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Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 11:15
von Kuno
Auch diese Umfrage wird kaum alle Aspekte, die in Frage kommen koennten abdecken.
Die Frage ist aber gerade eben wieder in den Medien praesent und sie wird wohl immer wieder aufkommen.

Man kann hier mehrere Punkte anwaehlen.

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 11:58
von Kuno
Die neue Formel koennte etwa so lauten:
Kuno hat geschrieben:"Zu einer teilweisen oder ganzen Uebernahme der Kosten ihrer Rettung koennen Personen verpflichtet werden, welche sich grob fahrlaessig oder entgegen den gueltigen Richtlinien und Weisungen verhalten und dadurch sich selber und eventuelle weitere Personen oder Gegenstaende und Eigentum beschaedigt oder in Gefahr gebracht haben und ein Eingreifen der staatichen Organe oder von den staatlichen Organen beauftragten Dritten noetig gemacht haben."

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 12:20
von Kuno
Sollen nur Entfuehrungsopfer zahlen muessen?

Was ist zum Beispiel mit dem einen hier im Forum, wenn dem auf seinen einsamen Wuestenwaderungen etwas passieren sollte. Er war erfahren genug, um zu wisse, dass so eine Wanderung gefaehrlich ist. Er war oft genug in der wueste um zu wissen, dass man solche Toren nur mit speziell ausgeruesteten Expeditionsautos in einer professionell organisiertten Gruppe und vor allem mit einheimischen Fuehrern machen darf. Wenn ihm etwas passiert, dann ist er doch voellig selber schuld. Oder nicht?

Und dann gibt es noch den anderen aus dem Forum hier. Der hat zwar keine Ultraleichtgepaeck und kommt daher kaum ueber die Gaerten von Siwa hinaus, weil er einfach zu schwer schleppen muss. Aber der ist doch auch einer von denen, die sich ganz bewusst den Gefahren der Wueste aussetzen und darauf zaehlen, dass man ihn im Notfall schon irgendwie rettet.

Die 4X4 Fraktion, die einfach BRRRRRRUUUUM BRUUUUUM ueber die Duenen knallt provoziert den fatalen Unfall ja schon beim Velassen der Faehre.

Einer, der zur Teilnahme an eienr "Expedition" aufruft, sollte doch gleich zu 100% bezahlen muessen, wenn etwas passiert.

Ueberhaupt - wer meint, dass er unbedingt in exotischen Laendern seinen Urlaub verbringen muss, der soll keine Unterstuetzung erhalten, wenn etwas passiert. Er wollte ja das Abenteuer - soll er selber schauen.

Und wenn wir schon dabei sind:

Bergsteiger.
Taucher.
Motorradfahrer.
Mountainbiker.
Schachspieler.

Ok. Schachspieler nicht. Aber die anderen sollen BLECHEN!

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 13:07
von Alexander
Lieber Kuno :lol:
Kuno hat geschrieben:Und dann gibt es noch den anderen aus dem Forum hier. Der hat zwar keine Ultraleichtgepaeck und kommt daher kaum ueber die Gaerten von Siwa hinaus, weil er einfach zu schwer schleppen muss. Aber der ist doch auch einer von denen, die sich ganz bewusst den Gefahren der Wueste aussetzen und darauf zaehlen, dass man ihn im Notfall schon irgendwie rettet.
Bei meinen Wüstenwanderungen besteht natürlich auch ein gewisses Gefahrenpotential. Allerding m.E. nicht sonderlich mehr als im normalen Leben.

Was kann auf so einer Wanderung passieren?
Ich bekomme einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Hier ist mir nicht mehr zu helfen und ich hoffe daher auch nicht auf Hilfe.
Mich findet eine Schlange zum Anbeißen. Ich kann mir teilweise selbst helfen. Sind meine Selbsthilfeversuche untauglich, werde ich es auch nicht überleben. Einige Tage in der Wüste, wo ich genau weiß, es wird niemand nach mir suchen lassen mich auch nicht auf Hilfe hoffen.
Ich breche mir einen Knöchel. Ich kann mich hinkend, kriechend fortbewegen. Ob ich weit komme?

