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Antibiotika - gestern und heute
Verfasst: Mo 6. Sep 2010, 21:57
von Birgitt
Eine Analyse der Knochen alter Nubier zeigt: Über Bier nahm das ägyptische Volk regelmäßig ein Antibiotikum zu sich – der bisher älteste Nachweis einer derartigen Medizin. Das Geheimnis des heilsamen Stöffchen liegt im Getreide, das die Nubier verwendeten: Es enthielt das Bakterium Streptomyces, das wiederum Tetracyclin, ein Antibiotikum, produziert. Aus dem Getreide braute das Volk, das im Gebiet des heutigen Sudans lebte, äußerst gesundes Bier. "Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass sie genau wussten, was sie taten" ...
Frühe Biertrinker entdeckten Antibiotikum
03.09.2010 - spektrum
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Birgitt
Altes Nubien | Tetracyclin im Bier
Verfasst: Fr 10. Sep 2010, 19:59
von Birgitt
Antibiotika sind keine Erfindung der Neuzeit: In Nubien konsumierten Menschen schon vor gut 2.000 Jahren regelmäßig Tetracyclin, das in ihrem Bier enthalten war. Eine neue Analyse von Mumienknochen belegt jetzt, dass dessen Antibiotikagehalt kein Zufall war, sondern tatsächlich gezielt und regelmäßig durch Einsatz von bodenlebenden Bakterien beim Brauprozess erzeugt worden sein muss ...
Im Jahr 1980 entdeckte der Anthropologe George Armelagos von der Emory Universität etwas Ungewöhnliches, als er Mumien aus dem Sudan untersuchte. In den Knochen der aus dem Jahr 350 bis 550 vor Christus stammenden Vertreter des alten Königreichs der Nubier, fand er Spuren von Tetracyclin, einem heute sehr gebräuchlichen Antibiotikum. Der Bioarchäologe ging der Sache nach und suchte nach der Quelle für den Wirkstoff in Nahrung und Getränken der Nubier – keine leichte Aufgabe, da von dieser Kultur keinerlei schriftliche Zeugnisse existieren [...] „Wir neigen dazu, Arzneimittel, die Krankheiten heilen, mit moderner Medizin zu assoziieren”, erklärt Armelagos. „Aber es wird immer klarer, dass diese prähistorische Population empirische Beobachtungen nutzte, um therapeutische Wirkstoffe zu entwickeln. Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie genau wussten, was sie taten.“ Auch von den alten Ägyptern und Jordaniern ist bekannt, dass sie Bier nutzen, um Gaumenkrankheiten und andere Erkrankungen zu kurieren. Offenbar war die Kunst der Antibiotikaherstellung bei der Fermentation bei den Kulturen dieser Region weit verbreitet und wurde über Generationen weitergegeben.
Schon die alten Nubier nutzten Antibiotika
06.09.2010 - scinexx
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Birgitt
Insektengehirne als Fundgrube für neue Antibiotika
Verfasst: Fr 10. Sep 2010, 20:00
von Birgitt
In den Gehirnen von Küchenschaben und Heuschrecken haben britische Forscher Substanzen entdeckt, die sich als extrem wirkungsvolle Antibiotika erwiesen. Sie töteten sogar multiresistente MRSA-Keime ab. Damit könnten diese Stoffe Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer antibiotischer Mittel werden. Ihr genauer Wirkmechanismus wird zurzeit noch untersucht ...
Die Entdeckung der Antibiotika hat in der Medizin eine ganz neue Ära eingeleitet. Doch diese Waffen gegen krankmachende Bakterien werden heute immer stumpfer, immer mehr Krankheitserreger werden resistent und lassen sich damit nur noch schwer bekämpfen. Besonders die Methicillin-resistenten Stämme des Staphylococcus aureus (MRSA), als Krankenhauskeim gefürchtet, sprechen kaum mehr auf gängige Antibiotika an [...] Jetzt haben Wissenschaftler der Universität Nottingham eine vielversprechende Quelle für solche Wirkstoffe entdeckt – in den Gehirnen von Schaben und Heuschrecken. Bei ihrer Analyse der Gehirngewebe stießen sie auf bis zu neun unterschiedliche Moleküle, die sich als hochtoxisch für Bakterien erwiesen [...] Dass die Insekten überhaupt solche antibakteriellen Wirkstoffe im Gehirn haben, überrascht die Forscher allerdings nicht: „Insekten leben häufig in ungesunden und unhygienischen Umgebungen, wo sie vielen unterschiedlichen Arten von Bakterien begegnen. Es ist daher logisch, dass sie Wege entwickelt haben, um sich gegen die Mikroorganismen zu schützen“
Insektengehirne als Fundgrube für neue Antibiotika
08.09.2010 - scinexx
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Birgitt
Re: Antibiotika - gestern und heute
Verfasst: Sa 11. Sep 2010, 10:56
von philipp aka fipsicola
ohje.....
