1.
In größeren Höhen als bei Normalbetrieb fettet das Gemisch zunehmend an, das führt zu Leistungsminderung und schließlich zu Zündaussetzern. Daher muß dann eine entsprechende Hauptdüsenanpassung in Richtung 'mager' vorgenommen werden. Ich habe zwar keine XT600, aber einen 600er Eintopf, (ohne elektronische Zündzeitpunktsanpassung), daher kann analog vorgegangen werden. Auch die Leerlaufeinstellung muß ortsabhängig per Einstellschraube etwas angepaßt und zurückgenommen werden.
Bestimmung der Hauptdüsengröße abhängig von Betriebshöhe und Lufttemperatur für Honda XR600R
Die für die XT zutreffenden Düsengrößen für größere Höhen müßten dort im Handbuch stehen oder der Händler muß diese rausrücken. Die Anpassung muß zunehmend mit größerer Höhe mindestens alle 1000m vorgenommen werden. Somit braucht auch nicht mit offenem Lufikasten und ohne Filter gefahren werden, das kann schädlichst sein bei staubigem Biotop für Laufbüchse und Kolbenringe. Ein gut eingestellter und angepaßter Motor kann auch bei Seehöhe 5000m noch gut betrieben werden.
2.
Motoren brauchen je nach Kompression Treibstoff mit entprechender Oktanzahl. Bei mir gilt: bis 9,5 Normalsprit, bis 10,5 Super, darüber Super Plus. Zumindestens Super Plus ist in den seltensten Fällen auf Fernreisen in exotischere Länder erhältlich.
Mit 'Billigsprit' ist möglicherweise Treibstoff mit niedriger Oktenzahl gemeint. Je niedriger die Oktanzahl, desto früher kann es zu Frühzündungen kommen, besonders dann bei hoher Kompression über 9,5. Das kann je nach Sprit und Betriebszustand durch Selbstentzündung (Klopfen) und Punktfeuer zum Durchbrennen des Kolbenbodens führen. Bei Motoren mit Zündfinger (Pickup) im Getriebe gibt es außerdem keine Möglichkeit der Zündzeitpunktsanpassung (auf 'spät') als ein Nockenwellenkettenrad mit Langlöchern und entsprechender Anpassung des Zündzeitpunkts. Das ist jedoch auf Reisen nicht praktikabel, weil dazu meist der Kopfdeckel runter muß und die Einstellung dann primär vom Kurbelwellenstand abhängig ist. Dazu wird auch eine Gradscheibe und Einstellelektrik benötigt, nur sinnvoll in der Werkstatt.
Die sinnvollste Anpassung für Reisen in exotische Länder ist eine Zurückname der Kompression durch einen etwas flacheren Kolben ober Pleuel mit etwas weniger Hub (Volumen zur Kompressionsbestimmung unbedingt auslitern). So läßt sich auch mit 'schlechtem' Sprit der Motor ohne übermäßiges Klopfen betreiben. Mittel zur Oktanzahlerhöhung sind entweder giftig, nehmen wiederum viel Volumen ein welches mitgeführt werden muß, erhöhen zwar die Klopffestigkeit aber erniedrigen die Leistung oder/und enthalten Blei.
Man kann's natürlich auch riskieren überhaupt nichts zu tun. Das kann sich allerdings rächen.