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Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 16:21
von Hans Frommelt
Wolfgang Schäubli möchte das Bankgeheimnis in der Schweiz auflösen. Die Alt-Finanzminister Deutschlands leisten Schützenhilfe. Schäubli meint, dass er die Schweiz mit seiner hochgeschätzten Demokratie schätze. Die Schweiz müssen aber die Kraft haben, Kritik aus dem Ausland auszuhalten.
So weit, so gut. Nun wird es spannend zu lesen sein, was die typischen Merz-Kritiker vom Forum meinen. Kommt er Deutschland entgegen, dann ist er o.k., obwohl man ihm beim Libyen-Geissel-Debackel keine Rosen nachgeworfen hat. Wenn er auf die SVP-Linie einschwenkt, wird er wohl wiederum in die gleiche Ecke gestellt, wie verschiedene Forumsschreiber mit schönen und lieblichen Worten diese Ecke bereits beschrieben haben. Gestern so und Heute anders, kann man dann anmerken.
Zurück zu Schäublis Worten. Auch Deutschland muss Kritik vom Ausland aushalten, ohne sofort wie in der Vergangenheit üblich, eine verbale Retourkutsche zu starten. Ich springe nun auf ein typisches Wuestenschiff-Thema auf. Es gibt nicht wenige Touri-Unternehmen, die ausgedehnte Saharareisen angeboten haben und den Markt weiterpflegen würden, wenn die „Taliban“ nicht wären, welchen solches nicht passt. Das Honorar wurde in der Sahara erwirtschaftet aber in Deutschland dem Fiskus vorgelegt, nehmen wir einmal an. Dies war in den Foren schon mehrmals ein Thema. Zu was es geführt hat wissen wir alle. Man muss teure Führer und Begleiter engagieren um durch die Sahara zu fahren. Es liegt wohl auf der Hand, dass diese die paar wenigen Euros in Algerien, Libyen, Niger, etc. versteuern, was auch richtig ist. Wenn schon Steuergerechtigkeit in ganz Europa, dann auch ausgedehnt nach Afrika indem beispielsweise die Touri-Unternehmen ihr Einkommen dort versteuern, wo es erwirtschaftet wurde. Hans
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 16:50
von Kuno
Haaaaaaaans; nur schon das Wort 'Gerechtigkeit' im Zusammenhang mit Steuern erwaehnt zu sehen laesst mich erschauern. Wenn es denn irgendwo und irgendwann einmal eine Gerechtigkeit auf dieser Welt geben sollte - dann bestimmt nicht im Bereich der Steuern!
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 17:01
von Alexander
Kuno hat geschrieben:Haaaaaaaans; nur schon das Wort 'Gerechtigkeit' im Zusammenhang mit Steuern erwaehnt zu sehen laesst mich erschauern. Wenn es denn irgendwo und irgendwann einmal eine Gerechtigkeit auf dieser Welt geben sollte - dann bestimmt nicht im Bereich der Steuern!
Dann laß uns doch über die gleichmäßige Verteilung der Steuerungerechtigkeit diskutieren
Ich bin weit davon entfernt das zu sein, was man einen "Steuerexperten" nennt. Gibt es denn nicht schon doppelstaatliche Steuerabkommen, die das regeln? Also arbeitest du als Deutscher in der Schweiz dann zahlst du in beiden Ländern Steuern. Ist das nicht auch für Afrika möglich?
Auf der anderen Seite wird aber der Vertrag zwischen Reiseveranstalter und Reisenden und den damit verbundenen Zahlungen schon im Heimatland geschlossen, d.h. zahle du deine Steuern dort, wo das Geld geflossen ist.
Wenn ich jedes Jahr die Steuerformlare ausfülle stelle ich immer wieder fest, welche krankhaften Züge das Steuerwesen immer mehr annimmt. Das Ganze müsste doch auch einfacher zu handhaben sein und vor allem "gerechter" (Was immer das Schlußendlich bedeuten mag

