Alexander hat geschrieben:Diese Frage ist eigentlich irrelevant, da das Schulgeld bereits 2003 für die Primarstufe, in Kenia 1. – 8. Schuljahr abgeschafft wurde [..] Leider brechen viele Schüler vor der Sekundarstufe ab, da diese nicht mehr kostenlos ist und Uniformzwang herrscht [...] Eine Hürde gibt es allerdings für die arme Bevölkerung. Vor der Primarstufe steht die Vorschule, eine Art Kindergarten, der die Eltern etwa 30 Euro im Jahr kostet. In der Vorschule werden Zahlen gelernt, lesen und schreiben, sowie Grundzüge der englischen Sprache. Voraussetzung für die Primarstufe. Schüler werden nur in die Primarstufe aufgenommen, wenn die Vorschule erfolgreich absolviert wurde und keine Beitragsrückstände existieren.
Ich will jetzt nicht so weit gehen und schreiben „Deine Antwort ist irrelevant“, aber zumindest eine nicht nachvollziehbare Antwort auf meinen Hinweis der „
Kosten für den Schulgang“ und die „
fehlende Perspektive nach der Schule“.
Du beschreibst die Kosten doch sehr detailliert selbst und auf das Problem der fehlenden Perspektive nach der Schule gehst du erst gar nicht ein - ist sie für Dich irrelevant ?
Möglicherweise ist es für dich ja auch irrelevant, dass ich in den unterschiedlichsten Ländern Afrikas oft mit Leuten über dieses Problem spreche - es eignet sich hervorragend zur Kontaktaufnahme - und die Situation war immer ähnlich:
1. Im günstigsten Fall sind die Primärstufen kostenlos, oft aber fallen doch Kosten für Kleidung oder Lehrmittel, Verpflegung, Unterkunft oder anderes an.
In abgelegenen Regionen habe die Leute oft gar kein Geld (Subsistenzwirtschaft) oder sie benötigen es dringend für andere Dinge (Medizin).
2. Die Kinder/Jugendlichen fehlen zu Hause als Arbeitskräfte/Hirten.
3. Die Erwachsenen haben die Befürchtung - und das nicht unbegründet - dass sie von ihren Kindern im Alter nicht mehr versorgt werden, da diese dann in die Städte zur Arbeitssuche abwandern.
4. Die wenigen, einigermassen dotierten Arbeitsplätze gehen an die besser Ausgebildeten,
die Geld für weiterführende Schulen hatten.
5. Zu dem Frust und der Enttäuschung, trotz der Schulbildung keinen Arbeitsplatz zu bekommen, kommt der Erwartungsdruck der Familie.
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Es muss darum gehen, den Jugendlichen nach dem Schulabgang zumindest eine Perspektive in Form bezahlter Ausbildungsstätten oder Werkstätten (-> K.H. Böhm) oder was auch immer anbieten zu können. Die Anzahl der Einschüler muss in vertretbarer Form auf die Chance auf eine bezahlte Tätigkeit abgestimmt werden. Eine Schulpflicht für alle mit anschließender Arbeitslosigkeit ist/wäre jedenfalls kein überzeugender Ansatz.
Die Kosten für solche Ausbildungsstätten o.ä. würden die Budgets der Entwicklungshilfen sicher nicht sprengen, wenn man sie nicht mit dem deutschen Perfektionswahn einrichten und betreiben würde.
Gruss
Lothar