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Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Di 17. Apr 2012, 20:15
von Henrik
Auf die Anfrage bei der ING-DIBA in D über die Ausstellung einer Bankbürgschaft fürs Carnet habe ich leider eine Absage bekommen.
Den von Ihnen genannten Service bieten wir nicht an. Gerne erläutern wir Ihnen, warum:
Um unseren Kunden stets bestmögliche Konditionen bieten zu können, arbeiten wir mit größtenteils
automatisierten und daher kostengünstigen Abläufen. Services, die wegen geringer Nachfrage
nicht zu unserem standardisierten Angebot gehören, erfordern dagegen eine individuelle
und somit personalintensive Bearbeitung. Die damit verbundenen Kosten würden sich nachteilig
auf unsere Konditionen auswirken. Da der von Ihnen genannte Service selten nachgefragt wird,
bieten wir ihn nicht an. Bitte haben Sie dafür Verständnis.
Welche Banken verwendet ihr für diese lästige Angelegenheit ?
Für eine PN oder direkte Antwort wäre ich dankbar.
viele Grüße
Henrik
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Di 17. Apr 2012, 20:43
von russenschleuder
für mich war es billiger das geld bar zu hinterlegen, da sonst eine kontoeröffnung führung und schließen nötig gewesen wäre. und dann bekommst du 0,25% zinsen.
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Di 17. Apr 2012, 22:13
von Franz (UNI)Murr
Hallo Forum,
ich habe das Problem 2007 und 2010 gehabt für Ägypten. Die Hypovereinsbank macht es im Prinzip gegen Gebühr. Das Prozedere ist aber derart erniedrigend mit Selbstauskünften unter die Gürtellinie, dass ich dankend darauf verzichtete. Andere Banken mit Filialen kannten eine Carnet schlicht nicht und hatten noch nie was darüber gehört.
Ich habe dann die Euro 5000,- direkt beim ADAC hinterlegt. Wenn ich das Geld nicht gehabt hätte, hätte ich einen normalen Kleinkredit aufgenommen. Die sind billig, wenn sie innerhalb eines Jahres getilgt werden.
Grüße
Franz
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 07:30
von laforcetranquille
Ich sedhe keinerlei Vorteile einer Bankbürgschaft es sei denn man hat das Geld nicht zur Verfügung und die Bürgschaft ist quasi ein Kredit. Ansonsten ist die Bürgschaft wesentlich teurer und komplizierter als das Geld direkt an den ADAC zu überweisen bzw. bar zur hinterlegen. Wir haben jedenfalls immer direkt an den ADAC überwiesen.
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 08:12
von Jochen
Hallo,
laforcetranquille hat geschrieben:... Wir haben jedenfalls immer direkt an den ADAC überwiesen.
So handhaben wir das auch, ist der billigste Weg zum Carnet.
Jochen
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 08:48
von AlexD
Jochen hat geschrieben:Hallo,
laforcetranquille hat geschrieben:... Wir haben jedenfalls immer direkt an den ADAC überwiesen.
So handhaben wir das auch, ist der billigste Weg zum Carnet.
Jochen
Wir machen das auch so. Bankbürgschaften kosten Geld - ja nach Institut bis zu 3 % p.a. Da hinterlegen wir es lieber beim ADAC.
Grüße,
Alex
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 09:53
von Henrik
Danke für Eure Antworten. Scheint die einzig mögliche Verfahrensweise.
Grüße,
Henrik
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 16:12
von martin1101
Ihr Glücklichen
hatte das Thema auch bei unserer geplanten und dann leider geplatzten Ägyptenreise.
Nur ist bei uns (ÖAMTC) für das Carnet eine Sicherheit in der Höhe von € 40.000,- zu erlegen (unbefristete Bankbürgschaft oder bar)
http://www.oeamtc.at/?id=2701%2C1082411%2C%2C
und nicht jeder hat diesen Betrag so flüssig herumliegen.
was würdet Ihr da machen??
Martin
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 16:47
von Henrik
Diese Beträge bringt man nicht einfach mal so auf, das ist klar. Die Kautionsforderungen sind einfach unverhältnismäßig. Freunde oder Bekannte in D ? Sich dort anmelden. Reisefahrzeug ummelden. Wäre das eine Möglichkeit ?
Warum sind die Kautionsforderungen des ÖAMTC so hoch ?
Grüße
Henrik
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 17:52
von Achim Vogt
Lieber Henrik,
die Gebühren des ÖAMTC sind nicht höher als beim ADAC auch: Bei einem Fahrzeugwert bis 75.000 Euro liegt die Bürgschaft für Ägypten beim ADAC auch bei 40.000 Euro! Bei einem höheren Fahrzeugwert muss mensch extra anfragen, die Gebühren dafür verrät der ADAC nicht auf seiner Webseite.
Viele Grüße
Achim
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 18:13
von Heinrich
Hallo
Ausgegangen wird allerdings vom Zeitwert des Fahrzeugs. Und der liegt bei nicht ganz neuen Autos wesentlich tiefer.
Allerdings verlang(t)en - keine Ahnung, wie das gegenwärtig/künftig aussieht - die Ägypter bei Verlust absolut horrende Gebühren. Ausgangspunkt ist dann der Neuwert des Fahrzeugs.