)
Grüsse
Alexander (der schon wieder mit Grauen an die nächste Einkommensteuererklärung denkt :? )
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 17:48
von Hans Frommelt
Hallo Kuno. Ich hab es mit dir, der Begriff „Steuergerechtigkeit“ ist wohl ein frommes Ziel, welches aber nie erreicht werden kann und man will. Es geht da ja um Steuerflucht, Steuerhinterziehung, Steuerbetrug, etc. und weniger um eine „Steuergerechtigkeit“ im eigenen Land. Das ist ein nationales Problem und hat nichts mit der derzeitigen Diskussion zu tun.
Alexander meint, dass man die Steuern dort bezahlen soll, wo der Vertrag abgeschlossen wurde. Wenn er in Zürich abgeschlossen wurde, dann soll der Zürcher Fiskus davon profitieren. Wäre dem Roger Federer wohl auch am liebsten. Ich selbst neige zur Ansicht, dass man dort Steuern bezahlen soll, wo man es erwirtschaftet hat. Ein Sportler, beispielsweise Roger Federer versteuert dort sein Einkommen, wo er es auf dem Tennisplatz erwirtschaftet hat. Ist doch o.k. so, oder nicht? Ich denke, dass es ihm auch graut vor den Steuerklärungen, einfach auf einem höheren finanziellen Niveau.
Eine Bemerkung noch zum Doppelsteuerabkommen. Ich zweifle daran, ob Deutschland mit Libyen oder Niger ein Doppelsteuerabkommen hat, noch eines im Moment anpeilen tut. Natürlich wäre es möglich. Es gäbe aber auch die Freiwilligkeit. Das Fordert man ja derzeit von der Schweiz. Man soll das Bankgeheimnis freiwillig auflösen, ansonsten man mit Repressionen zu rechnen hat. Die Hufe der Kavaleriepferde scharren schon. Hätten die Sahara-Touri (Auch andere) freiwillig den algerischen, malischen oder nigirianischen Fiskus berücksichtigt, dann wären die „Taliban“ vielleicht etwas freundlicher mit uns Touristen. Wir sehen ja jetzt, wenn wir die Zeitungen öffnen, wie freundlich die Deutschen sind, wenn sie spüren, dass etwas an ihrem Fiskus vorbeigeschmuggelt wird. Das geschieht ja vollumfänglich in „Taliban-Manier“. Hans
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 18:09
von Kuno
Ein Doppelbesteuereungsabkommen CH/LY war meines Wissens unter Verhandlung. Wie weit es inzwischen gediehen ist entzieht sich meiner Kenntnis. Koennte mir vorstellen, dass in letzter Zeit nicht viel Fortschritt erreicht worden ist...
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 18:25
von Wolfgang K
Ein Sportler, beispielsweise Roger Federer versteuert dort sein Einkommen, wo er es auf dem Tennisplatz erwirtschaftet hat.
Leider falsch....
Die Besteuerung findet am Sitz des Leistungserbringers statt, nicht am Ort der Leistungserbringung, und das hat gute Gründe. Daher haben Unternehmen auch Auslandsniederlassungen oder Tochterunternehmen (mit oder ohne Organschaft). Manche Länder zwingen ja sogar dazu…
Kein Land könnte das grundsätzlich wollen, ohne sich international vollkommen abzuschotten oder von ausländsicher Konkurrenz überrennen zu lassen
Jeder Steueranreiz würde sofort zur Flutung des Landes mit recht virtuellen Geschäftsaktivitäten führen. Keiner braucht mehr einen Sitz in Monaco zu haben, man kann seine Geschäfte also bei der Durchreise machen. Monaco würde sich freuen.
Wer Kunden im Ausland hat, darf diese nicht mehr besuchen, ohne eine Steuernummer im Land zu haben, da sein Besuch ja ein Teil der Leistungserbringung sein könnte. Etc.ect.
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 18:51
von Kuno
Wolfgang;
Irgendwie bist du ein Spielverderber. Ich habe mich schon im Privatjet ueber Monaco kurven und von dort -direkt aus der Luft- aus die grossen Geschaeftsabschluesse machen sehen
---
BEEP: "Eine wichtige Verkehrsdurchsage; Strassen und Luftraum Monacos sind mit Deutschen Flug- und Fahrzeugen verstopft. Bitte weitraeumig umfahren und wenn moeglich direkt eine andere Steuerinsel anvisieren." BEEP
---
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 18:54
von Alexander
Kuno,
schmink dir das mal ab.
Kein Goldtöpfchen, kein Privatjet über Monacco
Grüsse
Alexander
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 18:59
von Kuno
Wie jetzt? Dachte, dass alles sauber mit dir abgemacht gewesen waere?
Ok; dann verkaufe ich dem Deutschen Staat halt auch eine CD

Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 19:01
von Alexander
Kuno hat geschrieben:Wie jetzt? Dachte, dass alles sauber mit dir abgemacht gewesen waere?
Ok; dann verkaufe ich dem Deutschen Staat halt auch eine CD

Klar, ich grabe und hole mir einen Bandscheibenschaden und du eierst mit deinem Zweistrahler über Monacco. Ich glaube unsere Vereinbarung bedarf der Nachverhandlung
Grüsse
Alexander (der mit dem Topf tanzt)
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 19:08
von Hans Frommelt
Hallo Wolfgang – wir müssen da unterscheiden zwischen natürlichen und juristischen Personen. Du schreibst für juristische Personen und nicht für deren Sklaven. Die „kleinen“ Sahara-Touristiker werden in Deutschland und würden in den Saharaländern wohl eher nach den Regeln für natürliche Personen reglementiert. Es gibt wohl nirgends so viele Grenzfälle wie bei der Steuererfassung. Jedenfalls wird auch Rotel als juristische Person kaum in Libyen oder Niger dort anteilmässig Steuern bezahlen, obwohl die Leistung dort erbracht wurde. Schön wäre es schon, wenn freiwillig etwas in die dortigen Fiskuskassen (Ausser Libyen!) einbezahlt würde. Die Schweiz macht es Übrigends. Freiwillig wird die Verrechnungssteuer für den Zinsertrag von deutschen Geldern (Auch Steuerfluchtgeldern der Deutschen) , die in der Schweiz lagern, zum deutschen Fiskus überwiesen. Hans
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 19:31
von Wolfgang K
wir müssen da unterscheiden zwischen natürlichen und juristischen Personen
Wieder falsch.
Der Unterschied besteht zwischen
im Gastland abhängig Beschäftigten und „Freischaffenden“. Mit der Rechtsform hat das nix zu tun.
Ausser Libyen
Dein Rechtsempfinden ist ein wenig egozentrisch und situativ, oder?

Wenn schon, denn schon

Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 19:32
von Wolfgang K
Kuno,
genau an solche fliegenden Konferenzräume hatte ich gedacht. Was ist denn, wenn ich Dir hier im virtuellen Schiff für ein bescheidenes Honorar verrate wo der Goldtopf liegt? Bekommt Alex dann die Kohle ?
Grüße
Wolfgang
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 19:35
von Kuno
Hans; mal ernsthaft. Willst du jetzt wirklich sagen, dass "Elmar's 4X4 Reisen" in irgendeinem Saharastaat steuern abdruecken sollen? Hast du dir auch schon mal ueberschlagen, wieviel Elmar, der mit seinem 4X4 pro Jahr drei Saharareisen unternimmt tatsaechlich daran verdient? Ich befuerchte, dass er mehr davon haette, wenn er zuhause sozialgeld einstreichen wuerde.
Aber egal; der Kleine soll wieder mal zahlen.
Dir ist schon bewusst, dass die grossen Touristik- und Baukonzerne mindestens in einigen Laendern extrem guenstige Steuerkonditionen erhalten, DAMIT sie eben auch dort noch die letzten freien Straende mit Hotelanlagen verbauen. Wir reden da von Zoll- und Steuerfreiheit von 5 und mehr Jahren. Danach wird die Anlage an eine lokale JV uebergeben und man huepft zum naechsten Projekt.
Zurueck zu Elmar's 4X4. Du musst es dir wirklich mal durchrechnen. Solche Wuestentrips mit bezahlenden Mitfahrern muss man entweder sehr teuer machen oder sein lassen - alles andere ist Selbstbetrug.
Re: Steuergerechtigkeit auf Afrika ausdehnen
Verfasst: So 7. Feb 2010, 19:37
von Kuno
Wolfgang K hat geschrieben: Was ist denn, wenn ich Dir hier im virtuellen Schiff für ein bescheidenes Honorar verrate wo der Goldtopf liegt? Bekommt Alex dann die Kohle ?
Wolfgang; das ist jezt etwas ein sensibles Thema. Koennen wir das in der kleinstmoeglichen Schriftgroesse weiterdikutieren? Muss ja nicht gleich jeder mitlesen koennen!
Ok?