Für die Fälle, dass jemand nach mir sucht (meine Kumpels in Siwa wissen in der Regel, wie lange ich unterwegs bin) dann hat derjenige, der Mensch und Material einsetzt wohl einen Anspruch darauf, dass ich ihn für seinen Einsatz entlohne, zumindestens aber seine Kosten abdecke.

Für einen Heimtransport ist auch gesorgt, da dies durch Versicherungen, ADAC, Mitgliedschaft beim Roten Kreuz, usw. abgedeckt werden kann. Ich zahle dafür meinen Beitrag und habe demzufolge Anspruch auf Hilfe.

Wie ich über Hilfe bei Entführungen denke, habe ich schon in diesem Beitrag versucht zu erleutern.
Alexander hat geschrieben:Unabhängig davon, ob eine Lösegeldzahlung im Gesamtkontext richtig ist oder falsch.

So lange unsere Politiker sich mit Steuergeldern die Taschen voll stopfen und unsere Steuergelder verschwenden ergibt es für mich nicht die Frage, ob der Staat zu zahlen hat oder nicht. Ich verlange es einfach, dass der Staat mir hilft, denn das Geld kommt schlussendlich nicht vom Staat, sondern von mir, dem Steuerzahler.
Grüsse
Alexander

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 13:30
von Kuno
Alexander hat geschrieben:Bei meinen Wüstenwanderungen besteht natürlich auch ein gewisses Gefahrenpotential. Allerding m.E. nicht sonderlich mehr als im normalen Leben.
Das sagen sie alle.
Nicht genug, dass sich die Leute unnoetigerweise den Gefahren aussetzen - sie erkennen sie noch nicht einmal.
Typisch vor allem fuer Maenner, die langsam in die Jahre kommen und es einfach "noch einmal wissen wollen".

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 13:32
von Birgitt
Kuno hat geschrieben:Typisch vor allem fuer Maenner, die langsam in die Jahre kommen ...
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Huhuuuu, Alex ... ;-)

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 13:35
von Alexander
Kuno hat geschrieben:Typisch vor allem fuer Maenner, die langsam in die Jahre kommen und es einfach "noch einmal wissen wollen".
Diese Art von Altersdemenz versuche ich mit jahrelang erworbener Erfahrung auszugleichen. Und wie du weisst, mache ich es mir nicht unbedingt leicht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Für eine richtige Wüstenwanderung brauchst du einen richtig schweren Rucksack. Nicht dieses leichte, neumodische Zeug.

Grüsse
Alexander

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 13:43
von Kuno
Alexander hat geschrieben:Diese Art von Altersdemenz versuche ich mit jahrelang erworbener Erfahrung auszugleichen.
Das Problem ist, dass du zwar eventuell noch selber entscheidest, wo du wie hin willst - die Beurteilung im Nachhinein machen aber dann die Medien und die rasch herbeigezogenen "Experten". Und de Politiker lesen die Kommentarzeilen in den Online-Zeitungen und stossen dann ins selbe Horn.

Das liest sich dann in deinem Falle so:
ZEITUNG hat geschrieben:Trotz bereits selbst erkannter Altersdemenz glaubte Alexander A. dass er aufgrund jahrelang erworbener Erfahrung seine koerperlichen Maengel ausgleichen zu koennen und begab sich, versehen mit eienr altmodischen Ausruestung, zu Fuss und ohne Einheimischen Fuehrer in die Gluthoelle der Sahara. Experten bezeichnen dieses Vorgehen als...

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 14:01
von Alexander
Kuno hat geschrieben:
ZEITUNG hat geschrieben:Trotz bereits selbst erkannter Altersdemenz glaubte Alexander A. dass er aufgrund jahrelang erworbener Erfahrung seine koerperlichen Maengel ausgleichen zu koennen und begab sich, versehen mit eienr altmodischen Ausruestung, zu Fuss und ohne Einheimischen Fuehrer in die Gluthoelle der Sahara. Experten bezeichnen dieses Vorgehen als...
Ist es nicht immer eine Frage des Blickwinkels, aus dem man ein Ereignis betrachtet?
Zeitung hat geschrieben:Trotz Altersdemenz begab sich Alfred A. (Name durch Redaktion geändert) mit seiner bewährten CO2 schonenden Ausrüstung auf seine letzte Wanderung. Alfred A. veranschaulichte eindrucksvoll, wozu alte Menschen auch im hohen Alter noch fähig sind. Er hinterlässt einen schweren Rucksack, einen alten Schlafsack und eine durchgelegene Liegematte....
Grüsse
Alexander

