Sprengstoff-Detektor ADE 651

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Ralf Kiefer
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Sprengstoff-Detektor ADE 651

Beitrag von Ralf Kiefer »

Interessantes von der Schlangenölbranche: der Sprengstoff-Detektor ADE 651.
Als ein schwarzer Mercedes am vergangenen Dienstag in die Tiefgarage des Einkaufszentrums Le Mall nahe Beirut fahren will, hält ihn ein schmächtiger Wachmann der "Middle East Security"an. Er richtet ein merkwürdiges Gerät auf das Auto, wie auf Fotos zu sehen ist. Vorne erinnert sein Bombendetektor an eine Pistole, nur dass anstelle eines Laufs eine Antenne angebracht ist. Den Arm zu exakt 90 Grad angewinkelt, schreitet der Sicherheitsmann das Fahrzeug ab. Reine Routine. Sprengstoffkontrollen gehören in Beiruts Malls zum Standard-Shoppingerlebnis. Das Gerät schlägt nicht an, der Mercedes darf weiterfahren.
Das Gerät sollte nun nicht mehr Golfbälle, sondern Drogen, Trüffel, Elfenbein, Geld und eben Sprengstoff orten können - angeblich sogar in Flugzeugen, die bis zu fünf Kilometer über ihm flogen. Der Wunderdetektor hatte nicht mal eine Batterie, nach Angaben des Herstellers zog er seine Energie aus der Körperspannung des Benutzers.
Es wäre hinreichend witzig, wenn es alle so sehen würden.

Gruß, Ralf
Wolfgang K
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Re: Sprengstoff-Detektor ADE 651

Beitrag von Wolfgang K »

Das ist ja genau das seltsame Ding nach dem ich mal gefragt hatte, weil ich mir nicht erklären konnte, was sie mit der Radioantenne denn "orten" wollen:

grenzer-mit-wunschelrute-t40250.html#p74642

Bild

Ein echter Elfenhaar-Detektor. Wie geil.

:mrgreen:
Wolfgang K
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Re: Sprengstoff-Detektor ADE 651

Beitrag von Wolfgang K »

Hier der Wikipedia Artikel in E:
https://en.wikipedia.org/wiki/ADE_651
The Belgian police bought an ADE 651 in 2008 for £12,800 to detect drugs, as a supposedly cheaper alternative to a dog. According to Superintendent Theiry Meunier, it was soon apparent that it was ineffective: "We had no results from it. We tried to use the device for detecting drugs in cars for several months. We also provided the detector to detectives seeking to detect drugs. The results again were negative.
Mir bleibt gerade die Spucke weg, wenn den Umfang dieser Quacksalberei lese. Dass sich auf Kaffeefahrten Wasserbeleber, magische Steine und Erdstrahlenneutralisatoren verkaufen lassen ist ja noch erklärbar. Aber dass bei Polizei und Sicherheitsdiensten in der Beschaffung niemand sitzt der Physik statt Töpfern in der Schule hatte ist schon interessant.
Wahrscheinlich waren Berufspolitiker beteiligt. Es ist zwar beruhigend, dass bei manchen (oh, Überraschung) in der Erprobung die Ernüchterung folgt, aber wenn ich sehe welche ohnehin klammen Länder Unsummen für den Dreck ausgegeben haben…
Ralf Kiefer
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Re: Sprengstoff-Detektor ADE 651

Beitrag von Ralf Kiefer »

Wolfgang K hat geschrieben: Mir bleibt gerade die Spucke weg, wenn den Umfang dieser Quacksalberei lese.
Mir auch, nachdem ich diesen Wiki-Artikel gelesen hatte und die verlinkten zu "GT200" und "Alpha 6" angeschaut hatte. Das Schlangenöl hat's in recht viele Länder geschafft: Thailand, Indien, Naher Osten, Uganda, Tansania, Kenia, Mexiko, u.a. Die glaubten jahrelang und teils heute noch an die Wirksamkeit. Mit den entsprechenden Folgen.

Gruß, Ralf
Wolfgang K
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Re: Sprengstoff-Detektor ADE 651

Beitrag von Wolfgang K »

Fiktive Meldung in den Abendnachrichten eines beliebigen Staatsfernsehens, nachdem jemandem etwas komisch vorgekommen war:
„Der Innenminister wertet den Einsatz des ADE 651 als großen Erfolg. An allen Kontrollstellen an denen das Gerät eingesetzt wurde, gingen die Versuche des Schmuggels von Sprengstoff und Waffen um 92% zurück. Er führte diesen erfreulichen Rückgang im Vergleich zu der Zeit als man noch von Hand suchen musste, auf die abschreckende Wirkung des ADE 651 zurück. Einen Zusammenhang mit der steigenden Zahl der Anschläge konnte der Minister nicht erkennen. Hierfür gebe es keine Belege.„
Ganz alltägliche Logik…..
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