Droht das Ende der Antibiotika?
Verfasst: Fr 17. Sep 2010, 18:45
von Birgitt
Antibiotika haben die Welt verändert. Mit ihrer Entdeckung vor mehr als 80 Jahren wurden zuvor tödliche Infektionen zu kurierbaren Intermezzi, bedrohliche Krankheitserreger zu besiegbaren Feinden. Doch die Freude war nicht von langer Dauer: Immer mehr Keime sind inzwischen resistent gegen Antibiotika, die einst so scharfen Waffen der Medizin sind stumpf geworden. Droht uns ein Rückfall in prä-antibiotische Zeiten?
„Super-Keime“ auf dem Vormarsch
17.09.2010 - scinexx
Dossier mit folgendem Inhalt:
Eine neue Ära
Der Siegeszug der Antibiotika
Tod trotz Antibiotika
Der Fall Bridi da Costa
Nur eine Frage der Selektion…
Die Ursachen der Resistenz
Der fatale Transfer
Genübertragung aus Resistenz-Reservoiren
Die Resistenztricks der Keime
Kampf um Zellwand und Proteine
Vancomycin: ein Abgesang
Ein vermeintlich sicheres Antibiotikum wird wirkungslos
Erreger überrollen Notfallmittel
ESBL-Stämme auf dem Vormarsch
„Superbug“ NDM-1
Resistenzgen aus Indien könnte Antibiotika den Todesstoß versetzen
Kampf den Keimen
Wie lässt sich die Ausbreitung multiresistenter Keime aufhalten?
Gruß
Birgitt
Antibiotika - Resistenzen
Verfasst: Do 17. Nov 2011, 19:52
von Birgitt
Immer mehr Erreger werden resistent gegen Antibiotika. Ursache ist unter anderem der falsche und zu häufige Gebrauch der Pillen. Auch breiten sich resistente Erreger immer weiter aus. Die EU-Kommission will jetzt mit einem Aktionsplan diese Entwicklung aufhalten ...
EU will Antibiotika-Resistenzen bekämpfen
17.11.2011 - tagesschau
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Birgitt
Kunststoff als Alternative zu Antibiotika
Verfasst: Mi 5. Sep 2012, 19:13
von Birgitt
Ein Kunststoff nach dem Vorbild natürlicher Verteidigungsproteine tötet Bakterien 1000-fach effektiver als das Antibiotikum Triclosan, wie ein Team um Gregory Tew von der University of Massachusetts durch Tests mit einem Kopolymer aus Aminoethylmethacrylat und Butylmethacrylat (PAMBM) festgestellt hat. Wundinfektionen an Operationswunden verursachen erhebliche Kosten im Gesundheitssystem und werden mit der Zunahme resistenter Bakterien ein immer größeres medizinisches Problem. Deswegen suchen Forscher dringend antimikrobielle Naht- und Abdeckungsmaterialien, die nicht auf gängigen Antibiotika basieren ...
Medizinisches Polymer tötet Bakterien ohne Antibiotika
04.09.2012 - spektrum
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Birgitt
Antibiotika - Resistenzen
Verfasst: Mo 9. Sep 2013, 18:34
von Birgitt
Es mehren sich Bakterienstämme, die auch gegen Carbapeneme resistent sind - damit fällt eine unserer letzten Verteidigungslinien. Die Behörden erweisen sich oft als überfordert. Hohe Gesundheitsbeamte verwenden in aller Regel ein eher nüchternes Vokabular bei ihren öffentlichen Auftritten. Dass der US-Amerikaner Thomas Frieden und die Britin Sally Davies kurz nacheinander im März dieses Jahres vor einem drohenden "Albtraum" und einer "katastrophalen Bedrohung" warnten, kann einem also durchaus Sorgen bereiten. Beide sprachen sie über den rapiden Anstieg einer noch kaum bekannten Klasse von antibiotikaresistenten Bakterien: den so genannten Carbapenem-resistenten Enterobakterien (CREs). Laut Davies, der obersten Gesundheitsbeamtin von Großbritannien, stellen sie eine genauso ernste Gefahr dar wie der Terrorismus ...
