass es eine Kombo sei, aber eine schöne!

Hallo Uwe
danke für die Blumen, aber der Soleb Tempel mit Milchstrasse stammt nicht von mir,
ich habe auch keine Nikon D800E sondern nur die kleine leichte Nikon Coolpix P7100
(mehr unter meinen Fotos auf Flickr)

Deshalb freue ich mich an den irren Sternebildern der Anderen –
Grüsse
Ursula
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