Ich verpflichte mich, auf erste Anforderung, dem ADAC oder der Fa. R.L. Davison die zur Regelung eines Grenzdokumentes aufzuwendenden Kosten und Auslagen zu erstatten, die von der Zollverwaltung des Einfuhrlandes erhoben werden, auch wenn dieses Verlangen zu Unrecht gestellt wird. Entscheidend für die Berechnung ist dabei der Betrag, den der ADAC oder die Fa. R.L. Davison zur Erstattung der Zollforderung tatsächlich aufgewendet hat. Mir ist bekannt, dass ich als unterzeichnender Antragsteller und/oder Fahrzeugeigentümer die volle Verpflichtung aus dieser Erklärung übernehme.
Im Klartext: Das kann deutlich über die Kaution hinausgehen.
http://www.adac.de/_mmm/pdf/Antrag%20ko ... _18336.pdf
Schau mal beim TCS nach.
"Die Kaution muss 100% des aktuellen Fahrzeugwertes für die folgenden Länder betragen: Indien, Jordanien, Kenia, Pakistan. Das betrifft auch Fahrzeuge mit zeitlich begrenztem Schweizer Kennzeichen oder Fahrzeuge, die für eine spätere Anmeldung in die Schweiz importiert werden.
Ägypten: Für Ägypten ist in jedem Fall eine Kaution von CHF 30'000.- für Fahrzeuge bis 2000 cm3 (Hubraum) bzw. CHF 60'000.- für Fahrzeuge über 2000 cm3 zu hinterlegen."
Der TCS sichert sich zusätzlich ab, indem er den Halter eine Verpflichtung unterschreiben lässt, aus der sich die möglichen Gebühren im GAU abschätzen lassen:
Ägypten:200%derKaution (= CHF 120`000!)
In den folgenden Ländern wird wieder vom Zeitwert aus gerechnet:
• 450% des Zeitwertes also für Jordanien,Pakistan. • 300% Bangladesh. • 250% Indien,Iran,Kenia,Syrien. • 150% Argentinien,Peru,SüdafrikanischeZollunion(Südafrika,Namibia,Botswana,Swaziland,Lesotho).
Ich gehe davon aus, dass die Gebühren sich auch für ADAC-Versicherte im GAU (Diebstahl, Fahrzeug kann auch nicht als Ruine exportiert werden) in solchen Regionen bewegen.
Gruss
Heinrich
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 18:46
von Henrik
In dem von Martin verlinkten OEAMTC Dokument gibt es folgenden Passus, der der Schweizer Version recht ähnlich ist:
• Ägypten hat Sonderstellung: dort ist in jedem Fall eine unbefristete
Bankhaftung für KFZ unter 2.000ccm mit mindestens EURO 20.000.- über
2.000ccm mit mindestens. EURO 40.000.- zu hinterlegen
Die üblichen Reisefahrzeuge (ausgenommen Motorräder) haben 2.4/2.5 Liter Hubraum fallen also unter diese Regelung und verlangen dann die Kaution von 40k €.
Grüße
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 19:00
von Heinrich
Hallo Henrik
Je nach Zeitwert des Fahrzeugs ist dann also doch - wie oben angedeutet - die Kaution des ADAC deutlich billiger.
(Allerdings bleibt das Problem im Verlustfall.)
Man kann auch als Nicht-Deutscher das Carnet beim ADAC lösen!
http://www.adac.de/_mmm/pdf/Antrag%20ko ... _18336.pdf
(scrollen, dann findest du die Angaben)
Gruss
Heinrich
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 19:40
von russenschleuder
Heinrich hat geschrieben:Man kann auch als Nicht-Deutscher das Carnet beim ADAC lösen!
ja, du brauchst aber eine freigabe deines automobielclubs. schreib an den öamtc, dass sie eine mail an den adac schreiben sollen, dass diese nichts gegen die ausstellung haben.
Henrik hat geschrieben:Diese Beträge bringt man nicht einfach mal so auf, das ist klar. Die Kautionsforderungen sind einfach unverhältnismäßig. Freunde oder Bekannte in D ? Sich dort anmelden. Reisefahrzeug ummelden. Wäre das eine Möglichkeit ?
tu das nicht, ansonsten benötigst du an jeder grenze eine beglaubigtes schreiben des fahrzeughalters in landessprache.
sg clemens
Re: Carnet - Bankbürgschaft
Verfasst: Mi 18. Apr 2012, 20:51
von Henrik
Wenn das mit dem Empfehlungsschreiben vom ÖAMTC geht, dann wäre ja das ne Lösung für den Martin.
Der Vorbehalt mit Halter != Reisender ist durchaus berechtigt! Aber mein Hinweis mit dem Anmelden in D bezog sich nicht nur auf das Fahrzeug. Sondern auch auf den Halter sozusagen als Nebenwohnsitz, so daß der Halter gleich dem Reisenden ist. Kenne einige Ösis, die ihre ursprüngliche Anmeldung in Ö beibehalten haben und in D auch gemeldet sind. Rechtlich ist das vielleicht eine Grauzone.
Grüße