Kein Ass mehr in der Hinterhand
26.08.2013 - spektrum
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Birgitt
Lugdunin - Natürliches Antibiotikum aus der Nase
Verfasst: Do 28. Jul 2016, 22:00
von Birgitt
Hilfe gegen resistente Keime aus der Nase? Forscher der Uni Tübingen und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung haben in der menschlichen Nase ein neuartiges Antibiotikum entdeckt ...
Nasenbakterium als Antibiotika-Lieferant: Forscher haben ein neuartiges Antibiotikum an einem unerwarteten Ort entdeckt: in unserer Nase. Der Wirkstoff Lugdunin wird dort vom harmlosen Nasenbakterium Staphylococcus lugdunensis produziert. Wie Tests ergaben, tötet Lugdunin viele grampositive Krankheitserreger effektiv ab und wirkt sogar gegen den gefürchteten multiresistenten Krankenhauskeim MRSA, wie die Forscher im Fachmagazin "
Nature" berichten.
Lebensretter in unserer Nase entdeckt
28.07.2016 - scinexx
Human commensals producing a novel antibiotic impair pathogen colonization
28.07.2016 - Nature / doi:10.1038/nature18634
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Birgitt
Fischfutter überträgt Antibiotika-Resistenzen
Verfasst: Fr 1. Sep 2017, 20:05
von Birgitt
Versteckte Kontamination: Das in der Aquakultur eingesetzte Fischmehl verbreitet Antibiotika-Resistenzen im Meer. Denn diese Futtermittel enthalten Antibiotika-Rückstände und bakterielle Resistenzgene, wie Analysen enthüllen. Diese Gene machen Mikroben immun gegenüber den meisten gängigen Antibiotika. Über das Fischfutter gelangen die Resistenzgene ins Meerwasser und Sediment und könnten dort auch von Krankheitserregern aufgenommen werden, warnen die Forscher ...
Aber das war noch nicht alles: Das Fischfutter enthielt auch überraschend viele Resistenzgene – ein Hinweis darauf, dass bereits zahlreiche resistente Bakterien in den tierischen Ausgangsmaterialien vorhanden waren. In den fünf Fischmehl-Proben wiesen die Forscher 1342 verschiedene Antibiotika-Resistenzgene nach, in den beiden Tiermehlen fanden sie 74 und 1165 Resistenzgene. "Die drei von diesen Genen am häufigsten vermittelten Resistenzen bestanden gegen Tetrazykline, Beta-Laktam-Antibiotika und auch in elf bis 21 Prozent gegen multiple Wirkstoffe", berichten Wang und seine Kollegen. Offenbar reicht selbst das Erhitzen und Zerkleinern der Fisch- und Tiermehle nicht aus, um diese Gene zu zerstören. "Das Fischmehl ist damit ein bisher unerkanntes Reservoir von Antibiotika-Resistenzgenen", so die Forscher.
Fischfutter überträgt Antibiotika-Resistenzen
31.08.2017 - scinexx
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Birgitt
Wählerisches Antibiotikum tötet nur schädliche Bakterien
Verfasst: Sa 9. Sep 2017, 10:18
von Birgitt
Flächendeckend keimtötende Antibiotika sind scharfe Waffen mit einer Kehrseite: Resistente Überlebende werden immer weniger angreifbar. Helfen besser gezielte Wirkstoffe?
Der unbedachte Einsatz von Antibiotika hat eine Besorgnis erregende Entwicklung gefördert: Längst sind immer mehr gefährliche Keime gegen immer mehr Wirkstoffe resistent. Mediziner suchen daher nach zielgenaueren Waffen – im Idealfall einer Substanz, die nur bestimmte schädliche Keime attackiert und den Rest der Bakteriengemeinschaft in Ruhe lässt. Forscher um Robert Fagan von der University of Sheffield sind dabei nun vielleicht einen Schritt weitergekommen: Sie haben ein Bakterizid-Protein gefunden, das tatsächlich sehr wählerisch ist und nur bestimmte Bakterien einer bestimmten Art abtötet. Versuchskaninchen der Forscher ist das Bakterium Clostridium difficile – ein zunehmend störender Problemkeim. Er ist für viele Menschen zwar zunächst nicht per se gefährlich, aber ein Paradebeispiel für die Folgen von allzu eifrigem Antibiotikagebrauch in Krankenhäusern und Arztpraxen ...
