Michael K. hat geschrieben: ↑Mi 8. Apr 2020, 22:10
im Grunde sind viele Massnahmen zur Zeit zumindest fragwürdig.
Wer sagt das?
Was ist die Begründung?
Warum sind welche MAßnahmen fragwürdig?
Was sind die Alternativen?
Das Virus kennt eh keine Grenzen.
Kein Virus und kein Bakterium kennt eine Landesgrenze.
Das ist klar und muss nicht erörtert werden.
Mit dieser Begründung wären dann auch alle Quarantänemaßnahmen, die wir in den letzten 75 Jahren hatten, überflüssig gewesen?
Und nu?
Das sollte inzwischen selbst der letze Trottel verstanden haben.
Wie man sieht scheint das nicht der Fall zu sein.
In jedem Land gibt es Massnahmen um die Verbreitung,zumindest zu verlangsamen,um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.In Ländern mit schlechtem Gesundheitssystem und unfähiger Regierung wie Spanien,Italien und Frankreich sind diese Massnahmen recht rabiat.Aber in Deutschland darüber zu diskutieren,ob jemand sein Ferienhaus auf Sylt besuchen darf, wofür der Käufer zum Teil 30000€ pro Quadratmeter bezahlt hat, ist frech.
Ich finde das nicht frech sondern angemessen zur Situation.
Deine Argumentation mit dem teuren Haus auf Sylt ist, höflich gesagt, interessant.
Geradeheraus gesagt ist sie einfach inhaltlich falsch und asozial.
Man sollte davon ausgehen,dass derjenige bzw.die diejenige,nicht das ich noch Ärger mit den Frauen hier bekomme, der/die diese Preise bezahlen kann, in der Lage ist die geltenden Abstandsregeln einzuhalten.
Wie kommst du darauf, dass jemand, der viel Geld für ein Ferienhaus bezahlen kann, besser in der Lage ist Abstandsregeln einzuhalten als ein normaler Arbeiter, der sich das nicht leisten kann?
Noch so eine total asoziale Äußerung.
Übrigens sieht man täglich auf der Autobahn, dass Abstand halten keine Frage von finanzieller Leistungsfähigkeit ist, sondern isch quer durch alle "Schichten" zieht.
Und Geld ist nicht zwingend mit der gleichzeitigen Anwesenheit von Intelligenz gekoppelt.
Trotz dem Ernst der Lage, sollte man, so sagte immer meine Großmutter,die zwei Weltkriege überlebt hatte, die Kirche im Dorf lassen.
Da sagt meine Mutter, die einen Krieg überlebt hat auch.
Allerdings würde sie nie auf die Idee kommen, das Bewegungsfreiheit in dieser Situation in unserer Demokratie davon abhängt wieviel Kohle man hat.
Das hat sie zuletzt bei Adolf mit den NS-Bonzen erlebt.
Viele Grüsse
Michael
Man kann die Maßnahmen, die in dieser Sache ergriffen wurden sicher kritisch hinterfragen.
Mich würden da weniger die Auswirkungen auf die Sylter Ferienhäuser interessieren.
In fände eine Betrachtung der Einschränkung der Grundrechte und auf welcher Grundlage erfolgt diese und wie wird das dann zurückgefahren interessanter.
Aber bitte als sachliche Diskussion mit Argumenten.
Man kann die Diskussion sicher allerorten schon jetzt führen. Nur sollte man in der jetzigen Diskussion von Regierung und anderen Verantwortlichen keine Teilnahme oder gar Antworten erwarten. Die sind genug mit anderen Dingen beschäftigt.
Aber anschließend muss man sich den Fragen stellen, um auch für die Zukunft vielleicht andere vielleicht bessere Lösungen zu finden.
Und ev. erinnert man sich bei der Gelegenheit an einen Satz von Helmut Schmidt
Ich habe mich um die Gesetze nicht gekümmert. Ich hab auch nicht erst ’nen Juristen gefragt, ob ich das darf. Oder ob ich das nicht darf. Ich habe das Grundgesetz nicht angeguckt in jenen Tagen.
Helmut Schmidt in der NDR-Dokumentation "Die Nacht der großen Flut" von 2006
Das ist in einem demokratischen Rechtsstaat eine extrem "schwierige" Äußerung, die wohl auch nur mit dem Abstand der Zeit möglich war.
Trotzdem wird es immer wieder Situationen geben, in denen Recht gebrochen wird weil der Entscheider meint, das wäre jetzt so ok.
Obs das war wird immer erst hinterher bewertet.
Wenns funktioniert hat ist man gnädig mit dem Rechtsbrecher.
Wenn nicht, wirds schwierig ...
Wer noch nie in Krisensituationen weitreichenden Entscheidungen für andere treffen musste, tut sich leicht mit Kritik, sollte aber ev. auch mal nachdenken was er als Verantwortlicher gemacht hätte.
Nur mal so ein paar Gedankengänge ...