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 14:09
von Wolfgang K
eher so:

Es sollte noch einmal das ganz große Abenteuer werden, der ultimative Kick: Der selbsternannte Freizeit Beduine Alex A. begab sich trotz Warnungen des einheimischen Beduinenstammes *) allein und zu Fuß in die Sahara. Dabei ist die Sahara 9 Milliarden km2 (also doppelt so groß wie das Saarland) großes lebensfeindliches Gebiet, in dem jährlich sogar tausende Einheimische mit über 95 Jahren Lebenserfahrung sterben – selbst in den scheinbar sicheren Oasen.
Experten raten solche Reisen nur im Rahmen von Expeditionen mit erfahrener und charakterfester Expeditionsleitung durchzuführen.
Jedenfalls ist das Schlimmste zu befürchten, da die Follower von Alex A. seit seinem Aufbruch vor 6 Stunden nichts mehr von ihm gehört haben.

*) Berufsbeduine Achmed A.(You can not walk in the desert, Sir. You have to rent my taxi.)

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 14:24
von Kuno
Alexander hat geschrieben:Ist es nicht immer eine Frage des Blickwinkels, aus dem man ein Ereignis betrachtet?
Zeitung hat geschrieben:Trotz Altersdemenz begab sich Alfred A. (Name durch Redaktion geändert) mit seiner bewährten CO2 schonenden Ausrüstung auf seine letzte Wanderung. Alfred A. veranschaulichte eindrucksvoll, wozu alte Menschen auch im hohen Alter noch fähig sind. Er hinterlässt einen schweren Rucksack, einen alten Schlafsack und eine durchgelegene Liegematte....

Alex; so wie oben wird man schreiben, wenn du problemlos zurueckgekommen bist und deine Erlebnisse im SAT1 Fruehstuecksfernsehen zum Besten gegeben hast.

Wenn's einer schafft - und noch dazu ohne dieses ganze Hitech-Gedingens, dann wird er als Held praesentiert.
Wenn's ihn auf die Fresse haut, dann ist er selber schuld. Hat es sogar provoziert - denn wie kann man auch ohne HiTechAusruestung in diese lebensfeindliche Zone vorstossen?

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 15:44
von Alexander
Soll mich nun das Gerede der Anderen davon abhalten, in die Wüste zu fahren?

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 15:48
von Alexander
Ja, aber nur teilweise - wenn man grob fahrlaessig gehandelt hat und sich wider besseres Wissen in Gefahr begab.
Wer stellt denn diese Grobfahrlässigkeit fest bzw wie wird sie gemessen? Wann liegt Grobfahrlässigkeit vor? Wenn ich den Ratschlägen des AA nicht folge oder sollten andere Richtlinien gelten?

Grüsse
Alexander

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 17:05
von martin1101
Kuno hat geschrieben:Ueberhaupt - wer meint, dass er unbedingt in exotischen Laendern seinen Urlaub verbringen muss, der soll keine Unterstuetzung erhalten, wenn etwas passiert. Er wollte ja das Abenteuer - soll er selber schauen.

Und wenn wir schon dabei sind:

Bergsteiger.
Taucher.
Motorradfahrer.
Mountainbiker.
Schachspieler.

Ok. Schachspieler nicht. Aber die anderen sollen BLECHEN!

Also anfangs war ich etwas verwundert über diesen Beitrag, noch dazu von Kuno, bis ich mit dem Lesen am Ende angelangt war,, wusste auch ich, dass das nur Ironie sein kan.n... :lach:
hatte wohl mal eine etwas lange Leitung, oder? :bang:

Re: Entfuehrung - sollen die Opfer zur Kasse gebeten werden?

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 18:29
von Kuno
...aber wird nicht genau so argumentiert? Und meinst du nicht auch, dass nach den Entfuehrungsopfern bald auch die anderen "dran" sind?