Wählerisches Antibiotikum tötet nur schädliche Bakterien
07.09.2017 - scinexx
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Birgitt
Antibiotika-Resistenzen durch Ruß von Emissionen
Verfasst: Mo 4. Dez 2017, 19:06
von Birgitt
Nach einer Studie von Wissenschaftlern der University of Leicester, die in der Zeitschrift Environmental Microbiology erschienen ist, könnte die Luftverschmutzung noch ein weiteres, wenn auch indirektes Risiko für die Gesundheit der Menschen mit sich bringen. Es scheint nämlich so zu sein, dass Bakterien auf Rußpartikel in der Luft auf vielfältige und massive Weise strukturell, kompositionell und funktionell reagieren und dabei gegenüber Antibiotika resistent werden [...] Nach der Studie erhöht schwarzer Ruß, der durch Verbrennung fossiler Energien entsteht, die Resistenz von Staphylococcus aureus gegen Antibiotika im Atemwegsystem und bei Streptococcus pneumoniae gegenüber Penicillin, das nach einer Infektion normalerweise erst einmal eingesetzt wird. Die Veränderungen der Proteinstruktur könnte eine Ursache sein, so die Wissenschaftler, warum sich Penicillin nicht mehr so gut andocken kann ...
Ruß von Emissionen kann die Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika stärken
04.12.2017 - heise telepolius
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Birgitt
Novartis stoppt Antibiotika-Entwicklung
Verfasst: Fr 13. Jul 2018, 19:52
von Birgitt
Multiresistente Keime verbreiten sich immer mehr. Gleichzeitig ziehen sich große Pharma-Konzerne aus der Antibiotika-Forschung zurück. Auch Novartis hat nun die Entwicklung der wichtigen Mittel gestoppt. Grund: zu geringe Ertragsmöglichkeiten ...
Erst gut zwei Jahre ist es her, dass Novartis vollmundig einen "Kampf gegen Superkeime" ankündigte. Der Konzern und andere führende Unternehmen der Branche riefen zum Handeln auf. Eine "globale Front gegen die Entstehung medikamentenresistenter Infektionen" solle gebildet werden, schrieb Novartis in einer Pressemitteilung. Denn es gehe "um eine der größten Gefahren für die Weltgesundheit". Nun hat sich Novartis aus diesem Kampf zurückgezogen. Das Unternehmen stellt seine Forschung an neuen Medikamenten gegen antibiotikaresistente Bakterien ein.
Kampf gegen resistente Keime - Novartis stoppt Antibiotika-Entwicklung
13.07.2018 - tagesschau
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BIrgitt
Re: Antibiotika - gestern und heute
Verfasst: Sa 14. Jul 2018, 18:11
von marylin
Da heisst es hoffen auf
a) Einen an Infektion durch MRK verstorbenen Vorstand der Novartis

oder
b) Hoffen auf die Inder oder Chinesen.
Obstbauern wollen massenhaft Antibiotika sprühen
Verfasst: Do 28. Mär 2019, 17:52
von Birgitt
Im Kampf »Antibiotika gegen resistente Bakterien« scheint eine neue Front eröffnet: Sie verläuft mitten zwischen Zitrusbäumchen im Obstgarten ...
In Florida werden auch im April 2019 die Zitrusbäumchen weiß aufblühen und die Saison einläuten. Gleichzeitig liegt diesmal ein Wandel in der Luft: Überall haben Obstbauern Vorbereitungen getroffen, ihre Kulturen mit hunderttausenden Kilogramm von zwei Sorten Antibiotika zu besprühen. Damit wollen sie endlich das Citrus Greening besiegen – eine seit Jahrzehnten grassierende, oft tödliche bakterielle Erkrankung der Obstbäume. Die Erlaubnis für den Sprüheinsatz bekamen die Züchter von der US-Umweltschutzbehörde (EPA): Streptomycin und Oxytetracyclin sollen routinemäßig mehrmals im Jahr zum Einsatz kommen, beginnend mit dem Austreiben der ersten Blattgeneration im Frühjahr. In Florida könnten Züchter so unter dem Strich bis zu 440 000 Kilogramm der Medikamente versprühen.
Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten: Obstbauern wollen massenhaft Antibiotika sprühen
27.03.2019 - spektrum
Gruß
Birgitt